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Giftbude

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
SchleimĂŒnde von See aus: Leuchtturm, Sportboothafen mit „Giftbude“, Lotsenhaus

Giftbude ist eine altmodische Bezeichnung fĂŒr GaststĂ€tten an der deutschen Nord- und OstseekĂŒste.[1]

Die Bezeichnung Giftbude bezieht sich auf das althochdeutsche Wort gift (Gabe, Geben), das sich auch im englischen gift (Geschenk) erhalten hat. Das im zweiten Teil des Wortes stehende Wort Bude bezeichnet eine HĂŒtte oder ein kleines Haus und geht auf das mittelhochdeutsche Wort buode zurĂŒck. Eine Giftbude ist also eine StĂ€tte, wo man etwas erhĂ€lt.

Um 1900 erlebte das Wort Bude einen regelrechten Boom als Modewort. In der Umgangssprache steht der Ausdruck allgemein fĂŒr billige kleine Wohnungen oder GeschĂ€fte und LĂ€den. Beispiele sind Studentenbude, Jahrmarktbude oder Baubude.

In diese Zeit fĂ€llt auch das Entstehen des Fremdenverkehrs an der deutschen Nord- und OstseekĂŒste. In vielen der neu entstehenden StrandbĂ€dern gehört eine Giftbude zu den ersten touristischen Infrastrukturmaßnahmen. Die Giftbude ist meist eine einfache HolzhĂŒtte, die den StrandgĂ€sten wĂ€hrend der Fremdenverkehrssaison zur Versorgung mit Lebensmitteln und GetrĂ€nken dient.

  • Nicoletta Adams, DuMont Reise-Taschenbuch ReisefĂŒhrer OstseekĂŒste Schleswig-Holstein, S. 125, SchleimĂŒnde
  • Die Grenzboten: Zeitschrift fĂŒr Politik, Literatur und Kunst 1872, Band 4, S. 186

Einzelnachweise

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  1. ↑ Wilhelmshavener Heimatlexikon, Brune-Verlag, Wilhelmshaven 1986–1987, Band I, Seite 383.