Carucata
Carucata[1] (aus dem Lateinischen caruca, ĂŒbersetzt Pflug;[2] Plural: Carucatae; englisch carucate) ist ein aus England stammendes mittelalterliches FlĂ€chenmaĂ, das der Erhebung von Steuern diente. Die entsprechenden Abgaben wurden carucages genannt. Ein Carucata umfasst die AckerflĂ€che, die ein Pfluggespann innerhalb eines Jahres bearbeiten kann, und entspricht in etwa 120 mittelalterlichen Acre. Hierbei besteht ein Pfluggespann rechnerisch aus acht Ochsen, und entsprechend lĂ€sst sich eine Carucata in acht Bovata (englisch bovate) unterteilen.[3]
Im gröĂeren Umfang wurde die Carucata als FlĂ€chenmaĂ in dem 1086 entstandenen Domesday-Book verwendet, insbesondere in Nordengland, in den nördlichen Bereichen der Midlands und in East Anglia. In diesem Bereich gab es in Bezug auf die FlĂ€chenaufteilungen einen erheblichen Einfluss durch dĂ€nische Siedler, wobei diese die Einheit wahrscheinlich plogslands nannten und dies dann die Autoren des Domesday-Books in carucatĂŠ ĂŒbersetzten,[4] wobei das VerhĂ€ltnis nicht immer 1:1 war.[5] In den mehr angelsĂ€chsisch geprĂ€gten Regionen Englands war das auf HĂźden beruhende System ĂŒblich. WĂ€hrend um die 100 HĂźden zu Hundreds zusammengelegt wurden, kam bei den Carucatae das Duodezimalsystem zum Zuge, bei dem es typischerweise zur Bildung von Zwölfergruppen kam.[6] Durch das Domesday-Book verbreitete sich die Carucata ĂŒber den gesamten anglo-normannischen Herrschaftsbereich,[3] der ab dem Ende des 12. Jahrhunderts auch Teile Irlands einschloss.[7]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- J. H. Round: Feudal England. Historical Studies on the XIth and XIIth Centuries. Swan Sonnenschein, London 1895 (online [abgerufen am 7. Oktober 2014]).
- Reginald Lennard: The Origin of the Fiscal Carucate. In: The Economic History Review. Vol. 14, Nr. 1, 1944, S. 51â63.
- June A. Sheppard: Pre-Conquest Yorkshire: Fiscal Carucates as an Index of Land Exploitation. In: Transactions of the Institute of British Geographers. Nr. 65, 1975, S. 67â78.
- C. P. Wormald: Carucata. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 2. Artemis & Winkler, MĂŒnchen/ZĂŒrich 1983, ISBN 3-7608-8902-6, Sp. 1534.
- Ann Williams, G. H. Martin (Hrsg.): Domesday Book. A Complete Translation. Penguin Books, London 2003, ISBN 0-14-143994-7.