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GeldKarte

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Die GeldKarte war eine elektronische Geldbörse in Deutschland, die von 1996 bis 2024 angeboten wurde. Die Guthabenkarte wurde von beteiligten Kreditinstituten und Banken ausgegeben. Dabei ĂŒbernahm die EURO Kartensysteme GmbH (EKS) mit Sitz in Frankfurt am Main, ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Kreditwirtschaft (DK), die zentralen Aufgaben des Systems im gemeinsamen Interesse der deutschen Banken und Sparkassen.

Die GeldKarte litt unter einer schwachen Akzeptanz und wurde schließlich durch das kontaktlose Bezahlen völlig verdrĂ€ngt. Eine Reihe von Kreditinstituten und Handelspartnern gaben ab 2014 ihren Ausstieg aus dem System bekannt. Seit 2020 wurden keine neuen Karten mit der Funktion mehr ausgegeben, 2022 wurde die Einstellung des Systems zum Ende 2024 beschlossen, als die letzten ausgegebenen Karten abliefen.[1][2][3] Eine Auszahlung des Guthabens war bis 31. MĂ€rz 2025 möglich.

Als elektronische Geldbörse ermöglichte die Geldkarte bargeldlose Offline-Zahlungen ohne Benutzeridentifizierung (ohne PIN-PrĂŒfung und ohne Unterschrift) von kleinen GeldbetrĂ€gen. Die Bezahlung erfolgte dabei mit einem vorbezahlten Guthaben, welches auf einer Chipkarte („Geldkarte“) gespeichert war. Der Maximalbetrag, der auf eine Geldkarte geladen werden konnte, betrug 200 Euro. GrundsĂ€tzlich gab es zwei Arten von Geldkarten, die sich in der Handhabung vor allem beim Ladevorgang unterschieden:

  • Girokonto-bezogene Geldkarte: Die Girokonto-bezogene Geldkarte war eine normale girocard mit Geldkartenchip und -funktion. Sie konnte an vielen Geldautomaten und an separaten Ladeterminals bis maximal 200 Euro aufgeladen werden. Das zugehörige Girokonto wurde dabei mit dem gewĂ€hlten Betrag belastet.
  • White Card, kontoungebundene Geldkarte: Die White Card war eine Chipkarte im Standard-Scheckkartenformat, die nur die Geldkarten-Funktion beinhaltete. Die Karte konnte gegen Bargeld am Bankschalter aufgeladen werden. Es existierten Ladeterminals mit zwei Kartenschlitzen, an denen eine White Card gegen eine girocard aufgeladen werden konnte. Beim Aufladen wurde ĂŒber die girocard vom Girokonto wie bei einem Geldautomaten verfĂŒgt; das Geld wurde nicht bar ausgegeben, sondern auf den Geldkartenchip der White Card geladen.

Beide Arten von Geldkarten konnten zudem ĂŒber das Internet aufgeladen werden.

Benutzungsmuster

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Der erste Feldversuch fand 1996 in Ravensburg statt. Trotz großer Werbeanstrengungen zeichnete sich bereits damals eine geringe Akzeptanz des Systems bei HĂ€ndlern wie bei Kunden ab. Die Bestrebungen waren auf das „falsche“ Segment (den Einzelhandel) konzentriert. Obwohl Kundenkarten und EC-Karten der Banken und Sparkassen den Geldkartenchip hĂ€ufig bereits enthalten und damit im Jahr 2006 etwa 64 Mio. Geldkarten ausgegeben waren, wurden in der Vergangenheit nur 15 % genutzt. Die Zigarettenautomatenregelung bescherte dem System jedoch großen Zulauf. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der BezahlvorgĂ€nge im Jahr 2007 um 25 % und der Umsatz steigerte sich um ĂŒber 40 %. Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) von 2018 sind hingegen nur 0,75 % der ausgegebenen Geldkarten aktiv genutzt worden.[4]

Am hĂ€ufigsten wurde die Geldkarte beim Bezahlen an Automaten fĂŒr Fahrkarten, Parkscheine und zur AltersĂŒberprĂŒfung an Zigarettenautomaten genutzt. Der Hauptgrund ist, dass bei der Bezahlung mit MĂŒnzgeld fĂŒr die Wartung, Sicherheit und insbesondere das Leeren der MĂŒnzschĂ€chte und ZĂ€hlen der Einnahmen hohe Kosten anfallen. Zudem ist die EchtheitsprĂŒfung von Bargeld vergleichsweise fehleranfĂ€llig. Das Risiko, Falschgeld anzunehmen oder andererseits Kunden wegen lediglich abgenutzten Bargeldes abzuweisen, ist daher hoch. Insbesondere Unternehmen und VerbĂ€nde mit mehreren tausend Automaten oder generell hohen automatisierten BargeldumsĂ€tzen versuchten deshalb, die Akzeptanz der Geldkarte mit geldwerten Anreizen zu erhöhen. So waren zum Beispiel beim MĂŒnchner Verkehrsverbund[5] (zuletzt jedoch nur noch an den Automaten der DB) Einzelfahrscheine zum Ă€quivalenten Preis von Mehrfahrtenkarten erhĂ€ltlich, wenn mit der Geldkarte bezahlt wird. Laut Statistik der Deutschen Kreditwirtschaft zahlten Verbraucher 2012 insgesamt 119,2 Mio. Euro mit der GeldKarte. Der durchschnittliche Transaktionsbetrag lag bei 3,04 Euro. Insgesamt haben Nutzer im Jahr 2012 ĂŒber 141 Mio. Euro auf die Prepaid-Börse geladen. Der durchschnittliche Ladebetrag betrug damit 28 Euro.[6]

JahrLade-
vorgÀnge
(Mio.)
Auflade-
betrag
(Mio. €)
Zahl-
betrag
(Mio. €)
Bezahl-
vorgÀnge
(Mio.)
Quelle
19963,90,3[7]
199744,64,2[7]
199889,313,6[7]
199973,720,7[7]
200072,826,6[7]
200168,129,4[7]
200277,035,9[7]
20034,276,737,4[7]
20044,282,638,3[7]
20054,489,037,8[7]
20065,0104104,442,3[7]
20076,5172148,352,8[7]
20086,0 137,548,9[7]
20095,7152,0130,645,0[8][9]
20105,5156,7128,642,6[10]
20115,3148,2125,041,3[11]
20125,0141,0119,239,2[12]
20135,0141,2118,437,7
2014142118[13]
20154,513310932[14]
20164,011796,829,1[15]

Die Geldkarte konnte an den meisten Geldautomaten und in Filialen von Kreditinstituten aufgeladen werden. Dabei kommunizierte die Geldkarte ĂŒber das Ladeterminal als Vermittlungsstelle mit der zustĂ€ndigen Ladezentrale. Diese Ladezentrale autorisierte LadebetrĂ€ge und kommunizierte anschließend sowohl mit der Kundenbank zur Verrechnung des Ladebetrages mit dem Kundenkonto als auch mit einer HĂ€ndlerevidenzzentrale, welche ein Schattenkonto zu jeder Geldkarte fĂŒhrte. In einem Schattenkonto wurden der geladene Betrag in jeder Geldkarte sowie die Geldkartennummer gespeichert. Die Schattenkonten dienten dazu, Missbrauch mit der Geldkarte zu erkennen, falls ein Schattensaldo einen negativen Betrag aufweist.

Bei den meisten Banken und Sparkassen, die den GeldKarte-Chip auf ihren girocards oder Kundenkarten aufbrachten, wurde das Aufladen als kostenlose Serviceleistung angeboten. Bei Aufladung am Geldautomaten oder Ladeterminal konnten je nach Institut und aufzuladender Karte Kosten anfallen.[16] Die Volks- und Raiffeisenbanken beispielsweise verlangen 50 Cent pro Aufladung bei anderen Banken des Verbandes.[17]

Ab September 2007 konnten Geldkarten kostenlos online ĂŒber das Internet aufgeladen werden. Voraussetzung hierfĂŒr war ein PC mit angeschlossenem Chipkartenleser. Die Bezahlung war ĂŒber das Online-Bezahlverfahren giropay mit Gutschein oder gegen Vorkasse möglich.[18]

Auf der CeBIT 2008 wurde – nach einer ersten Live-Demonstration – dafĂŒr das Internetportal http://www.geldkarte-laden.de/ freigeschaltet. Ein Nutzer benötigte lediglich einen Kartenleser mit Display und integrierter Tastatur der so genannten Klasse 3 oder nach der neuen ZKA-Spezifikation „KT-light“. Die Lade-Applikation wurde als Java-Applet in den Browser geladen, die Installation spezieller Software war nicht erforderlich. Zum Aufladen musste der User den Betrag jedoch zuvor auf ein Verrechnungskonto ĂŒberweisen. Diesen Schritt der Abwicklung ĂŒbernahm ein Bankdienstleister, der garantierte Überweisungen per Internetbanking ermöglichte.[19]

2013 gab es in Deutschland rund 420.000 GeldKarte-Akzeptanzstellen.

Es findet keine Authentifizierung des Kunden gegenĂŒber dem HĂ€ndler oder am Zahlungsterminal statt. Zum Bezahlen fĂŒhrt der Kunde seine Geldkarte in den Verkaufsautomaten oder das Zahlungsterminal des HĂ€ndlers ein und bestĂ€tigt gegebenenfalls den angezeigten Zahlbetrag durch DrĂŒcken einer bestimmten Taste. Der Betrag wird vom Guthaben der Geldkarte abgebucht und zusammen mit der Kartennummer, einer Zahlungssequenznummer und der Kontonummer des Börsenverrechnungskontos der Geldkarte in einem kryptographisch gesicherten Transaktionsdatensatz auf dem Terminal gespeichert.

Bezahlt werden kann mit der Geldkarte bei jedem Akzeptanzpartner, der mit einem Kreditinstitut einen Vertrag zur Akzeptanz der Geldkarte geschlossen hat. Der HĂ€ndler erhĂ€lt dazu eine „HĂ€ndlerkarte“, die als physisches GegenstĂŒck zur Geldkarte oder als SoftwareschlĂŒssel in das Zahlungsterminal integriert wird.

Jeder Zahlvorgang geschieht offline, erst nach dem Kassenschluss des Zahlungsterminals werden die gesammelten UmsĂ€tze an eine Verrechnungsstelle (Evidenzzentrale) ĂŒbermittelt („eingereicht“) und unter Abzug einer GebĂŒhr von 0,3 % (wenigstens 0,01 EUR) dem HĂ€ndlerkonto gutgeschrieben. Bei den kartenausgebenden Kreditinstituten wird fĂŒr jede Geldkarte ein Schattensaldo gefĂŒhrt, welcher dem Geldwert der Karte entspricht.

Die HÀndlerdaten werden physisch getrennt von den Kartendaten verarbeitet. Ein Abgleich ist nur mit gerichtlicher Erlaubnis (z. B. im Zuge eines Strafverfahrens) möglich; derartige FÀlle sind aus der Praxis bislang nicht bekannt.

FĂŒr das Jahr 2010 wurde ein durchschnittlicher Zahlbetrag von 3,02 EUR ermittelt.[20] Im Jahr 2016 lag dieser Wert bei 3,32 EUR.[15]

Zur Vertraulichkeit im System Geldkarte werden der DES- (Data Encryption Standard) und fĂŒr besonders sicherheitsrelevante Objekte der Triple-DES-Algorithmus angewendet. Dieser lĂ€uft hierbei im EDE-Modus (Encryption-Decryption-Encryption) ab. Beide Algorithmen können sowohl im CBC- (Cipher Block Chaining Mode) als auch im CFB-Modus (Cipher Feedback Mode) ablaufen.

Zur DatenintegritĂ€t werden Message Authentication Codes benutzt. Es existiert sowohl ein Verfahren fĂŒr eine MAC-Erzeugung der LĂ€nge 8 Byte als auch eine Erzeugung der LĂ€nge 16 Byte. Diese Message Authentication Codes verwenden die oben genannten Algorithmen DES und Triple-DES zur Generierung eines Message Authentication Codes.

Altersverifikation

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Zigarettenautomat mit Hinweis auf Geldkarte-System

Seit dem 1. Januar 2007 können Zigaretten an Automaten nur gekauft werden, wenn mit der Geldkarte, mit dem Personalausweis oder mit dem FĂŒhrerschein nachgewiesen wird, dass der Inhaber mindestens 18 Jahre alt ist. Bei konto- und personengebundenen Geldkarten ist das VolljĂ€hrigkeitsmerkmal gespeichert, sofern der Karteninhaber zum Ausstellungszeitpunkt bereits 18 Jahre alt war. War der Karteninhaber zum Zeitpunkt der Kartenausstellung minderjĂ€hrig, ist kein VolljĂ€hrigkeitsmerkmal auf der Karte gespeichert. Hier erfolgt die nĂ€chste PrĂŒfung auf VolljĂ€hrigkeit bei der Produktion der Folgekarte. Kontoungebundene Geldkarten sind nie mit einem Jugendschutzmerkmal versehen. Nicht-VolljĂ€hrige können auf Antrag und mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten das Datum in verschlĂŒsselter Form einspeichern lassen, an dem sie volljĂ€hrig werden. Daraus kann der Zigarettenautomat berechnen, ob der Inhaber bereits 18 Jahre alt ist. Seit dem 1. Januar 2009 mĂŒssen Automaten insofern umgerĂŒstet sein, dass fĂŒr den Zigarettenkauf ein VolljĂ€hrigkeitsmerkmal auf der Karte erforderlich ist, um der GesetzesĂ€nderung zum 1. September 2007, wonach die Abgabe von Tabakwaren an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren verboten ist, gerecht zu werden.

Das Jugendschutzmerkmal auf dem Chip der Geldkarte ermöglicht die VolljĂ€hrigkeitsprĂŒfung (Altersverifikation) im Internet. Die Geldkarte ist in einem noch einzureichenden Gesamtkonzept von der Kommission fĂŒr Jugendmedienschutz (KJM) zur Herstellung von „geschlossenen Benutzergruppen“ im Internet positiv bewertet worden. Neben der VolljĂ€hrigkeitsprĂŒfung ist eine PrĂŒfung auf 16 Jahre möglich. Pornoseiten setzen die Geldkarte bereits als Zugangsschutz ein.

Dadurch, dass eine Anzahl von Lade- oder BezahlvorgĂ€ngen auf dem Chip gespeichert werden können, lĂ€sst er sich als „elektronischer Beleg“ verwenden, beispielsweise als Fahrkarte (E-Ticket). Viele Verkehrsunternehmen gewĂ€hren einen Rabatt bei Bezahlung des Tickets mit Geldkarte, da die Vertriebskosten eingespart werden.

Bezahlen im Internet

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Zum Bezahlen im Internet benötigt der Kunde eine Geldkarte und einen Chipkartenleser der Sicherheitsklasse 3. Beim Bezahlen im Internet wird im Browser ein separates Bezahlfenster eingeblendet, in dem der Zustand des Vorgangs ersichtlich ist. Der Kunde bestÀtigt Anbietername und Betrag. Nach dieser Autorisierung wird der Geldwert von der Geldkarte abgebucht.

GrĂŒnde fĂŒr den Einsatz der Geldkarte

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Der Vorteil der Geldkarte fĂŒr den Benutzer wird darin gesehen, dass er seltener „Kleingeld“ verwenden muss. GegenĂŒber der Zahlung per Kredit- oder Debitkarte besteht der Vorteil darin, dass der zeitaufwĂ€ndige Vorgang der Identifizierung durch Ausdrucken eines zweiten Beleges, Eintippen der Geheimzahl oder Unterschriftvergleich entfĂ€llt. Außerdem wird die Abrechnung von KleinbetrĂ€gen mit Hilfe von Karten durch die relativ geringen Kosten fĂŒr den Handel attraktiv.

Die Kreditinstitute stellen in ihrer Werbung außer ZahlungsvorgĂ€ngen im Handel folgende Einsatzmöglichkeiten der Geldkarte heraus:

  • das Bezahlen an Parkscheinautomaten oder an Parkschranken
  • den Fahrkartenkauf an Automaten oder in den Fahrzeugen des öffentlichen Personennahverkehrs wie etwa Streifenkarten fĂŒr die Straßenbahn
  • die Briefmarkenautomaten der Deutschen Post (seit 2016 nicht mehr möglich)
  • fĂŒr Tickets bei Sportveranstaltungen (beispielsweise beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg sowie in der Schwalbe-Arena des Handball-Erstligisten VfL Gummersbach).

Nachteile und Probleme

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Aus steuerlichen GrĂŒnden speichern die Evidenzzentralen (s. o.) fĂŒr mehrere Jahre die vorgenommenen BezahlvorgĂ€nge. Eine RĂŒckverfolgung ist möglich, wenn „mehrere Institutionen ihre Daten in nicht vorgesehener Weise miteinander abgleichen“.[21] Nur schwer rĂŒckverfolgbar sind Zahlungen mittels einer kontoungebundenen Geldkarte („weiße Geldkarte“) beim Aufladen der Karte per Bareinzahlung am Bankschalter.[22]

StöranfÀlligkeit

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Die Geldkarte ist anfĂ€lliger fĂŒr Abnutzung/technische Störungen als Bargeld. Liegt eine Störung auf der Karte oder z. B. bei einem LesegerĂ€t vor, ist das Bezahlen per Geldkarte nicht möglich.

Mangelnde Transparenz

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Als weiterer Nachteil wird von Nutzern angefĂŒhrt, dass sie keinen Überblick ĂŒber die Ausgaben und das verbliebene Restguthaben auf dem Chip haben. Die meisten Verkaufsautomaten und HĂ€ndlerterminals zeigen jedoch den Restsaldo nach Bezahlung an. DarĂŒber hinaus gibt es Taschenkartenleser, die das Restguthaben, 3 letzte Lade- und 15 letzte BezahlvorgĂ€nge anzeigen können. Viele Kunden können ein solches GerĂ€t, das meistens die AusfĂŒhrung eines SchlĂŒsselanhĂ€ngers hat, bei ihrem Kreditinstitut zu vergĂŒnstigten Preisen erwerben. So bieten viele Sparkassen die Taschenkartenleser mit der Bezeichnung „miniJack“ ihren Kunden teils unter den Selbstkosten an. Viele TAN-Generatoren unterstĂŒtzen ebenfalls die Anzeige des Guthabens und der letzten Lade- und ZahlvorgĂ€nge. Das Guthaben neuerer Geldkarten mit Girogo-FunktionalitĂ€t lĂ€sst sich auch ĂŒber ein NFC-fĂ€higes Mobiltelefon und eine dazu passende App auslesen.[23]

Zinsloser Kredit fĂŒr Anbieter

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Das Guthaben auf einer Geldkarte ist fĂŒr den Geldkarten-Anbieter als zinsloser Kredit nutzbar. Dem Nutzer entgehen wĂ€hrend dieser Zeit die Zinsen, die er z. B. auf einem Sparkonto dafĂŒr erhalten wĂŒrde. FĂŒr den Kunden ergibt sich gegenĂŒber der Bargeldhaltung jedoch kein Nachteil, da er bei Geldkartenguthaben seine Bargeldmenge entsprechend verringern kann, sofern das Guthaben auf der Karte ĂŒberall einsetzbar ist.

Verlust / Defekt

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Da das Guthaben frei ĂŒbertragbar ist, können unehrliche Finder mit der gefundenen Geldkarte bezahlen. Der Besitzer haftet also fĂŒr die Geldkarte. Die Gelder werden auf Schattenkonten gefĂŒhrt. So ist es der Bank bei einem Defekt der Karte möglich, dem Kunden das Guthaben zu erstatten.[24]

Begrenzung auf Deutschland

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Die deutsche Geldkarte ist inkompatibel zu elektronischen Geldbörsensystemen in anderen LĂ€ndern, auch innerhalb der Eurozone, wie der Quick-Funktion in Österreich.[25] Der Einsatzbereich der Geldkarte ist damit strikt auf Deutschland begrenzt und ist auch dort Besuchern aus dem Ausland verwehrt.

NichtĂŒbertragbarkeit von Guthaben

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Das Verleihen oder Verschenken von GeldbetrÀgen ist mit der Geldkarte nicht möglich.

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) fĂŒhrte 2018 als einen der GrĂŒnde fĂŒr die geringe Akzeptanz der GeldKarte bei Verbrauchern an, das Aufladen der Karte vor Benutzung sei zu unpraktisch.[4]

Mangelnde Akzeptanz und Ausstieg

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Im Gegensatz zu den Erwartungen schlossen sich viele der potenziellen Akzeptanzunternehmen dem System nur zögernd oder gar nicht an. Ebenso gelang es nicht, eine Harmonisierung mit anderen Kartenausgebern wie etwa der Deutschen Telekom zu erreichen, um mit der Geldkarte Telefonzellen nutzen zu können. Mittlerweile haben bedeutende Zielunternehmen wie die Leistungserbringer im Hamburger Verkehrsverbund, die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main und im Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau sowie die Deutsche Post an ihren Briefmarkenautomaten die Akzeptanz der Geldkarte wieder eingestellt.

Die genossenschaftlichen Kreditinstitute gaben 2014 bekannt, sich bis zum Jahr 2017/2018 komplett aus dem GeldKarten-System zurĂŒckzuziehen[26] und nicht das (auf der GeldKarte basierende) Girogo-System einzufĂŒhren.[27] Die Deutsche Bank kĂŒndigte im Juni 2018 an, keine Karten mit der GeldKarte-Funktion mehr auszustellen.[28] Die Sparkassen gaben 2020 bekannt, sich bis 2024/2025 aus dem Geldkarte-System zurĂŒckzuziehen. Ab Juli 2020 wurden Sparkassen-girocards ohne die Symbole fĂŒr GeldKarte und girogo ausgestellt.[29][30] Die Commerzbank zieht sich ebenfalls aus dem System zurĂŒck und gab ab Oktober 2020 keine Girokarten mehr mit Geldkartenfunktion aus. Bestehende Geldkarten werden jedoch bis zum Ende der GĂŒltigkeit der Girokarte weiterhin funktionsfĂ€hig bleiben.[31]

Studien zu Zahlungsverfahren

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  • Markus Breitschaft, Thomas Krabichler, Ernst Stahl, Georg Wittmann: Sichere Zahlungsverfahren fĂŒr E-Government. In: Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (Hrsg.): E-Government-Handbuch. Bundesanzeiger Verlag, 2004. Aktualisierte Version Mai 2005, ISBN 3-89817-180-9 (PDF; 1,23 MB (Memento vom 17. Januar 2012 im Internet Archive)).
  • Markus Breitschaft, Thomas Krabichler, Ernst Stahl, Georg Wittmann: Zahlungsabwicklung im Internet – Bedeutung, Status-quo und zukĂŒnftige Herausforderungen. Regensburg 2006, ISBN 3-937195-12-2 (NĂ€heres zur Zahlungsabwicklung im Internet).

Einzelnachweise

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  1. ↑ Florian Schwiegershausen: Banken beerdigen die Geldkarte. Weser-Kurier, 1. Oktober 2020, abgerufen am 16. Februar 2021.
  2. ↑ girocard löst Prepaid-Funktionen GeldKarte und girogo bis Ende 2024 ab. In: geldkarte.de. EURO Kartensysteme GmbH, 10. Januar 2022, abgerufen am 26. Januar 2023 (Pressemitteilung).
  3. ↑ Die Geldkarte war eine Wette auf die Raucher. 17. Januar 2022, abgerufen am 21. Januar 2025.
  4. 1 2 Stephanie Lorenz: Ersetzt das Smartphone an der Ladenkasse bald die Karte? In: augsburger-allgemeine.de. 20. Juli 2018, abgerufen am 4. November 2018.
  5. ↑ Bargeldlos bezahlen. MVV, abgerufen am 28. August 2017.
  6. ↑ Pressemitteilung: Geldkarte – Jahreszahlen 2012. (PDF) Euro Kartensysteme GmbH, 1. MĂ€rz 2013, ehemals im Original (nicht mehr online verfĂŒgbar); abgerufen am 6. September 2013. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  7. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 GeldKarte Entwicklung Bezahltransaktionen (Memento vom 30. Januar 2012 im Internet Archive) (PDF; 52 kB), auf bankenverband.de
  8. ↑ Axel Kossel: Nutzung der GeldKarte ist rĂŒcklĂ€ufig. In: Heise Newsticker. 15. Februar 2010, abgerufen am 28. August 2017.
  9. ↑ Hanno Bender: Bedeutung der Geldkarte sinkt weiter. In: Der Handel. 16. Februar 2010, abgerufen am 28. August 2017.
  10. ↑ Jahreszahlen der GeldKarte. In: GeldKarte.de. EURO Kartensysteme GmbH, 28. Januar 2011, archiviert vom Original am 18. Juli 2011 (Pressemitteilung).
  11. ↑ Lade- und Bezahltransaktionen 2011 (Memento vom 17. Februar 2013 im Webarchiv archive.today), auf geldkarte.de
  12. ↑ GeldKarte-Jahreszahlen (Memento vom 30. Juni 2013 im Webarchiv archive.today), auf geldkarte.de
  13. ↑ GeldKarte Jahreszahlen (Memento vom 17. September 2016 im Internet Archive), auf geldkarte.de
  14. ↑ GeldKarte Jahreszahlen 2015 (Memento vom 17. September 2016 im Internet Archive), auf geldkarte.de
  15. 1 2 GeldKarte Jahreszahlen 2016 – geldkarte. Abgerufen am 27. August 2017.
  16. ↑ FAQ’s. Allgemeine Fragen zur GeldKarte. In: geldkarte.de. EURO Kartensysteme GmbH, abgerufen am 28. August 2017 (Eintrag „Kostet die GeldKarte etwas?“): „Die meisten Banken und Sparkassen, die den GeldKarte-Chip auf ihren girocards oder Kundenkarten aufbringen, bieten damit einen kostenlosen Service. FĂŒr das Bezahlen mit der GeldKarte fallen keine GebĂŒhren an. Die Online-Aufladung der GeldKarte ist kostenlos, am Geldautomaten oder Ladeterminal können je nach Institut und aufzuladender Karte Kosten anfallen.“
  17. ↑ Volksbanken zocken Kunden ab. In: Ökotest. 23. Februar 2011, archiviert vom Original am 22. November 2013.
  18. ↑ Geldkarte online laden (Memento vom 28. Juli 2014 im Internet Archive)
  19. ↑ Richard Sietmann: Der private Geldautomat. In: heise online. 27. April 2007, abgerufen am 12. Dezember 2008.
  20. ↑ Geldkarte – Lade- und BezahlbetrĂ€ge 2011 (Memento vom 11. Februar 2013 im Webarchiv archive.today)
  21. ↑ Geldkarte. Hessischer Datenschutzbeauftragter, archiviert vom Original am 10. Juli 2017.
  22. ↑ Datenschutz bei der Geldkarte. Bremer Datenschutzbeauftragter, abgerufen am 29. Juni 2018.
  23. ↑ Hinweise zum Datenschutz beim Einsatz Ihrer SparkassenCard mit girocard kontaktlos und girogo (PDF), auf sparkasse-essen.de
  24. ↑ FAQ’s. Allgemeine Fragen zur GeldKarte. In: geldkarte.de. EURO Kartensysteme GmbH, abgerufen am 17. November 2015 (Eintrag „Was kann ich machen, wenn meine GeldKarte defekt ist?“): „Sofern Sie Ihre defekte Karte bei Ihrer Hausbank vorlegen, können Sie das auf dem Chip gespeicherte Guthaben erstatten lassen.“
  25. ↑ Das ist Quick (Memento vom 2. August 2015 im Internet Archive), auf quick.at
  26. ↑ RĂŒckzug aus dem GeldKarte-System. Raiffeisenbank TodenbĂŒttel, 20. Juli 2014, abgerufen am 31. Oktober 2014.
  27. ↑ Harald Freiberger: Es war einmal die Geldkarte. In: SĂŒddeutsche Zeitung. 11. September 2014, abgerufen am 31. Oktober 2014.
  28. ↑ Konstantinos Mitsis: Deutsche Bank stellt Funktion ein: Symbol verschwindet bald auf jeder EC-Karte. In: chip.de. 10. Juni 2018, abgerufen am 4. November 2018.
  29. ↑ Einstellung der Bezahlfunktion GeldKarte/girogo. sparkasse.de, abgerufen am 30. Juli 2020.
  30. ↑ Einstellung der Bezahlfunktion GeldKarte/girogo. sparkasse.de, abgerufen am 30. Juli 2020.
  31. ↑ Information zur Geldkartenfunktion und der bevorstehenden Einstellung. service.commerzbank.de, abgerufen am 22. September 2020.