Der Laden (Film)
Der Laden ist ein dreiteiliger TV-Spielfilm von Jo Baier aus dem Jahr 1998. Er basiert auf der Romantrilogie Der Laden von Erwin Strittmatter.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hauptfigur ist der zu Beginn neunjĂ€hrige Esau Matt, der als ErzĂ€hler durch die Handlung fĂŒhrt. Im Sommer 1919 zieht die Familie Esaus von Grausteen (Graustein) nach Bossdom, wo die Eltern einen Kramladen mit BĂ€ckerei erworben haben. Dies geschah mit groĂer finanzieller UnterstĂŒtzung vom GroĂvater, der mit seiner Frau ebenfalls im Haus wohnt. Weder Vater Heinrich noch Mutter Lenchen haben aber kaufmĂ€nnisches Geschick und mĂŒssen sich deshalb immer wieder Geld vom GroĂvater leihen, ohne es zurĂŒckzahlen zu können.
Der Vater hat eine AffĂ€re mit dem KindermĂ€dchen Hanka, in das auch Esau verliebt ist. Aber auch Lenchens ein wenig zurĂŒckgebliebener Bruder Phile, der spĂ€t aus dem Krieg zurĂŒckkommt, hat ein Auge auf Hanka geworfen.
Nachdem der konservative Dorflehrer Rumposch durch einen fortschrittlicheren und engagierteren Lehrer ausgetauscht wurde, entdeckt dieser, dass Esau Talent zum Schreiben hat. Er regt an, dass Esau zukĂŒnftig auf die Hohe Schule in Spremberg geht.
Im zweiten Teil ist Esau 16 Jahre alt. Er wohnt in Spremberg bei einer Jugendfreundin seiner Mutter und geht dort auf die Höhere Schule. Zum ersten Mal ist er ernsthaft verliebt, in Ilonka Spadi. Sie scheint seine GefĂŒhle zu erwidern, kokettiert aber auch mit einem MitschĂŒler Esaus sowie einem Lehrer mit NS-Gesinnung. Aus EnttĂ€uschung darĂŒber verlĂ€sst Esau die Schule.
Im dritten Teil kehrt Esau aus dem Krieg zurĂŒck. Sein Bruder Tinko wohnt mit seiner Frau Elvira ebenfalls im Elternhaus. Elvira ist zwar ein Organisationstalent, aber auch ein Luder, das (erfolglos) auch Esau verfĂŒhren will. Der von Esau sehr verehrte GroĂvater ist dement geworden und erkennt Esau nicht wieder. Die Frau seines Bruders Heinjak wurde von sowjetischen Soldaten vergewaltigt und ist deshalb schwanger. Esau beginnt eine Beziehung mit der Gemeindeschwester. Doch als sich herausstellt, dass Nona, mit der er wĂ€hrend des Krieges ein VerhĂ€ltnis hatte, ein Kind von ihm bekam, stellt er sich der Verantwortung. Er weiĂ lange nicht recht, wie er mit der neuen Situation als Ehemann und Vater umgehen soll. Immerhin kann er gelegentlich dem Schreiben nachgehen, aber erst nach FĂŒrsprache durch seinen alten Dorflehrer Rumposch und als er in die SED eintritt, kann er sein Talent in einen Beruf umwandeln, als Redakteur einer Zeitung.
Kritiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]âDer detailreich ausgestattete Film forscht nach der Dialektik von VerĂ€nderlichem und Archaischem, nach Konstanten in allen Generationen und Zeiten. Ein ambitionierter Versuch, der vor allem dank vorzĂŒglicher darstellerischer Leistungen in Bann schlĂ€gt, der auf Grund von (notwendigen) VerkĂŒrzungen und Vereinfachungen der Romanvorlage mitunter aber in einem pittoresken Panoptikum steckenbleibt.â
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1999: Deutscher Fernsehpreis: Bester Schauspieler Nebenrolle fĂŒr Martin Benrath. Nominierungen gab es fĂŒr Dagmar Manzel (Beste Schauspielerin in einer Hauptrolle â Fernsehfilm/Mehrteiler), Conny Ziesche und Thorsten Klein (Bester Fernsehfilm/Mehrteiler) sowie Lothar Holler (Bestes Szenenbild).
- 1999: Bayerischer Fernsehpreis: Spezialpreis der Jury fĂŒr Jo Baier.
- 1999: Adolf-Grimme-Preis mit Gold fĂŒr Jo Baier und Martin Benrath.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Der Laden. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 29. Januar 2017.