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Infernot

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Die Infernot (italienisch: Infernotto) sind kleine, unterirdische Weinkeller im Monferrato, Piemont. Im Infernot hĂ€lt sich in der Dunkelheit und natĂŒrlichen BelĂŒftung die Temperatur und Luftfeuchtigkeit das ganze Jahr ĂŒber konstant. Sie eignen sich daher gut fĂŒr die optimale Lagerung der Weinflaschen. Diese in Sandsteinfelsen oder Tuffstein gehauenen Keller sind eine Besonderheit in der Region Monferrato, die seit 2014, zusammen mit den Regionen Langhe und Roero zum UNESCO-Welterbe Weinbaulandschaft Piemont: Langhe-Roero und Monferrato zĂ€hlen.[1]

Infernot
Ein Mehrkammer-Infernot

Die Infernoten wurden fast alle von Bauern oder Steinbrucharbeitern mit empirischen FĂ€higkeiten und nach praktischen Erfordernissen erbaut. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Keller in PrivathĂ€usern errichtet. Es gibt aber auch vereinzelt Ă€ltere Infernots. Die Ausgrabungen fanden wĂ€hrend der Wintersaison statt, wenn die Bauern und Winzer keine landwirtschaftlichen TĂ€tigkeiten ausĂŒbten. Diese Arbeit beanspruchte zwei oder drei Jahre Arbeit. Die als Infernot bekannten GebĂ€ude sind eng mit der jahrhundertealten Geschichte des Weinbaus im Piemont verbunden und befinden sich daher in den hĂŒgeligen Gebieten dieser Region, in denen intensiv Wein angebaut wird. HauptsĂ€chlich ist das Untere Monferrato Casalese-Gebiet das Zentrum dieser Art von Keller.

Das lokal verbreitete italienische Wort „Infernotto“ leitet sich vom piemontesischen infernĂČo ab, das entfernt mit dem antiken provenzalischen in Verbindung gebracht werden kann, einem Ausdruck, der ein enges GefĂ€ngnis bezeichnet. In der Fachliteratur bis zum 19. Jahrhundert zeigt die Verwendung des Wortes mit der ein kleiner, dem Keller zugrunde liegender Raum bezeichnet.

Ein gemeinsames Merkmal von Kellern und Höhlen ist der Mangel an Licht und direkte BelĂŒftung. Der Infernot unterscheidet sich jedoch vom eigentlichen Keller, im Vergleich zu dem er im Allgemeinen eine niedrigere Position einnimmt und eine untergeordnete Funktion ausĂŒbt, die sich auf die Lagerung des in Flaschen abgefĂŒllten Weins konzentriert. Allerdings gibt es in Turin und im Canavese-Gebiet noch Ă€hnliche Infernot, die sich aber in Herkunft und Bauweise unterscheiden.

Es gibt baulichen Unterschiede in der Raumaufteilung, wie Keller mit kleinen Einzelzimmern, Mehrzimmern oder Fluren mit mehreren Zimmern. Auch die Lage unter dem Keller und dem Haus oder unter einem öffentlichen Raum, wie einer Straße oder einem Platz, sind variierende Merkmale. Meist liegt die durchschnittliche GrĂ¶ĂŸe einer Einzelzimmerstruktur zwischen 5 und 9 mÂČ. In AusnahmefĂ€llen erreichen Mehrzimmer-Infernots eine GrĂ¶ĂŸe von 1 bis 20 mÂČ. Es wird geschĂ€tzt, dass im Gebiet Monferrato 100 Infernots bestehen.[2]

Es gibt in 14 Gemeinden öffentlich zugĂ€ngliche Infernots. Diese Bauwerke sind im Rahmen einer FĂŒhrung zu besichtigen. Es ist auch möglich, die öffentlichen stĂ€dtischen Infernots von Terruggia und Vignale Monferrato zu besuchen. Auch in den Gemeinden Rosignano Monferrato, Cella Monte, Frassinello Monferrato, Camagna Monferrato, Sala Monferrato, Ottiglio, Ozzano Monferrato, Treville, Grazzano Badoglio, Olivola und Fubine können solche besichtigt werden.[3]

Commons: Infernotto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ UNESCO Weinbaulandschaft Piemont: Langhe-Roero und Monferrato, auf whc.unesco.org (englisch, französisch)
  2. ↑ Infernot: Monferrato-Underground. Baulicher Aufbau, auf sonoitalia.de (deutsch).
  3. ↑ Öffentlich zugĂ€ngliche Infernots, auf ecomuseopietrantoni.it