Hans Aron
Hans Aron (geboren 19. August 1881 in Berlin; gestorben 11. Dezember 1958 in Chicago) war ein deutscher Arzt.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Er war der Sohn von Jacques Aron aus Berlin. Nach dem Besuch des Friedrichwerderschen Gymnasiums und des Gymnasiums in Berlin-Lichterfelde nahm Hans Aron 1899 ein Chemiestudium an der UniversitĂ€t MĂŒnchen auf, das er 1903 an der UniversitĂ€t Berlin durch die Promotion zum Dr. phil. abschloss. AnschlieĂend blieb er an der UniversitĂ€t in Berlin und studierte dort fĂŒnf Jahre Medizin. In dieser Zeit arbeitete er von 1905 bis 1907 als Assistent am Tierphysiologischen Institut der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin. 1908 promovierte er zum Dr. med. und erhielt 1911 die Approbation.
Im Auftrag der US-Regierung wurde Hans Aron einige Jahre nach Manila als Professor an die Philippine Medical School berufen. 1912 kehrte er in das Deutsche Reich zurĂŒck und ging als Laborleiter an die UniversitĂ€tskinderklinik in Breslau. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges erhielt er seine Einberufung zum MilitĂ€r. Die wenige Freizeit nutzte er, um an seiner Habilitation zu arbeiten, die er 1917 in Breslau erfolgreich verteidigte. 1919 grĂŒndete er die Kinderabteilung am JĂŒdischen Krankenhaus in Breslau, deren Leitung er bis 1935 ĂŒbernahm. Gleichzeitig war er auch als Sportarzt tĂ€tig.
Im Jahre 1920 erfolgte seine Ernennung zum nichtbeamteten auĂerordentlichen Professor fĂŒr Kinder-Heilkunde an der UniversitĂ€t Breslau. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlor Aron als Jude Ende 1935 die Lehrbefugnis. 1938 emigrierte er mit seiner Familie in die USA. Dort erwarb er 1939 die Medical License und praktizierte am Childrenâs Memorial Hospital in Chicago als Kinder- und Sportarzt.
Familie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Er heiratete Julie geborene Cohn, Tochter eines Amtsgerichtsrates, die ebenfalls zwischen 1914 und 1938 als KinderÀrztin in Breslau tÀtig war.[1]
Veröffentlichungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seine Forschungsthemen waren u. a. Wachstumsstörungen und NĂ€hrschĂ€den bei Kindern, ĂŒber die er mehrfach publizierte.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Herrmann A. L. Degener: Degeners Wer istâs? Berlin 1935, S. 37.
- Michael GrĂŒttner, Ausgegrenzt: Entlassungen an den deutschen UniversitĂ€ten im Nationalsozialismus. Biogramme und kollektivbiografische Analyse, de Gruyter, Berlin/Boston 2023, ISBN 978-3-11-123678-0, S. 44.
- Eduard Seidler: JĂŒdische KinderĂ€rzte 1933â1945: entrechtet / geflohen / ermordet, erw. Neuauflage, Freiburg 2007, ISBN 978-3-8055-8284-1, S. 210 f.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Aron, Hans |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Arzt |
| GEBURTSDATUM | 19. August 1881 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 11. Dezember 1958 |
| STERBEORT | Chicago |