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Hellweg

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Die BrĂŒcke ĂŒber den Heubach an der „Großen TeichsmĂŒhle“ in HausdĂŒlmen ist Teil des Sythener Hellwegs

Als Hellweg bezeichnete man im Mittelalter eine große Via Regia oder Heerstraße oder eine wichtige Durchgangsstraße fĂŒr den Fernhandel, welche in der Breite einer LanzenlĂ€nge von etwa drei Metern dauerhaft von Bewuchs freigehalten werden musste. Wird in der Literatur ohne nĂ€here Bestimmung „Hellweg“ erwĂ€hnt, ist in der Regel der WestfĂ€lische Hellweg gemeint.[1]

Laut der Deutschen Mythologie (1835) von Jacob Grimm stammt der Ă€lteste Beleg fĂŒr das Vorkommen des Worts aus althochdeutscher Zeit: In einer Urkunde aus dem Jahr 890 heißt es helvius sive strata publica, also „Hellweg oder öffentliche Straße“.[2] In mittelhochdeutscher Zeit tauchen die Wortformen helwech, helweg, heelwech, hilewech auf.[3] Das Deutsche Wörterbuch der BrĂŒder Grimm unterscheidet bei Hellweg zwei Bedeutungen. Zum einen wird die Bedeutung „Landstraße, Heerweg, in Westfalen“ angefĂŒhrt und hierzu folgende Wortherkunft: UrsprĂŒnglich sei es der Weg gewesen, „auf dem die Leichen gefahren wurden“[4] (mit Verweis auf die genaueren Angaben in Jacob Grimms Werk Deutsche Mythologie).[2] So auch bei Wolfgang Golther, der in seinem Handbuch der germanischen Mythologie im Abschnitt ĂŒber die Totengöttin Hel schrieb: „Helvegr ist der Weg zur Unterwelt, dem der westfĂ€lische Hellweg, Totenweg entspricht.“[5] Unklar bleibt, warum der Hellweg als Totenweg benannt worden sein soll. Das Reallexikon der Germanischen Altertumskunde stuft die Interpretation als „Totenweg“, ebenso wie jede andere Deutung des Namens, vorsichtig als Hypothese ein.[3]

Als zweite Bedeutung von Hellweg wird in Grimms Wörterbuch genannt: „ein auf der Seite abhĂ€ngig [= abfallend, geneigt] gemachter Weg, damit das Wasser ablaufen könne“. In diesem Fall sei Hellweg eine Variante von Heldweg und verwandt mit dem alten Verb hĂ€lden, helden (= ‚geneigt machen, geneigt sein‘).[6] Grimms Wörterbuch verweist hier auf Adelung, in dessen Grammatisch-kritischem Wörterbuch der hochdeutschen Mundart sehr Ă€hnliche Angaben zu finden sind.[7] Das Reallexikon der Germanischen Altertumskunde erwĂ€hnt diese Namensdeutung nicht einmal.[3] Hingegen wird sie vom Onomastiker JĂŒrgen Udolph favorisiert.[8]

Der westfÀlische Hellweg

Auf dem WestfĂ€lischen Hellweg wurde unter anderem Salz transportiert, das in einigen Gegenden entlang dieses Wegs gewonnen wurde. Deshalb wurde der Name Hellweg gelegentlich als „Salzweg“ interpretiert, zumal zahlreiche Orte, an denen Salz gewonnen wurde, Ă€hnlich benannt worden sind (siehe dazu Hall (Ortsname)). Das Reallexikon der Germanischen Altertumskunde weist diese Vermutung zurĂŒck und ordnet sie als nachtrĂ€gliche volksetymologische Deutung ein.[3] Auch JĂŒrgen Udolph hĂ€lt die Deutung als „Salzweg“ fĂŒr einen Irrtum.[8]

Eine weitere Deutung, nach der Hellweg so viel wie „heller, lichter Weg“ bedeutet, wirkt plausibel, wenn man sich den Verlauf eines vergleichsweise breiten Hellweges durch ein Waldgebiet vorstellt. Sie wurde im Mittelniederdeutschen Handwörterbuch von Karl Schiller und August LĂŒbben (1876) sowie in heimatkundlicher Literatur aufgegriffen. Das Reallexikon der Germanischen Altertumskunde weist auch diese Deutung als unzutreffend und volksetymologisch zurĂŒck. In althochdeutscher Zeit, als die Bezeichnung Hellweg entstand, wurden mit hel nĂ€mlich nur akustische EindrĂŒcke bezeichnet (vgl. noch heute hell klingen, verwandt mit Hall und hallen), aber noch keine optische Helligkeit.[3]

Bekannte Hellwege (Auswahl)

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ArchÀologie

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Entlang des Hellweges entdeckt die ArchĂ€ologie Spuren, die auf Ansiedlungen seit vorgeschichtlicher Zeit hinweisen, etwa die archĂ€ologischen FundplĂ€tze in Duisburg und Dortmund: Duisburg war wĂ€hrend der Merowinger- und Karolingerzeit dicht besiedelt. Die frĂ€nkische Siedlungszeit fĂŒr das fĂŒnfte bis achte Jahrhundert ist im heutigen rechtsrheinischen Stadtgebiet rechts des Rheins mit zehn großen frĂ€nkischen GrĂ€berfeldern sicher nachgewiesen. In Dortmunds heutigem Stadtgebiet lag am Hellweg eine umfangreiche jungsteinzeitlichen Siedlung, die auch in der Bronzezeit als Siedlung genutzt wurde.[10] Zu nennen sind auch der Dortmunder Goldschatz mit 444 spĂ€trömischen GoldmĂŒnzen[11] sowie ein frĂ€nkisches GrĂ€berfeld des sechsten Jahrhunderts in Dortmund-Wickede mit etwa 90 GrĂ€bern. Zum anderen wurde in den Orten Unna, Werl und Soest am Hellweg bis in vorgeschichtliche Zeit Salzgewinnung nachgewiesen.[12]

Commons: Hellweg – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise

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  1. ↑ Ferdinand Seibt, Ulrich Borsdorf, Heinrich Theodor GrĂŒtter (Hrsg.): Transit BrĂŒgge–Novgorod. Eine Straße durch die europĂ€ische Geschichte. Ausstellungskatalog. Übers. von Christian Beck. Pomp, Bottrop/Essen 1997, ISBN 3-89355-148-4.
  2. 1 2 Jacob Grimm: Deutsche Mythologie. Dieterichsche Buchhandlung, Göttingen 1835, Kapitel 25 (projekt-gutenberg.org).
  3. 1 2 3 4 5 Hellweg. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. 2. Auflage. Band 14. de Gruyter 1999, S. 313–315 (Scan in der Google-Buchsuche).
  4. ↑ Hellweg, 1.). In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 10: H, I, J – (IV, 2. Abteilung). S. Hirzel, Leipzig 1877, Sp. 976 (woerterbuchnetz.de).
  5. ↑ Wolfgang Golther: Handbuch der germanischen Mythologie. Leipzig 1895, S. 471 (Textarchiv – Internet Archive).
  6. ↑ Hellweg, 2.). In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 10: H, I, J – (IV, 2. Abteilung). S. Hirzel, Leipzig 1877, Sp. 976 (