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Bemessungshochwasser

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Das Bemessungshochwasser (BHW) ist ein angenommenes Hochwasserereignis, das zur bautechnischen Dimensionierung (Bemessung) einer Hochwasserschutzanlage (zum Beispiel Deich, Hochwasserentlastungsanlage) oder einer anderen (wasser)baulichen Anlage dient.

Das Bemessungshochwasser wird ĂŒber die Wahrscheinlichkeit definiert, mit der es auftreten kann, bzw. ĂŒber die ZeitrĂ€ume, in denen es einmal zu erwarten ist (z. B. jĂ€hrlich oder alle 10, 200, 5000 
 Jahre).

Typischerweise durch die Extrapolation von Zeitreihen von Niederschlags- bzw. Abflussmessungen und unter BerĂŒcksichtigung aller relevanten EinflĂŒsse des Einzugsgebietes mit seinen Niederschlags- und Abflusseigenschaften wird ein gewisser Bemessungshochwasserzufluss angenommen, dem die Anlage beim Eintritt eines solchen Hochwasserbemessungsfalls ausgesetzt sein wĂŒrde.

Normung nach DIN

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Die DIN 19700, die sich mit der Sicherheit von Stauanlagen befasst, sieht u. a. die HochwasserbemessungsfÀlle 1 und 2 vor:

  • Im Hochwasserbemessungsfall 1 muss die Stauanlage das Hochwasserereignis bzgl. Tragsicherheit, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit uneingeschrĂ€nkt ĂŒberstehen
  • Im Hochwasserbemessungsfall 2 muss die Stauanlage das Hochwasserereignis bzgl. Tragsicherheit und ohne globales Versagen (Dammbruch) ĂŒberstehen

Die BemessungshochwĂ€sser sind dabei fĂŒr verschieden große Stauanlagen wie in der folgenden Tabelle angegeben definiert.

Hochwasserbemessungsfall Anlagen > 1 Mio. mÂł Anlagen > 50.000 mÂł und ≀ 1 Mio. mÂł Anlagen ≀ 50.000 mÂł
1 alle 1000 a alle 500 a alle 200 a
2 alle 10.000 a alle 5000 a alle 1000 a

Im Bundestagsbeschluss 17/14112 vom 25. Juni 2013 heißt es:

„Vor dem Hintergrund der extremen Elbehochwasser 2002, 2006, 2011 und vor allem 2013 ist der Hochwasserschutz von herausragender Bedeutung fĂŒr die Menschen im Einzugsgebiet der Elbe. Auf Grund dieser Erfahrungen wurde das sog. Bemessungshochwasser entlang der Elbe mittlerweile von einem Bemessungswasserabfluss von 4000 mÂł/s auf 4545 mÂł/s erhöht. Eine einheitliche Empfehlung unter Mitwirkung der LĂ€nder hat es bisher aber noch nicht gegeben. Auch bestehen weiterhin unterschiedliche Deichhöhen in den einzelnen BundeslĂ€ndern. Der Hochwasserschutz muss daher nach lĂ€nderĂŒbergreifenden einheitlichen MaßstĂ€ben in das Gesamtkonzept Elbe einbezogen werden. Statt der bisherigen eher abschnittsweisen, von den sektoralen Perspektiven und ZustĂ€ndigkeitsgrenzen geprĂ€gte Denk- und Handlungsweise, benötigen wir die Entwicklung einer Gesamtstrategie.“[1]

Einzelnachweise

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  1. ↑ Die Elbregion mit einem zukunftsweisenden Gesamtkonzept ökologisch und ökonomisch weiterentwickeln. (PDF) Deutscher Bundestag, Drucksache 17/14112, 17. Wahlperiode, 25. Juni 2013, S. 5.