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Bombarde (Orgel)

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Als Orgelregister bezeichnet die Bombarde in den allermeisten FĂ€llen ein langbechriges Zungenregister – meist zu finden im Pedal in 16â€Č-Lage, bei großen Orgeln auch in 32â€Č-Lage, dann wird die Registerbezeichnung oft mit dem PrĂ€fix „Kontra“ versehen. Die Bombarde wird allgemein mit trichterförmigen Metallbechern gebaut; oft wird aber die Kontrabombarde 32â€Č aus finanziellen GrĂŒnden mit Holzbechern ausgefĂŒhrt. Im deutschen Orgelbau hat sich die Bezeichnung Pommer durchgesetzt.

In der Renaissance bezeichnete Bombarde ein Doppelrohrblattinstrument. Wie jedes Zungenregister besitzt die Bombarde einen durchsetzungsfĂ€higen und wenig mischungsfĂ€higen Klang mit vielen Obertönen. Jedoch gibt es bei spĂ€tromantischen Orgeln auch durchschlagende, mischungsfĂ€hige Bombarden, welche sich in jedem Tutti gut integrieren und die labialen 16-Fuß-Stimmen unterstĂŒtzen. Die musikalische Aufgabe der Bombarde ist die Herstellung eines tragfĂ€higen Fundaments fĂŒr den Bass. Im Unterschied zu den kurzbechrigen Regal-Registern ist der Klang sonor, schmetternd und festlich. KlangĂ€hnlichstes Orgelregister ist die etwas schwĂ€chere, Ă€hnlich verwendete Posaune. Abgesehen von Hochdruckregistern und Horizontaltrompeten, ist die Bombarde die lauteste Einzelstimme einer Orgel.

Die ersten Bombarden sind im ausgehenden 16. Jahrhundert im franco-flĂ€mischen Orgelbau nachweisbar.[1] Im selben Zeitraum bauten niederlĂ€ndische Orgelbauer unter dem Namen „Pommer“ das Register in norddeutschen Orgeln, spĂ€ter jedoch nicht mehr. Ende des 17. Jahrhunderts setzten Eugenio Casparini und Zacharias Thayßner es in Mitteldeutschland und Schlesien ein.[2] Im Barock wurden in Frankreich und Italien Bombarden sowohl als Hauptwerkzungen wie auch als Pedalzungen gebaut; sĂŒddeutsche Barockorgelbauer ersetzten gerne die sonst ĂŒbliche Posaune 16â€Č durch eine Bombarde 16â€Č. Im Allgemeinen wurden die konischen Schallbecher aus Zinn gefertigt, wĂ€hrend die Familie Silbermann im Elsass fĂŒr die Pedalbombarde Holzbecher bevorzugte.[3]

In der Romantik wurde sie in Deutschland kaum noch verwendet, ab der Mitte des 19. Jahrhunderts auch mit durchschlagenden Zungen, in Frankreich hingegen immer hĂ€ufiger, als 16â€Č-Zunge im Hauptwerk, Schwellwerk, Solo und Pedal, bis hin zur legendĂ€ren, von Aristide CavaillĂ©-Coll gebauten Contre-Bombarde 32â€Č. WĂ€hrend die Bombarde im 20. Jahrhundert in Frankreich die gĂ€ngige 16â€Č-Zunge blieb, verschwand sie in der deutschen Orgelbewegung fast völlig, breitete sich aber in anderen LĂ€ndern wie Italien und den USA aus. In den Niederlanden, Skandinavien und Norddeutschland konnte sich die Bombarde nie wirklich durchsetzen. Typische französische Pedalbombarden (32â€Č und 16â€Č) werden und wurden in Deutschland trotz der großen Begeisterung fĂŒr die Pedale von CavaillĂ©-Colls Orgeln kaum gebaut. Im deutschsprachigen Raum baute zunĂ€chst die Firma Rieger Orgelbau als einzige Werkstatt konsequent in kleineren Orgeln eine Bombarde 16â€Č und zusĂ€tzlich in großen eine Kontrabombarde 32â€Č ein. Aktuell werden in großen Orgeln eine Bombarde 32â€Č und, anstatt einer Bombarde 16â€Č, eine etwas schwĂ€chere Variante, eine Posaune 16â€Č, disponiert.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Eberlein: Orgelregister. 2016, S. 59.
  2. ↑ Eberlein: Orgelregister. 2016, S. 60.
  3. ↑ Eberlein: Orgelregister. 2016, S. 61.