Zum Inhalt springen

Gaby King

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Chartplatzierungen
ErklÀrung der Daten
Singles[1]
Nur Charly schenkte mir Blumen
 DE2801.02.1960(16 Wo.)
Ein junger Kavalier
 DE3101.01.1961(8 Wo.)
Oh, wird das schön
 DE2801.07.1961(12 Wo.)

Gaby King (* 3. Januar 1945 in Bad Wiessee, Bayern; † 9. Oktober 2025 in Ingolstadt;[2] bĂŒrgerlich Gabriele Kern, geborene Einhauser) war eine deutsche SchlagersĂ€ngerin und Moderatorin.

FĂŒnf Monate nach ihrer Geburt zogen die Eltern mit ihr von Bad Wiessee[3] in das idyllisch im noch weitestgehend unbebauten Isartal gelegene Familienlandhaus nach Icking.[4] Die fĂŒnfjĂ€hrige Gaby stand bereits als Kindermoden-Fotomodell im Mittelpunkt.[3] FĂŒr sich alleine, zum Beispiel das große Anwesen durchstreifend, sang sie gerne alle Lieder, die sie kannte, und das waren nicht nur Kinderlieder, sondern auch im Radio aufgeschnappte, die sie bald dank reichlich Taschengeld in Form von Schallplatten heranschaffte.[5] Ihr Vater, Chefarzt[3] und renommierter Wissenschaftler,[4] hĂ€tte es gerne gesehen, wenn seine Tochter ebenfalls diese Richtung eingeschlagen hĂ€tte, doch sie setzte mit mĂŒtterlichem Beistand nach Volksschule und Internat Ballett- und Klavierunterricht durch.[4] SpĂ€ter nahm sie Schauspielunterricht.[6] DafĂŒr versuchte die als Krankengymnastin und Diplom-Kosmetikerin arbeitende Mutter[3] fortan, die Tochter unter strenger Kontrolle zu halten.[7]

Im nicht minder streng gefĂŒhrten Internat Schloss Reichersbeuern war ihr das Radiohören nicht gestattet gewesen, deshalb hatte sie alle 14 Tage bei Wochenendbesuchen zuhause die neuesten Schlager aufgesogen.[3] Nun wollte sie ihre kĂŒnstlerische Neigung voll ausleben. Heimlich knĂŒpfte der Teenager Kontakte in die Unterhaltungsbranche.[4] Der Produzent Klaus Netzle machte mit ihr Probeaufnahmen und als er Wolf Martis bei einer Talentveranstaltung hörte, glaubte er die Idealbesetzung fĂŒr sein Bestreben, ein Gesangspaar in der Art von Peter Kraus und Conny Froboess zu etablieren, gefunden zu haben.[7] So entstand 1958 ihre erste Plattenaufnahme als Gaby und Wolfgang.[7] Da sich eine ĂŒber das Berufliche hinausgehende Beziehung entwickelte, verhinderte die Mutter eine weitere Zusammenarbeit.[7]

Im April 1959 suchte die ein Jahr zuvor gegrĂŒndete Plattenfirma Ariola mit UnterstĂŒtzung der Frauenzeitschrift Freundin nach aufbaufĂ€higen Jungtalenten.[3] In MĂŒnchens Filmstadt Geiselgasteig gewann die Kamera und Mikrofon gewohnte nassforsche Gaby King den Wettbewerb, der nicht nur die Stimmen verglich, sondern alle Facetten, die einen Star ausmachen.[4][8] King ist der Geburtsname ihrer Mutter.[3]

Es folgten zunĂ€chst weitere Duette, und zwar mit Christa Casper und Hermann „Tobby“ LĂŒth, ehe sie ihre bis 1962 anhaltende Solokarriere startete, die von Auftritten in Spielfilmen, bei denen sie ihre Schlager vortrug, begleitet wurden. Die ihr von der Musikindustrie zugedachte Rolle als Teenager-Vorbild fĂŒllte sie ebenso im Februar 1960 auf der mit anderen KĂŒnstlern veranstalteten „Teenager-Party“-Tournee durch Deutschland und Österreich mit Erfolg aus. Auf dem Höhepunkt ihrer PopularitĂ€t hatte sie 380.000 Singles verkauft und lag in der Gunst der Bravo-Leser auf Rang 9.[9]

Mit dem Engagement am Bremer Schauspielhaus als Rebecca in Thornton Wilders Unsere kleine Stadt kam 1961 eine weitere Einsatzmöglichkeit hinzu, die aber auf Dauer weniger öffentlichkeitswirksam war.[6]

Die noch nicht VolljĂ€hrige sorgte dann – freilich unbeabsichtigt – im November 1963 fĂŒr reichlich Medienaufmerksamkeit, nachdem sie ohne elterliche Einwilligung einen dubiosen GeschĂ€ftsmann in Schottland geheiratet hatte. Die Skandal-Ehe wurde schon im MĂ€rz 1964 geschieden.[10]

In spĂ€teren Jahren arbeitete sie als Synchronsprecherin. Zehn Jahre war sie als Radiomoderatorin mit einer eigenen Sendung bei Radio IN tĂ€tig. Nach weiteren fĂŒnf Jahren beim Lokalfernsehen intv ging sie 1997 als Moderatorin zum DĂŒsseldorfer Teleshopping-Unternehmen QVC, wo sie bis 2003 angestellt war. Die Mutter von drei Söhnen lebte verheiratet im IngolstĂ€dter Stadtteil Gerolfing. Ihr Sohn Michael Kern ist seit dem 1. MĂ€rz 2025 OberbĂŒrgermeister von Ingolstadt. Im Oktober 2025 starb Gaby King im Alter von 80 Jahren in Ingolstadt.

  • 1958: Ich möchte mit dir trĂ€umen / Teenager Melody (Gaby & Wolfgang)
  • 1959: Twenty Boy / Heiße Musik (mit Christa Casper)
  • 1959: Baby, komm tanz mit mir (Gaby King & Tobby) / Aber die Liebe war es doch nicht (Tobby solo)
  • 1960: Nur Charly schenkte mir Blumen / Kommst du mit mir auf meinen ersten Ball
  • 1960: Ein junger Kavalier / Vati ist der Beste
  • 1961: Charming Boy / Das Foto von Dir
  • 1961: Oh, wird das schön / Zehn KĂŒsse
  • 1962: Mein Traumkavalier / Doch du bist es nicht

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Gaby King (Memento des Originals vom 4. MĂ€rz 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. in den deutschen Charts
  2. ↑ Markus Messner: Gabriele Kern ist tot: FrĂŒhere SchlagersĂ€ngerin aus Ingolstadt wurde 80 Jahre alt. In: Donaukurier. 17. Oktober 2025, abgerufen am 17. Oktober 2025.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 Hannes Forster, Dietrich Heitz: Ihr Urgroßvater schrieb 'Der König der Bernina': Gaby King – nur Charly schenkte ihr Blumen
. In: memory – Magazin fĂŒr Freunde deutscher Oldies, Nr. 52, S. 14. Auch auf: memoryradio.de
  4. 1 2 3 4 5 Danny: Gaby King: Papa dagegen, Mutti dafĂŒr!. In: Bild am Sonntag, [um den 29. November 1959].
  5. ↑ Hannes Forster, Dietrich Heitz: Ihr Urgroßvater schrieb 'Der König der Bernina': Gaby King – nur Charly schenkte ihr Blumen
. In: memory – Magazin fĂŒr Freunde deutscher Oldies, Nr. 52, S. 15. Auch auf: memoryradio.de
  6. 1 2 Hannes Forster, Dietrich Heitz: Ihr Urgroßvater schrieb 'Der König der Bernina': Gaby King – nur Charly schenkte ihr Blumen
. In: memory – Magazin fĂŒr Freunde deutscher Oldies, Nr. 52, S. 17. Auch auf: memoryradio.de
  7. 1 2 3 4 Wolf-Martis-Biografie (Memento vom 5. MÀrz 2016 im Internet Archive) (PDF; 2,4 MB)
  8. ↑ Hannes Forster, Dietrich Heitz: Ihr Urgroßvater schrieb 'Der König der Bernina': Gaby King – nur Charly schenkte ihr Blumen
. In: memory – Magazin fĂŒr Freunde deutscher Oldies, Nr. 52, S. 14 – 15. Auch auf: memoryradio.de
  9. ↑ Hannes Forster, Dietrich Heitz: Ihr Urgroßvater schrieb 'Der König der Bernina': Gaby King – nur Charly schenkte ihr Blumen
. In: memory – Magazin fĂŒr Freunde deutscher Oldies, Nr. 52, S. 16. Auch auf: memoryradio.de
  10. ↑ Der Spiegel (Rubrik „Register“), 12/1964, S. 128.