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Flussbifurkation

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Bifurkation von Krollbach (von rechts nach links weiterfließend) und Schwarzwasserbach (oben abzweigend) in Hövelhof (Zustand 2026)
Bifurkation der Hase
(links, weiterfließend) und
Else (rechts, abzweigend) bei Melle

Eine Flussbifurkation oder Flussgabelung ist die Verzweigung (Gabelung) eines fließenden Gewässers (Fluss, Bach) in der Weise, dass sein Wasser in die Flusssysteme zweier unterschiedlicher Ströme abfließt. Flusslauf und Wasserscheide fallen an einer solchen Stelle zusammen, so dass ein Teil des Abflusses von einem Einzugsgebiet in ein anderes übertritt.[1] Wie generell der Ablauf des Regenwassers wird in diesen seltenen Fällen der weitere Lauf eines ganzen Flusses in zwei Richtungen geschieden. Das Wort stammt von lat. bi- „zwei“ und furca „die Gabel“.

Im englischen Sprachraum wird, abweichend von dieser Bedeutung, oft jede Verzweigung oder Gabelung eines Gewässerbetts in Flussarme, etwa auch die Teilläufe eines anastomosierenden Flusses, „bifurcation“ genannt.

Typen von Bifurkationen

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Ständige Bifurkationen
sind bei praktisch jedem Wasserstand aktiv.
Periodische oder ephemere Bifurkationen
werden gleichsam als „Überlauf“ erst ab einem bestimmten Wasserstand aktiv. Beispielsweise verbindet sich bei Hochwasser im Seengebiet von Minnesota das Mississippi-System mit dem Red River und dem Lake Superior.
Unterirdische Bifurkationen
treten in Karstgebieten in phreatischen oder aktiv vadosen Höhlen (Wasserhöhlen) auf. Bekanntes Beispiel ist etwa die Donauversinkung mit unterirdischer Verbindung zum Aachtopf und damit zum Einzugsgebiet des Rheins.
Pseudo-Bifurkationen
liegen vor, wenn stehende Wasserkörper wie Sümpfe oder Seen zu mehreren verschiedenen Flusssystemen hin entwässern. Pseudo- deshalb, weil hierbei keine eigentliche Strömung aufgeteilt wird, sondern ein Bassin mehrere Abflüsse hat. Viele Pseudobifurkationen in Mitteleuropa verdanken ihre Existenz Urstromtälern: In der Nacheiszeit gab die Verlaufsrichtung der flachen Talsohlen der Urstromtäler den Gewässern die Fließrichtung vor. Wo das Gefälle aber sehr gering war oder das Urstromtal (aufgrund postglazialer Prozesse) gar keinen Scheitelpunkt hatte, bildeten sich anstatt fließender oft stehende Gewässer oder Moore. Sobald diese zu beiden Seiten in das Urstromtal entwässern, liegt eine Pseudobifurkation vor.
Diffluenz
nennt man eine Bifurkation bei Gletschern – im Gegensatz zur Konfluenz, dem Zusammenfluss. In den Fließwasserströmen innerhalb des Gletschers treten auch die Formen der Wasserhöhlen auf.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche künstliche Ausleitungen oder Überleitungen von Wasser aus Gewässern zur Wasserversorgung von Bewässerungsgebieten, Städten und Schifffahrtskanälen sowie im Kraftwerksbau. Hierbei können hydrographisch bedeutende Wassermengen transportiert werden. Diese werden nicht Bifurkationen genannt.

Bifurkation der Nerodimka (Nerodimja) im Kosovo; mit beiden Fließrichtungen auf Schildern: Deti i Zi (Schwarzes Meer) und Deti Egje (Ägäisches Meer)
  • Das Flüsschen Nerodimka (Nerodimja) (albanisch auch Nerodime, serbisch: Неродимка) im Kosovo gabelt sich auf dem Gebiet der Gemeinde Ferizaj in einen über die Flüsse Lepenac und Vardar der Ägäis und in einen über die Sitnica, den Ibar, die Morava und die Donau dem Schwarzen Meer zufließenden Teil. Eine Fläche von 13 ha rund um die Bifurkation ist als Wildschutzgebiet ausgezeichnet. Die Bifurkation wurde im 14. Jahrhundert künstlich angelegt. Der künstliche Kanal versandete immer mehr, so dass er kaum mehr Wasser führte. Vor wenigen Jahren wurde dies ausgebessert.[5]
  • In Rothenburg/Oberlausitz in Sachsen gibt es im Ortsteil Geheege eine Bifurkation eines kleinen Bachs, genannt Großer Graben, der aus dem Biehainer Torfstich herausfließt. Ein Teil des Wassers gelangt über die Spreer Teiche, Schöps, Spree, Havel und Elbe in die Nordsee, der andere über Neiße und Oder in die Ostsee.[6]
  • Am