Markus Tomberg
Markus Tomberg (* 1968 in Orsoy am Niederrhein) ist ein deutscher katholischer Theologe. Er lehrt als ordentlicher Professor fĂŒr ReligionspĂ€dagogik an der Theologischen FakultĂ€t Fulda.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Markus Tomberg studierte Katholische Theologie, Philosophie, Deutsche Philologie und PĂ€dagogik in MĂŒnster. Er erwarb dort 1994 das Diplom in Katholischer Theologie und 1995 den Magister Artium mit dem Hauptfach Philosophie. Bis 2000 schloss sich ein Promotionsstudium bei Thomas Pröpper an. Von 1992 bis 1998 war Tomberg Stipendiat des Cusanuswerkes.[1]
Tomberg wurde 2000 in MĂŒnster mit einer Arbeit zur Analysis Fidei zum Dr. theol. promoviert. AnschlieĂend arbeitete er als Religionslehrer im Kirchendienst des Erzbistums Freiburg an verschiedenen Gymnasien in SĂŒdbaden. 2008 habilitierte er sich mit einer Arbeit ĂŒber den Religionsunterricht an der Katholisch-Theologischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t MĂŒnster und wurde zum Privatdozenten fĂŒr ReligionspĂ€dagogik ernannt. Er lehrte von 2008 bis 2011 in MĂŒnster. Von 2011 bis 2012 nahm er LehrauftrĂ€ge fĂŒr ReligionspĂ€dagogik und Dogmatik an der PĂ€dagogischen Hochschule Ludwigsburg wahr. Im MĂ€rz 2012 wurde er zum ordentlichen Professor fĂŒr ReligionspĂ€dagogik an die Theologische FakultĂ€t Fulda berufen. Seit dem Wintersemester 2012/13 hat er auch regelmĂ€Ăige LehrauftrĂ€ge am Katholischen Seminar an der Philipps-UniversitĂ€t in Marburg. Tomberg ist seit 2012 Ausbildungsleiter der Bewerber fĂŒr den Dienst des Pastoralreferenten im Bistum Fulda und Leiter des Bewerberkreises.[2] Seit 2023 ist er Prorektor der FakultĂ€t und stellvertretender Bundesvorsitzender des Deutschen Katecheten-Vereins.
Markus Tomberg ist verheiratet und hat fĂŒnf Kinder.
Lehre
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In WeiterfĂŒhrung von Ăberlegungen seines akademischen Lehrers Thomas Pröpper untersucht Tomberg die Praxis der Freiheit in ihrer Relevanz fĂŒr das SelbstverstĂ€ndnis des christlichen Glaubensvollzugs. Dabei interessiert ihn zunĂ€chst im Anschluss vor allem an Ernst Cassirer der symbolische Selbstvollzug der Freiheit in Kultur und Gesellschaft, bevor er in seiner Dissertation die Gewissheit des Glaubens aus dem Selbstvollzug der Freiheit entwickelt. Weil der Freiheit die reflexive Vergewisserung allein unangemessen bleibt â sie ist allen ihren Bestimmtheiten immer schon voraus und deshalb entzogen â, wendet sich Tomberg ihrer Praxis selbst zu und entwirft am Beispiel des Religionsunterrichts eine regionale Handlungstheorie des christlichen Glaubens als Praxis der Freiheit. Diese erweist sich als kritisch anschlussfĂ€hig an aktuelle religionspĂ€dagogische Diskurse vor allem um die KonfessionalitĂ€t des Religionsunterrichts, die Kompetenzorientierung schulischen Lernens und die HeterogenitĂ€t von Lerngruppen. Tomberg entwickelt als Herausgeber von mehreren Regionalausgaben des Unterrichtswerkes "Leben gestalten" (Klett-Verlag) praktische Bausteine eines kompetenzorientierten, an der Freiheit interessierten und fĂŒr sie eintretenden Religionsunterrichts. Des Weiteren arbeitet Tomberg an einer Didaktik der Christologie[3] und zu Fragen der religionspĂ€dagogischen Rezeption von Kinder- und Jugendliteratur.
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Der Begriff von Mythos und Wissenschaft bei Ernst Cassirer und Kurt HĂŒbner. Lit, MĂŒnster 1996.
- Studien zur Bedeutung des Symbolbegriffes. Platon â Aristoteles â Kant â Schelling â Cassirer â Mead â Ricoeur. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 2001.
- GlaubensgewiĂheit als Freiheitsgeschehen. Eine Relecture des Traktats De analysi fidei (= Ratio Fidei, Band 8). Pustet, Regensburg 2002.
- Religionsunterricht als Praxis der Freiheit. Ăberlegungen zu einer religionsdidaktisch orientierten Theorie glĂ€ubigen Handelns (= Praktische Theologie im Wissenschaftsdiskurs, Band 7). de Gruyter, Berlin 2010.
- An diesem Ort war alles anders. ReligionspĂ€dagogisch interessierte LektĂŒren von Kinder- und JugendbĂŒchern zu Sterben, Tod und Trauer aus den Jahren 2017â2020 (= Fuldaer Hochschulschriften, Band 62). Echter, WĂŒrzburg 2021.
Als Herausgeber
- Leben gestalten. Unterrichtswerk fĂŒr den katholischen Religionsunterricht. Regionalausgaben fĂŒr Baden-WĂŒrttemberg, Nordrhein-Westfalen und weitere BundeslĂ€nder. Klett-Verlag, Stuttgart 2011â2020.
- Alle wichtigen BĂŒcher handeln von Gott. Religiöse Spuren in aktueller Kinder- und Jugendliteratur (= Fuldaer Hochschulschriften, Band 58). Echter, WĂŒrzburg 2016.
- mit Winfried Verburg: RU 4.0. Religiöse Bildung und Digitalisierung. Dokumentation des 15. Arbeitsforums fĂŒr ReligionspĂ€dagogik. Fulda 2020 (online).
- mit Patrik C. Höring und David Wakefield: Baustelle Katechese. Was ist. Was fehlt. Was werden kann. Matthias-GrĂŒnewald-Verlag, Ostfildern 2026.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Biographie. Theologische FakultĂ€t Fulda, abgerufen am 3. Januar 2014.
- â Zum Professor ernannt. In: Bistum-Fulda.de. 26. April 2012, abgerufen am 7. Dezember 2013.
- â Markus Tomberg: Mitmensch Jesu Christi werden: Konturen einer christologisch sensiblen ReligionspĂ€dagogik. ( vom 18. Dezember 2013 im Internet Archive) Notizblock 50/2011, abgerufen am 3. Januar 2014 (PDF).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tomberg, Markus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher katholischer Theologe |
| GEBURTSDATUM | 1968 |
| GEBURTSORT | Orsoy |