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Lacrimosa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Lacrimosa
Allgemeine Informationen
Herkunft
Genre(s) Symphonic Metal (seit 1995)
Dark Wave, NDT (1990–1994)
Aktive Jahre
Gründung 1990
Auflösung
Website www.lacrimosa.com
Gründungsmitglieder
Tilo Wolff
Aktuelle Besetzung
Tilo Wolff
Anne Nurmi
Live- und Session-Mitglieder
Yenz Leonhardt
Julien Schmidt
JP Genkel

Lacrimosa (lat., „tränenreich“, „die Tränenreiche“) ist ein Musikprojekt, das 1990 vom Deutsch-Schweizer Tilo Wolff gegründet wurde. Der Name leitet sich von der letzten Strophe der liturgischen Sequenz Dies irae ab ("Lacrimosa dies illa" – „Tränenreich ist jener Tag“), deren bekannteste Vertonung sich in Mozarts Requiem (KV 626) findet.

Tilo Wolff, 2013
Anne Nurmi

1990 erschien das erste Demotape Clamor (lat. „Geschrei“). Da Tilo Wolff damit keine Plattenfirma überzeugen konnte, gründete er mit Hall of Sermon sein eigenes Plattenlabel und nahm unter dem Namen Lacrimosa die erste LP Angst auf. Seither ziert als Band-Logo ein Harlekin die Albumcover.

Seit 1994 gehört auch die Finnin Anne Nurmi, Keyboarderin und Sängerin der finnischen Gothic-Rock-Band Two Witches, als festes Mitglied zu Lacrimosa und steuert seitdem auch eigene Lieder in finnischer und englischer Sprache bei.

Lacrimosas größter Charterfolg war lange Zeit das 1999er Album Elodia mit Platz 12 in den deutschen Charts, bevor Lament im Jahr 2025 Platz 7 erreichte.[1]

Zur selben Zeit arbeitete Tilo Wolff mit der Thrash-Metal-Band Kreator zusammen und steuerte den Gesang für das Lied Endorama auf dem gleichnamigen Album bei.

Mit ihrer Single Der Morgen danach war Lacrimosa vier Wochen lang in den offiziellen Singlecharts in Deutschland, die höchste Platzierung betrug 50.

Am 7. Mai 2010 veröffentlichten Lacrimosa anlässlich des 20-jährigen Bestehens ein Doppelalbum namens Schattenspiel, welches 18 bis dato unveröffentlichte Titel aus der Bandgeschichte beinhaltet.

Am 6. November 2015 erschien Lacrimosas zwölftes Studioalbum „Hoffnung“. Die anschließende UnterWelt-Tour[2] führte die Band zunächst durch Belarus, Russland, China, Mexiko, Chile, Bolivien, Peru und Argentinien. Im Februar 2016 wurde die Tour in Deutschland fortgesetzt. Zum Abschluss der UnterWelt-Tour spielten Lacrimosa 2016 als Headliner auf dem 25-jährigen Jubiläum des Wave-Gotik-Treffens.

Am 25. August 2017 erschien das 13. Studioalbum Testimonium, ein Requiem in vier Akten, das den zahlreichen im Jahr 2016 verstorbenen Künstlern wie David Bowie, Leonard Cohen und Prince gewidmet ist.[3] Am 24. Dezember 2021 folgte Leidenschaft und am 14. Oktober 2022 Leidenschaft, Pt. 2.[4] Mit dem am 7. März 2025 veröffentlichten Album Lament schloss Lacrimosa die mit Testimonium begonnene Sturm-Trilogie ab.[5][1] Lament erreichte Platz 7 der deutschen Albumcharts – die höchste Chartplatzierung der Band seit Elodia im Jahr 1999.[1] Die anschließende Lament-Welttournee umfasste 50 Konzerte in elf Ländern.[6]

Am 16. September 2025 gab die Band bekannt, dass Keyboarderin Anne wegen einer Erkrankung die aktuelle "Lament"-Tour nicht begleiten wird.[7] Einige Tage später, am 22. September verkündeten sie, dass Tilos Nichte Lara für den Rest der Tournee an ihrer Stelle stehen wird.[8] Am 7. November 2025 wurde mitgeteilt, dass Anne bei den Auftritten in China von Katharina von Schlotterstein vertreten wird,[9] der Keyboarderin von Days of Sorrow.[10] Im März 2026 teilte die Band mit, dass sich Annes Gesundheitszustand verbessert habe.[11] Im Mai 2026 wurde Annes vollständige Genesung bekannt gegeben.[12] Beim Wave-Gotik-Treffen am 25. Mai 2026 in Leipzig stand sie erstmals wieder gemeinsam mit der Band auf der Bühne – neben ihr trat auch Lara auf, die zuvor auf der Deutschlandtournee für sie eingesprungen war.[13][14]

Im August 2026 gab Lacrimosa in der Arena Ciudad de México erstmals Konzerte mit einer Live-Orchesterbegleitung – die Weltpremiere dieses Formats fand damit nicht in Europa, sondern in Mexiko statt.[15] Das erste Konzert am 22. August vor rund 22.000 Zuschauern war rasch ausverkauft, woraufhin ein zweiter Termin am 23. August angesetzt wurde, der ebenfalls ausverkauft war.[16] Begleitet wurde die Band von der mexikanischen Orquesta Sincrophonia unter der Leitung von Maestro Rodrigo Cadet, nach den originalen Arrangements von Tilo Wolff.[17][18] Anne Nurmi, die nach überstandener Erkrankung erstmals wieder ein Konzert dieser Größenordnung bestritt, übernahm bei The Turning Point die Hauptstimme; anlässlich ihres Geburtstags am 22. August sang das Publikum ihr das traditionelle mexikanische Geburtstagslied Las Mañanitas. Beide Abende wurden für eine geplante CD- und DVD-Veröffentlichung mitgefilmt. Das mexikanische Musikmagazin Pólvora betitelte seinen Bericht mit „el sueño se hizo realidad“ (der Traum wurde wahr).[17]

Lacrimosas Musikstil hat sich über mehr als drei Jahrzehnte erheblich gewandelt und lässt sich in mehrere Phasen unterteilen.

Die Frühwerke Angst (1991), Einsamkeit (1992) und Satura (1993) sind von minimalistischen elektronischen Klängen geprägt und werden der Neuen Deutschen Todeskunst zugerechnet. Tilo Wolff distanzierte sich allerdings bereits 1993 von dieser Zuordnung und verwies unter anderem auf den Einsatz von Heavy-Metal-Gitarren, die für Dark Wave unüblich seien.[19]

„Ich kann mit den Musikern oder Gruppen, die sich zur Neuen Deutschen Todeskunst zählen, nichts anfangen. Die einzige Parallele, die ich zu diesen Gruppen ziehen kann, ist die Verwendung deutscher Texte.“

– Tilo Wolff, März 1994[20]

Ab Inferno (1995) vollzog sich der Wandel hin zu Symphonic Metal: Rockige und metal-lastige E-Gitarrenstücke verbanden sich zunehmend mit klassischen Elementen und Orchesterarrangements. Stille (1997) vertiefte diese Synthese mit Chorpassagen und detaillierten Orchesterarrangements, etwa im viertelstündigen Stück Die Straße der Zeit.

Mit Elodia (1999), Fassade (2001) und Echos (2003) erreichte Lacrimosa eine orchestrale Hochphase. Lacrimosa arbeiteten hierfür mit dem London Symphony Orchestra und dem Deutschen Filmorchester Babelsberg zusammen. In dieser Phase verschwammen die Grenzen zwischen Klassik und Metal zunehmend – etwa wenn liturgische Texte wie das