Edikt von Roussillon
Das Edikt von Roussillon aus dem Jahr 1564 legte den Jahresbeginn in Frankreich auf den 1. Januar fest.
Auf einer seiner Reisen durch das Land stellte König Karl IX. fest, dass der Jahresbeginn in Frankreich je nach Diözese unterschiedlich festgelegt war: im Erzbistum Lyon war es Weihnachten, im Erzbistum Vienne â wenige Kilometer weiter â der 25. MĂ€rz. Andere Daten waren der bereits im Römischen Reich ĂŒbliche 1. MĂ€rz und Ostern. Die abweichenden Regelungen erzeugten nicht nur in der damaligen Zeit Verwirrung; sie wirken als Unsicherheit zu historischen Jahreszahlen bis heute fort.
Nachdem er den Jahresbeginn fĂŒr das gesamte Land vereinheitlicht hatte, fĂŒgte er einem Edikt, das er Anfang Januar 1563 in Paris erlassen hatte, vier Artikel (Nr. 39 bis 42) hinzu, die er am 9. August 1564 in Roussillon verkĂŒndete: der Jahresbeginn wurde im Artikel 39 nun auf den 1. Januar festgesetzt:
âVoulons et ordonnons quâen tous actes, registres, instruments, contracts, ordonnances, Ă©dicts, tant patentes que missives, et toute escripture privĂ©, lâannĂ©e commence doresĂ©navant et soit comptĂ©e du premier jour de ce moys de janvier. DonnĂ© Ă Roussillon, le neufiesme lour dâaoust, lâan de grace mil cinq cens soixante-quatre. Et de notre rĂšgne de quatriesme. Ainsi signĂ© le Roy en son Conseilâ SĂ©bastien de LâAubespine.
Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Les Edicts et ordonnances des tres-chrestiens roys, François I. Henry II. François II. Charles IX. Henry III. Henry IV. & Louys XIII. Jean & Estienne Richer, Paris 1627, online bei gallica.bnf.fr (französisch).