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KMRU

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KMRU (2021)

KMRU (* 1997 in Nairobi) ist das Pseudonym des kenianischen Klangkünstlers und Musikproduzenten Joseph Kamaru.[1]

Kamaru wuchs in Nairobis Wohnsiedlung Kariokor Flats nahe lauter Kleinbusse auf.[2] Sein gleichnamiger Großvater Joseph Kamaru war Benga- und Gospelmusiker, dessen Lieder auch politische Themen aufgriffen.[3] Als Kind sang er im Chor und spielte Gitarre; in der Schule eignete er sich mit Mitschülern die Musiksoftware FL Studio an.[2] Er studierte Musiktechnologie an der Kenyatta University.[2] Während einer Zugfahrt von Nairobi an die Küste nahm er 2017 Zuggeräusche auf und verarbeitete sie zu Stücken seiner EP EAST.[2] Ab 2018 trat er beim ugandischen Festival Nyege Nyege auf, 2019 erstmals in Europa beim Berliner CTM-Festival.[2] Er zog 2020 zum Studium der Klangkunst an die Universität der Künste nach Berlin.[2]

Musik und Klangkunst

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Das im April 2020 in Nairobi aufgenommene Album Peel erschien im Juli bei Editions Mego und wurde zu seinem Durchbruch.[4] Charakteristisch für seine Kompositionen sind Umweltgeräusche, die er elektronisch bearbeitet und zu ausgedehnten Klangflächen verdichtet.[5] Für Dissolution Grip (2023), die erste Veröffentlichung auf seinem eigenen Label OFNOT, wandelte er Feldaufnahmen in Bilder um, die ihm als grafische Partituren für neue Klänge dienten.[5] Auf Natur (2024) verschränkte er elektromagnetisch erzeugte Störgeräusche mit Vogelstimmen und anderen Umweltklängen.[6] Im selben Jahr veröffentlichte er mit Kevin Richard Martin, bekannt als The Bug, das Album Disconnect.[7] Seine Musik und Klangkunst präsentierte er bei CTM, Dekmantel und Unsound sowie im Londoner Barbican.[7] Mit Kin (2026) kehrte er zu Editions Mego zurück; die Arbeit hatte 2021 begonnen und war nach dem Tod des Labelgründers Peter Rehberg zeitweise unterbrochen worden.[4] Das Album setzt verstärkt auf verzerrte Klangschichten und enthält mit Blurred eine Zusammenarbeit mit Fennesz.[4] Für das 2025 entstandene Hörstück Mikoko, das 2026 im Programm von Deutschlandfunk Kultur lief, nahm er auf der kenianischen Insel Lamu Geräusche aus Mangrovenwäldern auf, die durch die Klimakrise bedroht sind.[1]

Hörspiele (Auswahl)

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Als Joseph Kamaru:

  • 2022: Temporary Stored. Klang als Raubkunst (Autor, Komposition, Realisation und Produktion) (Ars acustica – Erstsendung bei Deutschlandfunk Kultur)
  • 2022: Kurzstrecke 128 – Hörspielpreis max15 (2. Teil) (Autor und Realisation) (Ars acustica, Original-Hörspiel, Kurzhörspiel –Joseph Kamaru/Deutschlandfunk Kultur (Deutschlandradio))
  • 2022: Joseph Kamaru, Mariana Carvalho, Varoujan Chetirian, Zach Hart: Tell us where you are listening from – Realisation: Joseph Kamaru, Mariana Carvalho, Varoujan Chetirian, Zach Hart (Originalhörspiel, Kurzhörspiel – Erstsendung bei Deutschlandfunk Kultur)
  • 2026: Mikoko (Autor und Realisation) (Ars acustica – Deutschlandfunk (Deutschlandradio))

Quelle: ARD-Hörspieldatenbank

Seit dem Tod seines Großvaters im Jahr 2018 digitalisiert Kamaru dessen Musik und macht ältere Aufnahmen wieder zugänglich.[3] Für die 17 Titel umfassende Retrospektive Heavy Combination (1966–2007) digitalisierte er historische Tonträger aus dem Familienarchiv, deren Aufnahmen in Berlin neu gemastert wurden.[3] Bis 2026 waren zwei von ihm mitgestaltete Zusammenstellungen mit Musik seines Großvaters erschienen.[8] Seine Archivarbeit befasst sich auch damit, wie afrikanische Klangüberlieferungen außerhalb europäischer Deutungsmuster zugänglich werden können.[7] Für Temporary Stored nutzte er historische Tonaufnahmen des Königlichen Museums für Zentral-Afrika und setzte sich mit der kolonial geprägten Archivierung von Klängen auseinander.[9] Für dieses Werk erhielt er 2023 beim Prix Ars Electronica eine Anerkennung in der Kategorie Digital Musics & Sound Art.[9]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Programm: Freitag, 27. Februar 2026. In: Deutschlandfunk Kultur. 27. Februar 2026, abgerufen am 20. September 2026.
  2. 1 2 3 4 5 6 Meet KMRU, the Ambient Musician With His Ear to the World. In: Pitchfork. 27. April 2021, abgerufen am 20. September 2026 (englisch).
  3. 1 2 3 Digitizing Benga's King — KMRU on the Archival Weight of Joseph Kamaru. In: The Tonearm. 13. Februar 2026, abgerufen am 20. September 2026 (englisch).
  4. 1 2 3 KMRU: Kin Album Review. In: Pitchfork. 21. Februar 2026, abgerufen am 20. September 2026 (englisch).
  5. 1 2 KMRU: Dissolution Grip Album Review. In: Pitchfork. 4. Oktober 2023, abgerufen am 20. September 2026 (englisch).
  6. ↑ KMRU – Natur. In: The Quietus. 26. Juli 2024, abgerufen am 20. September 2026 (englisch).
  7. 1 2 3 EX.723 KMRU. In: Resident Advisor. 25. Juli 2024, abgerufen am 20. September 2026 (englisch).
  8. ↑ Afrikas Sound für die Welt: Anerkennung auf globaler Bühne. In: die tageszeitung. 20. September 2026, abgerufen am 20. September 2026.
  9. 1 2 Temporary Stored. In: Ars Electronica. Abgerufen am 20. September 2026.