f.
Die AbkĂŒrzung f. steht fĂŒr âfolgendâ bzw. wird heutzutage so erklĂ€rt. Das ist aber eine volksetymologische Umdeutung der schon im Mittelalter international gebrĂ€uchlichen ursprĂŒnglich neulateinischen AbkĂŒrzungen fĂŒr folio (Ablativ von folium) âauf der (nĂ€chsten) Seiteâ. Ihr Plural wird durch Verdopplung gebildet und als ff. geschrieben. Diese Verdoppelung war schon bei dieser und anderen neulateinischen AbkĂŒrzungen ĂŒblich.
Die AbkĂŒrzung steht meist nach einer Seitenzahl, Jahreszahl, in juristischen Texten auch nach der Angabe eines Paragraphen bzw. Artikels. Sie bedeutet, dass sich der Autor auf mehrere, unmittelbar aufeinanderfolgende Seiten, Paragraphen oder Jahre bezieht â beispielsweise beim Nachweis eines Zitats. Dabei entspricht die Angabe âSeite 40Â f.â exakt der Angabe âSeite 40 und 41â oder âSeite 40â41â, bezieht sich also auf genau zwei Seiten. Die Angabe âSeite 40Â ff.â bedeutet dasselbe wie âSeite 40 und mindestens die Seiten 41 und 42, eventuell noch weitere darauffolgende Seitenâ, bezieht sich also insgesamt auf mindestens drei Seiten.
WĂ€hrend in Ă€lteren wissenschaftlichen Publikationen, in denen zum Teil geringere AnsprĂŒche an die Exaktheit von Nachweisen gestellt wurden, die Angabe mittels âff.â ĂŒblich war (neben anderen veralteten Nachweisangaben wie âa. a. O.â oder âop. citâ), wird von ihrem Gebrauch u. a. in geisteswissenschaftlichen Arbeiten heute meist abgeraten. Stattdessen wird in der Regel empfohlen, eine exakte Erstreckung von Seiten, Paragraphen, Daten etc. anzugeben: statt âvgl. S. 139 ff.â also z. B. âvgl. S. 139â145â.
Laut Duden steht zwischen Zahl und f. bzw. ff. ein Leerzeichen und nach den AbkĂŒrzungen jeweils ein Punkt.[1] In der Buchtypographie wird dafĂŒr traditionell ein schmales Leerzeichen verwendet. In der elektronischen Textverarbeitung ist ein geschĂŒtztes Leerzeichen zu setzen, das den Zeilenumbruch an dieser ungeeigneten Stelle unterbindet. In der wissenschaftlichen Praxis, in der Quellenangaben mittels f. hĂ€ufig vorkommen, findet man die Verwendung von f. und ff. auch ohne Leerzeichen und ohne AbkĂŒrzungspunkt.
Viele Menschen erklĂ€ren das KĂŒrzel ff. auch als AbkĂŒrzung fĂŒr âfortfolgendeâ, aber dieses Wort ist in keinem Wörterbuch zu finden, da es anscheinend nur zur volksetymologischen ErklĂ€rung dieser ursprĂŒnglich neulateinischen AbkĂŒrzung benutzt d. h. erfunden wurde. Eine Verdopplung des Endbuchstabens, um den Plural des abgekĂŒrzten Wortes anzudeuten, war bei neulateinischen AbkĂŒrzungen ĂŒblich und ist durchaus auch bei deutschen gebrĂ€uchlich. Andere Beispiele sind Jgg. fĂŒr âJahrgĂ€ngeâ, Mss. fĂŒr âManuskripteâ, cett. fĂŒr âceteraâ, §§ fĂŒr Paragraphen, Artt. fĂŒr Artikel oder sqq. fĂŒr âsequentiaâ.