Zum Inhalt springen

Dragster

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Dragster sind Fahrzeuge, die speziell fĂŒr das Drag Racing (Beschleunigungsrennen) konstruiert oder modifiziert wurden. Dragster werden von großvolumigen, meist aufgeladenen Motoren mit bis zu einigen tausend PS bzw. kW Leistung angetrieben, die ĂŒber sehr breite AntriebsrĂ€der auf den Drag Strip gebracht wird. Im engeren Sinn werden nur Rennwagen als Dragster, MotorrĂ€der hingegen als Drag Bikes bezeichnet. Die klassische Renndistanz betrĂ€gt eine viertel Meile, was 1320 Fuß bzw. 402,34 Metern entspricht. Eine Ausnahme bildet hier die Klasse Top Fuel, bei der die gewertete Strecke aus SicherheitsgrĂŒnden auf 1000 ft (304,8 m) verkĂŒrzt wurde.

Startender Top Fuel Dragster. Fahrerin: Anita MÀkelÀ (Finnland) (D, 2019)
Top Fuel Funny Cars: John Force vs Scotty Cannon (USA, 2002)

Dragster haben ihren Ursprung in den USA. Die in Europa geltenden Regeln der FIA fĂŒr die Profiklassen wurden weitgehend von der US-amerikanischen NHRA ĂŒbernommen. In den Profiklassen sind als Antrieb ausschließlich Stockblock-Motoren, konventionelle Achtzylinder-OHV-Motoren mit untenliegender Nockenwelle und zwei Ventilen pro Zylinder erlaubt, wie sie in den 1960er und 1970er Jahren in amerikanischen Sportwagen oder Muscle Cars verbaut wurden. Aufgeladene Motoren haben etwa 8 Liter Hubraum, Saugmotoren zum Teil mehr als 14 Liter. Die Motoren sind im Vergleich zu modernen Rennmotoren verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig langhubig ausgelegt. Dadurch liefern sie bereits bei niedrigen Drehzahlen ein hohes Drehmoment, die Höchstdrehzahl liegt bei etwa 8000 bis 9000 Umdrehungen pro Minute. Die enormen Leistungen werden im Wesentlichen durch Aufladung mittels mechanischer Lader sowie durch die Verwendung spezieller Kraftstoffe wie Methanol oder Nitromethan erzielt.

Blick ins Cockpit eines historischen Dragsters
Competition Eliminator

Super Comp / Quick Rod

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fahrzeuge der Klasse Super Comp (Quick Rod bei Nicht-NHRA- oder FIA-Veranstaltungen) sind speziell fĂŒr das Drag Racing konstruiert. Jeder Automotor ist als Antrieb erlaubt, zwecks Aufladung können Turbolader und Roots-Typ-Kompressoren eingesetzt werden. Die Motoren dĂŒrfen mit Benzin, Benzin-Alkohol-Gemisch, Methanol oder Lachgas betrieben werden. Das Mindestgewicht der Rennwagen ist abhĂ€ngig von der Klasse und von der Zylinderzahl. Je höher die Klasse, desto geringer das Mindestgewicht, je höher die Zylinderzahl, desto höher das Mindestgewicht. FĂŒr diese Klasse wird ein Zeitindex von 8,90 s fĂŒr die Viertelmeile vorgegeben.

Competition Eliminator

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die höchste Amateurklasse ist Competition Eliminator. Es sind sĂ€mtliche Bauarten von Fahrzeugen erlaubt, sowohl Dragster mit langem Radstand als auch Roadster oder Doorslammer, Fahrzeuge mit funktionstĂŒchtigen TĂŒren. Die Dragster Ă€hneln mit ihrem langen Radstand den Dragstern der Profi-Teams, wĂ€hrend die sogenannten Altereds mit einer speziell angefertigten oder stark modifizierten Karosserie aufwarten. Das Mindestgewicht der Dragster betrĂ€gt fĂŒr V8-Motoren 612 kg, fĂŒr 6-Zylinder-Motoren 454 kg und fĂŒr 4-Zylinder-Motoren 386 kg. Die Mindestgewichte der Altereds sind um einige hundert Kilogramm höher. Eine typische Motorisierung ist etwa ein aufgeladener V8-Motor mit 4,6 l Hubraum. Die stĂ€rksten Fahrzeuge leisten bis zu 1500 PS. Aufgrund des vergleichsweise geringen Gewichtes sind in dieser Klasse Viertelmeilenzeiten unter sieben Sekunden möglich, wobei ĂŒber 300 km/h erreicht werden.

Pro Stock von Bengt Ljungdahl (Schweden) beim Burnout

Die Klasse Pro Stock (PRO) ist reserviert fĂŒr zweitĂŒrige Coupes, deren Karosserieform höchstens 15 Jahre alten Fahrzeugen aus der Serienproduktion nachempfunden ist. Es handelt sich um reine Rennfahrzeuge auf Gitterrohrrahmen, die TĂŒren mĂŒssen aber wie bei dem entsprechenden Serienfahrzeug funktionstĂŒchtig sein. In der Pro-Stock-Klasse mĂŒssen Karosserieform und Benzinmotor aus demselben Herstellerkonzern stammen, es sind konventionelle Achtzylinder-OHV-Saugmotoren mit untenliegender Nockenwelle und zwei Ventilen pro Zylinder erlaubt. Somit sind besondere Treibstoffe oder Aufladungen nicht erlaubt. Der maximale Hubraum betrĂ€gt 500 cui (8193 cmÂł), das Mindestgewicht 1.066 kg inklusive Fahrer. Nach den Regeln der IHRA in den USA sind bis zu 800 cui bzw. ĂŒber 13 Liter Hubraum erlaubt. Bei Drehzahlen von etwa 8.000 bis 10.000/min leisten die Motoren bis zu 1.400 PS und ermöglichen Viertelmeilenzeiten unter 7 Sekunden bei Endgeschwindigkeiten von ĂŒber 320 km/h.

FIA Pro Modified Car. Fahrer: Marck Harteveld (Niederlande)

Die Klasse Pro Mod (PM) stellt die schnellste und spektakulĂ€rste Klasse von Fahrzeugen mit funktionstĂŒchtigen TĂŒren (Doorslammer) dar. Der Name fĂŒr die Klasse wurde erst Anfang der 1990er Jahre geprĂ€gt, die Karosserieformen basieren jedoch zum Teil auf Fahrzeugen aus den 1930ern oder auch auf Pick-Up-Trucks. Zudem werden auch Ă€ltere Pro-Stock-Rennwagen aufgerĂŒstet, wenn etwa deren Zulassung auslĂ€uft oder ein noch leistungsstĂ€rkeres Fahrzeug aufgebaut werden soll. An der Karosserie sind weitestgehende Modifikationen wie Absenkung des Daches, VerlĂ€ngerung oder Verbreiterung sowie Spoiler erlaubt. Das zugrundeliegende Original muss jedoch erkennbar bleiben. In Verbindung mit fantasievollen Lackierungen entstehen so spektakulĂ€re Rennwagen[1], die zudem ĂŒber eine enorme Leistung verfĂŒgen. Bei der Verwendung von Saugmotoren sind ein maximaler Hubraum von 14.748 cmÂł (900 cui) sowie Lachgaseinspritzung zugelassen. Das Mindestgewicht betrĂ€gt 1.065,9 kg (minus 11,3 kg fĂŒr Fahrzeugmodelle Ă€lter als Jahrgang 1959, plus 11,3 kg fĂŒr Fahrzeugmodelle jĂŒnger als Jahrgang 2000). Werden durch Kompressoren aufgeladene Methanol-Motoren verwendet, zu erkennen an dem aus der Motorhaube ragenden Lufteinlass, ist der Hubraum auf 8.636 cmÂł (527 cui) begrenzt. Bei der Verwendung von Turboaufladung betrĂ€gt der maximale Hubraum 10.651,5 cmÂł (650 cui). Das Mindestgewicht fĂŒr aufgeladene Fahrzeuge betrĂ€gt 1.224,4 kg. In jedem Fall mĂŒssen die Motoren traditioneller US-amerikanischer Bauweise entsprechen, V8 mit unten liegender Nockenwelle und zwei Ventilen pro Zylinder. Die in der Pro Mod-Klasse zum Einsatz kommenden Motoren leisten ĂŒber 2.500 PS. Auf der Viertelmeile werden nach gut 6 Sekunden Endgeschwindigkeiten von ĂŒber 350 km/h erreicht.

Top Methanol Dragster (vorne) und Top Methanol Funny Car (hinten) − „roll back“ nach dem Burn-out
Top Methanol Funny Car mit hochgeklappter Karosserie (einteiliger Kunststoff-Abguss)

Top Methanol ist die zweithöchste Kategorie, hier treten zwei Bauformen gegeneinander an: Dragster und Funny Cars. Die Fahrzeuge in dieser Klasse mĂŒssen ĂŒber ein vom Fahrer betĂ€tigtes Getriebe (3 GĂ€nge) verfĂŒgen.

Top Methanol Dragster

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrzeuge mit langem Radstand werden als Top Methanol Dragster (TMD) bezeichnet. Der Hubraum von Dragstern ohne Kompressor ist auf 7.472,5 cmÂł (456 cui) begrenzt, das Mindestgewicht auf 963,6 kg. Allerdings können diese Rennwagen mit Nitromethan betrieben werden. FĂŒr Fahrzeuge mit Roots-Kompressor ist der Hubraum auf 8.652,3 cmÂł (528 cui), das Mindestgewicht auf 895,6 kg begrenzt. FĂŒr Fahrzeuge mit Schraubenkompressor lauten die Werte 7.636,3 cmÂł (466 cui) respektive 929,6 kg. Aufgeladene Motoren mĂŒssen mit Methanol betrieben werden. Als Antrieb kommen ausschließlich konventionelle Achtzylinder-OHV-Viertaktmotoren mit untenliegender Nockenwelle und zwei Ventilen pro Zylinder zum Einsatz, deren Design meist auf dem des Chrysler Hemi-Motor basiert. Mit den erlaubten Modifikationen leisten die V8-Motoren 2500 bis 3500 PS. Top Methanol Funny Cars und Dragster legen die Viertelmeile in weniger als sechs Sekunden zurĂŒck und erreichen bei der Zieldurchfahrt Geschwindigkeiten von 350 bis 400 km/h.

Top Methanol Funny Car

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fahrgestelle sind Spezialanfertigungen aus Gitterrohr. Top Methanol Funny Cars (TMFC) sind Rennwagen mit NormallĂ€nge und aufgesetzter Kunststoffkarosserie, deren Design meist an das amerikanischer Sportwagen angelehnt ist. Die Motoren werden mit Methanol betrieben und leisten etwa 2.500 bis 3.000 PS. Der maximal zulĂ€ssige Hubraum sowie das Mindestgewicht hĂ€ngen von dem verwendeten Kompressortyp ab und betragen 9.258,7 cmÂł (565 cui) bzw. 998 kg fĂŒr Fahrzeuge mit Roots-Typ-Kompressor und 8.652,3 cmÂł (528 cui) bzw. 1.043,3 kg fĂŒr Fahrzeuge mit Schraubenkompressor.

Unbestrittene Königsklasse sind die Fahrzeuge der Top-Fuel-Klasse, auch hier wird in den Kategorien Funny Cars (FC) und Top Fuel Dragster (TF) gestartet. Hier wird nicht mehr manuell geschaltet, sondern ein vorher eingestelltes Kupplungs-Setup ĂŒbernimmt die KraftĂŒbertragung.

Top Fuel Dragster

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Burnout eines Top Fuel Dragsters am Hockenheimring
HinterrÀder, Wheeliebar und Bremsschirme eines Top Fuel Dragsters

Die Fahrgestelle der Top Fuel Dragster (TF) sind Spezialanfertigungen aus Gitterrohr mit einem Radstand von etwa 7,60 m. Nachdem sich mehrfach Dragster bei hohen Geschwindigkeiten nach hinten ĂŒberschlagen hatten, wurde auch hier die bei den anderen Klassen bereits ĂŒbliche Wheeliebar am Fahrzeugheck vorgeschrieben.

Die Motoren werden mit einem Gemisch aus 85–90 % Nitromethan und 15–10 % Methanol betrieben. Der Hubraum ist auf 8.193,5 cmÂł (500 cui) begrenzt. Zum Einsatz kommen ausschließlich Stockblock-Motoren, konventionelle Achtzylinder-OHV-Viertaktmotoren mit untenliegender Nockenwelle und zwei Ventilen pro Zylinder. Die meisten Teams verwenden die Aluminium-Replika des bewĂ€hrten 426 Chrysler Hemi-Motor aus den 1960er Jahren. Der Motorblock hat im Gegensatz zum Serienpendant jedoch keine KanĂ€le fĂŒr KĂŒhlflĂŒssigkeit, da die VerdunstungskĂ€lte des Kraftstoffes wĂ€hrend der kurzen Betriebsdauer zur KĂŒhlung ausreicht. Zudem erhöht dies die Festigkeit des Motorblocks. Zylinderköpfe, Pleuel und die Kurbelwelle sind Spezialteile aus hochfesten Werkstoffen. Um das Gewicht der oszillierenden Massen, etwa der Pleuel, möglichst gering zu halten, wird auch das sehr leichte Titan verwendet. Zwei oder drei ZĂŒndkerzen pro Zylinder werden von einer HochleistungszĂŒndanlage mit Spannung versorgt. Bereits zur HĂ€lfte des Laufes dieselt der Motor, das heißt das Gemisch entzĂŒndet sich an den extrem heißen Auslassventilen von selbst. Die Motoren werden nahe der mechanischen Belastungsgrenze betrieben, nach jedem Lauf wird der Motor komplett zerlegt und untersucht. Schadhafte Teile wie Lager, Pleuel oder Kolben werden ausgetauscht. Der Kompressor verdichtet pro Sekunde mehr als 1 mÂł Luft und presst die Ansaugluft mit einem Überdruck von bis zu 5 bar in die BrennrĂ€ume. Das Nitromethan wird nicht vergast, sondern flĂŒssig in die BrennrĂ€ume eingespritzt. Bei Vollgas werden die Motoren nahe der hydraulischen Sperre betrieben. Über das VerhĂ€ltnis von Nitromethan zu Ansaugluft wird die Leistung so eingestellt, dass die RĂ€der gerade noch nicht durchdrehen.

Top Fuel Funny Car

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Top Fuel Funny Car

Die Fahrgestelle sind Spezialanfertigungen aus Gitterrohr. Funny Cars und Top Fuel Dragster unterscheiden sich im Prinzip nur durch die Konstruktion des Fahrgestells und die Form der Karosserie. Funny Cars haben NormallĂ€nge, der Motor sitzt vor dem Fahrer. Das Design der aufgesetzten Kunststoffkarosserie ist meist an das US-amerikanischer Sportwagen angelehnt. Funny Cars haben aufgrund des kurzen Radstandes ein besonders kritisches Fahrverhalten. Als Motoren kommen, ebenso wie bei den Top Fuel Dragstern, ausschließlich Stockblock-Motoren mit einem Hubraum von 8.193,5 cmÂł (500 cui) zum Einsatz. Die technischen Spezifikationen sowie die Leistungsdaten sind die gleichen. Aufgrund des etwas höheren Fahrzeuggewichtes liegen die Zeiten der Funny Cars geringfĂŒgig ĂŒber denen der Top Fuel Dragster.

Die schnellsten Zeiten werden mit Top Fuel Dragstern erzielt, die Top Fuel Funny Cars sind etwa zwei Zehntel lĂ€nger unterwegs. Bei den Endgeschwindigkeiten liegen jedoch seit einigen Jahren die Funny Cars vorn. Rekorde sind nur unter gĂŒnstigen Ă€ußeren Bedingungen möglich, da Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Luftdruck deutliche Auswirkungen auf die Leistung der Motoren haben und die Streckentemperatur die Haftung der Reifen beeinflusst. Eine Zeit wird nur dann als Rekord anerkannt, wenn sie noch in derselben Veranstaltung mit einer weiteren Zeit bestĂ€tigt wird, die eine maximale Abweichung von 1 % haben darf.

Diese so genannte „1-Prozent-Regel“ wurde inzwischen – auf Grund der inzwischen enormen ZuverlĂ€ssigkeit der Messsysteme – aus dem Reglement gestrichen: 2016 bei der NHRA,[2] und 2019 bei der FIA.[3]

Am 12. November 2006 verbesserte NHRA-Pilot Tony Schumacher auf dem Auto Club Raceway in Pomona den ET-Rekord ĂŒber die Viertelmeile auf 4,428 s und erreichte dabei eine Endgeschwindigkeit von 527,83 km/h.[4] DarĂŒber hinaus stellte Tony Schumacher am 13. August 2005 auf dem Brainerd International Raceway mit seinem Top Fuel Dragster auch den Geschwindigkeitsrekord ĂŒber die Viertelmeile auf. Er erreichte 337,58 mph (543,28 km/h) nach einer Zeit von 4,446 s.[5]

Die Rekorde der US-amerikanischen International Hot Rod Association (IHRA)[6] sind etwas langsamer. Die Rekorde in Australien[7] werden teils von US-Amerikanern gehalten. In Europa erzielten EuropÀer die Bestleistungen mit 4,572 Sekunden (Andy Carter, Santa Pod, September 2010) sowie 510,26 km/h (Risto Poutiainen, Santa Pod, Mai 2011).[8]

EuropÀische Teams sind trotz nur weniger Starts auch in den USA erfolgreich. Den NHRA-Rekord der Top Alcohol Funny Cars hat der Schwede Jonnie Lindberg am 29. MÀrz 2015 in Concord, North Carolina auf 5,361 s gesenkt. Sein Bruder Johan gewann 2017 seinen ersten NHRA-Pokal.

Die europÀischen Bestmarken (FIA) auf der, nicht mehr gefahrenen, Viertelmeile halten der Brite Andy Carter mit 4,572 Sekunden (Sept. 2010, Santa Pod/UK) und der Finne Risto Poutiainen mit 510,26 km/h (Mai 2011, Santa Pod/UK).[9]

Nach dem tödlichen Unfall von Scott Kalitta 2008 verkĂŒrzte die NHRA die Renndistanz der Top-Fuel-Klassen auf 1.000 Fuß (304,80 m) um SchĂ€den an Motoren und Reifen zu verringern und eine etwas lĂ€ngere Auslaufstrecke zu haben. Der ET-Rekord wurde am 8. Oktober 2012 von Antron Brown auf 3,701 s verbessert.[10] Spencer Massey erreichte am 23. August 2015 mit einem Top Fuel Dragster eine Rekordendgeschwindigkeit von 332,75 mph (535,51 km/h).[11] Am 17. September 2011 unterbot erstmals ein Top Fuel Funny Car die Vier-Sekunden-Marke.[12]

Mit Brittany Force und Leah Pritchett ĂŒbernahmen erstmals 2016 zwei Frauen die Rekorde in der Klasse Top Fuel und verbesserten sie im FrĂŒhjahr 2017: zuerst Pritchett mit 3,658 s, spĂ€ter Force mit 333,66 mph. Matt Hagan setzte am 20. Mai 2017 in Topeka in einem Lauf gleich zwei neue Bestwerte in der Kategorie Funny Car: 3,802 s und 338,85 mph (545,33 km/h). Damit ĂŒberbot er auch den 2005 noch auf der Viertelmeile gesetzten Geschwindigkeitsrekord.

Am 1. September 2025 erzielte Brittany Force bei den Cornwall Tools U. S. Nationals (Lucas Oil Indianapolis Raceway Park) die bisher höchste Geschwindigkeit. Bei ihrem Erstrunden-Sieg gegen Ida Zetterström erreichte Force eine Zeit von 3,69 Sekunden und erzielte auf den letzten 20 Metern eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 343,51 mph (552,83 km/h). Damit stellte sie einen neuen NHRA-Rekord auf. [13]

Am 21. September 2026 stellte Shawn Langdon bei den Dodge Great Lakes Nationals in Martin (Michigan), im Halbfinale einen neuen Geschwindigkeitsrekord fĂŒr die Endgeschwindigkeit (gemessen auf den letzten 20 Metern) von 346,95 mph (558,36 km/h) auf. Im Finale bestĂ€tigte er diesen Wert mit 346,15 mph (557,07 km/h) – was einer Abweichung von 0,24 % gegenĂŒber dem neuen Rekord entsprach – und erfĂŒllte damit die NHRA-Vorgabe, wonach ein Rekord zur Anerkennung im darauffolgenden Lauf innerhalb einer Toleranz von einem Prozent bestĂ€tigt werden muss. [14]

Die europĂ€ische Bestzeit ĂŒber 1.000 ft wird gegenwĂ€rtig (Stand September 2025) von der schwedisch-finnischen[15] TF-Dragster Pilotin Ida Zetterström mit 3,773 Sekunden gehalten, erzielt auf dem Santa Pod Raceway (UK) im Mai 2023. Sie erzielte bei der gleichen Veranstaltung auch den bis jetzt höchsten Topspeed mit 516,62 km/h (321,01 mph).[16]

Am 23. September 2023 erreichte Mike Salinas als erster Fahrer eine Geschwindigkeit von 300 mph bei Erreichen der 1/8-Meilen-Marke. Er fuhr ab da 2,936 Sekunden mit einer ansteigenden Geschwindigkeit von 300,80 mph (484,09 km/h) bis zu einer Endgeschwindigkeit von 338,00 mph (543,96 km/h) bei einer Gesamtlaufzeit von 3,647 Sekunden. Er erreichte dieses Ergebnis wÀhrend der XV Betway Carolina Nationals auf dem Charlotte Motor Speedway.[17]

Zu Showzwecken werden oft Jet-Dragster vorgefĂŒhrt, die von Strahltriebwerken aus ausrangierten Kampfjets oder Gasturbinen aus Hubschraubern angetrieben werden. Die Umrechnung der Schubkraft in Leistungen von 10.000 bis 25.000 PS ist bei stehendem Start jedoch wenig aussagekrĂ€ftig. Jet-Dragster passen in keine Motorsportklasse und sind nicht von der FIA reglementiert. Auch aus SicherheitsgrĂŒnden werden mit ihnen keine Wettrennen veranstaltet. Die in den ShowlĂ€ufen erzielten Zeiten liegen zum Teil deutlich hinter denen der Top Fuel Dragster zurĂŒck, da fĂŒr diese „Show-Runs“ nicht die volle Leistung abgerufen wird, um bei einem eventuellen technischen Problem nicht die Bahn (und den regulĂ€ren Rennablauf) zu beeintrĂ€chtigen. Die schnellste Zeit, die je mit einem Jet-Dragster ĂŒber die Viertelmeile gefahren wurde, erzielte Sammy Miller 1984 mit 3,58 Sekunden auf dem Santa Pod Raceway in England. Dieses Resultat ist heute noch der absolute Drag-Racing-ET-Weltrekord (ET = elapsed Time).[18]

Wiktionary: Dragster – BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Golden Vette Drag Race Team Switzerland Archivierte Kopie (Memento vom 26. September 2013 im Internet Archive)
  2. ↑ NHRA alters format for setting national records - NHRA no longer requires one percent backup runs to uphold national records. In: motorsport.com. 11. Februar 2016, abgerufen am 25. Oktober 2026 (englisch).
  3. ↑ European Drag Racing News. Abgerufen am 10. September 2024.
  4. ↑ No WAY! Tony Schumacher Takes it All. fastmachines.com, 12. November 2006, archiviert vom Original am 23. MĂ€rz 2007; abgerufen am 14. Juni 2011 (englisch).
  5. ↑ Schumacher, Medlen, Warren Johnson and Tonglet are Qualifying Leaders. dragracecentral.com, 25. August 2005, abgerufen am 12. Juni 2011 (englisch).
  6. ↑ Archivlink (Memento vom 22. Juni 2011 im Internet Archive) TOP FUEL DRAGSTER CLAY MILLICAN ROCKINGHAM Oct-05 4.484 – TOP FUEL DRAGSTER CLAY MILLICAN BUDDS CREEK Sep-07 328.14
  7. ↑ www.andra.com.au/images/stories/ANDRA/PDF/records/natrec300511pdf.pdf (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  8. ↑ europeanbests 2011. In: eurodragster.com. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
  9. ↑ europeanbests 2019. In: eurodragster.com. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
  10. ↑ Archivlink (Memento vom 16. Juni 2011 im Internet Archive)
  11. ↑ Archivlink (Memento vom 29. Mai 2016 im Internet Archive)
  12. ↑ FC 3.995 09/17/11 Matt Hagan – Christiansburg, VA Concord, NC
  13. ↑ Monday News & Notes from the Cornwell Quality Tools NHRA U.S. Nationals. 1. September 2025, abgerufen am 1. September 2025 (englisch).
  14. ↑ Langdon, Vandergriff, Coughlin, and Hall claim inaugural Michigan titles. 21. September 2026, abgerufen am 23. September 2026 (englisch).
  15. ↑ Standings. 22. Januar 2015, abgerufen am 2. November 2022 (englisch).
  16. ↑ europeanbests 2023. In: eurodragster.com. Abgerufen am 25. Oktober 2026.
  17. ↑ SALINAS MAKES HISTORY WITH FIRST 300 MPH 1/8-MILE PASS TO SECURE TOP SPOT AT CAROLINA NATS | Competition Plus. 24. September 2023, abgerufen am 3. September 2025 (amerikanisches Englisch).
  18. ↑ Sammy Miller - British Drag Racing Hall of Fame. Abgerufen am 14. Dezember 2022.