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Finance Watch

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Finance Watch
Logo
Rechtsform Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht nach belgischem Recht
GrĂŒndung 2011
Sitz BrĂŒssel, Belgien
Motto FĂŒr eine Finanzindustrie, die der Gesellschaft dient
Schwerpunkt Finanzregulierung
Aktionsraum EuropÀische Union
GeschĂ€ftsfĂŒhrung BenoĂźt Lallemand[1]
Umsatz 1.861.070 Euro (2020)
Website www.finance-watch.org

Finance Watch ist eine Nichtregierungsorganisation mit Sitz in BrĂŒssel, die Fachanalysen zu den FinanzmĂ€rkten und deren Regulierung auf nationaler und europĂ€ischer Ebene erstellt und als BĂŒrgeranwalt das Gemeinwohlinteresse öffentlich vertritt.

Nach der Auffassung des Vereins hat der Finanzsektor gegenĂŒber der Realwirtschaft eine zwar wichtige, aber dienende Funktion, nĂ€mlich Kapital und Finanzdienstleistungen fĂŒr produktive Zwecke bereitzustellen. Zwar ist es auch im Finanzwesen legitim und notwendig Gewinne zu erzielen, allerdings sollen die Gewinne nicht „auf Kosten der Gesellschaft“ gehen. Entsprechend dĂŒrfen die Risiken von Krediten, mit denen die Finanzwirtschaft verdient, nicht auf die Gesellschaft ĂŒbertragen werden. Das Ziel von Finance Watch bestehe letztlich darin, dass die Realwirtschaft Kapital und Finanzdienstleistungen „nachhaltig, gerecht und transparent erhĂ€lt.“[2]

Die GrĂŒndung am 30. Juni 2011 geht auf eine Initiative aus dem Sommer 2010 von 22 Europaabgeordneten zurĂŒck aus verschiedenen politischen Parteien (ALDE, EVP, GrĂŒne-EFA, GUE/NGL und der Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im EuropĂ€ischen Parlament) zurĂŒck. Zu den Erstunterzeichnern der GrĂŒndungserklĂ€rung von Finance Watch gehören unter anderem: Burkhard Balz, Pervenche BerĂšs, Udo Bullmann, Leonardo Domenici, Pascal Canfin, Sergio Gaetano Cofferati, Elisa Ferreira, Jean-Paul GauzĂšs, Sven Giegold, Robert Goebbels, Charles Goerens, Thomas HĂ€ndel, Eva Joly, JĂŒrgen Klute, Philippe Lamberts.[3]

Nach einer sechsmonatigen Startphase dank einer Projektfinanzierung der Erstunterzeichner wurde Finance Watch schließlich am 30. Juni 2011 gegrĂŒndet. Ieke van den Burg, zuvor MdEP, wurde zur ersten Vorstandsvorsitzenden gewĂ€hlt, Thierry Philipponnat, ein ehemaliger Banker und danach bei Amnesty International tĂ€tig, zum ersten GeneralsekretĂ€r.

Die Experten der Organisation erstellen eigene Fachanalysen auf dem Gebiet der Finanzregulierung, auf deren Basis sie konkrete VorschlĂ€ge fĂŒr gesetzgeberische Maßnahmen formulieren. Das Lobbyteam unterbreitet diese dann politischen EntscheidungstrĂ€gern. Dabei arbeitet Finance Watch mit seinen Mitgliedsorganisationen zusammen. Das Kommunikationsteam bereitet die Analysen fĂŒr die breitere Öffentlichkeit auf. Zu folgenden Themen hat die Organisation bereits Analysen erstellt: Eigenkapitalanforderungen fĂŒr Banken (Basel III), Bankenstruktur, zum Hochfrequenzhandel, zur Nahrungsmittel- und Rohstoffspekulation sowie zum Verbraucherschutz im Bereich der Finanzdienstleistungen. Finance Watch organisiert darĂŒber hinaus Konferenzen zu Themen der Finanzmarktregulierung, bei denen sich die verschiedenen Interessensgruppen, Politiker und Aufsichtsbehörden öffentlich austauschen.

Die internationale und gemeinnĂŒtzige Organisation nach belgischem Recht (AISBL), die zwei Gruppen von Mitgliedern aufnimmt: zivilgesellschaftliche Organisationen und qualifizierte Einzelmitglieder. Zu den ersteren gehören Verbraucherorganisationen, Gewerkschaften, Naturschutzorganisationen und andere. Um Mitglied zu werden, mĂŒssen die Bewerber vor dem zur Organisation gehörigen Komitee ihre UnabhĂ€ngigkeit von der Finanzindustrie nachweisen. Einzelmitglieder mĂŒssen zudem belegen, dass sie ĂŒber relevantes Fachwissen und Erfahrungen verfĂŒgen. Die Mitglieder kommen mindestens einmal jĂ€hrlich zur Hauptversammlung zusammen. Der Verwaltungsrat besteht aus acht Personen, von denen sechs aus der Hauptversammlung gewĂ€hlt und zwei als Externe vorgeschlagen und durch die Hauptversammlung bestĂ€tigt werden. Ein GeneralsekretĂ€r leitet das TagesgeschĂ€ft.[4]

Der Verwaltungsrat setzt sich Stand Mai 2022 aus folgenden Personen zusammen (vertretene Organisationen in Klammern):[4]

  • Vorsitz: Alexandra Andhov
  • Stellv. Vorsitz: Marek Hudon
  • KassenfĂŒhrung: Anna Maria Romano (FISAC/CGIL Toskana)
  • Emilie Johann (Caritas Frankreich)
  • Rainer Geiger
  • Rachel Oliver (Positive Money)
  • Nadine Strauß
  • Patricia SuĂĄrez (AsociaciĂłn de Usuarios Financieros)

GeneralsekretÀr ist seit Januar 2017 Benoßt Lallemand.[5]

Nationale Partner

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Finance Watch hat nationale Partner in Deutschland (BĂŒrgerbewegung Finanzwende unter der Leitung von Gerhard Schick)[6] und in Frankreich.[7]

Budget im Vergleich zu dem der Banken

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Die Organisation verfĂŒgt ĂŒber ein Budget von 1,5 Millionen Euro jĂ€hrlich. Im Vergleich dazu betrĂ€gt das Budget der Finanzindustrie fĂŒr ihre 1.700 Lobbyisten in BrĂŒssel nach einer neuen Studie mindestens 120 Millionen Euro.[8]

Nach Angaben auf ihrer Webseite hat sich der Verein im Jahre 2016 durch folgende Quellen finanziert[9]:

Einzelnachweise

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  1. ↑ http://www.finance-watch.org/about-us/staff?staff_id=5
  2. ↑ Warum Finance Watch?
  3. ↑ Unterzeichner (Memento des Originals vom 8. August 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. 1 2 Governance & Funding. In: Finance Watch. 24. August 2018, abgerufen am 1. Mai 2022 (englisch).
  5. ↑ Benoüt Lallemand. In: Finance Watch. 9. August 2018, abgerufen am 1. Mai 2022 (englisch).
  6. ↑ Der Verein BĂŒrgerbewegung Finanzwende e.V. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 21. April 2021; abgerufen am 28. MĂ€rz 2021.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. ↑ Plateforme des membres et amis de Finance Watch en France. Finance Watch, 26. Juni 2019, abgerufen am 28. MĂ€rz 2021 (amerikanisches Englisch).
  8. ↑ „The fire power of the financial lobby“, herausgegeben vom Corporate Europe Observatory, der österreichischen Bundesarbeitskammer, BĂŒro BrĂŒssel (AK EUROPA) und dem ÖGB EuropabĂŒro, April 2014.
  9. ↑ Governance und Finanzierung. Finance Watch Website. Abgerufen am 13. MĂ€rz 2018.