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Der Patrizier

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Der Patrizier
Entwickler DeutschlandDeutschland Ascon (spÀter Ascaron)
Plattform Amiga, DOS, Windows und Webbrowser
Genre Wirtschaftssimulation
Spiele
(erster Teil, 1992)
→ Der Patrizier
(letzter Teil, 2011)
→ Patrizier Online

Der Patrizier ist eine Spielereihe von Wirtschaftssimulationen. Es gibt drei Serienteile. Da die Erweiterung Patrizier 2: Aufschwung der Hanse international als Patrician III: Rise of the Hanse vermarktet wurde, entfÀllt der dritte Teil im deutschsprachigen Raum und es wurde mit Patrizier 4 weitergezÀhlt.

Der Patrizier verfĂŒgt ĂŒber Handels-, Politik- und Rollenspielanteile, die mit einem fĂŒr den Erscheinungszeitpunkt erheblichen Aufwand umgesetzt worden sind.[1] Ziel des Spiels ist es, als Krönung einer erfolgreichen wirtschaftlichen Laufbahn der Eldermann (oberster Vorsitzender der Hanse) zu werden. Dazu muss das notwendige Ansehen beim Volk und in der Politik in den verschiedenen HansestĂ€dten gewonnen werden, zum Beispiel durch Spenden, Gildenmitgliedschaften, Vergabe zinsgĂŒnstiger Kredite, Lieferung knapper Waren oder die Abwehr von Piraten.

Das Spiel verfĂŒgt ĂŒber eine ausgereifte KI. So reagiert es z. B. auf die Handelsaktionen der Spieler und simuliert Angebot und Nachfrage entsprechend. Wer sich als Spieler z. B. ausschließlich auf festen Routen bewegt oder auf den Handel mit LuxusgĂŒtern beschrĂ€nken möchte, bewirkt einen SĂ€ttigungseffekt am Markt und wird dadurch gezwungen, seine Strategie anzupassen.[2] Das Spiel ist insofern nicht ĂŒber lĂ€ngere Zeit mit der gleichen Handelsstrategie zu meistern. Die britische Zeitschrift AUI stellt vielmehr klar, in Anbetracht der KomplexitĂ€t des Spiels solle man als KĂ€ufer besser nicht abgeneigt sein, bei Gelegenheit auch einmal zu Stift und Papier zu greifen, um die Wirtschaftlichkeit der eigenen Strategie auch zu prĂŒfen.[3]

Aufbereitung historischer Ereignisse

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Der Patrizier zeichnet sich durch eine fĂŒr ein Computerspiel sehr fundierte Aufbereitung der realen historischen Gegebenheiten des Spielthemas aus; die Zeitschrift Powerplay spricht sogar von einem „Musterbeispiel historischer Recherche“ und verweist auf die historisch richtig wiedergegebenen Fakten in den Kernelementen des Spiels (Warenangebot in den StĂ€dten, Namen wichtiger Personen, korrekt ĂŒbernommene Daten von Seuchen, BrĂ€nden und Hungersnöten) ebenso wie in kleinen Spieldetails (z. B. eine authentische Speisenreihenfolge in der Ratsversammlung).[4] Dem Spiel lag neben dem Handbuch noch ein zweites Buch mit einem Abriss des geschichtlichen Hintergrundes des Spiels bei.

Das Spiel schnitt in der deutsch- und englischsprachigen Fachpresse fast durchweg positiv ab. Spielspaß, Grafik und Bedienung wurden mit durchschnittlich 80 % bewertet. Von der Zeitschrift Amiga Joker gab es den Hit-Award.[2] Lediglich die Vertonung wurde mehrfach als zu eintönig kritisiert.[4][5][6]

Einzelzitate:

  • „
 so und nicht anders muss eine Handelssimulation aussehen 
“ (Zeitschrift Amiga Power)[2]
  • „Complex, involving, and addictive.“ (Zeitschrift Amiga Format)[5]
  • „
 it's actually a challenge to make money rather than just a process of the game 
 it's trade-tastic, mate!“ (Zeitschrift The One Amiga)[7]

Im November 2000 veröffentlichte Ascaron die Fortsetzung Patrizier 2 (Untertitel: Geld & Macht). Im Gegensatz zum VorgĂ€nger prĂ€sentiert sich Patrizier 2 zeitgemĂ€ĂŸ in isometrischer 2D-Perspektive, in Echtzeit und mit Netzwerk-Mehrspielermodus. Spielprinzip und -ziel sind fast gleich, jedoch unterscheidet es sich deutlich vom VorgĂ€nger durch die Verlegung des Schwerpunktes vom reinen Handel auf Handel mit Aufbau-Charakter; beispielsweise ist nun der Bau von Manufakturen und anderen GebĂ€uden möglich.

Der Hersteller veröffentlichte im Oktober 2001 eine Erweiterung mit dem Titel Aufschwung der Hanse. Die grĂ¶ĂŸte Änderung ist laut der Website Gamershell ein Online-Mehrspielermodus.[8] IGN schreibt von Optimierungen und kleinen Erweiterungen, die zusammengenommen die Spielmechanik erheblich erweiterten oder verbesserten.[9] Außerdem wurde z. B. ein Karteneditor programmiert oder neue StĂ€dte hinzugefĂŒgt.[10] Da der Verleger das Add-on außerhalb des deutschsprachigen Raums als Patrician 3 zum Vollpreis vermarktete, bewertete beispielsweise das amerikanische Spielemagazin Computer Gaming World die Erweiterung schlechter als Patrizier 2. Da sich im Vergleich zum zweiten Teil nur wenig geĂ€ndert habe, gebe es keinen zwingenden Grund, das Spiel zum Vollpreis zu erwerben.[11]

Außerdem gibt es noch Patrizier 2 Gold, das nur eine Verkaufsversion ist, die es z. B. in Computer Bild Spiele gab. Die Gold-Edition wird jedoch auch von Distributoren, welche sich auf den Niedrigpreissektor spezialisiert haben, vertrieben. In dieser Edition gibt es noch weitere Extras.

Im September 2010[12] erschien Patrizier 4, das erste Spiel des 2009 neugegrĂŒndeten Spieleentwicklers Gaming Minds. Veröffentlicht wurde das Spiel durch Kalypso Media, welche ebenfalls 2009 nach der Insolvenz von Ascaron mehrere Mitarbeiter und die Markenrechte einiger Spiele dieses Unternehmens ĂŒbernommen bzw. erworben und daraufhin eine Fortsetzung der Patrizier-Reihe angekĂŒndigt hatte.[13]

Die Benennung des eigentlich erst dritten Teils als Patrizier 4 rĂŒhrt daher, dass das Add-on zum VorgĂ€nger Patrizier 2 international als Patrician 3 veröffentlicht worden war.

Im Vergleich zum VorgĂ€nger Ă€nderte sich am grundlegenden Spielprinzip wenig, allerdings wurden neue Schiffe und Waren hinzugefĂŒgt, andere Warentypen wurden entfernt. Des Weiteren ist es jetzt möglich, Forschung zu betreiben, welche zwingend notwendig ist, wenn man die höheren Schiffstypen (Holke, Flusskoggen, Hansekoggen, Kraveele), grĂ¶ĂŸere Werften nutzen sowie Effizienzsteigerungen in Handel und Produktion haben möchte.

Wenn der Computer des Nutzers mit dem Internet verbunden ist, dann ist es notwendig, dass man sich mit einem Kalypsonutzerkonto anmeldet.

Patrizier Online

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FĂŒr das FrĂŒhjahr 2011 kĂŒndigte Kalypso Media den Start von Patrizier Online als kostenloses Browsergame an. Diese MMO-Version des Spiels ermöglichte das Spielen gegen viele reale Mitspieler. Hierbei wurde KI durch die realen Spieler ersetzt, die den Markt mit Angebot und Nachfrage bestimmten. Ebenso wurden politische Strukturen und Allianzen von den Mitspielern erzeugt. Die Online-Version wurde allerdings bereits im Dezember 2012 wieder eingestellt.[14]

Einzelnachweise

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  1. ↑ SpielĂŒberblick in Screenshots
  2. 1 2 3 Testbericht der Zeitschrift Amiga Joker (7/92)
  3. ↑ Testbericht der Zeitschrift AUI (7/93)
  4. 1 2 Testbericht der Zeitschrift Powerplay
  5. 1 2 Testbericht der Zeitschrift Amiga Format (No. 51)
  6. ↑ Kurzmeldung Zeitschrift Amiga Format 69
  7. ↑ Testbericht der Zeitschrift The One Amiga (No. 60)
  8. ↑ Testbericht auf Gamershell.com
  9. ↑ Testbericht auf IGN.com
  10. ↑ Siehe mitgeliefertes Handbuch zu Patrizier 2 – Aufschwung der Hanse
  11. ↑ Di Luo: Patrician III. In: Computer Gaming World. Nr. 235, Februar 2004, S. 89 (englisch, archive.org [abgerufen am 12. MĂ€rz 2019]).
  12. ↑ Patrizier IV. In: Gamona. STRÖER Media Brands, abgerufen am 12. MĂ€rz 2019.
  13. ↑ Golem.de: Der Patrizier III kommt von neuem Kalypso-Studio. 18. Juni 2009
  14. ↑ Stephan Keller: Patrizier Online: Der Niedergang der Hanse. In: Browsergames.de. 2. November 2012, abgerufen am 12. MĂ€rz 2019.