Biskuit



Biskuit (von französisch biscuit aus lateinisch bis coctus [panis], âzweimal gebackenes [Brot]â) ist eine leichte Dauerbackware aus Biskuitmasse, einer Mischung aus Eigelb, Zucker, Eischnee und Mehl â meist ohne Zugabe von Fett. Eine Variante davon ist der Löffelbiskuit (auch Kinderbiskuit oder österreichisch Biskotte genannt).
Definition
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach den âLeitsĂ€tzen fĂŒr Feine Backwarenâ[1] muss eine Biskuitmasse bei gewerblicher Herstellung einen Volleianteil von mindestens 66,7 % bezogen auf das Gewicht der Getreideerzeugnisse und StĂ€rke aufweisen. Eiaustauschstoffe werden nicht verwendet. âEibiskuitâ und andere hervorhebende QualitĂ€tsbezeichnungen erfordern den doppelten Eigehalt bezogen auf den Anteil der Getreideerzeugnisse und StĂ€rke. Der Masse wird in der Regel kein Fett zugesetzt. Unter Zugabe von Fett (z. B. zerlassener Butter) hergestellter Biskuit wird als âWiener Masseâ bezeichnet.
Das wichtigste Triebmittel bei der Herstellung eines Biskuitteigs ist die Luft, die beim Aufschlagen von Ei und Zucker eingerĂŒhrt wird. Sie macht die Masse locker und verleiht ihr Volumen. Das Mehl sollte erst am Ende des RĂŒhrprozesses kurz untergehoben werden, damit die Luft aus der Masse nicht entweichen kann. Die Masse muss nach der Zubereitung sofort in den vorgeheizten Backofen geschoben werden, da sie andernfalls schnell in sich zusammenfĂ€llt. Oft wird dem Mehl Backpulver beigemengt.
Biskuitmasse wird vor allem zur Herstellung von Löffelbiskuits und Tortenböden verwendet, die mit Likör, Obstbrand, Rum, Fruchtsirup, Kaffee oder anderen FlĂŒssigkeiten befeuchtet, manchmal auch mit Marmelade bestrichen und anschlieĂend mit einer CrĂšme (z. B. englische Creme, Buttercreme, Schlagsahne) bestrichen werden. Auf diese Weise werden Creme- und Sahnetorten sowie auch Charlotten hergestellt. In Charlotten kommen statt Teigböden zuweilen Löffelbiskuits zum Einsatz. Löffelbiskuits werden auch gern bei der Herstellung von TiramisĂč verwendet.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bis ins 17. Jahrhundert bezeichnete der aus dem Französischen entlehnte Begriff âBiskuitâ im Deutschen Schiffszwieback, d. h. ein Brot, das in Scheiben geschnitten und ein zweites Mal gebacken wurde, bis es trocken, mĂŒrbe und lange haltbar war. HierfĂŒr setzte sich spĂ€ter im Deutschen die Bezeichnung âZwiebackâ, eine wörtliche Ăbersetzung des französischen Wortes, durch, wĂ€hrend im Französischen selbst die aus dem Italienischen ĂŒbernommene Bezeichnung âbiscotteâ fĂŒr Zwieback ĂŒblich wurde. âBiscuitâ bedeutet heute im Französischen einerseits Keks (PlĂ€tzchen) und andererseits Biskuitteig. Ein âbisuit Ă la cuillĂšreâ, auch boudoir genannt, ist ein Löffelbiskuit.
Der Wandel vom festen Keks zum lockeren Backwerk fand nicht ĂŒbergangslos statt: Erst im 18. Jahrhundert setzte sich der Brauch durch, die Eier fĂŒr die Zubereitung einer Teigmasse zu trennen und EiweiĂ und Eigelb getrennt voneinander mit Zucker schaumig zu schlagen, dann den Eischnee unter die Eigelbmasse zu melieren und anschlieĂend das gesiebte Mehl (und gegebenenfalls etwas flĂŒssige Butter) unterzuheben.
Im Englischen hat das Wort âbiscuitâ seine ursprĂŒngliche Bedeutung eines hartgebackenen Kekses bewahrt. Biskuit im Sinne von Biskuitmasse, Biskuitböden etc. wird im Englischen mit sponge cake ĂŒbersetzt, im Französischen meist als gĂ©noise und korrekter als biscuit gĂ©nois oder biscuit en pĂąte gĂ©noise (âKuchen aus Genueser Teigâ) sowie im Italienischen als pan di Spagna (âspanisches Brotâ) bezeichnet. In den USA ist ein âbiscuitâ eine ungesĂŒĂte weiche Backware, die ohne Zusatz von Hefe hergestellt wird.
Typische Produkte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Biskuitböden, Biskuitrouladen bzw. Biskuitrollen
- Löffelbiskuits
- Madeleine-Biskuits
- Sahneomeletts, aus Biskuitteig hergestellte und mit Sahne gefĂŒllte gerollte Kuchen