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Fendi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Fendi S.r.l.
Logo
Rechtsform Società a responsabilità limitata
Gründung 1925
Sitz Rom, Italien Italien
Branche Mode, Luxusgüter
Website www.fendi.com

Fendi ist ein international tätiges italienisches Modeunternehmen, besonders bekannt für seine Pelzwaren, Handtaschen und sonstigen Lederwaren.

Fendi wurde 1925 als Handelsfirma für Pelze und Leder in Rom etabliert. Die weltweit renommierte Marke für Luxusgüter wird seit 1999 unter dem Dach des LVMH-Konzerns geführt.[1] Unter dem Markennamen Fendi werden unter anderem über ein weltweites Netz von fast 200 eigenen Boutiquen hochpreisige Bekleidung und Accessoires für Damen, Herren und Kinder sowie Pelze, Lederwaren, Uhren, Parfüm und Einrichtungsgegenstände angeboten. Der Deutsche Karl Lagerfeld war von 1965 bis zu seinem Tod im Februar 2019 Chef-Designer der Fendi-Damenkollektionen.

Sitz von Fendi in Rom, Palazzo della Civiltà Italiana

Die Geschichte des Modehauses begann 1918 mit der Eröffnung eines Geschäfts für Pelze und Lederwaren[2] in der Via del Plebiscito in Rom durch Adele Casagrande (1897–1978). Nach der Heirat Casagrandes mit Edoardo Fendi (1904–1960) im Jahr 1925 trafen die Eheleute die Entscheidung, das Unternehmen in Fendi umzubenennen. Dieses Datum gibt Fendi als Gründungsjahr des Unternehmens an.[3] Das Geschäft florierte und einige Jahre später, 1932, wurde ein neues Ladengeschäft in der Via Piave eröffnet. Das Ehepaar Fendi hatte fünf Töchter: Paola (* 1931), Anna (* 1931), Franca (1935–2022[4]), Carla (1937–2017) und Alda (* 1940), die 1946 nach dem Zweiten Weltkrieg allesamt in den elterlichen Betrieb einstiegen. 1955 veranstaltete Fendi die erste Pelz- und Lederwaren-Modenschau. 1964 erbte jede der Fendi-Töchter 20 % am elterlichen Unternehmen und sorgte fortan für einen eigenen Geschäftsbereich: Paola kümmerte sich um die Pelzkollektion, Anna um Lederwaren und Accessoires, Alda war für den Vertrieb zuständig, Franca für Werbung und die Kundenbeziehungen, und Carla Fendi koordinierte die Geschäftsführung.

Neu eröffnete Filiale in Düsseldorf (Oktober 2022)

Im Jahre 1965[5] verpflichteten die Fendi-Schwestern erstmals den deutschen Modeschöpfer Karl Lagerfeld als Designer, der zu der Zeit ein aufsteigender Stern am Pariser Modehimmel war und für Fendi das weltweit bekannte, umgekehrte FF-Logo (das sog. „Doppel-F“-Symbol bzw. „Zucca“-Logo) kreierte. Das Logo entwickelte sich schnell zu einem internationalen Status-Symbol und findet sich auf einer Vielzahl von Fendi-Produkten wie Handtaschen, Brieftaschen und Reisegepäck, aber auch auf Kleidungsstücken. Lagerfeld war bis zu seinem Ableben im Jahr 2019 bei Fendi als Modedesigner beschäftigt. Ab 1968 wurden zunächst der US-amerikanische und dann der japanische Markt erschlossen. Die erste US-Boutique eröffnete 1985 in Manhattan. Im Jahr 1969 präsentierte Fendi erstmals eine Pelz-Kollektion im Palazzo Pitti in Florenz. Diese „Haute Fourrure“ (dt. „Gehobene Pelzmode“, in Anlehnung an Haute Couture) war allerdings so teuer, dass die Fendi-Schwestern entschieden, im selben Jahr eine eigene Ready-to-wear-Kollektion für Pelzmode zu kreieren. 1977 wurde die Fendi-Damenmode lanciert,[6] welche in Folge um Accessoires und Parfums ergänzt wurde. Seit 1990 bietet Fendi auch Herrenmode an. 1983 wurde das sogenannte Pequin-Muster eingeführt, eine Anordnung von abwechselnd goldbraunen und dunkelbraunen, breiten Längsstreifen, die bis heute als Erkennungszeichen für Fendi dienen.

Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre geriet das Haus Fendi in eine Krise. Die Pelzkollektion entsprach nicht mehr der damaligen politischen Korrektheit, das Image des Hauses wurde durch unzählige Fälschungen der Produkte stark beschädigt, die Umsätze brachen ein. In Folge wurde das Konfektionskleidungs-Segment ausgebaut. Die von Silvia Venturini Fendi (* 4. August 1960), Tochter von Anna Fendi, 1987 lancierte jugendliche Zweitkollektion Fendissime für Damen wurde erweitert. Unter Venturini Fendis Führung wurde die komplett handgefertigte Selleria (deutsch Sattlerwaren) Lederwaren-Kollektion – ursprünglich von Adele Fendi 1938 lanciert und später vernachlässigt – wieder ins Leben gerufen. Die von Venturini Fendi 1999 entworfene Baguette-Handtasche wurde zum Synonym der Marke Fendi. Weitere Verkaufsschlager sind die von ihr designten Handtaschenmodelle Spy Bag (2005), B Fendi Bag (2006) und Peekaboo (2009). Die Fendi Casa Heimartikel- und Möbelkollektion wurde 1989 erschaffen.

Fendi-Boutique in Hongkong (2021)

Im Jahr 1999 verkauften die Fendi-Schwestern 51 % des Unternehmens für geschätzte 850 Millionen US-Dollar zu gleichen Teilen an den französischen Luxusgüterkonzern LVMH und das italienische Modeunternehmen Prada.[7] Ende 2001 übernahm LVMH den Anteil von Prada für 295 Millionen Euro und kaufte ab Mitte 2002 bis 2007 die verbleibenden Anteile der Fendi-Familienmitglieder, zuletzt die von Carla Fendi.[8] Der Umsatz lag 2001 bei 265 Millionen Euro, wovon 60 % durch Lederwaren generiert worden waren. Mit der Übernahme durch LVMH begannen umfangreiche Investitionen in das Unternehmen, vergebene Lizenzen wurden zurückgeholt, das Schuh-Segment wurde ausgebaut und die weltweite Expansion vorangetrieben. Dazu wurden in den folgenden Jahren unter anderem in London, Paris, New York City, Beverly Hills, Honolulu, Moskau, Dubai, Tokio, Osaka, Hongkong (2×) und Shanghai luxuriöse Fendi-Boutiquen als Aushängeschilder eröffnet.