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Benjamin Ziemann

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Benjamin Ziemann (2015)

Benjamin Ziemann (* 17. Juli 1964 in Berlin[1]) ist ein deutscher Historiker und Professor fĂŒr Neuere Deutsche Geschichte an der University of Sheffield.

Leben und Wirken

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Benjamin Ziemann absolvierte 1983/1984 eine landwirtschaftliche Ausbildung in MĂŒden/Örtze in der LĂŒneburger Heide. Von 1984 bis 1991 studierte er Geschichte und Philosophie an der Freien UniversitĂ€t Berlin und war von 1992 bis 1995 Stipendiat des von der Volkswagenstiftung geförderten Graduiertenkollegs zur Sozialgeschichte an der UniversitĂ€t Bielefeld. Dort wurde er 1996 mit der Studie Front und Heimat. LĂ€ndliche Kriegserfahrungen im sĂŒdlichen Bayern 1914–1923 promoviert. Im Jahr 1994 arbeitete er mit einem Stipendium des Historial de la Grande Guerre in PĂ©ronne, Frankreich. Von 1996 bis 2004 war er wissenschaftlicher Assistent am Institut fĂŒr soziale Bewegungen der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum. Im Jahr 2000 erhielt er den Rudolf von Bennigsen-Foerder-Preis des Ministeriums fĂŒr Schule, Weiterbildung und Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen. Von 2003 bis 2004 forschte er mit einem Feodor-Lynen-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung am Department of History der University of York. 2004 habilitierte er sich mit der Arbeit Katholische Kirche und Sozialwissenschaften 1945–1975 an der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum. Ziemann hielt 2005 Vorlesungen an der International University Bremen.

Seit 2005 ist er am Department of History der University of Sheffield tĂ€tig, von 2005 bis 2010 als Lecturer und Reader und seit 2011 als Professor fĂŒr Neuere Deutsche Geschichte. Damit setzt er die von William Carr und Ian Kershaw begrĂŒndete Spezialisierung auf die neuere deutsche Geschichte fort.[2] Ab 2007 ist er Fellow der Royal Historical Society.[3] 2010/2011 war er Gastprofessor an der Eberhard Karls UniversitĂ€t TĂŒbingen. Seit Oktober 2018 ist er einer der Mitherausgeber der Zeitschrift fĂŒr Geschichtswissenschaft.[2]

Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Friedensforschung, die Sozialgeschichte der Religion, die MilitÀrgeschichte, die Wissenschaftsgeschichte und die Theorie der Geschichte.

Monographien

  • Front und Heimat. LĂ€ndliche Kriegserfahrungen im sĂŒdlichen Bayern 1914–1923. Dissertation. UniversitĂ€t Essen 1995/1996. VerĂ€nderte Buchausgabe: Klartext, Essen 1997, ISBN 978-3-88474-547-2.
    Englisch: War experiences in rural Germany. 1914–1923. Berg, Oxford/New York 2007, ISBN 1-84520-244-9.
  • Katholische Kirche und Sozialwissenschaften 1945–1975 (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft. Band 175). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-35156-7 (Habilitationsschrift. UniversitĂ€t Bochum, 2004).
    Englisch: Encounters with modernity. The Catholic Church in West Germany, 1945–1975. Berghahn, Oxford/New York 2014, ISBN 978-1-78238-344-4.
  • Sozialgeschichte der Religion. Von der Reformation bis zur Gegenwart. Campus, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-593-38916-5.
  • Die Zukunft der Republik? Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold 1924–1933. Friedrich-Ebert-Stiftung, Archiv der sozialen Demokratie, Bonn 2011, ISBN 978-3-86872-690-9.
  • Gewalt im Ersten Weltkrieg. Töten – Überleben – Verweigern. Klartext, Essen 2013, ISBN 978-3-8375-0887-1.
  • Contested commemorations. Republican war veterans and Weimar political culture. Cambridge University Press, Cambridge 2013, ISBN 978-1-107-02889-0.
    Deutsch: Veteranen der Republik. Kriegserinnerung und demokratische Politik 1918–1933. Dietz, Bonn 2014, ISBN 978-3-8012-4222-0.
  • Das Deutsche Kaiserreich 1871–1918. Bundeszentrale fĂŒr Politische Bildung, Bonn 2016, DNB 1107030447.
  • Martin Niemöller. Ein Leben in Opposition. DVA, MĂŒnchen 2019, ISBN 978-3-421-04712-0.
  • Gesellschaft ohne Zentrum. Deutschland in der differenzierten Moderne. Reclam, Ditzingen 2024, ISBN 978-3-15-011423-0.

Herausgeberschaften

Einzelnachweise

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  1. ↑ Vademekum der Geschichtswissenschaften. 10. Ausgabe, 2012/2013. Steiner, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-515-10079-3, S. 642.
  2. 1 2 Benjamin Ziemann – neuer Mitherausgeber der ZfG. In: Zeitschrift fĂŒr Geschichtswissenschaft. 66, Heft 10, 2018, S. 796 (Inhaltsverzeichnis).
  3. ↑ Mitglieder der Royal Historical Society (Memento vom 4. November 2018 im Internet Archive).