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Hartwig Pohlmann

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Hartwig Pohlmann, auch Pohlman (* 1898; † 1989) war ein deutscher Offizier der Wehrmacht und Bundeswehr, zuletzt Oberst d. R. und Autor militĂ€rhistorischer Schriften.

Hartwig Pohlmann war in der Wehrmacht von 1939 bis Februar 1940 Erster Generalstabsoffizier der 31. Infanterie-Division.

FĂŒr den Fall der DurchfĂŒhrung der Operation WeserĂŒbung sollte der General des XXI. Armeekorps, General Nikolaus von Falkenhorst, das Kommando ĂŒbernehmen. Ende Februar 1940 wurde die Gruppe XXI gebildet und dem OKW unmittelbar unterstellt. Pohlmann wurde als Oberstleutnant Operationsoffizier (Ia) der Gruppe XXI.

Am 6. April 1940 besprach Oskar Schlitter mit Ernst von WeizsĂ€cker, Friedrich Gaus, dem frĂŒheren Offizier der Abwehr, Kurt Himer, Hermann Böhme (Oberstleutnant im OKW, Bereich Landesverteidigung), Pohlmann sowie zwei weiteren Beamten des AuswĂ€rtigen Amtes in Berlin die diplomatischen Schritte zur Verschleierung der deutschen Okkupation DĂ€nemarks und Norwegens. Himer und Pohlmann wurden als UnterstĂŒtzung fĂŒr den Missionschef, der deutsche Gesandte in Oslo Curt BrĂ€uer, und der deutsche Gesandte in Kopenhagen CĂ©cil von Renthe-Fink ausgewĂ€hlt. In dieser Funktion reisten beide zivil nach Kopenhagen und Oslo. Ihre Uniformen waren im DiplomatengepĂ€ck Schlitters versteckt.[1] In Oslo ĂŒbergab Pohlmann mehrere Anweisungen, wonach der fĂŒr Schweden zustĂ€ndige, aber in Oslo weilende MilitĂ€rattachĂ© Bruno von Uthmann sofort Norwegen zu verlassen hatte.[2] Der fĂŒr Norwegen verantwortliche LuftattachĂ© Eberhard Spiller sollte sich am kommenden Tag einer deutschen Luftlandeeinheit anschließen, die den Auftrag hatte, den norwegischen König in Gewahrsam zu nehmen[3], und der MarineattachĂ© Richard Schreiber wurde zur Einweisung des Leiters der deutschen Gesandtschaft in die konkreten militĂ€rischen Schritte um 23.00 Uhr in der diplomatischen Mission erwartet. Zu diesem Zeitpunkt unterwies Pohlmann, im Beisein des Missionschefs BrĂ€uer, die Anwesenden in den konkreten Ablauf der militĂ€rischen Besetzung Norwegens und ĂŒbergab das von ihm mitgefĂŒhrte versiegelte „Deutsche Memorandum“,[4] Das Memorandum wurde entsiegelt und die Vorgehensweise fĂŒr den kommenden Tag anhand der beigefĂŒgten Instruktionen (Weisung)[5] besprochen.

Es folgten sein Einsatz an der Westfront und auf dem Balkan. SpÀter kam er an die Ostfront. Er war Kommandeur des Grenadier-Regiments 284 bei der 96. Infanterie-Division, welche an der Wolchow-Front kÀmpfte.

Als Festungskommandant Gironde Nord (Royan) hatte er als Oberst bereits vor dem OKW-Befehl vom 22. September 1944 die FFI als Kombattanten anerkannt. Pohlmann wurde als Nachfolger fĂŒr den erkrankten Generalmajor Fritz Meyer Festungskommandant Gironde SĂŒd vorgesehen. In der Folge suchte er die französischen Belagerer der Festung von einem Angriff abzuhalten. Er fĂŒhrte die unversehrten Hafenanlagen als Argument an. Obwohl die Sprengung des Seebahnhofs von Le Verdon bereits durch den Oberbefehlshaber West und die Kriegsmarine befohlen worden war, brachte Pohlmann diesen noch als Argument der französischen Seite gegenĂŒber an, die Festung nicht anzugreifen.[6] Die Franzosen lehnten ab und Pohlmann, wie auch sein VorgĂ€nger, Meyer, wurde vom OKW daraufhin nach Deutschland beordert.[6] Er wurde vor ein Kriegsgericht gestellt, aber freigesprochen,[7] und kam in die FĂŒhrerreserve. FregattenkapitĂ€n Georg von Berger ĂŒbernahm fĂŒr kurze Zeit und in Vertretung die Festungskommendantur Gironde SĂŒd. Am 17. November 1944 wurden die Hafenanlagen und der Seebahnhof von Le Verdon gesprengt.[6]

Nach dem Krieg trat er der Bundeswehr bei und veröffentlichte eine Vielzahl von Kriegsberichten, u. a. im Alte Kameraden.

2016 wird Pohlmann im Film The King’s Choice – Angriff auf Norwegen von Andreas Lust verkörpert.

Werke (Auswahl)

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  • Die Kaiserliche Schutztruppe fĂŒr Deutsch-SĂŒdwestafrika. Schweiger&Pick, 1955.
  • Winterschlacht am Ladoga-See 1943. In: Alte Kameraden, 1, 1956, S. 9–10.
  • Geschichte der 96. Infanterie-Division 1939–1945. Podzun, 1959.
  • Die Festung Gironde Nord (Royan) 1944/45. In: Feldgrau, 1959, diverse Seiten; Feldgrau 1960, diverse Seiten
  • Tradition und Bundeswehr. Aus der Sicht eines alten Wehrmachts- und neuen Bundeswehr-Offiziers. In: Alte Kameraden, 9. Jahrgang, 1961, Heft 10, S. 10 ff.
  • Wolchow–900 Tage Kampf um Leningrad, 1941–1944. Podzun, 1962.
  • Korpsmanöver „Widder“ im November 1963. In: Wehrkunde, 1, 1964.
  • Die Festungen an der GirondemĂŒndung 1944/45. In: Deutsches Soldatenjahrbuch, 1979, S. 214–226.

Einzelnachweise

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  1. ↑ F. Ziemke: The German Northern Theater of Operations 1940-1945. Brill Archive, S. 39.
  2. ↑ Daniel R. Roth, Bruno von Uthmann, in: Hitlers BrĂŒckenkopf in Schweden, die deutsche Gesandtschaft in Stockholm, List Verlag Berlin/MĂŒnster 2009, S. 355f.
  3. ↑ Alf R. Jacobsen, die Nr des Königs, Vega Verlag, S. 26 ff.
  4. ↑ Deutsches Memorandum, der norwegischen Regierung durch den deutschen BevollmĂ€chtigten am 9. April 1940 ĂŒberreicht, in: Walther Hubatsch, „WeserĂŒbung“, Musterschmidt Verlag Göttingen 1960, S. 509 ff.
  5. ↑ Weisung des Reichsaussenministers zu dem Memorandum, dass der norwegischen Regierung zu ĂŒberreichen ist, in: Politisches Archiv des AuswĂ€rtigen Amtes, U.St.S. 44, Skandinavienaktion I
  6. 1 2 3 Lars Hellwinkel: Hitlers Tor zum Atlantik: die deutschen MarinestĂŒtzpunkte in Frankreich 1940-1945. Ch. Links Verlag, 2012, ISBN 978-3-86153-672-7, S. 167.
  7. ↑ Peter Lieb: Konventioneller Krieg oder NS-Weltanschauungskrieg?: KriegfĂŒhrung und PartisanenbekĂ€mpfung in Frankreich 1943/44. Walter de Gruyter, 2012, ISBN 978-3-486-70741-0, S. 491.