Causse
| Die Causses und die Cevennen | |
|---|---|
| UNESCO-Welterbe | |
| Causse Méjean mit Mont Gargo (1247 m) | |
| Vertragsstaat(en): | |
| Typ: | Kultur |
| Kriterien: | (iii) (v) |
| FlÀche: | 302.319 ha |
| Pufferzone: | 312.425Â ha |
| Referenz-Nr.: | 1153 |
| UNESCO-Region: | Europa und Nordamerika |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 2011 (Sitzung 35) |



Causse oder Causses ist die französische Bezeichnung fĂŒr die groĂflĂ€chigen Kalk-Hochebenen auf etwa 700 bis 1200 m Höhe in den DĂ©partements Aveyron, Gard, HĂ©rault, Lot, LozĂšre und Tarn-et-Garonne im SĂŒden und SĂŒdwesten des französischen Zentralmassivs. Teile der Causses und der Cevennen zĂ€hlen seit dem Jahr 2011 zum UNESCO-Welterbe.
Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Causses werden im Norden und Westen durch die Berge des Limousin, das Périgord und das Aubrac begrenzt; im Osten durch die Cevennen. Sie liegen im Nationalpark Cevennen sowie im Regionalen Naturpark Causses du Quercy und im Regionalen Naturpark Grands Causses. Die einzelnen Causses sind voneinander durch tiefe, steile Schluchten und FlusstÀler (z. B. Lot oder Tarn) getrennt.
Landschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Causses zĂ€hlen durch ihre herbe Schönheit und durch die Ă€uĂerst geringe Besiedelungsdichte zu den beeindruckendsten Landschaften Frankreichs. Die Bezeichnung âHochebeneâ ist allerdings trĂŒgerisch â das Relief ist fast immer hĂŒgelig mit manchmal bizarren Felsformationen, z. B. die des Chaos de Montpellier-le-Vieux. Ebenso wie die Felsformationen sind viele Landschaftsformen der Causses durch Karst-Erscheinungen wie Höhlen und NaturschĂ€chte (aven) geprĂ€gt. Bekannte Beispiele fĂŒr solche SchĂ€chte sind der Aven Armand und die Gouffre de Padirac.
Die nahezu baumlosen Causses sind sehr arm an OberflĂ€chenwasser (BĂ€che, FlĂŒsse, Seen) â das liegt aber nicht daran, dass es wenig NiederschlĂ€ge gĂ€be, sondern daran, dass der Regen wie in den meisten Karstgebieten von dem vorherrschenden Kalkstein nicht festgehalten werden kann, sondern beinahe sofort im Boden versickert. Dementsprechend wirken weite Gebiete steppen- oder sogar fast wĂŒstenartig. Wenn sich in einer Einsenkung (Doline) ausnahmsweise fruchtbarer Boden angesammelt hat, dann wird hier auf oft winzigen FlĂ€chen intensiver Ackerbau betrieben â es entsteht ein starker Kontrast zur steinigen, unfruchtbaren Umgebung.
Die wenigen Senken (lavognes), in denen sich wegen eines tonhaltigen Untergrunds Wasser ansammeln kann, werden als ViehtrĂ€nken benutzt. Die seltenen natĂŒrlichen Wasserquellen waren frĂŒher sehr wertvoll; oft liegt in der NĂ€he einer solchen Quelle ein Gehöft. Abgelegene Höfe waren auf Zisternen oder mĂŒhsame Wassertransporte angewiesen. Erst seit wenigen Jahrzehnten sind fast alle Siedlungen an die moderne Wasser- und Stromversorgung angeschlossen.
Nutzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aufgrund der nĂ€hrstoffarmen Kalkböden und der fehlenden Bodenkrume war eine Nutzung der Böden als Ackerland nur an wenigen Stellen möglich. Die meisten Bauernhöfe hatten GĂ€rten, in denen in geschĂŒtzten Lagen WurzelgemĂŒse, Kohlsorten etc. ausgesĂ€t wurden. ObstbĂ€ume hielten dem oft kalten und windigen Klima nicht stand. Die hier lebenden Bauern widmeten sich deshalb vor allem der Viehzucht (Schafe, Ziegen).
Orte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die karge Landschaft und die geografische Abgelegenheit der Causses hatte zur Folge, dass nur sehr wenige Orte mit mehr als 1.000 Einwohnern entstanden, wobei deren Einwohnerzahl in den letzten 200 Jahren teils deutlich zurĂŒckgegangen ist; zu nennen sind: Millau (ca. 25.000), Figeac (ca. 10.000), Saint-Affrique (ca. 8.000), Gramat (ca. 3.500). Ăber die Region hinaus bekannt sind der Wallfahrtsort Rocamadour und die KĂ€seproduktion von Roquefort.
Kunst
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die geografische Abgelegenheit der Causses und ihre landwirtschaftliche Orientierung fĂŒhrten zu einer insgesamt eher volkstĂŒmlichen Kunst, in welcher bedeutende KunstschĂ€tze fehlen.
Die traditionellen Bauten im Gebiet der Causses bestehen aus Bruchsteinen. Aufgrund des spĂ€rlichen Baumbewuchses hat sich auf den Grands Causses eine eigentĂŒmliche, praktisch holzlose Architektur entwickelt. Die Funktion von Holzbalkendecken und DachstĂŒhlen wird durch steinerne Gewölbe erfĂŒllt â selbst die DĂ€cher sind mit Natursteinplatten (lauzes) gedeckt.
Liste der Causses
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Causses von Nordwesten nach SĂŒd-Osten:
- Die Causses de Quercy im Département Lot:
- Die Grands Causses:
- Causse du Comtal (Aveyron)
- Causse de Sévérac (Aveyron)
- Causse de Sauveterre (LozĂšre)
- Causse MĂ©jean (LozĂšre), mit 340 kmÂČ FlĂ€che die gröĂte der Causses
- Causse Noir (Aveyron, LozĂšre und Gard)
- Causse du Larzac bzw. Plateau du Larzac (Aveyron und Hérault)
- Causse de Blandas im Gard
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Franz Lindenmayr: Landschaft und Höhlen in den Grands-Causses. Causses â Fotos + Infos
- Grands Causses â Fotos + Infos (englisch)
- Causses â Infos