Zum Inhalt springen

Japanischer Wasserstein

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Zwei japanische Wassersteine

Ein japanischer Wasserstein (jap. ç „çŸł, Toishi, dt. „Schleifstein“; der Naturwasserstein heißt tennen toishi, ć€©ç„¶ç „çŸł) ist ein Schleifstein aus Japan.

Im Gegensatz zu WetzstÀhlen, die (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nur den Grat einer Klinge aufrichten bzw. entfernen, dienen Wassersteine dem Materialabtrag. Die Abtragsmenge ist wesentlich von der Körnung der Steine abhÀngig.

Das SchĂ€rfen von Hand auf diesen „Banksteinen“ unter Verwendung von Wasser bietet die Vorteile der freien Wahl des Anschliffwinkels und verhindert ein nachteiliges Erhitzen der Klinge, wie es bei rotierenden Schleifsteinen möglich ist.

Arten von Wassersteinen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Ein japanischer Natur-Wasserstein vom Typ Iyo Meito mit Holzmaserung („Mokume“) aus dem Miwotsukushi-Hime-Steinbruch in der PrĂ€fektur Ehime

Kamen frĂŒher fast ausschließlich Natursteine zum Einsatz, werden heute zunehmend synthetische Steine verwendet. Sie sind kostengĂŒnstiger und relativ pflegeleicht. Dazu kommt, dass die SteinbrĂŒche fĂŒr gute natĂŒrliche Steine weitestgehend ausgebeutet sind.

Man unterscheidet die Steine nach ihrer KorngrĂ¶ĂŸe: Schruppsteine fĂŒr Formgebung und Ausschleifen von AusbrĂŒchen und Scharten haben eine Körnung von ca. 80–220, SchĂ€rfsteine 800–2000 und Poliersteine 3000–12000. DarĂŒber hinaus werden Kombinationssteine angeboten, die verschiedene Körnungen aufweisen.

Die Körnungen werden ĂŒblicherweise nach der JIS-Skala unterteilt und unterscheiden sich dadurch von der in Europa ĂŒblichen FEPA-Skala.

Ein weiteres Kriterium ist die Bindung der Schleifpartikel. Je nach zu schleifender Klinge, persönlichen WĂŒnschen und Gewohnheiten kann diese weicher oder hĂ€rter sein. Weiche Bindungen schleifen aggressiver, sind aber recht empfindlich ("in den Stein schneiden") und brauchen mehr Pflege.

Die Schleifpartikel sind ĂŒblicherweise Siliziumkarbid, Metalloxide, Carbide und Nitride in unterschiedlicher Zusammensetzung.

Einige Steine verlangen ein Vollsaugen mit Wasser, um eine ausreichende KĂŒhlung und SpĂŒlung sicherzustellen. Andere dagegen werden nur oberflĂ€chlich angefeuchtet.

Der eigentliche Schleifvorgang kann je nach persönlicher Vorliebe unterschiedlich gestaltet werden. Hierzu gibt es ausreichende VorschlÀge auf spezialisierten Websites. Der Anschliffwinkel ist bei japanischen Klingen meist sehr klein (in der Regel 15° bis 20°).

Pflege des Steins

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein bisher ungebrauchter Stein sollte vor der ersten Verwendung „geöffnet“ werden.

Dies geschieht auf die gleiche Weise, wie das regelmĂ€ĂŸige "Abrichten". Das Abrichten wird notwendig, wenn ein Stein durch hĂ€ufigen Gebrauch hohl ausgeschliffen wird. Es geschieht durch Abschleifen des Steines auf einer Keramikplatte unter Verwendung von Siliziumkarbidpulver und Wasser.

WĂ€hrend des Gebrauchs kann der Stein mit einem kleinen und weichen Stein ("Nagura", Aufreiber) "gereinigt" werden.

Nach Gebrauch muss der Stein sorgfĂ€ltig unter fließendem Wasser abgespĂŒlt werden. Das Abwischen mit Textil- oder PapiertĂŒchern ist nicht zu empfehlen, da Materialfasern am Stein verbleiben. Ebenso ist ein schnelles Trocknen, zum Beispiel auf einem Heizkörper, zu vermeiden.

Commons: Japanische Wassersteine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien