Figuren aus James-Bond-Filmen
In diesem Artikel werden die handelnden Figuren aus James-Bond-Filmen gelistet und erlÀutert. Ian Flemings Romanvorlagen stellen manche Personen und Ereignisse anders dar.
Ăbersicht
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | Film | James Bond | âMâ | Moneypenny | âQâ | Felix Leiter | Schurke | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Darsteller | Alter A | |||||||
| Filme von Eon Productions | ||||||||
| 1962 | Sean Connery | 31 | Bernard Lee | Lois Maxwell | Peter Burton | Jack Lord | Joseph Wiseman als Dr. No SP | |
| 1963 | 32 | Desmond Llewelyn | â | Lotte Lenya als Rosa Klebb SP KGB | ||||
| 1964 | 33 | Cec Linder | Gert Fröbe als Goldfinger | |||||
| 1965 | 34 | Rik van Nutter | Adolfo Celi als Emilio Largo SP | |||||
| 1967 | 36 | â | Donald Pleasence als Blofeld SP | |||||
| 1969 | George Lazenby | 29 | Telly Savalas als Blofeld SP | |||||
| 1971 | Sean Connery | 41 | Norman Burton | Charles Gray als Blofeld SP | ||||
| 1973 | Roger Moore | 45 | â | David Hedison | Yaphet Kotto als Kananga / Mr. Big | |||
| 1974 | 47 | Desmond Llewelyn | â | Christopher Lee als Scaramanga | ||||
| 1977 | 49 | Curd JĂŒrgens als Karl Stromberg | ||||||
| 1979 | 51 | Michael Lonsdale als Hugo Drax | ||||||
| 1981 | 53 | â | Julian Glover als Kristatos KGB | |||||
| 1983 | 55 | Robert Brown | Louis Jourdan als Kamal Khan KGB | |||||
| 1985 | 57 | Christopher Walken als Max Zorin KGB | ||||||
| 1987 | Timothy Dalton | 40 | Caroline Bliss | John Terry | Joe Don Baker als Brad Whitaker Jeroen Krabbé als Gen. Koskov KGB | |||
| 1989 | 42 | David Hedison | Robert Davi als Franz Sanchez | |||||
| 1995 | Pierce Brosnan | 42 | Judi Dench | Samantha Bond | â | Sean Bean als Alec Trevelyan, â006â | ||
| 1997 | 44 | Jonathan Pryce als Elliot Carver | ||||||
| 1999 | 46 | Desmond Llewelyn John Cleese |
Robert Carlyle als âRenardâ | |||||
| 2002 | 49 | John Cleese | Toby Stephens als Gustav Graves | |||||
| 2006 | Daniel Craig | 38 | â | Jeffrey Wright | Mads Mikkelsen als Le Chiffre SP | |||
| 2008 | 40 | Mathieu Amalric als Dominic Greene SP | ||||||
| 2012 | 44 | Kurzfilm fĂŒr die Eröffnungszeremonie der Olympischen Sommerspiele in London | ||||||
| Judi Dench | Naomie Harris | Ben Whishaw | â | Javier Bardem als Raoul Silva SP | ||||
| 2015 | 47 | Ralph Fiennes (Judi Dench)Â B |
Christoph Waltz als Blofeld SP | |||||
| 2021 | 51 | Ralph Fiennes | Jeffrey Wright | Rami Malek als Lyutsifer Safin | ||||
| Weitere Filme | ||||||||
| 1954 | Barry Nelson | 37 | â | Michael Pate als Clarence Leiter |
Peter Lorre als Le Chiffre | |||
| 1967 | Casino Royale | David Niven | 57 | John Huston | Barbara Bouchet C | Geoffrey Bayldon | â | Orson Welles als Le Chiffre |
| Peter Sellers | 41 | |||||||
| 1983 | Sean Connery | 53 | Edward Fox | Pamela Salem | Alec McCowen | Bernie Casey | Klaus Maria Brandauer als Maximilian Largo | |
MI6
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]M ist Leiter des Geheimdienstes MI6 und der direkte Vorgesetzte von Commander James Bond. Der Deckname M leitet sich von âSir Miles Messervyâ (nach anderen Quellen wird der Vorname auch âMylesâ geschrieben) ab, dem bĂŒrgerlichen Namen des Geheimdienstchefs in den Romanen. Diese Idee geht auf Sir Mansfield Smith-Cumming zurĂŒck, der von seinen Untergebenen âCâ genannt wurde. Der Name wurde allerdings erst im neunten Film der James-Bond-Reihe (Der Mann mit dem goldenen Colt) preisgegeben. ZurĂŒck geht M auf den realen Leiter der NID John Henry Godfrey unter dem Ian Fleming im Krieg diente. M wurde von 1962 bis 1989 von mĂ€nnlichen Darstellern gespielt. Zwischen 1995 und 2012 stellte Judi Dench die Rolle dar. Seit 2015 wird M erneut von einem Mann (Ralph Fiennes) gespielt.
M fĂŒhrt zwar formal den gesamten MI6, der Zuschauer trifft jedoch nur auf diese Figur, wenn es um die âDoppel-Null-Abteilungâ geht, in der die neun besten Agenten des MI6 arbeiten. Da seine Mitarbeiter stets in der Welt verstreut sind und â allen voran Bond â ihren eigenen Kopf haben, ist es fĂŒr M nicht leicht, den Ăberblick zu bewahren. Er respektiert jedoch die Erfahrung seiner Mitarbeiter und ist auch bereit, ihre VorschlĂ€ge anzunehmen. Da vor allem Bond dazu neigt, allzu selbstĂ€ndig und undiszipliniert zu agieren, ist M regelmĂ€Ăig dazu gezwungen, ihn energisch auf seine Pflichten aufmerksam zu machen. Er droht dem Agenten damit, ihm wichtige AuftrĂ€ge zu entziehen oder ihn gar in den Innendienst zu versetzen â eine Arbeit, die Bond laut eigener Aussage nicht liegt. In Lizenz zum Töten entzieht M dem aufmĂŒpfigen Bond sogar die Doppel-Null-Lizenz.
Der schon etwas Ă€ltere M ist die nahezu einzige Figur im Bond-Universum, vor der der selbstbewusst auftretende Agent Respekt hat, die er als ĂŒbergeordnete AutoritĂ€t akzeptiert und von der er sich zurechtweisen lĂ€sst. Bond bringt seinen Chef gelegentlich in peinliche Situationen, etwa wenn er mit einer Agentin im Bett liegt und diese Szene von hochrangigen FunktionstrĂ€gern gesehen wird. Obwohl das VerhĂ€ltnis von M und Bond immer wieder von Konflikten geprĂ€gt ist, scheint der Geheimdienstchef doch eine vĂ€terliche Sympathie fĂŒr den Agenten zu empfinden. Auch Bond fĂŒhlt eine starke LoyalitĂ€t zu M und setzt beispielsweise sein Leben aufs Spiel, um ihn/sie zu schĂŒtzen (Skyfall).
M hat gute Kontakte zur Spitze der britischen Politik, und wĂ€hrend er seinen Agenten die grobe Arbeit im Feld ĂŒberlĂ€sst, fungiert er selbst hĂ€ufig als Diplomat in Verhandlungen mit dem sowjetischen KGB und als Koordinator der EinsĂ€tze. UnterstĂŒtzt wird er von seiner SekretĂ€rin Miss Moneypenny und dem Quartiermeister Q.
Als er von Bernard Lee dargestellt wurde, hatte M den Rang eines Admirals und dadurch eine starke AffinitĂ€t zum Thema Seefahrt, was sich zum Beispiel in der Ausstattung seines feudalen Landsitzes ausdrĂŒckte, der in James Bond 007 â Im Geheimdienst Ihrer MajestĂ€t zu sehen war (zum ersten und einzigen Mal). M wurde dabei als passionierter Schmetterlingssammler gezeigt. Auch im BĂŒro des Geheimdienstchefs fanden sich Schiffsmodelle oder GemĂ€lde mit Seefahrtsszenen. Ms Marine-Vergangenheit drĂŒckte sich auĂerdem in seiner Sprache aus (âDer Premierminister hĂ€ngt mich an der höchsten Rahe auf!â). Mit der Ăbernahme der Rolle durch Judi Dench (1995) wurde sie teilweise neu konzipiert. Ein seefahrerischer Hintergrund war nicht mehr erkennbar. M bewohnte nun ein modernes Apartment in London (in das Bond in Casino Royale und Skyfall einbricht). Ab dieser Inkarnation wird mehrfach angedeutet, dass der Dienstname âMâ kein willkĂŒrlich gewĂ€hltes KĂŒrzel ist, sondern der Anfangsbuchstabe des bĂŒrgerlichen Nachnamens des jeweiligen AmtstrĂ€gers. Bond deutet dies in Casino Royale an: Bevor er Ms Namen aussprechen kann, droht sie damit, ihn töten zu lassen. Die von Ralph Fiennesâ gespielte Version der Figur heiĂt mit Nachnamen Mallory.
M wirkt meist etwas mĂŒrrisch. Bis in die 1980er-Jahre empfing er Bond regelmĂ€Ăig in seinem holzgetĂ€felten BĂŒro, um ihn dort mit seinem neuen Auftrag zu betrauen. In der Zeit, in der M von Judi Dench dargestellt wurde (1995 bis 2012), residiert M in einem modern ausgestatteten BĂŒroraum. Mit dem Wechsel zu Ralph Fiennes im Film Skyfall nahm das BĂŒro wieder sein holzgetĂ€feltes Aussehen an. In Spectre Ă€hnelt der Charakter Ms wieder mehr der von Bernard Lee dargestellten Figur. Allerdings wurde die Figur, anders als bei Lee, handlungstragend ausgebaut.
In Die Welt ist nicht genug ist ein PortrÀt von Bernard Lee zu sehen.[1][2]
Bernard Lee (1962â1979)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von Anfang an bis zum Tod des Darstellers Bernard Lee 1981 knĂŒpft die Figur eng an Flemings Vorlage an. Nach Lees Tod kam der darauf folgende Film In tödlicher Mission aus Respekt vor dem Darsteller ohne M aus.
Robert Brown (1983â1989)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von Octopussy bis zu Lizenz zum Töten ĂŒbernahm Robert Brown die Rolle. Seinen richtigen Namen erfĂ€hrt man nicht, jedoch ist er bereits in Der Spion, der mich liebte einmal zu sehen und wird dort als Admiral Hargreaves bezeichnet. Aus den Filmen geht jedoch nicht hervor, ob diese Figur mit dem spĂ€teren M identisch ist. Allerdings wird er in Im Angesicht des Todes von General Anatol Gogol (KGB) mit âAdmiralâ angesprochen. Im Vergleich zu Bernard Lees M ist er etwas freundlicher, hĂ€lt sich jedoch im Wesentlichen an die von Lee geprĂ€gte Figur.
In Keine Zeit zu sterben ist ein PortrÀt von Robert Brown zu sehen.[3][4]
Judi Dench (1995â2012)
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Die in GoldenEye erstmals von Judi Dench verkörperte M stellt ein Novum dar, da erstmals eine Frau an der Spitze des MI6 steht. Gleichzeitig ist die von Dench verkörperte M die einzige wiederkehrende Bond-Figur, welche im Zuge des Reboots der Reihe durch Casino Royale weiterhin von der gleichen Schauspielerin verkörpert wurde.
Die Filme lassen es offen, ob es sich in den Filmen mit Brosnan und in denen mit Craig um dieselbe M handelt oder Dench zwei verschiedene Varianten des gleichen Charakters spielt.
Gemeinsam ĂŒber beide âihrerâ Bond-Darsteller ist ihre generelle Einstellung, die Arbeit und IntegritĂ€t ihres Geheimdienstes ĂŒber das Schicksal einzelner Agenten zu stellen; scheinbar auch ohne RĂŒcksicht auf Bond, der hĂ€ufig seine Intuition Ms Anweisungen vorzieht:
In Stirb an einem anderen Tag lĂ€sst sie Bond erst nach 14 Monaten in nordkoreanischer Gefangenschaft austauschen und begrĂŒndet dies trocken damit, dass Bond die Regeln hierfĂŒr kenne. In Skyfall nimmt sie mit einem SchieĂbefehl Bonds (vermeintlichen) Tod in Kauf. Ihre Frustration mit Bond zeigt sich dabei unterschiedlich. Brosnans Bond sieht sie als Relikt des Kalten Krieges, Craigs Bond (der mehrfach scheinbar mĂŒhelos in Ms Wohnung einbricht und ihre privatesten Daten herausfindet) raubt ihr mit seiner impulsiven Art als junger Doppel-Null-Agent die Nerven. Dennoch lĂ€sst sie ĂŒber ihre gesamte Zeit durchblicken, dass sie insgeheim weiĂ, dass Bond der beste Agent im Geheimdienst ist, und lĂ€sst ihn nur deshalb langfristig weiterhin agieren, wie er es fĂŒr richtig hĂ€lt. Insbesondere in Skyfall wird sie fĂŒr Craigs Bond zudem als eine Art Mutterfigur stilisiert.
Denchs M ist die erste Version der Figur, welche hÀufiger persönlich in das Geschehen involviert ist (Die Welt ist nicht genug, Skyfall). Auch ihr Privatleben bzgl. Kinder und LebensgefÀhrten wird mehr erwÀhnt.
Der gröĂte Widerspruch, ob es sich bei dieser Version von M ĂŒber alle Filme um die gleiche Person handelt, ist in Skyfall zu finden. Hier wird erwĂ€hnt, dass sie in den 1990er Jahren Abteilungsleiterin in Hong Kong war, was ihrer Rolle in den Brosnan-Filmen widerspricht.
In Keine Zeit zu sterben ist ein PortrÀt von Judi Dench zu sehen.[5][6]
Der Inlandsgeheimdienst MI5 wurde zu dieser Zeit von 1992 bis 1996 erstmals von einer Frau (Stella Rimington) gefĂŒhrt. Judi Dench nahm sie anfangs als Vorbild fĂŒr die schauspielerische Darstellung ihrer Rolle als MI6-Chefin.
Ralph Fiennes (seit 2012)
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Nachdem in Skyfall die bisherige M (Judi Dench) gestorben ist, verkörpert nun Ralph Fiennes die Figur des M namens Gareth Mallory. M war zuvor Geheimdienstkoordinator, um die Arbeit der vorherigen M zu ĂŒberwachen. Er ist ein ehemaliger Oberstleutnant des britischen Special Air Service und wurde drei Monate von der IRA gefangen gehalten. Dieser Hintergrund ist in folgenden Filmen die Grundlage dafĂŒr, dass M von vornherein eine aktivere Rolle einnimmt als seine VorgĂ€nger. Bond ist zuerst nicht begeistert von ihm, Ă€ndert jedoch seine Meinung im Lauf der Handlung von Skyfall, was sich nicht zuletzt darin ausdrĂŒckt, dass er Mallory am Ende des Films demonstrativ mit âMâ anspricht. Gleichzeitig ist dies die erste Verkörperung von M, die auch nach seiner Beförderung von Bond gelegentlich noch mit bĂŒrgerlichem Namen angesprochen wird.
Q leitet als Quartiermeister (engl. Quartermaster) die fiktive Forschungs- und Entwicklungsabteilung des britischen Geheimdienstes MI6. âQâ steht, wie auch âMâ, mehr fĂŒr einen Posten als fĂŒr einen Namen. Vorbild fĂŒr Q ist Charles Fraser-Smith, der fĂŒr den MI6 und den SOE fĂŒr die Beschaffung von SpezialausrĂŒstung zustĂ€ndig war. In den Romanen von Ian Fleming erscheint die Figur nur selten, meist ist nur von der âQ-Abteilungâ die Rede. Q erscheint in jedem der 007-Filme, auĂer in Leben und sterben lassen (wobei er hier erwĂ€hnt wird und seine Gadgets Bond von M und Moneypenny ĂŒbergeben werden), Casino Royale und in Ein Quantum Trost. WĂ€hrend die Erfindungen zunĂ€chst noch relativ realistisch sind, werden sie, beginnend mit Goldfinger, immer extravaganter und phantastischer. Im Gegensatz dazu erhĂ€lt James Bond in Skyfall von Q (dargestellt von Ben Whishaw) nur eine personalisierte Walther PPK und einen Sender. Der jĂŒngere Q nach dem Neustart der Serie erweist sich zusĂ€tzlich als ausgezeichneter Programmierer und Computerexperte.[7]
Peter Burton (1962)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Peter Burton spielt im 1. James-Bond-Film Dr. No den Waffenmeister Major Boothroyd. Dieser erscheint nur in einer kleinen Szene am Anfang des Films, in der er Bonds Beretta-Pistole durch eine Walther PPK ersetzt, und tritt noch ernst und humorlos auf. AuĂerdem wird er von M noch nicht mit âQâ angesprochen, sondern mit âMajor Boothroydâ.
Desmond Llewelyn (1963â1999)
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Auf Grund von TerminĂŒberschneidungen war Peter Burton fĂŒr seine Rolle als Major Boothroyd in LiebesgrĂŒĂe aus Moskau nicht verfĂŒgbar und wurde deshalb durch Desmond Llewelyn ersetzt. Seitdem verkörperte Llewelyn bis zu seinem Tod durch einen Autounfall 1999 Q in allen 007-Filmen, abgesehen von Leben und sterben lassen und Sag niemals nie. Bei seinem letzten Auftritt als Q war Llewelyn bereits 85 Jahre alt.
Nachdem Desmond Llewelyn die Rolle ĂŒbernommen hatte, wurde die Beziehung von Q und Bond deutlich ausgebaut. In den ersten Bond-Filmen mit Desmond Llewelyn scheint die Beziehung zwischen Bond und Q noch antipathisch. In den spĂ€teren Bond-Filmen werden beide jedoch fast Freunde, und es entwickeln sich einige Running Gags:
- Die von Q hergestellten GerÀte werden fast ausnahmslos durch den Gebrauch Bonds zerstört.
- Q ermahnt Bond deshalb stÀndig zu einer besseren Pflege und fordert ihn auf, gelegentlich auch die Gebrauchsanweisung zu lesen.
- Bond demonstriert jedes Mal, wenn ihm Q ein neues GerĂ€t aushĂ€ndigt, dass er sofort perfekt damit umgehen kann, obwohl er es zum ersten Mal sieht und â vor allem bei Pierce Brosnans Bond â Qs AusfĂŒhrungen nur halbherzig zuhört.
In Lizenz zum Töten stellt sich Q trotz Bonds RĂŒcktritt vom MI6 auf Bonds Seite und versorgt ihn nicht nur mit technischen Spielereien, sondern unterstĂŒtzt ihn auch bei seinem Vorhaben. Mit den Worten âGuten Morgen, Major Boothroyd!â wird er auch in Der Spion, der mich liebte von Anya Amasova begrĂŒĂt, als er ihm den Lotus zum Einsatzort bringt. Major Geoffrey Boothroyd, so lautet sein vollstĂ€ndiger Name, hat sich (nach Desmond Llewelyns Tod) zu Zeiten von Stirb an einem anderen Tag in den Ruhestand zurĂŒckgezogen; in Die Welt ist nicht genug stellte er bereits seinen Nachfolger (gespielt von John Cleese, s. u.) vor.
Obwohl Llewelyn in 17 Bond-Filmen ĂŒber den Zeitraum von 36 Jahren, also mehr als jeder andere Schauspieler, mitwirkte, ist er insgesamt nur rund 30 Minuten zu sehen.
John Cleese (1999â2002)
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Als absehbar war, dass Desmond Llewelyn aus AltersgrĂŒnden die Rolle nicht mehr wĂŒrde ausfĂŒllen können, wurde in Die Welt ist nicht genug ein von John Cleese gespielter Assistent von Q eingefĂŒhrt, den Bond als âRâ (der im Alphabet auf Q folgende Buchstabe) bezeichnet. Nach dem Tod Llewelyns durch einen Autounfall im Jahr 1999 wurde Cleeses Figur in die Rolle von Q âbefördertâ.
R mochte den Geheimagenten aufgrund dessen GeringschĂ€tzung seinen GerĂ€ten gegenĂŒber von Anfang an nicht. Obwohl die jeweils von Llewelyn und Cleese verkörperten Figuren sich deutlich unterscheiden, haben sie zu ihrer professionellen Arbeit dieselbe Einstellung. Qs Zitat aus Goldfinger âIch scherze nie, wenn es um meine Arbeit geht.â wird in Stirb an einem anderen Tag von R mit Verweis auf seinen VorgĂ€nger wiederverwendet.
Ben Whishaw (seit 2012)
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WĂ€hrend die Figur des Q in den beiden vorangegangenen Filmen nicht in Erscheinung trat, ĂŒbernahm Ben Whishaw die Rolle des Q in Skyfall. Er ist deutlich jĂŒnger als Bond, was ein Novum der Reihe darstellt.[8] Der neue Q erweist sich â angepasst an das 21. Jahrhundert â als kompetenter Computerspezialist mit besonderem Fokus auf Cyberabwehr. Anders als seine VorgĂ€nger weiĂ er Bond durchaus ironisch Paroli zu bieten, sein Selbstbewusstsein in puncto Cybersicherheit lĂ€sst ihn mitunter allerdings auch nachlĂ€ssig werden (Skyfall). Seine Gadgets fielen zunĂ€chst deutlich reduzierter und weniger ausgefallen aus, was er selbstironisch damit begrĂŒndet, dass âexplodierende Stifteâ (eine Anspielung auf GoldenEye) von seiner Abteilung nicht mehr hergestellt werden. Bereits in Spectre orientieren sich die Gadgets jedoch weniger an denen aus Skyfall. Wie seine VorgĂ€nger bittet dennoch auch er Bond, die teure AusrĂŒstung wieder unversehrt zurĂŒckzubringen.
HĂ€ufiger als seine VorgĂ€nger unterstĂŒtzt Q Bond unter der Hand gegen die Linie des MI6, was ihm betont unangenehm ist, da seine Karriere im Geheimdienst aufgrund seines geringen Alters noch wenig abgesichert ist. Bond weiĂ um diese Situation und nutzt sie mitunter schamlos aus; gleichzeitig zeigen beide einander eine zurĂŒckhaltende WertschĂ€tzung. Q ist sichtlich bewegt, Bonds Tod in Keine Zeit zu sterben zu bezeugen.
Miss Moneypenny
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Miss Moneypenny, manchmal auch nur âMoneypennyâ oder âEve Moneypennyâ genannt, ist eine feste GröĂe in den James-Bond-Filmen und tauchte, bis auf Casino Royale und Ein Quantum Trost, in allen Filmen und selbst in Parodien auf. Sie ist die SekretĂ€rin von Bonds Chef M. UnermĂŒdlich tippt sie Briefe und hat am Anfang eines Films gelegentlich die Aufgabe, Bond zu finden.
Moneypennys gröĂter Wunsch ist es, einmal mit Bond auszugehen, doch dieser Wunsch wird ihr nicht erfĂŒllt. Die harmlosen Flirts zwischen Bond und Moneypenny gehören genauso zu den Bond-Filmen wie die Auftritte von Waffenmeister Q. Ihr innigstes VerhĂ€ltnis hatte sie wohl mit dem von Sean Connery gespielten Bond, obwohl sie auch dem Bond des George Lazenby sehr nahe kommt, der sie einmal sogar auf den Mund kĂŒsste. Moneypenny ist eine der wenigen Frauen, die nicht von Bond verfĂŒhrt wurden.
Nach dem Neustart der Reihe mit Casino Royale im Jahr 2006 kommt sie in den ersten beiden Filmen nicht vor. Erst im Film Skyfall erscheint eine jĂŒngere Eve Moneypenny, zunĂ€chst als kĂ€mpferische Agentin an der Seite von James Bond, die spĂ€ter jedoch nach einem missglĂŒckten Rettungsversuch, bei dem Bond angeschossen wurde, auf dessen Empfehlung hin den Job im Vorzimmer von M annimmt.
Lois Maxwell (1962â1985)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bis einschlieĂlich Im Angesicht des Todes wurde Moneypenny in allen offiziellen Bond-Filmen von der Kanadierin Lois Maxwell gespielt. Bereits in Octopussy (1983) stellte sie mit Miss Penelope Smallbone ihre neue Assistentin vor, war jedoch im folgenden Film noch einmal dabei. Als sie dann erfuhr, dass sie gleichwohl ersetzt werden sollte, bot sie sogar an, sich liften zu lassen, um die Rolle behalten zu dĂŒrfen.
Caroline Bliss (1987â1989)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den beiden Filmen mit Timothy Dalton, Der Hauch des Todes und Lizenz zum Töten, ĂŒbernahm Caroline Bliss die Rolle, hatte jedoch keine groĂen darstellerischen Entfaltungsmöglichkeiten. Lizenz zum Töten ist ferner der einzige Bond-Film, in dem Moneypenny zwar zu sehen ist, aber nicht mit Bond aufeinandertrifft.
Samantha Bond (1995â2002)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ab GoldenEye und in den folgenden drei Filmen mit Pierce Brosnan als James Bond verkörpert Samantha Bond die gute Seele von Bonds nunmehr weiblichen Vorgesetzten. Dem sich wandelnden Zeitgeist entsprechend, agiert Moneypenny in ihren Flirts mit Bond auf Augenhöhe und deutlich selbstbewusster. In Die Welt ist nicht genug wirft sie beispielsweise Bonds geschmackloses Mitbringsel seiner letzten Mission â eine Zigarre â in den MĂŒlleimer.
Naomie Harris (seit 2012)
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Nachdem Miss Moneypenny in den beiden vorangegangenen Filmen nicht in Erscheinung getreten war, wurde im Juli 2011 bekanntgegeben, dass Naomie Harris als vierte Darstellerin die Rolle in Skyfall ĂŒbernimmt.[9][10] Bei der anlĂ€sslich des Drehbeginns veranstalteten Pressekonferenz vom 3. November 2011 wurde jedoch bekannt gegeben, dass diese Angabe nicht stimme und Harris eine Agentin namens Eve spiele. Erst zur Premiere wurde dann offenbart, dass Harris ein und dieselbe Person spielt und Moneypenny damit einen Vornamen bekommt. Vor dem Hintergrund, dass mit der Rolle der Eve Moneypenny zum ersten Mal zugleich eine kĂ€mpferische Agentin verkörpert wird, erklĂ€rte Harris in einem Interview, alle Stunts selbst gemacht und hart dafĂŒr trainiert zu haben.[11]
Die von Harris dargestellte Moneypenny zeigt anders als ihre VorgĂ€ngerinnen eine deutlich subtilere Zuneigung zu Bond. In Spectre wird gezeigt, wie ein Mann im gleichen Bett wie sie schlĂ€ft, was impliziert, dass Moneypenny erstmals in der Filmreihe eine Liebesbeziehung hat, auch wenn sie dies gegenĂŒber Bond als reine Freundschaft herunterspielt.
Charles Robinson
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Charles Robinson ist in den Filmen von 1997 bis 2002 beim MI6 Bonds Kontaktmann und die rechte Hand von M. Colin Salmon ĂŒbernahm die Rolle.
Spielt in:
Bill Tanner
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bill Tanner ist ein Mitarbeiter beim MI6, der in unregelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden in Erscheinung tritt. Er trat zum ersten Mal 1974 in Der Mann mit dem goldenen Colt auf. Tanner wurde hier von Michael Goodliffe verkörpert. Seinen gröĂten Auftritt hatte Tanner in In tödlicher Mission, wo er M vertritt, der im Urlaub ist. Hier wurde er von James Villiers dargestellt. In GoldenEye und Die Welt ist nicht genug wurde er von Michael Kitchen gespielt. Seit Ein Quantum Trost tritt Bill Tanner regelmĂ€Ăig auf und wird von Rory Kinnear dargestellt.
Darsteller:
- Der Mann mit dem goldenen Colt: Michael Goodliffe
- In tödlicher Mission: James Villiers
- GoldenEye: Michael Kitchen
- Die Welt ist nicht genug: Michael Kitchen
- Ein Quantum Trost: Rory Kinnear
- Skyfall: Rory Kinnear
- Spectre: Rory Kinnear
- Keine Zeit zu sterben: Rory Kinnear
Verteidigungsminister Sir Frederick Gray
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Verteidigungsminister Frederick Gray tritt in Filmen von 1977 bis 1987 auf. Er wurde von Geoffrey Keen gespielt.
Spielt in:
Andere Geheimdienstler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Felix Leiter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Felix Leiter ist ein Mitarbeiter des US-amerikanischen Auslandsgeheimdiensts CIA; er tritt in der Regel in Erscheinung, wenn Bond einen Einsatz in den USA hat. Ăber seinen Rang bei der CIA wird nie Genaues bekannt, wobei er laut Ms Aussage am Ende von Ein Quantum Trost befördert wird und die Stelle seines vorherigen Chefs ĂŒbernimmt, der Sektionschef fĂŒr SĂŒdamerika war. Die Figur taucht bereits in den Romanen von Ian Fleming auf, in den Filmen ist er in unregelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden von James Bond jagt Dr. No (1962) bis zu Keine Zeit zu sterben (2021) dabei. Die Filme halten sich nicht immer an Flemings Vorlagen. So ist Leiter beispielsweise im Roman Der Mann mit dem goldenen Colt dabei, in der Verfilmung jedoch nicht.
Bond und Leiter werden im Laufe der Zeit enge Freunde, nicht zuletzt weil Leiter zwar nicht immer einer Meinung mit Bond ist, ihn aber dennoch unterstĂŒtzt. Ihren Höhepunkt erlebt diese Freundschaft, als Bond in Lizenz zum Töten Leiters Trauzeuge wird. Doch noch in der Hochzeitsnacht wird er ĂŒberfallen, einem Hai zum FraĂ vorgeworfen und seine Frau Della getötet. Er ĂŒberlebt diesen Angriff schwer verletzt und geht daraufhin in den Ruhestand. Bond rĂ€cht seinen Freund und dessen Frau im Alleingang, da der MI6 diese Aktion nicht unterstĂŒtzen will und Bond die Lizenz zum Töten entzieht. Leiters Nachfolger bei der CIA ist der Agent Jack Wade, der jedoch nur in zwei Filmen auftaucht. Die Hai-Szene stammt ursprĂŒnglich aus dem zweiten Bond-Roman Leben und Sterben lassen von 1954. Dort wird Leiter ebenfalls durch Haie schwer verwundet und bĂŒĂt ein Bein und einen Arm ein, ist jedoch auch in spĂ€teren Romanen mit Prothesen dabei.
Die Darsteller von Felix Leiter wechselten fast in jedem Film. Lediglich David Hedison durfte zweimal und Jeffrey Wright sogar dreimal die Rolle des Agenten ĂŒbernehmen.
In der 2006 erschienenen Verfilmung des ersten Bond-Romans Casino Royale wird geschildert, wie Bond und Leiter sich kennenlernen. Beim Poker mit dem Bösewicht âLe Chiffreâ verliert Bond sein gesamtes vom MI6 bereitgestelltes Bargeld. Leiter gibt sich Bond gegenĂŒber als CIA-Agent zu erkennen und ermöglicht ihm mit Geld der CIA den Wiedereinstieg in das Spiel. Hier ist eine DiskontinuitĂ€t in der Filmreihe, denn im ersten offiziellen Bondfilm James Bond jagt Dr. No trifft Bond ebenfalls das erste Mal auf Felix Leiter. Im Film Spectre wird Bond passiv von Leiter unterstĂŒtzt. Bond telefoniert mit Felix, damit dieser mit der amerikanischen Botschaft in Rom Kontakt aufnimmt, um Lucia Sciarra vor SPECTRE zu retten. In James Bond 007: Keine Zeit zu sterben bittet er Bond, den Wissenschaftler Obruchev zu retten. Obwohl dies gelingt, stirbt Leiter kurz darauf, als sein Kollege Logan Ash sich als AnhĂ€nger von Safin entpuppt und ihn tödlich verwundet. Nach M in Skyfall ist dies der zweite einschneidende Verlust einer vertrauten Figur fĂŒr Bond.
General Gogol
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]General Alexis Gogol trat von Der Spion, der mich liebte (1977) bis Der Hauch des Todes (1987) auf. Er wurde von Walter Gotell gespielt. Gogol tritt in den Filmen teils als Konkurrent und teils als VerbĂŒndeter des MI6 auf. In Der Spion, der mich liebte und Octopussy arbeitet er mit Bond zusammen, wĂ€hrend er in In tödlicher Mission als GeschĂ€ftspartner des Gegenspielers Kristatos auftritt. In Moonraker und Der Hauch des Todes hat Gogol jeweils nur einen Kurzauftritt.
General Pushkin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]General Leonid Pushkin trat ein einziges Mal in Der Hauch des Todes (1987) auf. Er wird hier von John Rhys-Davies gespielt. Er ist der Nachfolger von General Gogol und nimmt dessen Stellung ein. Hier wird er verdÀchtigt, das Programm Smiert Spionem aus Stalin-Zeiten wieder aufzunehmen.
General Koskov
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]General Georgi Koskov trat auch nur ein einziges Mal in Der Hauch des Todes (1987) auf. Er wird von Jeroen Krabbé gespielt. Er wechselt auf die Seite des MI6, um KGB und MI6 gegeneinander auszuspielen. In Wirklichkeit tut er sich jedoch mit dem WaffenhÀndler Brad Whitaker zusammen, von dem er mit KGB-Geldern Opium kauft. Am Ende des Films wird er von General Pushkin verhaftet.
Rosa Klebb
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Rosa Klebb ist eine ehemalige sowjetische Geheimdienstabteilungsleiterin. Sie tritt in LiebesgrĂŒĂe aus Moskau auf und wird von Lotte Lenya gespielt. Sie wechselt vom KGB zu S.P.E.C.T.R.E. Tatiana Romanova weiĂ davon nichts. Mit ihrer Hilfe will S.P.E.C.T.R.E. an eine russische Dechiffriermaschine vom Typ Lektor kommen. Klebb versucht, James Bond mit einer vergifteten Messerspitze in ihrem Schuh zu töten, und wird dabei von Romanova erschossen.
Anya Amasova (Triple X)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Major Anya Amasova ist eine KGB-Agentin. Sie verbĂŒndet sich mit Bond, um Karl Stromberg aufzuhalten, schwört Bond aber, ihn nach ErfĂŒllung der Mission zu töten, da er ihren Freund im Dienst erschossen hat. SchlieĂlich ĂŒberzeugt Bond sie, ihn nicht zu töten. Sie gilt als beste Agentin des KGB und trĂ€gt den Codenamen Tripple X.
Viktor Zokas
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Viktor Zokas alias Renard (frz. âder Fuchsâ), auch als âder Anarchistâ bekannt, ist ein russischer Killer und ehemaliger KGB-Agent.[12] Der sowjetische Geheimdienst setzte ihn wĂ€hrend des Afghanistankrieges als Agenten ein, empfand ihn nach Kriegsende als Belastung und entlieĂ ihn daraufhin. Seitdem bietet Renard seine Dienste auf der ganzen Welt an und war unter anderem in Nordkorea, Kambodscha und Bosnien aktiv.[13]
Valentin Dimitrovich Zukovsky
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Valentin Zukovsky ist ein ehemaliger KGB-Agent.[14] Er wurde von Bond schwer verwundet und schied, vermutlich wegen der durch den britischen Spion zugefĂŒgten Knieverletzung, aus dem sowjetischen Geheimdienst aus. Zukovsky wird daraufhin eine GröĂe in der russischen Unterwelt und Hauptkonkurrent des Verbrechersyndikats Janus. Jahre spĂ€ter baut er sich in Baku eine Existenz als seriöser GeschĂ€ftsmann auf, betreibt ein Casino und eine Kaviar-Fabrik. Dies hindert ihn jedoch nicht daran, unterstĂŒtzt durch seinen Neffen Nikolai und ein russisches U-Boot, Elektra King unter der Hand russische AusrĂŒstung zu liefern und fĂŒr sie zu schmuggeln. Ohne dass er dies beabsichtigt, liefert er durch einen dieser AuftrĂ€ge Renard ein Atom-U-Boot, mit dem dieser Istanbul zerstören will. Er rettet Bond in letzter Sekunde das Leben, bevor er selbst stirbt.[15]
Gegenspieler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bond wird in jedem seiner Filme und BĂŒcher mit mindestens einem Hauptgegenspieler und mehreren Nebengegenspielern konfrontiert, die sich meist durch spezielle Waffen, spezielles Aussehen oder sonstige auĂergewöhnliche Eigenschaften auszeichnen. Einer der Höhepunkte der Filme ist jeweils die direkte GegenĂŒberstellung zwischen Bond und seinen Gegnern. Die Gegenspieler werden in der Regel durch auffallende Egozentrik und GröĂenwahn charakterisiert und wollen meist durch ebenso ausgefallene wie verheerende PlĂ€ne auf globaler Ebene Profit schlagen. Sie verfĂŒgen fast immer ĂŒber eine riesige Privatarmee, die im Endkampf als Kanonenfutter verheizt wird, und ĂŒber ein mit allen technischen Raffinessen ausgestattetes, auch architektonisch ausgefeiltes Hauptquartier, von dem aus sie ihre SchachzĂŒge planen und ausfĂŒhren. Im Hauptquartier findet dann meist die finale Schlacht zwischen Bond und seinen Gegnern statt. Entsprechend dem Weltbild des Autors Fleming sind viele Gegenspieler vor allem in den Filmen der 1960er und 1970er Jahre deutscher, slawischer oder asiatischer Abstammung, wie zum Beispiel Dr. No mit deutschen und chinesischen Vorfahren. Dennoch haben sich die HintergrĂŒnde und Motivationen der Gegenspieler im Laufe der Filmreihe dem Zeitgeist entsprechend gewandelt:
- Vor allem in den Filmen mit Connery und Lazenby sind die Gegenspieler Teil einer internationalen Verbrecherorganisation, welche nahezu immer versucht, die SupermĂ€chte des Kalten Krieges fĂŒr ihre eigenen Ziele gegeneinander auszuspielen (s. u. im Abschnitt zu Blofeld). Die oben genannten extravaganten Hauptquartiere sind zudem in dieser Phase am deutlichsten zu sehen.
- Mit den 1970ern rĂŒckten zunehmend Antagonisten in den Mittelpunkt, welche als wohlhabende Industrielle mit verheerenden PlĂ€nen eine Monopolstellung erreichen wollen (bspw. Max Zorin in Im Angesicht des Todes oder Elliot Carver in Der Morgen stirbt nie).
- Seit den 1990ern haben einige Gegenspieler zudem ein persönliches Rachemotiv, welches zusĂ€tzlich ihre Handlungen motiviert, etwa in GoldenEye, Skyfall oder Keine Zeit zu sterben. In den ersteren beiden sind es sogar ehemalige MI6-Agenten, denen Bond gegenĂŒbersteht.
Die Gegenspieler in den Filmen haben Handlanger, die sich durch besondere FĂ€higkeiten, durch auĂergewöhnliches Aussehen und durch auĂergewöhnliche Namen (Odd Job, Schnickschnack, BeiĂer, May Day, Necros, Stamper) auszeichnen. Die Handlanger sind oft die letzten Gegner von James Bond in der Handlung, meist weil diese den Tod ihres Auftraggebers rĂ€chen wollen, und werden von James Bond meist in einem Ă€uĂerst brutalen Einzelkampf an heiklen und gefĂ€hrlichen Orten besiegt. Mitunter werden einzelne Handlanger jedoch auch von ihren Auftraggebern selbst beseitigt, weil sie mehrfach gescheitert sind, Bond auszuschalten und dieses Versagen nicht geduldet wird oder Bonds Kampf gegen einen Handlager stellt eine lĂ€ngere Actionsequenz in der Mitte des Films dar (insbesondere wenn es Bond im Film mit mehreren Gegnern zu tun hat).
Die Handlanger fungieren gelegentlich als comic relief. Der BeiĂer fĂ€llt vor allem in seinem zweiten Auftritt durch Slapstick-Elemente auf; Mr. Kidd und Mr. Wint (Diamantenfieber) hingegen kommentieren ihre zahlreichen Morde und Mordversuche mit sehr makaberen Wortspielen; dass es sich bei den beiden um ein homosexuelles Paar handelt, sorgte (zur Produktionszeit) fĂŒr eine weitere humorvolle Note, da ein solches Duo fĂŒr das Publikum ein Novum darstellte (Bond enttarnt die beiden als auf ihn angesetzte Killer, weil deren Rasierwasser "zu sĂŒĂ - zu schwul" dufte und er es daher wiedererkennt). SpĂ€testens seit dem Ende der Moore-Ăra wurden diese Handlanger jedoch dem Grundton der Filme entsprechend wieder ernstzunehmender dargestellt; absurd ĂŒbermenschliche Bedrohungen (wie Odd Job und BeiĂer) wurden durch Figuren ersetzt, die Bond körperlich oder geistig zumindest ebenbĂŒrtig sind und von diesem hĂ€ufig nur durch viel GlĂŒck ausgeschaltet werden können. Solche Widersacher fanden sich bereits in der frĂŒhen Produktionszeit, als Bond mit Donald "Red" Grant ein GegenĂŒber hatte, welches als "Anti-Bond" inszeniert zu kĂ€mpfen und denken wusste wie der Geheimagent, ihn somit tĂ€uschen und von diesem im Kampf nur knapp besiegt werden konnte.
Ernst Stavro Blofeld
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Unter den Bösewichten sticht Ernst Stavro Blofeld hervor, da er in mehreren Filmen auftritt. Er ist in vier Filmen (Man lebt nur zweimal, Im Geheimdienst Ihrer MajestĂ€t, Diamantenfieber, Spectre) der Hauptgegenspieler Bonds. In anderen Filmen der Reihe hĂ€lt er sich entweder als Graue Eminenz im Hintergrund (LiebesgrĂŒĂe aus Moskau, Feuerball, Sag niemals nie) oder taucht nur in der Eröffnungsszene auf, um sich an Bond zu rĂ€chen (In tödlicher Mission; er wird nicht namentlich genannt, ist aber durch seine Glatze und seine Katze zu erkennen). In Diamantenfieber und In tödlicher Mission findet er scheinbar den Tod, wĂ€hrend er am Ende von Spectre vom MI6 in Gewahrsam genommen wird. In Keine Zeit zu sterben fĂ€llt Blofeld der Biowaffe âProjekt Heraclesâ zum Opfer, mit der ihn Bond unwissentlich infiziert hat.
Blofeld wurde als Leiter der Terrororganisation S.P.E.C.T.R.E. (Special Executive for Counterintelligence, Terrorism, Revenge and Extortion â im Deutschen etwa: âSonderbeauftragte fĂŒr Spionageabwehr, Terrorismus, Rache und Erpressungâ, in der Synchronisation PHANTOM; das englische Wort spectre bedeutet auf Deutsch in etwa âGespenstâ oder eben âPhantomâ) zum Super-Bösewicht und absoluten Erzfeind von Bond. Seine Markenzeichen sind eine weiĂe Angorakatze und ein Ring mit einem Oktopus, dem Signet von S.P.E.C.T.R.E. WĂ€hrend sein Gesicht in LiebesgrĂŒĂe aus Moskau und Feuerball verborgen blieb, lĂŒftete Man lebt nur zweimal das Geheimnis seiner IdentitĂ€t. Blofelds Erscheinungsbild Ă€nderte sich in Diamantenfieber: Er hat hier Haare auf dem Kopf statt der fĂŒr ihn sonst typischen Glatze. In der Buch-Serie tritt er zum ersten Mal im Roman Feuerball auf.

WĂ€hrend in den Romanen die Sowjetunion und der KGB oft die Gegenspieler waren, konzentrieren sich die Filme anfangs auf den fiktiven Gegner Ernst Stavro Blofeld, um die Filmhandlung stringenter zu gestalten. AuĂerdem wollten die Produzenten angesichts der Konfrontation zwischen Ost und West im Kalten Krieg keinen zusĂ€tzlichen Ansatzpunkt fĂŒr diplomatische Verwicklungen bieten. In den Filmen James Bond jagt Dr. No und LiebesgrĂŒĂe aus Moskau stand nun S.P.E.C.T.R.E. im Hintergrund, in der Verfilmung von Diamantenfieber wurden ursprĂŒnglich andere Gegner durch Blofeld ersetzt. Die Synchronisation ist hier uneinheitlich: Dr. No gibt an, er sei ein Mitglied von S.P.E.C.T.R.E., was hier als G.O.F.T.E.R. (âGeheimorganisation fĂŒr Terror, Erpressung und Racheâ) ĂŒbersetzt wird. (Nur in der deutschen Fassung behauptet er, er habe den Vorsitz dieser Organisation inne.) In LiebesgrĂŒĂe aus Moskau und Feuerball wird S.P.E.C.T.R.E. als âPHANTOMâ ĂŒbersetzt, ohne dass dabei erklĂ€rt wird, dass der Name eigentlich auch eine AbkĂŒrzung ist. Ab Man lebt nur zweimal ĂŒbernahm man die englische Bezeichnung S.P.E.C.T.R.E.
Nach dem Reboot der James-Bond-Filme erschien die Organisation erneut als Gegenspieler im Film Spectre (2015), wobei die Gegenspieler aus den Filmen Casino Royale, Ein Quantum Trost und Skyfall nachtrÀglich als Angehörige von S.P.E.C.T.R.E. dargestellt wurden.
Die frĂŒheren Filme enthĂŒllten nichts ĂŒber die Herkunft Blofelds. Nach Ian Flemings Roman Feuerball wurde Blofeld am 28. Mai 1908 (dies ist auch das Geburtsdatum von Bond-Erfinder Ian Fleming) im damals deutschen Gdingen als Sohn eines Polen und einer Griechin geboren. Nach dem Ersten Weltkrieg absolvierte er in Warschau sozial- und naturwissenschaftliche Studien und arbeitete anschlieĂend im polnischen Post- und Telegraphieministerium. Die ihm dort zugĂ€nglichen Informationen benutzte er, um sich durch AktiengeschĂ€fte zu bereichern, und verkaufte vor Beginn des Zweiten Weltkrieges Geheiminformationen an Nazi-Deutschland. Ăber Schweden emigrierte er in die TĂŒrkei, wo er seinen eigenen Geheimdienst aufbaute und, gegen Bezahlung, beide Seiten mit Informationen versorgte. Im Laufe des Kriegs stellte er sich auf die Seite der Alliierten und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Nach einem vorĂŒbergehenden Aufenthalt in SĂŒdamerika grĂŒndete er S.P.E.C.T.R.E.[16][17]
Nach der Hintergrundgeschichte in Spectre kennen sich Bond und Blofeld, der frĂŒher Franz Oberhauser hieĂ, geboren im Jahr 1946,[18][19] persönlich aus Kindertagen. Der Vater von Oberhauser habe den jungen James Bond als Ziehsohn aufgenommen, nachdem dessen Eltern bei einer Bergtour tödlich verunglĂŒckten. Dies fĂŒhrte zu einer zunehmenden Eifersucht und gipfelt schlieĂlich darin, dass Oberhauser bei einem (vermutlich fingierten) LawinenunglĂŒck seinen Vater umbringt und gleichzeitig seinen eigenen Tod vortĂ€uscht. Er Ă€nderte seinen Namen in âErnst Stavro Blofeldâ â in Anlehnung an die Familie seiner Mutter. In Keine Zeit zu sterben stirbt Blofeld im Belmarsh-GefĂ€ngnis.
Darsteller:
- Anthony Dawson in LiebesgrĂŒĂe aus Moskau und Feuerball (ungenannt)
- Donald Pleasence in Man lebt nur zweimal
- Telly Savalas in Im Geheimdienst Ihrer MajestÀt
- Charles Gray in Diamantenfieber
- John Hollis in In tödlicher Mission (ungenannt)
- Max von Sydow in Sag niemals nie (ungenannt)
- Christoph Waltz in Spectre und Keine Zeit zu sterben
Anthony Dawson, der zweimal ungenannt den Blofeld spielte und dabei nur im Ansatz zu sehen ist, war im ersten Bond-Film James Bond jagt Dr. No (1962) als verrÀterischer Professor Dent aufgetreten.
BeiĂer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unter den Handlangern sticht BeiĂer (engl. Jaws; wörtlich ĂŒbersetzt âKieferâ) hervor. Er ist in den James-Bond-Filmen Der Spion, der mich liebte und Moonraker der Handlanger. Diese Rolle wurde von Richard Kiel gespielt.
Besondere Merkmale von BeiĂer sind seine Figur (KörpergröĂe des Darstellers ca. 2,17 m), eine schier ĂŒbermenschliche Körperkraft (er kann Autos anheben, diese auch mit bloĂen HĂ€nden zertrĂŒmmern und dicke Metallstangen verbiegen), eine Beule auf der Stirn sowie sein Gebiss, dem er seinen Namen verdankt. Seine Eck- und SchneidezĂ€hne, mit denen er sogar Drahtseile und Eisenstangen durchbeiĂen kann, bestehen aus glĂ€nzendem Edelstahl. AuĂerdem ist er im Film nahezu unverwundbar. So ĂŒberlebt er unter anderem den Sturz aus einem fahrenden Zug, den Sturz aus einem Flugzeug ohne Fallschirm in ein Zirkuszelt, den Sturz mit dem Motorboot von den IguazĂș-WasserfĂ€llen, die Explosion einer Raumstation sowie mehrere GebĂ€udeeinstĂŒrze und einen Haiangriff.
Seine vergeblichen Versuche, Bond zur Strecke zu bringen, enthalten einige komische Elemente. So fĂ€llt ihm beispielsweise ein Felsbrocken, den er auf Bond werfen wollte, selbst auf den FuĂ, oder die Seilbahn, in der er Bond verfolgt, lĂ€sst sich nicht mehr anhalten und rast in die Talstation. Einen Versuch Bond zu töten vereitelt jener dadurch, dass er einen magnetischen Kran in Betrieb nimmt, von welchem BeiĂer angezogen wird und hilflos wie ein Fisch an der Angel hĂ€ngen bleibt.
In Der Spion, der mich liebte wird BeiĂer von Stromberg als Killer engagiert. Er nĂ€hert sich seinen angstgelĂ€hmten Opfern in aller Regel langsamen Schrittes und beiĂt ihnen in den Hals; eine Darstellung, die an Dracula erinnert. Am Ende des Films wird er von Bond in ein Haifischbecken befördert und ĂŒbersteht den Kampf gegen den Hai, indem er ihn durch einen Biss tötet (ursprĂŒnglich sollte der Hai ihn töten, jedoch wurde das Drehbuch umgeschrieben). Kurz danach ĂŒberlebt er den Untergang von Strombergs Unterwasserlabor âAtlantisâ und schwimmt ĂŒber das offene Meer.
In Moonraker wird BeiĂer von Drax mit dem Auftrag engagiert, Bond zu töten. In Rio de Janeiro lernt er Dolly kennen, wobei sich beide auf den ersten Blick ineinander verlieben â ein weiteres komisches Element, denn Dolly ist in Bezug auf die KörpergröĂe das komplette GegenstĂŒck zum BeiĂer. Beide dĂŒrfen im Anschluss Drax zu seiner geheimen Raumstation begleiten. Hier bewegen allerdings Dollys Blicke und Bonds Argumentation, in der von Drax geplanten perfekten menschlichen Welt sei wohl fĂŒr anatomische Sonderlinge wie BeiĂer und Dolly kein Platz mehr, den HĂŒnen schlieĂlich dazu, die Seite zu wechseln â vom Bösewicht zum Helfer bei der Rettung der Welt. WĂ€hrend BeiĂer in Der Spion, der mich liebte die ganze Zeit ĂŒber stumm blieb, öffnete er in Moonraker ab seiner Begegnung mit Dolly auch den Mund zum Reden, wobei nur ein Satz wirklich zu hören ist, nĂ€mlich: âAuf uns, alles Gute!â
Odd Job
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Odd Job ist der koreanische Handlanger von Goldfinger und kommt nur im gleichnamigen Film vor. Er ist breit, schwarz angezogen und wirft hĂ€ufig einen Bowler mit in die Krempe eingearbeitetem Metallring, der sogar Statuen zertrĂŒmmern kann und dem auch Bonds VerbĂŒndete Tilly Masterson zum Opfer fĂ€llt. Auf Grund seiner herausgeschnittenen Zunge ist er stumm. Er hat offensichtlich eine bestialische Mordlust, er ist am Mord an Jill Masterson und einem GeschĂ€ftspartner von Goldfinger beteiligt. Er taucht zum ersten Mal als Golfhelfer von Goldfinger auf. Im körperlichen Zweikampf mit Bond gibt er sich (wie in spĂ€teren Filmen auch der BeiĂer) SchlĂ€gen gegenĂŒber unbeeindruckt, quittiert diese nur mit einem Grinsen und scheint keine körperlichen SchwĂ€chen aufzuweisen. Odd Job ist Goldfinger gegenĂŒber derart loyal, dass er auch dann noch dessen PlĂ€ne unterstĂŒtzt, als dieser Odd Job bereits geopfert hatte: Nachdem Goldfingers Plan, die US-Truppen in Fort Knox mittels eines Gases auszuschalten durch Pussy Galores Sabotage scheiterte, kommt es zu einem heftigen Schusswechsel zwischen der Armee und Goldfingers Schergen. Unmittelbar nach dessen Beginn lĂ€sst Goldfinger daher die SafetĂŒr zu den GoldvorrĂ€ten von auĂen wieder verschlieĂen, wohlwissend, dass alle im Inneren des Speichers verbliebenen Personen damit verloren sind. WĂ€hrend der fĂŒr die radioaktive Kontamination verantwortliche Kisch nicht bereit ist, fĂŒr Goldfingers Vermögensmaximierung sein Leben zu lassen und die schmutzige Bombe wieder entschĂ€rfen will, ergibt sich Odd Job diesem Schicksal und tötet Kisch, was auch seinen eigenen Tod durch die Strahlung bedeutet. Im folgenden Zweikampf mit Bond tötet dieser Odd Job mit Hilfe eines durchtrennten Stromkabels. Darsteller des bulligen, stummen Handlangers war der olympische Medaillengewinner im Gewichtheben und spĂ€tere Wrestler Harold Sakata.
Die Bond-Girls
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]James Bond hat in einem Film normalerweise mehrere amouröse Begegnungen mit Frauen, womit sein â von Filmkritikern hervorgehobener und teils bespöttelter â Sexappeal unterstrichen wird. ZurĂŒck gehen die Figuren der Bond-Girls auf Flemings Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg. FĂŒr die Figur der Vesper Lynd diente vermutlich die polnische SOE-Agentin Krystyna Skarbek als Vorbild.
Der Schriftsteller Roald Dahl, der das Skript fĂŒr Man lebt nur zweimal geschrieben hat, hat eine girl formula (ein Girl-Schema/Rezept) beschrieben, die ihm angeblich fĂŒr seine Arbeit mitgegeben worden war. Demzufolge gibt es drei âGirlsâ. Das erste ist âpro-Bondâ und taucht nur in der ersten Filmrolle auf, danach wird es â möglichst in Bonds Armen â vom Feind âabserviertâ. Das zweite ist âanti-Bondâ, es gehört zum Feind und wird auf Bond angesetzt, der es aber mit seiner erotischen Anziehungskraft ĂŒberwĂ€ltigt. Wegen der damit verbundenen Repositionierung wird es bald darauf ebenfalls getötet, âvorzugsweise auf originelle Weiseâ. Drittens gibt es ein weiteres âPro-Bondâ-MĂ€dchen, das das Filmende erlebt, und zwar â und wirklich erst dann â in Bonds Armen fĂŒr das Fade-out.[20]
Diese Formel â von Dahl etwas ĂŒbertrieben und ironisch in einem Playboy-Interview zum Besten gegeben â findet sich in zahlreichen Variationen in den Filmen wieder, wobei manche Girls eher Nebenfiguren sind. Als Bond-Girl im eigentlichen Sinne bezeichnet man vornehmlich die weibliche Hauptfigur. Ferner gibt es in einigen Filmen eine Gruppe von Frauen, die weniger narrativ als vielmehr dekorativ fungieren. In Goldfinger etwa sind dies die Pilotinnen, die von Pussy Galore angefĂŒhrt werden, oder die MĂ€dchen am Pool des Superschurken in âMoonrakerâ und in In tödlicher Mission die Bikini-Nixen am Pool eines Bösewichts.
Die Rollen der Bond-Girls sind mit einem hohen Bekanntheitsgrad verbunden, und die Suche nach einer geeigneten Schauspielerin und die anschlieĂende Veröffentlichung der Namen der eingesetzten Schauspielerinnen ist gewöhnlich mit viel Reklame verknĂŒpft. FĂŒr unbekannte Darstellerinnen kann die Rolle den Beginn einer Karriere bedeuten. FĂŒr viele hat sich diese aber zugleich als eine Sackgasse erwiesen, da die Darstellerinnen auf den Typus des Bond-Girl festgelegt wurden und keine Rollenangebote erhielten, die von diesem abwichen.
Die meisten Bond-Girls fallen in eine der folgenden Kategorien:
- ein von Bond frĂŒh im Film gerettetes Opfer
- ein Opfer, das anstelle von Bond getötet wird
- eine Agenten-Kollegin, beauftragt mit derselben Mission
- ein Bösewicht oder Mitglied einer gegnerischen Organisation
- Blickfang
Der Name der Frau ist oft zweideutig (siehe Auflistung) und gibt oft schon einen subtilen Hinweis auf eventuelle erotische Eigenschaften.
Im Laufe der Jahre hat sich mit der zunehmenden Gleichberechtigung der Frauen in der Gesellschaft auch das Rollenbild der Bond-Girls verĂ€ndert. WĂ€hrend die Gespielinnen des Hauptdarstellers in den frĂŒhen Filmen noch sehr rasch den Reizen des Agenten erlagen, spielten die Darstellerinnen der Bond-Girls besonders seit den 1990er Jahren deutlich charakterstĂ€rkere Typen, die ihren eigenen Willen durchzusetzen vermochten.
Als Elektra King spielt die Französin Sophie Marceau in Die Welt ist nicht genug eine scheinbar schutzbedĂŒrftige MillionĂ€rstochter, der es gelingt, dass sich ihr vermeintlicher BeschĂŒtzer Bond in sie verliebt. In Wirklichkeit ist Elektra King durch die vorherige EntfĂŒhrung jedoch mit Bonds Gegner Renard liiert (was Bond als Stockholm-Syndrom bezeichnet) und nutzt die Ahnungslosigkeit ihres Liebhabers fĂŒr ihre verbrecherischen Absichten. Hier gewinnt Sophie Marceau als erstes Bond-Girl eine Dominanz gegenĂŒber dem Geheimagenten.
Eine besondere Rolle fĂ€llt unter allen Verfilmungen âHer Majesty the Queen Elisabeth II.â zu. WĂ€hrend der Eröffnungsfeier im Londoner Olympiastadion wurde der von Danny Boyle gedrehte Kurzfilm Happy and Glorious gezeigt, in dem die (damals 86-jĂ€hrige) Queen sich an der Seite von Daniel Craig (in seiner Rolle als James Bond) selbst spielt. Im April 2013 erhielt sie einen BAFTA-Ehrenpreis fĂŒr ihre UnterstĂŒtzung der britischen Filmindustrie und wurde wĂ€hrend der Zeremonie als âunvergesslichstes Bond-Girl aller Zeitenâ bezeichnet.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Danny Morgenstern, Manfred Hobsch: James Bond XXL. Schwarzkopf & Schwarzkopf, ISBN 3-89602-545-7.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â http://www.007magazine.co.uk/factfiles/factfiles_old_guard.htm
- â https://screenrant.com/no-time-die-m-portraits-robert-brown-canon/
- â http://www.007magazine.co.uk/factfiles/factfiles_old_guard.htm
- â https://screenrant.com/no-time-die-m-portraits-robert-brown-canon/
- â http://www.007magazine.co.uk/factfiles/factfiles_old_guard.htm
- â https://screenrant.com/no-time-die-m-portraits-robert-brown-canon/
- â Ben Whishaw: "Leute wie Q sind dringlicher als James Bond". Abgerufen am 29. September 2021 (österreichisches Deutsch).
- â bbc.co.uk â Ben Whishaw cast as Q in new James Bond film Skyfall (englisch) 25. November 2011.
- â kino.de: "Fluch der Karibik"-Göttin wird Moneypenny ( vom 4. August 2012 im Webarchiv archive.today)
- â Naomie Harris als Miss Moneypenny in Bond 23?, bei Moviepilot, abgerufen am 12. Juli 2011
- â spielfilm.de: Erbarmungsloses Training â Naomie Harris will '007'-Stunts alle selbst machen ( vom 12. Februar 2013 im Webarchiv archive.today)
- â Renard. In: James-Bond-Wiki. 8. September 2013, abgerufen am 8. September 2013.
- â Robert Wade, Neil Purvis: Die Welt ist nicht genug. In: Drehbuch. S. Minute 26:30.
- â Valentin Zukowsky. In: James-Bond-Wiki. 8. September 2013, abgerufen am 8. September 2013.
- â Focus of the Week - Valentin Zukovsky. In: 007.com. Abgerufen am 25. Februar 2021 (englisch).
- â Griswold, John (2006). Ian Flemingâs James Bond: Annotations and Chronologies for Ian Flemingâs Bond Stories. Bloomington, Indiana: AuthorHouse. S. 34. ISBN 978-1-4259-3100-1 (englisch).
- â âThe Bond Film Informant: Ernst Stavro Blofeldâ, Mjnewton.demon.co.uk (Datum: 28 May 2008, Zugriff: 29 October 2015).
- â Reddit â Das Herz des Internets. Abgerufen am 18. November 2025.
- â No Time to Die (2021) mistakes. Abgerufen am 18. November 2025 (englisch).
- â Roald Dahl im Playboy, zitiert nach: James Chapman: Licence to Thrill. A Cultural History of the James Bond Films. I.B. Tauris, London / New York 1999, S. 132.
























