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Francesca da Rimini (Zandonai)

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Operndaten
Titel: Francesca da Rimini

Umschlag des Librettos, Mailand 1914

Form: Tragedia in vier Akten und fĂŒnf Bildern
Originalsprache: Italienisch
Musik: Riccardo Zandonai
Libretto: Tito Ricordi
Literarische Vorlage: Gabriele D’Annunzio: Francesca di Rimini
UrauffĂŒhrung: 19. Februar 1914
Ort der UrauffĂŒhrung: Teatro Regio, Turin
Spieldauer: ca. 2 œ Stunden
Personen
  • Kinder von Guido Minore da Polenta:
  • Kinder von Malatesta da Verucchio:
    • Giovanni lo Sciancato, der „Lahme“ (Bariton)
    • Paolo il Bello, der „Schöne“ (Tenor)
    • Malatestino dall’Occhio, der „EinĂ€ugige“ (Tenor)
  • Damen Francescas:
    • Biancofiore (Mezzosopran)
    • Garsenda, (Sopran)
    • Altichiara (Alt)
    • Adonella (Sopran)
    • Smaragdi, die Sklavin (Mezzosopran)
  • Ser Toldo Berardengo (Tenor)
  • Il Giullare, der Spielmann (Bass)
  • Il Balestriere, der ArmbrustschĂŒtze (Tenor)
  • Il Torrigiano, der TĂŒrmer (Bariton)
  • Montagna, Gefangener (Tenor)
  • sieben SchĂŒtzen (7 stumme Rollen)
  • ArmbrustschĂŒtzen, BogenschĂŒtzen, Musikanten, Frauen (Chor, Statisterie)

Francesca da Rimini ist eine Oper (Originalbezeichnung: „Tragedia“) in vier Akten und fĂŒnf Bildern von Riccardo Zandonai (Musik) mit einem Libretto von Tito Ricordi. Sie wurde am 19. Februar 1914 im Teatro Regio in Turin uraufgefĂŒhrt.

Francesca soll aus politischen GrĂŒnden mit einem Sohn der Familie Malatesta verheiratet werden, genau gesagt mit Giovanni dem Lahmen, genannt Gianciotto. Jedoch wird befĂŒrchtet, Francesca wĂŒrde sich, auf Grund seiner großen HĂ€sslichkeit, niemals mit ihm verbinden wollen und sich der Hochzeit widersetzen. So wird eine TĂ€uschung inszeniert, um die „vorteilhafte“ Partie nicht zu gefĂ€hrden: Statt Giovanni wird dessen jĂŒngerer und schöner Bruder Paolo geschickt, um Francesca zu tĂ€uschen.

Hof der Burg der Polenta

Ostasio, Francescas Bruder, bewacht aus Angst, die große LĂŒge könnte doch noch auffliegen, all ihre Kontakte und Beziehungen, und so wird ein einfacher Spielmann, welcher den MĂ€gden am Hofe zum AmĂŒsement die Geschichte von Tristan und Isolde vortrĂ€gt, kurzerhand in den Kerker gesperrt. Francescas Schwester Samaritana erscheint mit eben jener, noch ahnungslos der LĂŒgen und Intrigen, und fleht zu jener, das Haus, in welchem sie gemeinsam ihre Kindheit verbracht hatten, noch nicht zu verlassen. Francesca jedoch ist fest entschlossen und erfĂŒllt vom Gedanken an ihre bevorstehende Hochzeit. Da rufen sie ihre MĂ€gde: Und da sieht sie, wie Paolo mit seinem Gefolge ĂŒber den Hof reitet. ErfĂŒllt von seiner Schönheit und ihrer entstehenden Liebe bricht sie eine Rose und ĂŒbergibt sie „ihrem BrĂ€utigam“.

Burg der Malatesta

Am Tage einer wichtigen Schlacht zwischen den Malatesta und den Paridati treibt es Francesca auf einen der BurgtĂŒrme, mitten im GetĂŒmmel der angehenden Schlacht. Dort trifft sie auf den nach einiger Abwesenheit zurĂŒckkehrenden Paolo. Auf Grund ihrer Schmach wirft sie ihm Verrat vor. Sein Gesicht ist jedoch von Reue gezeichnet, er nimmt den Helm ab und zieht ohne jenen schutzlos in die Schlacht. Francesca erkennt in jenem Todesmut, den sie in Paolo zu erkennen scheint, ein Zeichen höchster Reue, die er durch SĂŒhne lösen will, und vergibt ihm. Doch die Gefahr scheint sich zu rĂ€chen: Paolo wird im Gesicht von einem Pfeil gestreift. Als Francesca die Wunde an ihm sucht und sein Gesicht mit ihrer Hand berĂŒhrt, gesteht Paolo ihr seine Liebe. Gianciotto kommt, erfreut ĂŒber den positiven Verlauf der wilden Schlacht zur Burg und begrĂŒĂŸt dort Francesca. Diese reicht ihm und Paolo Becher mit Wein, doch plötzlich wird, mit einigem Tumult, der schwerverletzte Malatestino herbeigebracht. Kaum hat Francesca seine Wunde am Auge verbunden, stĂŒrzt dieser zurĂŒck in die wieder auflebende Schlacht.

Zimmer mit Fresken, welche die Geschichte von Tristan und Isolde darstellen

Francesca liest aus der Legende des Ritters Lancelot vor. WĂ€hrend sie ihre große NervositĂ€t zu beherrschen versucht, versuchen ihre Frauen sie mit Liedern und TĂ€nzen ĂŒber den FrĂŒhlingsbeginn zu unterhalten. Ihrer Sklavin Smaragdi, welche in Unwissenheit Francescas nach Paolo hat schicken lassen, vertraut sie ihre Ängste ĂŒber den hinterlistigen Malatestino an. Noch bevor jener erscheint, schickt Francesca ihre Frauen weg. Endlich erscheint Paolo, zurĂŒckgekehrt nach Rimini nach erneuter Abwesenheit. Francesca heißt ihn willkommen, versucht jedoch, eine unverfĂ€ngliche Konversation zu erhalten. Sie erlĂ€utert ihm, sie habe sich mit ihrem Schicksal abgefunden, und möchte nichts mehr von ihrem verflogenen GlĂŒck hören. Paolo jedoch erzĂ€hlt ihr, wie er sich immer wieder in den letzten Monaten zu ihr gesehnt hat, und stets vergeblich gegen seine GefĂŒhle zu ihr ankĂ€mpfte. Da trifft sein Blick auf das aufgeschlagene Buch: Er beginnt daraus zu rezitieren und ĂŒberredet Francesca dazu, dass sie den Part der Genevieve ĂŒbernimmt. Als sie an der Stelle ankommen, an welcher der erste Kuss zwischen Lancelot und Genevieve stattfindet, fallen sich die beiden in die Arme und kĂŒssen sich leidenschaftlich.

Erstes Bild. Achteckige Halle

Francesca wartet auf ihren Gatten, welcher zur Nacht abreisen soll. An ihrer Seite ist Malatestino, welcher sie bedrĂ€ngt. VerstĂ€rkt wird ihr GefĂŒhl des Unwohlseins durch die Schreie eines Gefangenen, welche unaufhörlich aus einem Verlies in der Tiefe dringen. Bald ergreift Malatestino eine Axt und steigt in das Verlies hinab. WĂ€hrend Malatestino in der Tiefe ist, erscheint Gianciotto, der seine Frau blass vor Entsetzen vorfindet. Malatestino erscheint mit dem Haupt des Gefangenen und Francesca verlĂ€sst entsetzt den Saal. Alsbald stellt Giovanni Malatestino zur Rede, da er zu Recht vermutet, Malatestino hĂ€tte Francesca bedrĂ€ngt. Dieser jedoch lenkt die Gedanken Gianciottos listig durch versteckte Anspielungen auf die heimliche Beziehung zwischen Paolo und Francesca, welche ihm nicht entgangen ist. Giovanni verfĂ€llt in eine rasende Eifersucht: Er beschließt seine Abreise nur zu inszenieren und die beiden vermeintlichen Liebenden zur Nacht zu ĂŒberraschen.

Zweites Bild. Gemach wie im dritten Akt

Noch um vier Uhr nachts wachen die Frauen bei Francesca, welche von AlbtrĂ€umen geplagt scheint. Als sie mit einem Schrei aus ihrem Schlaf erwacht, schickt sie die Frauen fort und löscht die Lichter: dies ist das Zeichen, auf das Paolo stundenlang gewartet hatte. Als Francesca Paolo ihren Namen rufen hört, lĂ€sst sie ihn schnell ein, und die beiden geben sich ihrer Liebe hin. Doch die leidenschaftliche Szene ist nur von kĂŒrzester Dauer: Von außen dröhnt plötzlich das Pochen Gianciottos. WĂ€hrend Francesca verĂ€ngstigt die TĂŒr öffnet, versucht Paolo durch eine geheime FalltĂŒr im Boden dem eifersĂŒchtigen Bruder zu entkommen: dies misslingt, da er mit seinem Mantel hĂ€ngen bleibt. In letzter Konsequenz zieht Paolo seinen Dolch, doch Gianciotto stĂŒrzt mit offener Waffe auf ihn los. Um den Geliebten zu retten, stĂŒrzt sich Francesca zwischen die BrĂŒder und wird von der Waffe ihres Gatten tödlich getroffen. Sie sinkt in des Geliebten Arme und empfĂ€ngt von Paolo einen letzten Kuss. Gianciotto, getrieben von Eifersucht und abgrundtiefem Hass, ersticht nun auch Paolo, welcher, Arm in Arm mit Francesca, sterbend zu Boden sinkt.[1]

Instrumentation

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Folgende Instrumente werden verlangt:[2]

Titelblatt des Librettos, Mailand 1914

Der Text stammt von dem Verleger Tito Ricordi. Er basiert auf Gabriele D’Annunzios Verstragödie Francesca da Rimini (1901), die wiederum Giovanni Boccaccios Commento alla divina commedia (1373) verarbeitet. Letzteres verarbeitet eine Episode aus dem fĂŒnften Gesang des „Inferno“ aus der Göttlichen Komödie (um 1320) von Dante Alighieri.[1] Der Stoff war vor Zandonai bereits von anderen Komponisten gestaltet worden (siehe Francesca da Rimini (Adlige)).

Die UrauffĂŒhrung fand am 19. Februar 1914 im Teatro Regio in Turin unter der musikalischen Leitung Ettore Panizzas statt. Zu den Mitwirkenden zĂ€hlten Linda Cannetti (Francesca), Giulio Crimi (Paolo) und Francesco Cigada (Giovanni).[1] Die deutsche ErstauffĂŒhrung folgte 1925 in Altenburg.[3] Francesca da Rimini blieb Zandonais erfolgreichstes Werk.[4]

Commons: Francesca da Rimini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Egon Voss: Francesca da Rimini. In: Pipers EnzyklopĂ€die des Musiktheaters. Band 6: Werke. Spontini – Zumsteeg. Piper, MĂŒnchen/ZĂŒrich 1997, ISBN 3-492-02421-1, S. 779–782.
  2. ↑ Angaben in der Partitur.
  3. ↑ Rolf Fath: Reclams Lexikon der Opernwelt in sechs BĂ€nden. Band 2. Philipp Reclam jun., Stuttgart 1998, ISBN 3-15-030018-5, S. 426.
  4. ↑ Rolf Fath: Reclams Lexikon der Opernwelt in sechs BĂ€nden. Band 5. Philipp Reclam jun., Stuttgart 1998, ISBN 3-15-030018-5, S. 447.