Bitfehler
Als Bitfehler (auch Bitkipper genannt) wird ein Fehler in einem einzelnen Bit bezeichnet. Statt des richtigen Wertes â1â hat dieses Bit dann den falschen Wert â0â oder umgekehrt. Man bezeichnet dieses Bit dann als gekippt. Bitfehler können bei einer digitalen DatenĂŒbertragung oder in einem Datenspeicher auftreten.
Bei digitaler DatenĂŒbertragung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei digitalen DatenĂŒbertragungen liegt dann ein Bitfehler vor, wenn der Wert eines empfangenen Bits nicht dem Wert des gesendeten Bits entspricht.[1] Bitfehler können durch einen gestörten, z. B. zu stark verrauschten, Ăbertragungskanal entstehen.[2]
Bei Datenspeichern
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei Datenspeichern liegt dann ein Bitfehler vor, wenn der in einer Speicherzelle vorhandene Wert nicht dem ursprĂŒnglich zu speichernden Wert entspricht. Bitfehler in Datenspeichern können durch dauerhafte oder durch flĂŒchtige Fehler entstehen. Dauerhafte Fehler entstehen durch schadhafte Speicherbausteine oder deren Ansteuerschaltungen. FlĂŒchtige Fehler treten zufĂ€llig durch Ă€uĂere EinflĂŒsse, z. B. Störimpulse, auf.[3]
Fehlererkennung und -korrektur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein einzelner Bitfehler kann in einer Bitfolge mit einem ParitÀtsbit erkannt, jedoch nicht korrigiert werden.
Ein System kann dahingehend gesichert sein, eine bestimmte maximale Anzahl n Bitfehler pro bestimmter Datenmenge erkennen zu können (zum Beispiel maximal 2 Bitfehler pro 32-Bit-Datenwort bei ECC-Speicher). Im Allgemeinen ist es dann möglich, dass es bis zu (n â 1) Bitfehler automatisch korrigieren kann â die Bitfehler sind dann folgenlos.
Bei n Bitfehlern ist keine Korrektur möglich; die Information ist (an dieser Stelle) verloren â es wird aber bemerkt. Komplexere Verfahren können nun versuchen, die Information wieder zu erlangen; beispielsweise können sie den Sender bitten, die Information erneut zu senden.
Bei > n Bitfehlern können sich Bitkombinationen ergeben, die das System fĂ€lschlich als korrekt bewertet, ebenso wie Kombinationen, die zwar als fehlerhaft erkannt werden, jedoch in ein anderes (falsches) Bitmuster âautomatisch korrigiertâ werden, das nicht dem ursprĂŒnglichen entspricht.
Zur Fehlererkennung und Fehlerkorrektur gibt es aufwÀndige Verfahren mit fehlerkorrigierenden Codes.
Auswirkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bitfehler, die nicht (automatisch) korrigiert oder bemerkt werden konnten:
- Sie können folgenlos bleiben, wenn sie in âLeer-Bereichenâ eines DatentrĂ€gers auftreten, oder in wenig relevanten oder stark redundanten Daten. (Ein kurzes Knacken in einem Telefonat wird âeinfach ĂŒberhörtâ, ein falschfarbiger Pixel in einer Fotografie âeinfach ĂŒbersehenâ, ein falscher Buchstabe in einem Text ist ebenfalls meist unkritisch.) Daher besitzen viele datenverarbeitende GerĂ€te keine Bitfehlererkennung (z. B. Grafikkarten, Soundkarten, Spielkonsolen).
- Bitfehler können wichtige Daten verĂ€ndern und (Computer-)Systeme in unvorhergesehene ZustĂ€nde bringen. Wird dies bemerkt, so kann das System auf höherer Verarbeitungsebene (oder der Benutzer selbst) die Information erneut berechnen, neu anfordern oder anderweitig reagieren. Wird die Daten-/ProgrammverĂ€nderung nicht bemerkt, so kann das zu falschen (Rechen-)Ergebnissen und im Anschluss zu falschen Entscheidungen fĂŒhren. FĂŒr Arbeitsplatz-Computer in Unternehmen, Verwaltung und Forschung ist daher meist ein Mindest-Schutzniveau gegen Bitfehler vorgeschrieben.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â ITU-T G.701 General Aspects of digital Transmission Systems, Vocabulary of digital Transmission and Multiplexing, and Pulse Code Modulation (PCM) Terms, 03-1993
- â Nachrichtentechnik Ăbertragung - Vermittlung - Verarbeitung, E. Herter / W. Lörcher, Hanser, 6. Auflage 1992
- â Halbleiter-Schaltungstechnik, U. Tietze / Ch. Schenk, Springer