Verkehrslinie
Eine Verkehrslinie ist die Verbindung mehrerer geographischer Orte, die regelmĂ€Ăig durch öffentliche Verkehrsmittel wie Eisenbahn, StraĂenbahn, Oberleitungsbus, Omnibus, Seilbahn, Schiff oder Flugzeug im Rahmen der Personen- und/oder GĂŒterbeförderung bedient werden.[1] Dies geschieht tĂ€glich oder an bestimmten Betriebstagen in der Regel mehrmals. Hierbei setzt sich zunehmend die EinfĂŒhrung eines Taktfahrplans durch. In einem Liniennetz stellt die Linie die kleinste fĂŒr den Fahrgast sichtbare Einheit dar, jede Linie verbindet dabei mindestens zwei Haltestellen, in diesem Fall auch Endhaltestellen, Wendehaltestellen oder kurz Endstellen beziehungsweise Wendestellen genannt, zuzĂŒglich der sogenannten Zwischenhaltestellen oder Unterwegshaltestellen. Findet die Beförderung mit einer öffentlichen Aufzugsanlage statt, so befinden sich Anfangs- und Endpunkt einer Linie direkt ĂŒbereinander.
Eine Linie ist nicht zu verwechseln mit einer Strecke, beispielsweise Eisenbahnstrecke, die lediglich den Fahrweg darstellt und durchaus von mehreren Linien befahren werden kann oder auch von gar keiner Linie. Umgekehrt kann eine Linie mehrere Strecken befahren. Es können auch zwei oder mehrere Linien zusammengefasst und durchgehend befahren werden, dann ist zwischen einem Wagen- oder Zuglauf und der einzelnen Linie zu unterscheiden. Der Zuglauf â im Nahverkehr oft als Kurs bezeichnet â ist fĂŒr den Betreiber die maĂgebende Verwaltungseinheit.
In der Schweiz wird der Begriff Linie in der Bedeutung des französischen Begriffs la ligne de chemins de fer auch synonym fĂŒr eine Eisenbahnstrecke gebraucht.[2] In Ăsterreich werden analog dazu z.âŻB. die Bezeichnungen Pottendorfer Linie und Vorortelinie benutzt. Vor der Ăra des Individualverkehrs hieĂen die Omnibus- und Oberleitungsbuslinien im öffentlichen Nahverkehr Automobillinien.[3]
Linienverlauf
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Je nach Linienverlauf in Bezug auf den zentralen Ort und das Streckennetz unterscheidet man
- Pendellinie (zwischen zwei Stationen pendelnd), auch Shuttle, Shuttlebus bzw. Shuttlezug genannt.
- Radiallinien
- Durchmesserlinien
- Tangentiallinien
- Rundlinien (in eine Richtung)
- Ringlinien (in beiden Richtungen)
Besondere Linienformen sind beispielsweise sogenannte TennisschlĂ€ger- oder Schleifenlinien, bei denen an einem oder beiden Linienenden der Linienweg mittels einer sogenannten HĂ€userblockschleife das Zielgebiet erschlieĂt.
Eine weitere Besonderheit stellen Zubringerlinien dar, die ausschlieĂlich den Verkehr zu einem bestimmten Ziel, zum Beispiel einem Flughafen, beziehungsweise zurĂŒck befördern.
Buslinien können, vor allem in lĂ€ndlichen Gebieten, zu verschiedenen Tageszeiten unterschiedliche StreckenfĂŒhrungen haben, um zu den dann jeweils besonders nachgefragten Gebieten wie beispielsweise Schulen, Betriebe oder Wohngebiete besser anzubinden.
Teilen und ZusammenfĂŒgen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine Verkehrslinie kann betrieblich geteilt werden, zum Beispiel bezĂŒglich ihrer Endpunkte, dann unterscheidet man entsprechend verschiedene Zuggruppen dieser Linie. UnabhĂ€ngig davon können ZĂŒge einer Bahnlinie, vor allem TriebwagenzĂŒge, unterwegs gestĂ€rkt (AnhĂ€ngen von Einheiten), geschwĂ€cht (AbhĂ€ngen von Einheiten) oder geflĂŒgelt (geteilt) werden. Dabei entstehen unterschiedliche ZuglĂ€ufe einer Linie. Wenn nur einzelne Wagen andere Ziele haben als der Hauptteil eines Zuges, handelt es sich um Kurswagen.
Oft ist es auch sinnvoll, zwei oder mehrere Linien miteinander zu verbinden. Beispielsweise kann ein sternförmiges Stadtbusnetz aus Radiallinien bestehen, die alle im Stadtzentrum enden. Jeweils zwei LinienĂ€ste lassen sich dann, flexibel je nach Bedarf, zu einem Wagenlauf zusammenfassen. Bei Bahnlinien kann es sinnvoll sein, zwei Ă€hnlich frequentierte Linien zu verbinden, aber die bekannten Einzelbezeichnungen und möglicherweise Namen beizubehalten (Beispiel: die Regionalbahnen âRavensberger Bahnâ und âLipperlĂ€nderâ in NRW). Auch im Abend- oder Wochenendverkehr (bei geringer Nachfrage) werden mehrere Linien zusammengefĂŒgt. Dann entstehen oft Ringlinien.
Linienbezeichnungen
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Zu Beginn des öffentlichen Linienverkehrs gab es zunĂ€chst keine eindeutigen Linienbezeichnungen. Es wurden nur das jeweilige Fahrtziel respektive die beiden Endstationen sowie gegebenenfalls wichtige Zwischenstationen mittels Schildern angegeben. Nicht ĂŒberall wurden die Schilder gewechselt, bei manchen Betrieben war bei den frĂŒher ĂŒblichen Zweirichtungsfahrzeugen vorn das eigentliche Fahrtziel angeschrieben, hinten aber die Endhaltestelle der Gegenrichtung.
In anderen FĂ€llen gab es zwar in einem Ort mehrere Linien, diese wurden jedoch von verschiedenen Unternehmen betrieben, sodass eine Unterscheidung der Fahrzeuge schon anhand der AuĂenlackierung in den jeweiligen Unternehmensfarben möglich war. Oder es gab keine Streckenabschnitte, die von zwei Linien gleichzeitig bedient wurden, sodass keine direkte Verwechslungsgefahr bestand. In wieder anderen FĂ€llen unterschieden sich die Linien bereits durch die Traktionsart wie DampfstraĂenbahn, Pferdebahn oder elektrische StraĂenbahn eindeutig voneinander.
Die zunehmend erweiterten Liniennetze machten jedoch in aller Regel die EinfĂŒhrung fester Linienbezeichnungen (oder zunĂ€chst auch -symbole) notwendig, wenn auch teilweise nur betriebsintern und nicht am Fahrzeug angeschrieben. Im Laufe der Jahre kristallisierten sich dabei verschiedenste Bezeichnungskonzepte heraus. Dennoch existieren auch heute noch ĂPNV-Linien ganz ohne Linienbezeichnung, meist wenn ein Unternehmen nur eine einzige Verbindung betreibt.
Einfarbige Kennzeichnung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zu den Ă€ltesten Linienkennzeichnungen gehören einfarbige â meist kreisrunde â Liniensignale, also zum Beispiel eine weiĂe, gelbe, rote, grĂŒne, graue, blaue, violette oder braune Linie. Als eine der ersten StraĂenbahngesellschaften fĂŒhrte die Neue Berliner Pferdebahn 1878 anlĂ€sslich der Eröffnung einer zweiten Linie ein solches System ein. Fortan war die im Vorjahr eröffnete erste Route die weiĂe Linie und die neue Route die grĂŒne Linie.[4] In Mainz bezeichnete man die DampfstraĂenbahn in Anlehnung an die vier Farben der Elektrischen inoffiziell auch als schwarze Linie. Im Gegensatz dazu hatte NĂŒrnberg auch offiziell eine schwarze Linie, die als Pferdebahn betrieben wurde. Einer der gröĂten Nachteile dieses Systems ist die begrenzte Anzahl möglicher Farben, weshalb es sich fĂŒr gröĂere Verkehrsnetze nicht eignet. Jedoch besteht die Möglichkeit Farben doppelt zu vergeben, sofern es Linien gibt, die keine BerĂŒhrungspunkte haben oder zumindest keine gemeinsamen Haltestellen benutzen. So gab es beispielsweise 1892 bei der StraĂenbahn MĂŒnchen, drei weiĂe und drei grĂŒne, aber nur je eine rote, blaue und gelbe Linie.[5]
Die auch Farbscheiben oder Linienscheiben genannten Signale unterschied man dabei in Tagessignale aus Blech mit Ălfarbanstrich und Nachtsignale bzw. Nachtscheiben aus Farbglas. Letztere sicherten auch bei Dunkelheit die Erkennbarkeit der Linien und wurden auch als Signallaternen bzw. Signallampen bezeichnet.
Eine moderne Anwendung findet das Prinzip der einfarbigen Linienkennzeichnung beispielsweise bei der Metro Lissabon (Blau, Gelb, GrĂŒn und Rot), beim Seilbahnnetz La Paz (Rot, Gelb, GrĂŒn usw.), bei der Sheffield Supertram (Blau, Gelb und Violett), bei der StraĂenbahn Dublin (GrĂŒn und Rot), bei der Tyne and Wear Metro (Gelb und GrĂŒn), bei der Metro Chennai (Blau und GrĂŒn) oder bei der StraĂenbahn Salt Lake City (Blau, GrĂŒn und Rot).
- Moderne einfarbige KennÂzeichnung in Sheffield
- HaltestellenbeschilderÂung in Salt Lake City
Mehrfarbige Kennzeichnung
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Um auch Liniennetze mit einer zweistelligen oder hohen einstelligen Linienanzahl abdecken zu können, setzten sich in gröĂeren StĂ€dten schon bald nach EinfĂŒhrung der Linienfarben zwei-, teils auch dreifarbige Symbole durch. Dadurch vervielfachten sich die Darstellungsmöglichkeiten. Hierbei waren die Signalscheiben meist hĂ€lftig geteilt â wobei senkrechte, waagerechte und diagonale Teilungen vorkamen. Eine weitere beliebte Form waren senkrecht, waagerecht und diagonal ausgefĂŒhrte Balken, die im Kontrast zur Hintergrundfarbe der Signalscheibe standen. In Berlin waren beispielsweise â zusĂ€tzlich zu den weiterhin verwendeten einfarbigen Signalen â unter anderem folgende Kombinationen aus zwei Farben anzutreffen:
StraĂenbahnen der Stadt Berlin:
SĂŒdliche Berliner Vorortbahn:
Typisch fĂŒr bestimmte Farbkombinationen waren dabei Spitznamen wie Papageienlinie fĂŒr eine Linie mit rot-grĂŒner Signalfarbe oder Spinat mit Ei fĂŒr eine grĂŒn-gelbe Linie.[6]
Geometrische Symbole
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]ErgĂ€nzend beziehungsweise alternativ zu den ein- und zweifarbigen Liniensignalen verwendeten insbesondere groĂe Netze oft farbige geometrische Symbole wie Balken, Kreuze, Kreise, Halbkreise, Viertelkreise, Dreiecke, Vierecke, Rauten oder Sterne. Mit ihrer Hilfe konnten noch einmal deutlich mehr Linien unterschieden werden. Eine weitere gĂ€ngige Variante war die sogenannte Viertelteilung Ă€hnlich einem Kreisdiagramm, das heiĂt zwei dunkle und zwei helle FlĂ€chen die in der Mitte zusammentreffen. In Leipzig beispielsweise wurde die mit einem weiĂen Stern gekennzeichnete Linie nach Markkleeberg im Volksmund als Sternbahn bekannt, bis heute erinnert die GaststĂ€tte »Zum weiĂen Stern« â vor der sich die Endstelle befand â an das frĂŒhere Liniensymbol.[7]
Bei der StraĂenbahn Wien wurde ein solches geometrisches System schon 1874 eingefĂŒhrt.[8] Die Symbole sind dort spĂ€ter auch als Hieroglyphen-Signale bekannt geworden. Mit ihrer Hilfe sollte insbesondere auch Analphabeten die Unterscheidung der verschiedenen Routen ermöglicht werden. Ferner wies Wien als Hauptstadt des Vielvölkerstaates Ăsterreich-Ungarn eine betrĂ€chtliche Anzahl von Einwohnern aus den KronlĂ€ndern auf, die der deutschen Sprache nicht mĂ€chtig waren.[9]
- Geometrische LinienÂsymbole der StraĂenÂbahn Wien aus dem Jahr 1902
- Liniensymbol weiĂer Stern in Leipzig
- Viergeteilte SignalÂscheibe in Leipzig, vor Ort als ZwirnsÂrolle bekannt geworden
- Viergeteilte SignalÂscheibe in Prag
Die New York City Subway unterscheidet in ihrem Netz zwischen regulĂ€ren Linien, die ĂŒberall halten (local), und beschleunigten Linien, die an bestimmten Stationen durchfahren (express). Unter bestimmten Liniennummern werden dabei beide Dienste parallel zueinander angeboten, wobei die local-ZĂŒge mit einem Kreis und die express-ZĂŒge mit einer Raute (englisch: diamond) gekennzeichnet sind. Bei LED-Anzeigen leuchten die Kreise grĂŒn und die Rauten rot. Ăltere Wagen wie die im Anschluss auf dem Foto gezeigten »Redbird« hatten rote »EXP«- und grĂŒne »LOCAL«-Lampen an der Front.
- New York City Subway: KennÂzeichnung der reguÂlĂ€ren âŠ
- ⊠und der beschleuÂnigten Linie 7
- Digitalanzeige der regulÀren Linie 7
- Digitalanzeige der beschleunigten Linie 7
Römische Zahlen
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Einige Betriebe entschieden sich wiederum fĂŒr die Verwendung römischer Zahlen zur Unterscheidung ihrer Linien. Meist handelte es sich dabei um kleinere Netze mit einer einstelligen Zahl von Linien. Darunter die StraĂenbahn Görlitz von 1890 bis 1906[10], das Pferdeomnibusnetz in Freiburg im Breisgau von 1893 bis 1901, die StraĂenbahn ZĂŒrich bis 1906, die StraĂenbahn Bern von 1894 bis 1912, die StraĂenbahn Graz von 1899 bis 1911, die StraĂenbahn TimiÈoara in RumĂ€nien von 1899 bis 1925[11], die StraĂenbahn MĂŒnchen von 1900 bis 1905, die SĂŒdliche Berliner Vorortbahn von 1902 und 1922, die StraĂenbahn Oradea, die StraĂenbahn Krefeld und die StraĂenbahn Worms[12] jeweils ab 1906, die Berliner Ostbahnen zwischen 1913 und 1921[13][14] sowie die StraĂenbahn ÄeskĂ© BudÄjovice von 1936 bis 1950.
Fast alle genannten Betriebe verwendeten die römischen Zahlen aber lediglich betriebsintern oder â wie in Graz â nur auf den FahrplĂ€nen. Nur die Berliner Ostbahnen, die SĂŒdliche Berliner Vorortbahn sowie die StraĂenbahn ÄeskĂ© BudÄjovice kennzeichneten ihre Wagen auch offiziell auf diese Weise. In Bremerhaven trugen von 1949 an die beiden O-Bus-Linien römische Ziffern, im Unterschied dazu waren die StraĂenbahnlinien mit arabischen Ziffern und die Omnibuslinien mit Buchstaben gekennzeichnet.[15] In Wien wurden zwischen 1924 und 1949 auĂerdem die drei Innenstadtbuslinien als Linien I, II und III bezeichnet.
Arabische Ziffern
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Weltweit am meisten durchgesetzt hat sich die Nummerierung mit arabischen Ziffern. Als erste im deutschsprachigen Raum beschilderte die Hamburger StraĂenbahn ab Sommer 1900 ihre Wagen mit solchen arabischen Liniennummern[16], die Leipziger Elektrische StraĂenbahn folgte zum 17. Dezember gleichen Jahres, Berlin 1902.[17] Betriebsintern wurden die Linien in manchen Netzen aber auch schon zuvor mit arabischen Ziffern unterschieden.
- Triebwagen der StraĂenbahn Beirut mit Linienbezeichnung mit arabischen Ziffern in ursprĂŒnglicher arabisch-indischer sowie europĂ€ischer Variante
Systematik von Liniennummern
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Regel erfolgt die Nummerierung von Linien ab 1 aufsteigend. Insbesondere nach Netzumstrukturierungen oder Linieneinstellungen kommt es dabei aber auch zu LĂŒcken, die oft erst nach Jahren wieder belegt werden.
StĂ€dtische Linien haben meist kurze ein- oder zweistellige Liniennummern, in GroĂstĂ€dten und innerhalb von VerkehrsverbĂŒnden auch dreistellige. Ăberland- bzw. Regionalbusse tragen oft drei- oder vierstellige Liniennummern, die frĂŒheren Post- und Bahnbusse in Deutschland hatten ein vierstelliges Nummernsystem, das auch den Tabellennummern im bundesweiten Bahnbuskursbuch entsprach.
In der Liniennummer sind hÀufig auch betriebsinterne Informationen enthalten, nicht selten bezeichnet die 1 die wichtigste und/oder Àlteste Linie eines Netzes. In anderen FÀllen handelt es sich um geografische bzw. regionale Zuordnungen. Im Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) sind beispielsweise der Stadt Stuttgart die Nummern unter 100, der Region Esslingen am Neckar die 100er Nummern, der Region Waiblingen die 200er Nummern, der Region Backnang die 300er Nummern, der Region Ludwigsburg die 400er Nummern, der Region Bietigheim-Bissingen die 500er Nummern, der Region Leonberg die 600er Nummern und der Region Böblingen die 700er Nummern zugeordnet.
Bei der StraĂenbahn Budapest gab es bis 1923 zwei miteinander konkurrierende Gesellschaften. Die BKVT benutzte dabei ungerade Liniennummern (1 bis 77), die BVVV hingegen gerade Nummern (2 bis 50). Ebenso bei der StraĂenbahn Dresden, wo nach deren Kauf durch die Stadt Dresden 1906 den Linien der ehemaligen Deutschen StraĂenbahngesellschaft in Dresden gerade und denen der ehemaligen Dresdner StraĂenbahngesellschaft ungerade Liniennummern zugewiesen wurden.
Eine Besonderheit waren die Linienbezeichnungen der Regionallinien beim Busverkehr in Erfurt, die sich ab den 1960er Jahren nach den Abfahrtsbahnsteigen des zentralen Omnibusbahnhofs richteten. So fuhren beispielsweise die Busse der Linien 1a, 1b, 1c, 1d und 1e alle am Bussteig 1 ab, die der Linien 2a, 2b, 2c und 2d am Bussteig 2 usw.
Die in Koblenz ansĂ€ssige KEVAG verwendete BuchstabenzusĂ€tze zu den Liniennummern um Linien zu kennzeichnen, die nur einen Teil einer eigentlich lĂ€ngeren Linie bedienten oder umgekehrt ĂŒber den eigentlichen Endhaltepunkt einer Linie hinausreichten: So fuhr die Linie 8 nach Bendorf, die Linie 8a dagegen fuhr auf gleicher Strecke, endete jedoch bereits in Vallendar, Linie 9 fuhr nach Arenberg, 9a jedoch von dort aus noch weiter bis Immendorf.
Die Liniennummer RE 200 weist auf die Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h hin, hierbei handelt es sich um die schnellsten RegionalzĂŒge Deutschlands.
Sektorensystem
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei den Salzburger Stadtwerken existierte zwischen 1986 und 2003 ein sogenanntes Sektorensystem, bei dem das Stadtgebiet entsprechend untergliedert wurde. Die Linie 51 beispielsweise verband dabei den Sektor 5 mit dem Sektor 1, die Linie 29 entsprechend den Sektor 2 mit dem Sektor 9, die Linie 77 verband den Sektor 7 mit dem Hauptbahnhof und Linien mit einer â0â, endeten im Stadtzentrum, aber nicht am Hauptbahnhof.
LinienbĂŒndel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]GebĂŒndelte Linien werden in manchen StĂ€dten mit der gleichen Endziffer belegt. So verkehren beispielsweise in Aachen die Buslinien 5, 15, 25, 35, 45, 55 und 65 von der Innenstadt aus alle in die gleiche Richtung, um sich dann in den Vororten zu verzweigen. In Wien dagegen haben alle S-Bahn-Linien der Stammstrecke einstellige Nummern, die anderen zweistellige.
Abwandlung der Liniennummer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gestrichene Linien
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Eine Besonderheit stellen sogenannte gestrichene Linien dar. Hierbei wird die eigentliche Liniennummer mit einem diagonalen Querbalken durchgestrichen, um auf eine abweichende LinienfĂŒhrung, eine VerstĂ€rkerlinie oder andere betriebliche Besonderheiten aufmerksam zu machen. Alternativ wird der Liniennummer ein SchrĂ€gstrich vor- oder nachgestellt. Eine Alternative hierzu stellt ein diagonal durchgestrichenes Zielschild dar.
Rote Liniennummern
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Eine weitere Variante leicht abweichende Laufwege, KurzfĂŒhrungen oder gegenlĂ€ufige Richtungen von Ringlinien darzustellen sind rote Liniennummern. Hierbei existiert neben der âschwarzenâ Stammlinie zusĂ€tzlich eine sogenannte âroteâ Linie mit gleicher Liniennummer. Diese wird aber abweichend mit roter â statt schwarzer â Schrift auf weiĂem Grund respektive umgekehrt mit weiĂer Schrift auf rotem â statt schwarzem â Grund signalisiert.
Abweichend davon kennzeichnete die StraĂenbahn Leipzig ihre Nachtlinien zeitweise mit einer grĂŒnen Liniennummer und die StraĂenbahn Krakau ihre Allerheiligenlinien mit einer weiĂen Liniennummer auf blauem Hintergrund.
bis-Linien
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In manchen StĂ€dten ist es ĂŒblich, bei bestimmten Routen der Liniennummer das lateinische VervielfĂ€ltigungszahlwort (Multiplikativ) bis fĂŒr zweimal hintenanzustellen, wobei der Zusatz teilweise hochgestellt dargestellt wird. Somit wird der Fahrgast darauf aufmerksam gemacht, dass es sich nicht um die Stammlinie selbst, sondern um eine zusĂ€tzliche zweite Linie mit gleicher Nummer, aber abweichender LinienfĂŒhrung handelt. Die Kennzeichnung bis ist darĂŒber hinaus auch bei StraĂennummern (zum Beispiel bei der französischen Route nationale 5bis), Hausnummern (z.âŻB. fĂŒr nachtrĂ€glich eingefĂŒgte HinterhĂ€user), Gesetzestexten, Bahnsteigbezeichnungen oder Kursbuch-Tabellennummern anzutreffen. Der lateinische Zusatz bis entspricht dabei dem deutschen Suffix a. Demnach wĂ€re also eine Linie 1bis eine Zusatzlinie 1a zur regulĂ€ren Linie 1, die ihrerseits als Stammlinie keinen Zusatz trĂ€gt. Beispiele fĂŒr bis-Linien sind:
- in Frankreich:
- die Linien 3bis (seit 1971) und 7bis (seit 1967) der Métro Paris
- die von 1989 bis 1994 existierende Linie 1bis der Métro Lille, heute als Linie 2 bezeichnet
- die ehemalige Linie 1bis der StraĂenbahn Lille
- die ehemalige Autobuslinie 1bis des Verkehrsunternehmens Ritmo aus Haguenau
- die Autobuslinien 38bis, 75bis, 76bis und 77bis des Verkehrsunternehmens CarSud auf Réunion
- in Belgien:
- die ehemalige ĂberlandstraĂenbahnlinie 258bis der Buurtspoorwegen van de provincie Antwerpen
- die ehemalige ĂberlandstraĂenbahnlinie 307bis der Buurtspoorwegen van de provincie Henegouwen
- die ehemalige ĂberlandstraĂenbahnlinie 370bis der Buurtspoorwegen van de provincie Oost-Vlaanderen
- die ehemalige ĂberlandstraĂenbahnlinie 460bis der Buurtspoorwegen van de provincie Luik
- die ehemalige ĂberlandstraĂenbahnlinie 581bis der Buurtspoorwegen van de provincie Limburg
- die Autobuslinie Cbis des Unternehmens Transport en Commun
- in Polen:
- diverse Linien der StraĂenbahn ĆĂłdĆș bis 2012
- eine temporĂ€re Baustellenlinie der StraĂenbahn ToruĆ im Jahr 2017[18]
- die 1958 eröffnete Linie 1bis der StraĂenbahn Stettin, 1963 in Linie 9 umbenannt[19], auĂerdem existierten bis 2008 die Linie 6bis sowie bis 2012 die Linie 8bis
- in Italien:
- diverse Linien der StraĂenbahn Neapel in den 1930er Jahren
- die Autobuslinien 1bis und 2bis der Verkehrsgesellschaft S.A.C. S.r.l. aus Bra
- in Spanien:
- die ehemaligen Autobuslinien 4bis und 12bis in CastellĂłn de la Plana
Negativ- und Positivschrift
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Eine weitere Variante, abweichende Linienwege zu kennzeichnen, ist die parallele Verwendung von Liniensignalen in Negativ- bzw. Positivschrift. So kannte die Leipziger StraĂenbahn um 1900 eine Linie G mit weiĂem Buchstaben auf grĂŒnem Grund (GohlisâRennbahn/PestalozzistraĂe) und eine Linie G mit grĂŒnem Buchstaben auf weiĂem Grund (GohlisâBayerischer Bahnhof). Eine Ă€hnliche Einteilung existierte in jener Zeit auch bei der Linie M. ZusĂ€tzlich wurde Negativschrift bei hinterleuchteten Liniennummern- und Zugzielanzeigen im Zweiten Weltkrieg aufgrund der Verdunkelung eingefĂŒhrt. Sie erwies sich als vielfach besser lesbar, einige Nahverkehrsunternehmen wie die Leipziger Verkehrsbetriebe behielten die Anzeigen mit Negativschrift daraufhin bis zur Ablösung der Zielfilmeinrichtungen bei. Bei LED- und Segmentanzeigen hat sich die Negativschrift weitgehend durchgesetzt. Die StraĂenbahn Krakau nutzt ihre Digitalanzeigen, um Kurse die nicht ihren regulĂ€ren Linienweg befahren können, in Positivschrift anzuzeigen. Im Gegenzug dazu werden normal verkehrende Wagen stets mit Negativschrift signalisiert. In Linz werden Schnellbuslinien abweichend in Positivschrift dargestellt.
Suffixe
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In Linz werden kurzgefĂŒhrte Kurse von StraĂenbahn-, Oberleitungsbus- und Autobuslinien sowie der Pöstlingbergbahn, die ihre regulĂ€re Endstation nicht erreichen (das heiĂt bei Einziehfahrten, VerstĂ€rker-, Abend- und Wochenendkursen) mit einem der Liniennummer nachgestellten * bezeichnet (z. B. 1*, 27*, 50*). Linien, die eine vom regulĂ€ren Linienweg abweichende Endstation anfahren, werden mit einem der Liniennummer nachgestellten Kleinbuchstaben bezeichnet (z. B. 3b, 33a, 45a). Carris, der kommunale Verkehrsbetrieb der portugiesischen Hauptstadt Lissabon, kennzeichnet seine elektrisch betriebenen Linien mit dem Suffix E fĂŒr ElĂ©trico und Buslinien mit einem B. Die Wiener Linien wiederum bezeichnen ihre Buslinien mit den Suffixen A oder B, wobei eine A- und B-Linie teilweise LinienbĂŒndel bilden.
Sonstiges
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Im tschechischen Brno werden umgeleitete Linien mit einem zusÀtzlichen x vor der Liniennummer gekennzeichnet, um die FahrgÀste auf den abweichenden Linienweg aufmerksam zu machen.
In Wien war es ĂŒblich, dass die letzte StraĂenbahn vor der nĂ€chtlichen Betriebspause durch ein blaues Schlusslicht gekennzeichnet wurde. Auf diese Gepflogenheit spielt der Text eines in den 1920er Jahren populĂ€ren Schlagers an âWenn die letzte Blaue gehtâ (ââŠerst wenn die letzte Blaue geht, erst in die Bar der Gent, der schlaue gehtâŠâ).[20]
Beim Oberleitungsbus Salzburg verkehren die Einziehfahrten in die Garage generell ohne Liniennummer, sie werden lediglich mit der Zielbezeichnung der letzten Haltestelle beim Depot, der Haltestelle Polizeidirektion, und der Wegstrecke bezeichnet (z. B. HauptbahnhofâZentrumâPolizeidirektion).
PrĂ€fixe fĂŒr verschiedene Verkehrsmittel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Typischerweise werden etwa im deutschsprachigen Raum Nachtlinien mit dem PrĂ€fix oder dem Suffix âNâ gekennzeichnet, S-Bahn-Linien mit dem PrĂ€fix âSâ, U-Bahn-Linien mit einem âUâ, Bahnlinien des Regionalverkehrs mit einem âRâ, âRBâ oder âREâ (siehe unten), FĂ€hren mit einem âFâ, eine Taxilinie mit einem T und Anrufsammeltaxis mit dem KĂŒrzel âASTâ. FĂŒr Metrobus-Linien wird teilweise ein âMâ bzw. fĂŒr Schnell- oder Expresslinien ein âSâ oder âXâ verwendet.
Oberleitungsbus-Linien wurden frĂŒher teilweise mit einem vorangestellten âOâ versehen. Andernorts â etwa in Berlin â gab es Autobuslinien mit einem vorangestellten A. Bei der StraĂenbahn Potsdam wiederum stand das âAâ fĂŒr Ausflugslinie. In Wien tragen die meisten Autobuslinien das Suffix âAâ oder âBâ, um sie von den StraĂenbahnlinien abzugrenzen. Die Linienbezeichnungen dienen dabei auch zur Darstellung der AngebotsqualitĂ€t. Eine Regional-Express-Linie (RE) unterscheidet sich qualitativ von einer Regionalbahn-Linie (RB).
Liniensignal 0
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Relativ selten ist das Liniensignal Null. Es war beispielsweise bis 30. Juni 2023 bei der belgischen Kusttram anzutreffen, wo es zuvor einige Jahre auch auf FahrplĂ€nen und Haltestellenschildern angegeben wurde. An den Fahrzeugen war die Liniennummer jedoch nicht angeschrieben, weil der Betrieb nur diese eine Verbindung anbietet und somit keine Verwechslungsgefahr besteht. Ebenso existiert im polnischen ToruĆ eine Buslinie 0. DarĂŒber hinaus wird bzw. wurde die Null bei der StraĂenbahn im oberschlesischen Industriegebiet (bis 2014), bei der StraĂenbahn Krakau, bei der StraĂenbahn Posen, bei der StraĂenbahn Stettin und bei der StraĂenbahn St. Petersburg (vorĂŒbergehend im Sommer 2006) jeweils fĂŒr eine historische Museumslinie verwendet. In Posen und Stettin handelt es sich auĂerdem um Ringlinien, das heiĂt die Form der Ziffer 0 ist eine Anlehnung an die StreckenfĂŒhrung. Auch bei der StraĂenbahn Frankfurt am Main war die frĂŒhere Linie 0 eine spezielle Stadtrundfahrtlinie mit Musikbeschallung und Apfelwein-Ausschank sowie einem Sondertarif. Sie verkehrte von 1938 bis 1942 und gilt als VorlĂ€ufer des heutigen Ebbelwei-ExpreĂ.[21] Ferner fuhr bei der StraĂenbahn Debrecen im Jahr 1956 vorĂŒbergehend eine Baustellen-Pendellinie mit der Nummer 0. Bei der StraĂenbahn Melbourne verkehrte die touristisch geprĂ€gte City Circle tram bis 2003 unter der Linienbezeichnung 00, danach als Linie 35.
AuĂerdem gibt bzw. gab es in Breslau (seit 1948), Innsbruck (1923/1924) und Miskolc (1970â2015) aber auch regulĂ€re Ringlinien mit der Linienbezeichnung 0. Im oberschlesischen Industriegebiet verkehrt seit 2014 ebenfalls eine gewöhnliche Linie mit dieser Nummer, die jedoch keine Ringlinie ist.
Als Besonderheit kennzeichnen der Sankt Petersburger Verkehrsbetrieb Gorelektrotrans sowie die StraĂenbahn Kassel ins Depot einrĂŒckende oder von dort ausrĂŒckende Kurse mit dem Liniensignal 0[22], bei der StraĂenbahn Hiroshima wird es hingegen fĂŒr Betriebsfahrten ohne FahrgĂ€ste genutzt.
Sondersignal E
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine Besonderheit ist das Liniensignal E, oft in weiĂer Schrift auf rotem Grund oder roter Schrift auf weiĂem Grund. Damit werden in deutschsprachigen LĂ€ndern besondere Fahrten ohne Liniennummer gekennzeichnet. E steht dabei fĂŒr Einlage-, EinrĂŒck-, Einsatz-, Einsetz-, Einschub-, Einzieh-, Entlastungs-, Ersatz-, Extrafahrt bzw. -wagen. E-Wagen werden ĂŒblicherweise dispositiv eingesetzt und stehen deshalb nicht im Fahrplan, unter anderem weil selbst regelmĂ€Ăig durchgefĂŒhrte Extrafahrten jederzeit entfallen können. Auch Schienenersatzverkehre oder Eilkurse werden oft mit dem Signal E gekennzeichnet.
Im Fall der Verwendung als vor- oder nachgestelltes âEâ mit Liniennummer handelt es sich in der Regel um Berufsverkehrs-VerstĂ€rkerlinien oder Einsatzlinien, die einen Teil der jeweiligen Stammlinie befahren.
FahrtrichtungsabhÀngige Bezeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vereinzelt ist bzw. war es ĂŒblich, die beiden Fahrtrichtungen einer Relation mit unterschiedlichen Liniennummern zu belegen. So fuhr beispielsweise in Bern zwischen 1912 und 1947 die Linie 1 vom Friedhof nach BrĂŒckfeld und die Linie 2 von BrĂŒckfeld zum Friedhof. Insgesamt gab es auf diese Weise bis zu zehn Linien bei nur fĂŒnf Relationen. Gleichartige Systeme gab es beim Stadtbus in OsnabrĂŒck in den 1990er Jahren, beim ehemaligen Trolleybus Lugano, bei der ehemaligen StraĂenbahn Lausanne und bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe von 1958 bis 1969. In Lausanne und Karlsruhe lagen zwischen den beiden Fahrtrichtungen dabei zehn ZĂ€hler, so dass zumindest die Endziffer gleich war. Somit verkehrten in Lausanne beispielsweise 1938 die Linienpaare 1/11, 2/12, 3/13, 4/14, 6/16, 7/17, 8/18 und 9/19.[23]
Bei der S-Bahn Wien erfolgte die Bezeichnung der Linien von 2005 bis 2012 ebenfalls nach dem Zielort des Zuges. So hatten beispielsweise alle nach GĂ€nserndorf fahrenden ZĂŒge das Liniensignal S1, die dort abfahrenden ZĂŒge trugen hingegen das Liniensignal S9, das auf einen Endpunkt im Verlauf der SĂŒdbahn hinwies. Zuvor war dieses Prinzip bereits zwischen 1925 und 1978 bei der Wiener Elektrischen Stadtbahn ĂŒblich, dort verkehrte die Linie DG von Hietzing nach Meidling und die Linie GD von Meidling nach Hietzing.
Die fahrtrichtungsabhĂ€ngige Linienbezeichnung soll vor allem verhindern, dass ortsfremde FahrgĂ€ste an einer ihnen unbekannten Haltestelle zwar in die richtige Linie, aber in die falsche Fahrtrichtung einsteigen. Ăber die genannten Beispiele hinaus ist das Prinzip insbesondere bei Ringlinien anzutreffen. In diesem Fall wird vermieden, dass der Fahrgast einen unnötigen Umweg ĂŒber den lĂ€ngeren Teil des Rings fĂ€hrt, weil sein Fahrtziel in der Gegenrichtung schneller zu erreichen ist. Aktuell ist dies beispielsweise in Hannover der Fall, mit den Ringlinien 100 und 200.
- Dieser historische Berner Tramwagen ist sowohl als Linie 1 (BĂ€rengrabenâFriedhof) als auch als Linie 2 (FriedhofâBĂ€rengraben) beschildert, an den Endpunkten musste die Beschilderung somit nicht gewechselt werden
- Gemeinsames Linienschild der Linien DG und GD der Wiener Stadtbahn, 1978
Doppellinien
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Werden zwei Linien zu bestimmten Zeiten (etwa in Randstunden) oder vorĂŒbergehend (etwa in Folge von Bauarbeiten) zusammengelegt, richten Verkehrsunternehmen oft sogenannte Doppellinien, Bruchstrichlinien oder Kombi(nations)linien ein. Hierbei werden beide Liniensignale, getrennt von einem SchrĂ€gstrich, angezeigt. Dies erleichtert den FahrgĂ€sten, die das gewohnte Liniensignal ihrer Stammlinie suchen, das richtige Fahrzeug zu finden. In wieder anderen FĂ€llen bieten Doppellinien zusĂ€tzliche Direktverbindungen. So verband beispielsweise die ehemalige Linie 31/5 der StraĂenbahn Wien in den Hauptverkehrszeiten die Endstelle Gerasdorfer StraĂe an der Linie 31 mit der Endstelle JosefstĂ€dter StraĂe an der Linie 5. Ein weiterer Grund fĂŒr die Einrichtung solcher Linien ist die umlaufmĂ€Ăige VerknĂŒpfung zweier Linien an einer gemeinsam bedienten Endstation. Somit wird dem Fahrpersonal das Austauschen der Linientafeln bzw. das Umschildern erspart.[24]
Eine weitere Variante einer Doppellinie ist es, zwei Liniennummern zusammenzufĂŒgen. So verkehrten etwa bei der StraĂenbahn Augsburg wĂ€hrend des Umbaus des Königsplatzes in den Jahren 2012 und 2013 die Baustellenlinien 13 (statt der regulĂ€ren Linien 1 und 3) und 64 (statt der regulĂ€ren Linien 6 und 4).
Beim Trolleybus Luzern wurde ab 1962 mit Eröffnung der Zweigstrecke BreitenlachenâHubelmatt zeitweise die Doppellinie 5/4 geschildert, da die Fahrzeuge alternierend auf beiden LinienĂ€sten verkehrten. Zum Zeitpunkt der Eröffnung verfĂŒgten die Wagen aber noch ĂŒber gesteckte Blechtafeln auf dem Dach, weshalb eine Umschilderung der Liniennummer an der gemeinsamen Endhaltestelle am anderen Streckenende nicht möglich war. Mit UmrĂŒstung der entsprechenden Oberleitungsbusse auf Rollbandanzeigen entfiel diese Beschilderung aus dem regulĂ€ren Betrieb.[25] Allerdings verfĂŒgten Luzerner Dieselbusse mit Rollbandanzeigen auch danach bis Mitte der 2000er Jahre teilweise ĂŒber eine kombinierte Linienanzeige der beiden Doppellinien 4/5 und 6/8, deren Zweigstrecken jeweils alternierend bedient wurden. Auch die AushangfahrplĂ€ne wurden bis zur Einstellung der Linie 5 bzw. der VerlĂ€ngerung der Linie 6 in Richtung der gemeinsamen Endhaltestelle zusammengefasst und wiesen diese Doppelbezeichnungen auf.
Beim Oberleitungsbus Linz gab es bis 1982 bzw. 1997 die Liniennummern 41/42 und 41/43 als Kombination der jeweiligen Strecken. Ebenso verkehrte bis 1997 werktags eine Buslinie 19/22. Als morgendliche SchĂŒlerkurse existieren in Linz heute noch einzelne Fahrten, die mit Doppelnummern bezeichnet werden, z. B. die Linie 17/46.[26]
Buchstaben systematisch
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Eine Alternative zur Verwendung von Zahlen stellen Buchstaben dar, in der Regel erfolgt die Benennung dabei ab A aufsteigend. Linienbuchstaben sind jedoch deutlich seltener anzutreffen als Liniennummern, ursĂ€chlich hierfĂŒr ist vor allem die begrenzte Zahl möglicher Linien. Möchte das Verkehrsunternehmen auf Buchstabenkombination oder Sonderzeichen verzichten, stehen beispielsweise beim lateinischen Alphabet nur 26 mögliche Zeichen zur VerfĂŒgung. Vereinzelt werden deshalb auch Buchstaben und Zahlen miteinander kombiniert, so wie bei der StraĂenbahn Wien: Die Buchstabenlinien unterschieden sich von den mit Nummern bezeichneten Linien dadurch, dass sie grundsĂ€tzlich ĂŒber die RingstraĂe fuhren, wĂ€hrend Linien, die entlang der Zweierlinie verkehrten, Buchstabenlinien mit dem Index 2 bezeichnet wurden. ZusĂ€tzlich gab es weitere Buchstaben- und Zahlenkombinationen, teilweise ebenfalls mit Indices. Durch LinienĂ€nderungen gibt es heute nur noch die Buchstabenlinien D und O, wobei nur erstere ĂŒber den Ring fĂ€hrt sowie Ersatzlinien bei geplanten U-Bahn-Bauarbeiten, die mit verschiedenen Buchstaben-Ziffern-Kombinationen bezeichnet werden. Die StraĂenbahn Lille beispielsweise betrieb schon bei ihrer Eröffnung im Jahr 1874 die Linien A, B, C, D und E. Der Verkehrsbetrieb in Bremerhaven benannte seine Omnibusstrecken mit den Kennbuchstaben von A bis U (mit LĂŒcken); ab 1961 wurde nach und nach auf Liniennummern umgestellt.[27]
Die MĂ©tro Rennes verwendet fĂŒr ihre beiden Linien die Kleinbuchstaben a und b. Ebenso kennzeichnete die Nationale Gesellschaft der Belgischen Eisenbahnen bis 2014 ihre InterRegio-Linien mit den Kleinbuchstaben a bis s (mit LĂŒcken), wĂ€hrend die Intercity-Linien mit den GroĂbuchstaben A bis Z (mit LĂŒcken) versehen waren.
Buchstaben codiert
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Vereinzelt werden die Linienbuchstaben auch codiert. Bei diesen Systemen entspricht der jeweilige Buchstabe hĂ€ufig dem Anfangsbuchstaben eines der beiden Linienendpunkte. So verkehrte beispielsweise die ehemalige Linie A der S-Bahn MĂŒnchen auf der Strecke nach AltomĂŒnster und in DĂŒsseldorf sind die Bezeichnungen D-Bahn fĂŒr die Strecke der ehemaligen Linie D nach Duisburg und K-Bahn fĂŒr die Strecke der ehemaligen Linie K nach Krefeld bis heute gebrĂ€uchlich. Bis 1974 waren codierte Linienbuchstaben bei der StraĂenbahn Linz in Verwendung, zum Beispiel fuhr die Linie B zum Bahnhof, die Linie E nach Ebelsberg, die Linie M durch die MozartstraĂe; spĂ€ter wurde auf Ziffernbezeichnungen umgestellt.
Weil die Zahl der möglichen Buchstaben durch die Codierung noch weiter eingeschrĂ€nkt wird, griffen viele Verkehrsunternehmen auf zusĂ€tzliche Unterscheidungsmerkmale zurĂŒck. So verkehrte zum Beispiel bei der GroĂen Leipziger StraĂenbahn zeitweise eine Linie G, die mit weiĂem Buchstaben auf grĂŒnem Grund markiert war (GohlisâRennbahn/PestalozzistraĂe) und eine Linie G mit grĂŒnem Buchstaben auf weiĂem Grund (GohlisâBayerischer Bahnhof). Oder es wurde auch noch der zweite Buchstabe des Ziels mit angegeben, so wie dies frĂŒher beispielsweise bei den Stuttgarter Stadtbuslinien Ga nach Gablenberg, Ho nach Hoffeld, Ki zum Killesberg und Pf in den Pfaffenwald der Fall war.
Alternativ weist das Verkehrsunternehmen mit dem Kennbuchstaben auf den Laufweg hin. So waren etwa beim 1881 eingerichteten Basler Tram-Omnibussystem die beiden Hauptlinien, die beide den Centralbahnhof mit dem Badischen Bahnhof verbanden, von Beginn an mit Buchstaben bezeichnet. Dabei verkehrte die Linie F durch die Freie StraĂe und die Linie G durch die Gerbergasse. In AusnahmefĂ€llen sind sowohl Start als auch Ziel in die Linienbezeichnung integriert. Bei der END Verkehrsgesellschaft beispielsweise verkehrte frĂŒher die Linie ED von Esslingen nach Denkenborf, die Linie EN fuhr von Esslingen nach Neuhausen.
Eine Mischung zwischen den vorangehend erwĂ€hnten Codierungen verwendete der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS). Zwischen 1974 und 2004 verwendete das Unternehmen fĂŒr sĂ€mtliche Bahn- und Buslinien in seinem Netz Linienbuchstaben. Bei den Buslinien wurde teilweise der VerknĂŒpfungspunkt mit dem Bahnnetz als Linienkennzeichnung gewĂ€hlt, bei der Linie G wurde statt des gemeinsamen Endpunkts mit der Linie W das Zwischenziel GĂŒmligen fĂŒr die Liniencodierung verwendet. Die Ortsbuslinie in SchönbĂŒhl wurde zudem als SCH bezeichnet, da der Linienbuchstabe S bereits von der Bahnlinie BernâSolothurn verwendet wurde.[28] Mehrere der Buslinien wiesen zudem mehrere durchnummerierte LinienĂ€ste auf. So gab es zeitweise beispielsweise die Linien B1, B2, B3 und B4 ab Bolligen mit verschiedenen Endpunkten.[29] Weiterhin wurden KurzlĂ€ufer auf den jeweiligen Linien mit gestrichenem Linienbuchstaben gefĂŒhrt und die EilzĂŒge der Linie S verkehrten mit der Linienkennzeichnung SE.
Eine Besonderheit stellte die Linie TXL der Berliner Verkehrsbetriebe zum Flughafen Tegel dar, ihre Bezeichnung entsprach dem IATA-Flughafencode von Tegel. Weitere Beispiele fĂŒr besondere Codierungen sind âRâ fĂŒr Ringlinie in Hannover, âSâ fĂŒr SpĂ€tverkehrslinie in Karlsruhe, âTâ fĂŒr Trolleybuslinie in Budapest und Moskau oder âFAVâ fĂŒr âFöldalatti VasĂștâ (Untergrundbahn) in Budapest. Ferner kennzeichnet die StraĂenbahn Pilsen ins Depot einrĂŒckende Kurse mit einem X statt der regulĂ€ren Liniennummer.
StreckenabhÀngige Bezeichnungen
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Andernorts gibt man den Linien geografisch bedingte Namen. In Stuttgart beispielsweise gab es in der Anfangszeit der StraĂenbahn eine Kanonenweglinie, eine Tiergartenlinie, eine Querbahn und eine Nordwesttram.[30]
In der Gegenwart ist dieses Prinzip beispielsweise noch bei der Londoner U-Bahn anzutreffen. Sie verfĂŒgt ĂŒber elf individuelle Liniengruppen-Bezeichnungen: Metropolitan, Hammersmith & City, District, Circle, Northern, Waterloo & City, Central, Bakerloo, Piccadilly, Victoria sowie Jubilee.

In San Francisco tragen die Bus- und O-Bus-Linien neben der Liniennummer auch einen Liniennamen, der auf den befahrenen StraĂen basiert.[31][32] Die Fahrzeuge und Haltestellen der San Francisco Cable Cars tragen ihre offiziellen Liniennummern 59, 60 und 61 nicht, stattdessen wird nur der Linienname angezeigt. Ăhnliche Systeme gibt bzw. gab es auch in weiteren nordamerikanischen StĂ€dten wie Seattle, New York City und Detroit. An letzterem Ort wurden bis in die 1960er Jahre ebenfalls keine Liniennummern an den Fahrzeugen gezeigt.[33] Ebenfalls gibt es bei der Moskauer Metro Streckenbezeichnungen: Ihre zwölf Linien 1â12 werden zusĂ€tzlich mit Liniennamen wie Sokolnitscheskaja oder Samoskworezkaja bezeichnet.
In GieĂen, Freiburg im Breisgau und Reutlingen tragen die Nachtbus-Linien Planeten-Namen.
UnternehmenskĂŒrzel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In anderen FĂ€llen entspricht die Linienbezeichnung dem KĂŒrzel des jeweiligen Verkehrsunternehmens. Beispiele sind WLB oder STB, frĂŒher auch AKN, ANB, EBO, A, BEB, F, OEG und RHB.
ZusÀtzliche Kennfarben
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HĂ€ufig ist auĂerdem der Linie bzw. Liniengruppe eine bestimmte Kennfarbe zugeordnet, mit der das jeweilige Liniensignal und manchmal auch das Linienziel unterlegt werden. Dadurch soll ein hoher Wiedererkennungswert gewĂ€hrleistet werden, ohne sich die offizielle Linienbezeichnung merken zu mĂŒssen. Bei den vier VerstĂ€rkerlinien der Stadtbahn Bielefeld variiert die Kennfarbe dabei zusĂ€tzlich nach dem jeweiligen Fahrtziel. So trĂ€gt beispielsweise die Linie 10 in Fahrtrichtung Lohmannshof die Kennfarbe Rot, weil sie auf diesem Linienast die Linie 4 verstĂ€rkt, deren Kennfarbe gleichfalls Rot ist. FĂ€hrt die Linie 10 jedoch in der Gegenrichtung nach Stieghorst Zentrum, so fĂŒhrt sie die Kennfarbe Gelb der regulĂ€r dorthin fĂŒhrenden Linie 3.
Den allerersten Netzplan, bei dem fĂŒr jede Linie eine andere Farbe verwendet wurde, war derjenige der Londoner U-Bahn, den die Zeitung The Evening News 1907 veröffentlichte.[34]
- Nicht immer gelingt es in gröĂeren Netzen jeder Linie eine eigene Farbe zuzuweisen, so teilen sich in ZĂŒrich die Linien 2 und 15 die Farbe Rot
- Besonders auffĂ€llige HaltestellenÂgestaltung in Linienfarben, ebenfalls in ZĂŒrich
- Farbige UnterÂlegung von Linie und Ziel beim O-Bus Eberswalde
- Bern: nur das FahrtÂziel ist farbig unterÂlegt, nicht aber die Liniennummer
- Kennfarben bei der eheÂmaligen StraĂenbahn Kopenhagen
Fahrzeuge in Linienfarbe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine besonders ausgeprĂ€gte Form der Linienkennfarbe ist es, das AuĂendesign der auf den jeweiligen Linien eingesetzten Fahrzeuge ebenfalls individuell zu gestalten. Dies ist jedoch nur bei einem linienreinen Einsatz möglich und beeintrĂ€chtigt die FlexibilitĂ€t der Fahrzeugdisposition. Beispiele hierfĂŒr sind:
- Bei der StraĂenbahn Montpellier haben die Fahrzeuge der vier Linien jeweils ein eigenes Design.
- Beim Stadtbus in Tettnang und beim Metroshuttle in Manchester sind die Busse der jeweils drei Linien unterschiedlich lackiert. In Tettnang sind dies die Farben Gelb, GrĂŒn und Blau[35], in Manchester Orange, GrĂŒn und Violett.[36]
- Bei den Ortsbussen in Zermatt ist zumindest die StoĂstange entsprechend den beiden Linienfarben Rot oder GrĂŒn lackiert.
- In Tokio sind die ZĂŒge der Yamanote-Linie entsprechend der Linienfarbe mit hellgrĂŒnen Streifen versehen.
- Beim Seilbahnnetz La Paz sind die Gondeln der verschiedenen Linien entsprechend lackiert.
- Bei der Metropolitana di Milano sind die Wagen der Linie M1 rot, die der M2 grĂŒn und die der M3 gelb.
- Die Triebwagen der StraĂenbahnlinie 2 in Montpellier tragen ein Blumendesign
- Metroshuttle Manchester: Busse mit Lackierung in Linienkennfarbe
- Zermatt: OrtsÂbus der roten Linie mit roter StoĂstange
- ZĂŒge der U-Bahn Osaka in jeweiliger Linienkennfarbe
- Mailand: der gelbe Streifen ist die Kennfarbe der Linie M3
ZusÀtzliche Symbole
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Alternativ zu den zusĂ€tzlichen Kennfarben werden zwecks besserer Identifikation Symbole verwendet. Ein weithin bekanntes Symbol ist ein stilisiertes Flugzeug fĂŒr Linien die einen Flughafen bedienen.
Bei der Reutlinger Stadtverkehrsgesellschaft wird hingegen jede Liniennummer durch ein zusĂ€tzliches Zeichen ergĂ€nzt, insbesondere um behinderten FahrgĂ€sten die Orientierung zu erleichtern. Auf der Fahrt stadteinwĂ€rts zeigen dabei alle Linien das zentrale TĂŒbinger Tor als Zusatz an, wĂ€hrend stadtauswĂ€rts jeweils ein individuelles Symbol verwendet wird. So ist beispielsweise die Linie 4/11 zum Stadion an der Kreuzeiche mit einem FuĂball markiert.[37] In Berlin wurden besondere Ausflugsbuslinien frĂŒher mit einem Dreieck gekennzeichnet.[38] In Wien kennzeichnet man auĂerplanmĂ€Ăige Zusatzfahrten mit dem sogenannten Zebrasignal, einer schwarz-weiĂ gestreiften Stecktafel hinter der Frontscheibe. Der letzte Kurs einer Linie wurde frĂŒher mit einem blauen Zusatzsignal angezeigt.
Die StraĂenbahn Amsterdam verwendet zusĂ€tzlich zur Liniennummer farbig-geometrische Liniensignale, die sogenannten lijnkleuren. Diese wurden auch auf die Amsterdamer U-Bahn-Linien ĂŒbertragen, die darĂŒber hinaus noch einfache Linienkennfarben besitzen.[39]
Die morgens bzw. nachmittags bei Fahrten zu bzw. von Schulen eingesetzten Busse zeigen bei der VHH neben ihrer Liniennummer auch Schilder mit Tiersymbolen im Fenster, damit sich die â insbesondere jĂŒngeren â Kinder so besser orientieren können, besonders wenn nach Schulschluss vor der Schule mehrere Busse in verschiedene Richtungen zur Abfahrt bereitstehen.
Die Stadtwerke GieĂen wiederum kennzeichnen diejenigen Fahrten ihrer Buslinie 1, die durch die StraĂe Heide fĂŒhren, mit einem zusĂ€tzlichen Dreieck neben der Liniennummer. Im Gegensatz dazu zeigen diejenigen Kurse, die nicht durch die genannte StraĂe fĂŒhren, kein Dreieck an.[40]
Linien- und Netzoptimierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Linien eines Verkehrsnetzes können im Hinblick auf
- einen möglichst wirtschaftlichen Betrieb oder auf
- gröĂtmögliche AttraktivitĂ€t und Nutzungsmöglichkeiten fĂŒr die FahrgĂ€ste optimiert werden.
Im lĂ€ndlichen Raum steht heute die Sicherung einer MindestmobilitĂ€t fĂŒr Bevölkerungsteile ohne Fahrzeug im Vordergrund (Menschen, die nicht, noch nicht oder nicht mehr Auto fahren können, wollen oder dĂŒrfen â z.âŻB. Kinder, Ă€ltere Menschen, Behinderte). Dabei wird das vorhandene Fahrgastpotential nicht voll genutzt. Die Spirale aus FahrgastrĂŒckgang, AngebotskĂŒrzung und weiteren Fahrgastverlusten â das langsame Angebotssterben â wird möglich.
Bei Fernlinien bedeutet attraktiv schnell. Entsprechend werden schnelle Strecken genutzt und nur wenige Haltestellen bedient â groĂe HaltestellenabstĂ€nde. Das Prinzip, zunĂ€chst FahrgĂ€ste an mehreren Orten âeinzusammelnâ, und erst dann den Schnellverkehr zu bedienen, wird selten angewendet. Diese Vorteile werden genutzt, wenn ein Fernzug im Vorlauf als Regionalbahn fĂ€hrt (meist nur als Behelfslösung betrachtet) oder bei internationalen Fernbuslinien. Die Trennung zwischen Fern- und Nahverkehr steht dem entgegen.
Im Regional- und Stadtbereich lassen sich die Nutzungsmöglichkeiten durch eine sinnvolle VerknĂŒpfung von mehreren kurzen Linien verbessern. Umsteigeverbindungen erfordern Informationen ĂŒber Anschlusszeiten und erzeugen Ăngste vor Anschlussverlust.
Die Umwandlung der EilzĂŒge zum Regional-Express hat zur ZusammenfĂŒhrung von Linien gefĂŒhrt â dadurch sind attraktive ZuglĂ€ufe mit mehreren Stunden Fahrzeit entstanden. Ebenso können auch Regionalbuslinien qualifiziert und zu lĂ€ngeren Hauptlinien zusammengefasst werden. Kurzlinien nur von einem Ort zum NĂ€chsten sind speziell angepasste Angebote zum Beispiel fĂŒr SchĂŒlerverkehre, die generelle Nutzbarkeit ist eingeschrĂ€nkt. Durch die Regionalisierung (ZustĂ€ndigkeit von Kreisen und Gemeinden fĂŒr Busverkehre) wird die Entwicklung zu Kurzlinien gefördert.
Die KapazitÀt einer Linie kann an die Nachfrage angepasst werden: eine StÀrkung oder SchwÀchung kann sowohl auf jeder einzelnen Fahrt geschehen, als auch zu bestimmten Tageszeiten, um beispielsweise im Berufsverkehr auf Teilstrecken oder der Gesamtstrecke mehr KapazitÀt zu bieten. Dazu dienen meistens zusÀtzliche Zugteile. Einige Verkehrsunternehmen setzen auch BusanhÀnger ein (besonders in der Schweiz, mit Sondergenehmigung auch in Deutschland).
Die Linien- bzw. Netzoptimierung befasst sich mit
- der LinienfĂŒhrung (LĂ€nge, Auswahl der Strecken â nachfragegerecht und hinsichtlich der möglichen Geschwindigkeit)
- den Haltepunkten (Haltestellenlage, -abstÀnde, Umsteigewege)
- der Gesamtfahrzeit (Anschluss-Wartezeiten, PĂŒnktlichkeit)
- der Umlaufbildung
- den Umsteigemöglichkeiten (AnschlĂŒssen) zwischen Linien
Die einzelnen Verkehrsunternehmen sind bei der Netzoptimierung nicht frei, da die Linien durch eine Zulassungsbehörde konzessioniert sind, die eine Verpflichtung zur regelmĂ€Ăigen Bedienung sowie das (frĂŒher exklusive) Recht, die Haltestellen der Linien zu bedienen, beinhaltet. Daneben bestehen kommunale und regionale VerknĂŒpfungen (z.âŻB. ZweckverbĂ€nde, VerkehrsverbĂŒnde) sowie politische Richtsetzungen etwa durch regionale NahverkehrsplĂ€ne.
Historisches
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die StĂ€dte Siegen und Netphen beanspruchen fĂŒr sich, die Orte mit der ersten motorisierte Omnibuslinie der Welt zu sein, die von der Netphener Omnibusgesellschaft am 18. MĂ€rz 1895 in Betrieb genommen wurde. Omnibus bedeutete dabei fĂŒr alle. Kraftomnibusse traten ab diesem Zeitraum in Konkurrenz zu den Pferde-Omnibussen.
Rekord
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die lĂ€ngste Buslinie der Welt fĂŒhrt mit 6212 km LĂ€nge von Rio de Janeiro in Brasilien nach Lima in Peru und wurde im Januar 2016 in Betrieb genommen.[41]
Weblink
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Duden | Linie | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme, Herkunft. Abgerufen am 26. Dezember 2017.
- â Art. 17 der Eisenbahnverordnung (EBV) vom 23. November 1983 (Stand 18. Oktober 2016) lautet: âBahnlinien sind fĂŒr eine ausgeglichene Fahrgeschwindigkeit zu trassieren. âŠâ bzw. in der französischsprachigen Fassung: âLe tracĂ© des lignes de chemins de fer sera choisi de maniĂšre Ă permettre une vitesse de marche rĂ©guliĂšre. âŠâ
- â Zum Beispiel spricht die Wiener Zeitung Der Fremdenverkehr in ihrer Ausgabe vom 20. September 1908 von âStaatlichen Automobillinien im Erzgebirgeâ, fĂŒr deren Bereitstellung die Bezirksregierungen zustĂ€ndig waren.
- â Hans-Joachim Pohl: Die Neue Berliner Pferdebahn-Gesellschaft. Die VerkehrserschlieĂung WeiĂensees und Lichtenbergs (Teil 1). In: Verkehrsgeschichtliche BlĂ€tter. Heft 1, 1986, S. 2â11.
- â Martin Pabst: Die MĂŒnchner Tram. Bayerns Metropole und ihre StraĂenbahn (= Strassenbahn-Magazin. Bibliothek). GeraMond, MĂŒnchen 2000, ISBN 3-932785-05-3, S. 13.
- â Heiner Jung: Die EinfĂŒhrung der Liniennummern bei der StraĂenbahn in Berlin auf www.diegeschichteberlins.de
- â »Zwirnsrolle« und »Sternbahn« auf www.eisenbahnwelt.de
- â www.tram.at
- â Das Liniensystem der Wiener StraĂenbahn auf www.vef.at
- â Chronik der StraĂenbahnlinine. In: repage.de. Archiviert vom am 1. November 2014; abgerufen am 31. Oktober 2021.
- â 60 de ani de la ĂźnfiinÈarea tramvaiului Ăźn TimiÈoara, Monografie 1869â1929. TimiÈoara 1929.
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- â Heinz Jung: Die EinfĂŒhrung der Liniennummern bei der StraĂenbahn in Berlin. In: Berliner VerkehrsblĂ€tter. Heft 5, 1962, S. 38â39.
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- â Friedrich Torberg: Schlag nach dem Schlager, in: Ders.: Apropos, Frankfurt/Berlin 1988, S. 39â51, hier S. 43. Eine zeitgenössische Aufnahme des Liedes: https://www.youtube.com/watch?v=zTlzTQ3ezvk
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- â Paul Homann: Bremerhavens Streckennetze (ĂPNV) ab 1881. (PDF; 2,7 MB) S. 34, Lesezeichen 04.01.1960 und 04.01.1961, abgerufen am 5. Dezember 2020.
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- â 50 Jahre RBS-Busbetrieb auf www.hundertjahre.ch
- â Netz 2011 - Interessantes aus der Liniengeschichte. Stuttgarter Strassenbahnen, 6. Oktober 2010, archiviert vom am 1. Januar 2011; abgerufen am 31. Oktober 2021.
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- â Routes & Stops (English) auf www.sfmta.com, offizielle Ăbersicht der Linien in San Francisco
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- â Metroshuttle. In: Transport fĂŒr Greater Manchester. Abgerufen am 31. Oktober 2021 (englisch).
- â Reutlinger Orientierungssystem zur MobilitĂ€tserweiterung ( vom 29. November 2018 im Internet Archive)
- â Dreiecklinien im Berliner Omnibusverkehr
- â Alles ĂŒber die Amsterdamer lijnkleuren
- â Linie 1 (Rödgen â Kleinlinden / Allendorf / LĂŒtzellinden). In: Stadtbus Giessen. Abgerufen am 31. Oktober 2021.
- â dpa: Rio - Lima: LĂ€ngste Buslinie der Welt gestartet. In: Abendzeitung, 31. Januar 2016 (online, abgerufen am 4. November 2016)