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Damballah

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Damballah, Damballa, Danbala oder Dam Ballah ist der schlangenförmige oberste Loa (Geist) in der haitianischen Religion des Voodoo. Auch andere Varianten des Namens mit und ohne h, und/oder Doppel-l bzw. n statt m existieren, sind aber weniger verbreitet.

Veve fĂŒr Damballah

Damballah wird im Voodoo als der Vater aller Loa, Menschen und Schutzgeister verehrt. Gemeinsam mit seiner ebenfalls als Schlange (Regenbogenschlange) dargestellten Frau Ayida WĂ©do steht er fĂŒr das absolut Göttliche in seiner mĂ€nnlich-weiblichen DualitĂ€t. Das Paar verkörpert die dem Menschen wohlgesinnte, „unschuldige“ Vater- bzw. Mutterfigur. Er ist der Loa der Fruchtbarkeit und SexualitĂ€t, der Bewahrer der Tradition und kulturellen Wurzeln aller Völker. Die Schöpfung durch Damballah geschah nach Voodoo-Glaube im Auftrag von Mahou.

Geweihte, von Kindheit an ausgebildete Priester, die ein Alter von mindestens 40 Jahren erreicht haben, sollen mit Damballah kommunizieren können. Diese Personen sollen besonderes EinfĂŒhlungsvermögen, GutmĂŒtigkeit und Friedfertigkeit besitzen. GegenĂŒber Nichtgeweihten zeigt sich Damballah nach Voodoo-Glaube lediglich als liebevolle, aber unkommunikative PrĂ€senz, die mit Harmonie, Optimismus und Lebensfreude assoziiert wird.

Parallelen zu anderen Religionen

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Nach dem Voodoo-Glauben existiert Damballah auch in Religionen, die teilweise völlig anderen Kulturkreisen angehören. Stellenweise beruhen diese Vergleiche auf dem Umstand, dass die fremden Gottheiten ebenfalls von Schlangen reprÀsentiert werden oder wurden, z. B. der griechisch-römische Asklepios oder die hinduistische Kundalini.

Durch die Christianisierung vieler Verbreitungsgebiete des Voodoo ĂŒberschneidet sich Damballah mit der Person des Heiligen Patrick. Die Darstellungen von St. Patriock dienen oft zur ReprĂ€sentation des Gottes im Voodooritual.[1] Damballah wird auch oft mit Moses verglichen, da sich der Stab von Moses vor dem Pharao in eine Schlange verwandelte.

Andere Religionen

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Damballah trĂ€gt, wie auch seine Frau Ayida, hĂ€ufig mit den Beinamen „WĂ©do“. Zudem wird er in der SanterĂ­a mit Obatala verglichen, fĂŒr welchen auf dem Altar das Zepter, die Sonne, den Mond und die Schlange als rituelle GegenstĂ€nde in verschiedenen AusfĂŒhrungen bereitgestellt wird. Obatala wird im CandomblĂ© OxalĂĄ genannt und wird, je nach Ansicht der GlĂ€ubigen, als eigenstĂ€ndiger Orixa oder zwei verschiedene Orixas betrachtet. Die GlĂ€ubigen der Religionen Voodoo, SanterĂ­a und CandomblĂ© verweisen stets darauf, dass Damballa WĂ©do, Obatala und Oxala ein und derselbe Loa, bzw. Orisha, bzw. Orixa ist. Des Weiteren sind Damballah WĂ©do und Ayida WĂ©do als OxumarĂ© im CandomblĂ© bekannt. In dem Falle sind beide eine hermaphroditische Gestalt, wobei Damballah die Erdschlange und Ayida den Regenbogen verkörpert.

GlÀubige sehen auch in weiteren Gottheiten, die mit Schlangen und Vögeln assoziiert werden, eine Verbindung zu Damballah, z. B. beim Quetzalcoatl der Azteken oder dem Schlangentanz der Hopi.

Man opfert Damballah in Haiti in Ritualen ein Ei, das er als Schlange mit seinen ZĂ€hnen zerdrĂŒckt. Wenn der Loa im Ritual von einem AnhĂ€nger „Besitz ergreift“, diese also in Trance fallen, so kommuniziert er sehr selten, und neigt eher dazu, auf dem Boden zu kriechen oder sich wie eine Schlange zu winden. In Sodo[2] – einer PilgerstĂ€tte in Haiti – geraten vom 13. bis 15. Juli jeden Jahres Menschen in VerzĂŒckung und sitzen dabei am Wasserfall stehen aufrecht.[3]

In einigen Orten von Haiti wird am 25. August jeden Jahres Ritual durchgefĂŒhrt, das als „Der Tisch“ bzw. „Die Kommunion von Damballah“ bezeichnet wird. Damballah offenbart sich als weißer Rada Loa, der die Kommunion Jesu Christi empfĂ€ngt. Dieses Datum gilt als heiligster Tag des Damballah und soll mit dem Jahrestag der Zerstörung Pompejis zusammenhĂ€ngen. Die Kommunion steht fĂŒr die rituelle Reinigung. GlĂ€ubige und Priester beten an diesem Tag fĂŒr den Frieden.

Der Legende nach lebt Damballah in Schlangengestalt auf einem Baum in der NĂ€he einer Quelle oder er fĂ€hrt in ein Becken, das man fĂŒr ihn erbaut hat.

Seine „göttliche“ Farbe ist das Weiß, da Sperma, das in der Voodoo-Vorstellung fĂŒr Fruchtbarkeit steht, ebenfalls eine helle FĂ€rbung hat. In spĂ€terer Zeit wurden auch die Regenbogenfarben, besonders fĂŒr Ayida WedĂČ, mit einbezogen.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Webster University: Descriptions of Various Loa of Voodoo, 1990 (Memento des Originals vom 6. April 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. ↑ Haiti: Das Voodoo-Festival von Saut D'Eau, diepresse.com (abgerufen am 29. Januar 2010)
  3. ↑ James Henderson: Haiti: Deliverance from evil. The Daily Telegraph, 10. Juni 2003, Abruf am 10. Januar 2015