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Laetare

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Rosa Messkasel, Art dĂ©co, ehemals Speyerer Dom, jetzt Stiftskirche Neustadt an der Weinstraße

Laetare (lateinisch laetare „freue dich“) oder LĂ€tare, auch Freudensonntag, Rosensonntag (lateinisch Dominica de rosa[1]), Brotsonntag, Totensonntag, Todsonntag oder Schwarzer Sonntag genannt, ist der nach dem Anfangswort des Introitus („Laetare Ierusalem 
“: ‚Freu dich, Jerusalem 
‘) in der römisch-katholischen und der evangelisch-lutherischen Liturgie benannte vierte Fasten- oder Passionssonntag im FrĂŒhjahr (MĂ€rz oder Anfang April).

“Laetare Ierusalem: et conventum facite omnes qui diligitis eam: gaudete cum laetitia, qui in tristitia fuistis: ut exsultetis, et satiemini ab uberibus consolationis vestrae.”

Text der EinheitsĂŒbersetzung 2016 des Katholischen Bibelwerks:

„Freut euch mit Jerusalem! Jubelt in der Stadt, alle, die ihr sie liebt. Seid fröhlich mit ihr, alle, die ihr ĂŒber sie traurig wart. Saugt euch satt an ihrer tröstenden Brust, trinkt und labt euch an ihrem mĂŒtterlichen Reichtum!“

– Jes 66,10–11 EU

Mit dem Sonntag Laetare ist die Mitte der Fastenzeit („Mittfasten“) ĂŒberschritten; er hat deshalb einen fröhlicheren, tröstlichen Charakter, da das Osterfest nĂ€her rĂŒckt. Das wird in der katholischen Kirche traditionell auch durch die liturgische Farbe ausgedrĂŒckt: In das Violett der Fastenzeit mischt sich an diesem Tage schon ein wenig von der weißen Liturgiefarbe des nahenden Osterfestes, was dann einen rosa Farbton ergibt. Das österliche Weiß strahlt gewissermaßen schon durch das Violett hindurch. Diese liturgische Farbe ist auch fĂŒr den Adventssonntag Gaudete vorgesehen. Es können an den beiden Sonntagen jedoch auch violette GewĂ€nder benutzt werden. FrĂŒher durfte in der Fastenzeit die Orgel nur an diesem Sonntag erklingen. Der Sonntag Laetare und der Sonntag Gaudete sind die einzigen Sonntage, bei denen im Messbuch der römisch-katholischen Kirche die Benennung nach dem ersten Wort der Introitusantiphon erhalten geblieben ist.[2] Laetare wird umgangssprachlich zuweilen auch „Rosensonntag“ genannt, da an diesem Tag vom 11. bis zum 19. Jahrhundert die Goldene Rose (Tugendrose) gesegnet wurde, die der Papst einer Person oder Institution verlieh, die sich um die Kirche besonders verdient gemacht hatte. Eine andere Bezeichnung fĂŒr diesen Sonntag ist „Brotsonntag“, abgeleitet vom Evangelium der wundersamen Brotvermehrung.

Liturgische Texte

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Römisch-katholische Leseordnung

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Erste LesungZweite LesungEvangelium
Lesejahr A1 Sam 16,1b.6–7.10–13b EUEph 5,8–14 EUJoh 9,1–41 EU (Heilung des Blindgeborenen)
Lesejahr B2 Chr 36,14–16.19–23 EUEph 2,4–10 EUJoh 3,14–21 EU (GesprĂ€ch mit Nikodemus)
Lesejahr CJos 5,9a.10–12 EU2 Kor 5,17–21 EULk 15,1–3.11–32 EU (Gleichnisse vom barmherzigen Vater)

Evangelische Perikopenordnung

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ReihePerikopeAnmerkungInhalt
IJoh 6,47–51 LUTJesus spricht: „Ich bin das Brot des Lebens.“
IIJes 66,10–14 LUT„Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich ĂŒber die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt!“
IIIJoh 12,20–26 LUTEvangelium„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fĂ€llt und erstirbt 
“
IV2 Kor 1,3–7 LUTEpistelGott tröstet uns in aller unserer TrĂŒbsal, damit wir auch trösten können.
VJes 54,7–10 LUTAlttestamentliche Lesung„Es sollen wohl Berge weichen und HĂŒgel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen“.
VILk 22,54–62 LUTVerleugnung des Petrus
PsalmPs 84,2–13 LUT„Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth!“
WochenspruchJoh 12,24 LUT„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fĂ€llt und erstirbt 
“

Regionales Brauchtum

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Regional wird Laetare auch „Todsonntag“ genannt, was auf den Brauch des allegorischen Todaustragens von Winter und Sommer zurĂŒckgeht, bei dem der Sommer gewinnt.[3]

Im SĂŒdwesten Deutschlands wird in vielen Orten am Sonntag Laetare der Brauch der Winterverbrennung gefeiert. In der Kurpfalz geht dem meist der Sommertagszug voraus. Im Wormser Stadtteil Horchheim gibt es an diesem Tag den Dreizackweck.

Im Elztal im Schwarzwald und angrenzenden SeitentĂ€lern findet das Scheibenschlagen traditionell an diesem Tag statt. In der Ostschweizer Gemeinde Ermatingen findet alle drei Jahre am Laetaresonntag ein kombinierter Fischer-, FrĂŒhlings- und alemannischer Fasnachtsumzug als Höhepunkt der Groppenfasnacht statt. Aus dem evangelischen Flözlingen wird von folgenden FastnachtbrĂ€uchen berichtet: Faulenzen, AufzĂŒge und Masken selten, jedoch seltener als in den umliegenden katholischen Orten. Donnerstag darauf „rußiger Dunnstig“ (rußiger Donnerstag) fĂŒr die jungen Leute, wo ledige Buben und MĂ€dchen sich Maske und Gesicht mit Ruß schwĂ€rzen; LĂ€tare: Jungfernfastnacht – Jedes MĂ€dchen bekommt eine Bratwurst vom Vater beziehungsweise, wenn sie im Kreise bei Fremden ist, von ihrer Herrschaft.[4] Bis zu diesem Tag muss der oder die „Angeklagte“ dem Stockacher Narrengericht die verurteilte Strafe liefern.

In Schlesien wurde am Sonntag Laetare der Summersunntag (Sommersonntag) gefeiert. Kinder, die Gerten mit Papierrosen und bunten BĂ€ndern (sogenannte „Sommer“) trugen, zogen beim Summersinga von Haus zu Haus[5] und sangen, wie es auch aus Reußendorf ĂŒberliefert wird, als Heischelied:

„Summer, Summer, Summer!
Ich bin a kleener Pummer,
Ich bin a kleener Keenich,
Gat mer nie zu wenich,
Lot mich nie zu lange stien,
Ich muß a Heisla weiter gien.“

Die Lage der Fastenzeit ist abhĂ€ngig vom Termin des Osterfestes. Laetare liegt 21 Tage vor dem Ostersonntag und fĂ€llt somit frĂŒhestens auf den 1. MĂ€rz und spĂ€testens auf den 4. April.

Termine bis 2041
  • 2026: 15. MĂ€rz
  • 2027: 7. MĂ€rz
  • 2028: 26. MĂ€rz
  • 2029: 11. MĂ€rz
  • 2030: 31. MĂ€rz
  • 2031: 23. MĂ€rz
  • 2032: 7. MĂ€rz
  • 2033: 27. MĂ€rz
  • 2034: 19. MĂ€rz
  • 2035: 4. MĂ€rz
  • 2036: 23. MĂ€rz
  • 2037: 15. MĂ€rz
  • 2038: 4. April
  • 2039: 20. MĂ€rz
  • 2040: 11. MĂ€rz
  • 2041: 31. MĂ€rz
  • Franz-Rudolf Weinert: Den Osterfestkreis verstehen und feiern. Friedrich Pustet, Regensburg 2001, ISBN 3-7917-1689-1, S. 41–47.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Anton Hungari (Hrsg.): Osterglöcklein. Erbauliche Unterhaltungen fĂŒr den Osterfestkreis im katholischen Kirchenjahre. J. D. SauerlĂ€nder, Frankfurt am Main 1862, S. 8 f. und 105–117 (Vierter Fastensonntag), hier: S. 111 f. (Der Name dieses Sonntags „Laetare“) und 113 f. (LĂ€tare-Feier in Bayern, LĂ€tare-Feier in Schlesien, Der Rosen-Sonntag zu Rom).
  2. ↑ Marco Benini: Wie aus einem pĂ€pstlichen Brauch eine liturgische Farbe wurde. In: katholisch.de. 9. MĂ€rz 2024, abgerufen am 22. Februar 2025.
  3. ↑ Dreihöf: BrĂ€uche. Website „Kreis Landskron“ von Markus Klenk, abgerufen am 5. MĂ€rz 2017.
    Todaustragen. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 19: Sternberg–Vector. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1909, S. 586 (zeno.org).
  4. ↑ StĂ€nger: Fragebogen volkskundliche Überlieferung. Landesamt fĂŒr wĂŒrttembergische Volkskunde, Flözlingen 1900.
  5. ↑ Reußendorf. In: ak-landeshut.de. Arbeitskreis Landeshut, abgerufen am 4. November 2019.