Zum Inhalt springen

Regionen und Orte in Tolkiens Welt

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
(Weitergeleitet von Belegost)
Tolkiens Welt

Der englische Schriftsteller J. R. R. Tolkien stattete die BĂŒcher, die er in der von ihm selbst erdachten Mythologie spielen ließ, mit detaillierten Informationen ĂŒber Regionen und Orte aus. Er zeichnete Karten und berechnete Entfernungen, sodass sich ein recht detailliertes Bild der Geographie dieser Welt zeichnen lĂ€sst.

Die von J. R. R. Tolkien in mehreren Romanen beschriebene Welt Arda gehört zu den komplexesten Weltenschöpfungen der phantastischen Literatur. Einige der Orte auf Arda – insbesondere auf dem Kontinent Mittelerde – sind so bekannt, dass sie zum Allgemeingut der PopulĂ€rkultur gehören. In den verschiedenen Sprachen und Schriften in Tolkiens Welt existieren fĂŒr viele Örtlichkeiten unterschiedliche Namen und Bezeichnungen.

Die folgende AufzĂ€hlung bezieht sich ausschließlich auf die Romane und Schriften Tolkiens, welche die Geschichte Ardas umschreiben. Die wichtigsten Quellen sind dabei der Roman Der Herr der Ringe (1954/55) und die ErzĂ€hlungen aus dem Silmarillion, von denen die meisten auf dem Kontinent Mittelerde spielen. Die dreiteilige Verfilmung des Romans Der Herr der Ringe stellt manche ZusammenhĂ€nge anders dar.

Die Schreibweise der Eigennamen und einiger anderer ZusammenhĂ€nge richtet sich bei Abweichungen zwischen den beiden deutschen Übersetzungen des Herrn der Ringe nach der Ă€lteren von Margaret Carroux, da diese noch in Zusammenarbeit mit Tolkien entstand. Die Unterschiede zur Übersetzung Wolfgang Kreges sind in manchen FĂ€llen mit angegeben.

Im weiteren Verlauf des Artikels werden fĂŒr die Zeitalterangaben nach den Jahreszahlen folgende AbkĂŒrzungen verwendet: E.Z. fĂŒr Erstes Zeitalter, Z.Z. fĂŒr Zweites Zeitalter, D.Z. fĂŒr Drittes Zeitalter, V.Z. fĂŒr Viertes Zeitalter und A.Z. fĂŒr Auenland-Zeitrechnung.

Die Wortherkunft fĂŒr die Orte und Gebiete von Tolkiens Welt geht auf die von ihm entwickelten Elbensprachen Sindarin und Quenya zurĂŒck. Bezeichnungen in den Bereichen Arda, Aman und NĂșmenor entstammen dem Quenya, die in Mittelerde ĂŒberwiegend dem Sindarin. FĂŒr zahlreiche Begriffe sind Entsprechungen oder Übersetzungen in Sprachen anderer Völker Mittelerdes angegeben. Bei einigen Orten und Regionen wechselt die Bezeichnung auch im Laufe der Zeitalter in Mittelerde.

Arda („das Reich“) ist der elbische Name fĂŒr die Erde. Oftmals wird es auch als „Königreich Arda“, das Reich Manwes, des mĂ€chtigsten der Valar, bezeichnet. ZunĂ€chst ist Arda nur ein Gesicht, eine Idee im Geiste IlĂșvatars. Erst die Musik der Ainur schafft Arda in der Wirklichkeit, allerdings nur als dunkle „Rohform“.

„[
] und sie sahen eine neue Welt, und sie wölbte sich in der Leere und wurde von der Leere getragen, doch war sie nicht gleich ihr. [
] und sie schien zu leben und zu wachsen.“

– J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion[1]

Einige der Ainur bitten IlĂșvatar, in die Welt hinabsteigen zu dĂŒrfen, um sie so zu formen, wie sie es in IlĂșvatars Vision gesehen haben. Diese Ainur werden Valar „die MĂ€chtigen“ und Maiar „die Schönen“ genannt.

Die Valar beziehen ihren Wohnsitz auf der Insel Almaren inmitten einer riesigen Landmasse, Ă€hnlich unserem Urkontinent Pangaea. Das erste Licht fĂŒr Arda spenden die zwei Lampen Illuin und Ormal, welche die Valar im Norden und SĂŒden auf großen Pfeilern aufstellen. Sie werden jedoch bald von Melkor, der sich von den ĂŒbrigen Ainur abgewandt und seine eigene Festung Utumno in die gewaltigen Eisenberge geschlagen hat, zerstört. Die Pfeiler stĂŒrzen um und zerschlagen das Land in mehrere Kontinente, darunter Aman und Mittelerde. WĂ€hrend Aman spĂ€ter durch das Licht der beiden BĂ€ume Telperion und Laurelin von Valinor aus erhellt wird, bleiben Mittelerde und die ĂŒbrigen Kontinente bis zur Erschaffung von Sonne und Mond dunkel. Melkor aber vernichtet auch die BĂ€ume. Es gelingt den Valar jedoch, aus deren letzten beiden FrĂŒchten die Sonne und den Mond zu erschaffen.

Am Ende des Zweiten Zeitalters in der Geschichte von Arda Ă€ndert sich die Beschaffenheit der Welt erneut grundlegend: bis dahin eine Scheibe, wandelt sie sich jetzt mit dem Untergang NĂșmenors und der EntrĂŒckung Amans zu einer Kugel. Darum sind im Dritten Zeitalter alle Wege „krumm“, außer dem „geraden Weg“, der nach Valinor in den „Westen“ fĂŒhrt.

Da zu Arda auch Sonne und Mond gezÀhlt werden, wird sie in den spÀteren Schriften mit dem Sonnensystem gleichgesetzt, der Planet Erde indessen als Ambar bezeichnet. Ambar ist in diesen Schriften von Anfang an rund, eine entsprechende Neufassung des Silmarillions wurde jedoch nicht vollendet.

Aman („Segensreich“) ist der westlichste aller Kontinente Ardas und Wohnort der Valar und der meisten Maiar. Auf Aman befindet sich Valinor („Heimatland der Valar“), welches hĂ€ufig fĂ€lschlich mit dem ganzen Kontinent gleichgesetzt wird.

Der Kontinent wird durch verschiedene Zauber und geographische Begrenzungen (ĂŒberwiegend im Osten), beispielsweise die steile Bergkette der PelĂłri („Umkreishöhen“) und die Schattenmeere, vor Melkor geschĂŒtzt. Die PelĂłri werden in spĂ€teren Zeitaltern weiter aufgetĂŒrmt, zudem legen die Valar die sogenannten „Verwunschenen Inseln“ vor der OstkĂŒste Amans an. Nach dem Untergang Beleriands im Krieg des Zorns am Ende des Ersten Zeitalters wird Belegaer („das Große Meer“) breiter, die Helcaraxe („Eisabbruch“), eine aus Malm-Eis bestehende Verbindung zwischen Aman und Mittelerde, verschwindet. Durch die Umformung Ardas von einer Scheibe zu einer Kugel am Ende des Zweiten Zeitalters wird Aman der Welt entrĂŒckt und ist nur noch ĂŒber den „Geraden Weg“ durch die Schwanenschiffe der Elben erreichbar.

Der höchste Berg Amans ist der Taniquetil („hoher weißer Gipfel“), etwa auf halber LĂ€nge der PelĂłri von Nord nach SĂŒd gelegen. Von seinem Gipfel aus ĂŒberblicken Manwe und Varda ganz Arda. Der höchste Berg sĂŒdlich des Taniquetil ist der Hyarmentir („SĂŒdausschau“). In dessen NĂ€he lebt die dunkle Spinne Ungoliant in einer Schlucht. Der Hyarmentir dient dazu die Gebiete sĂŒdlich von Valinor zu ĂŒberwachen, denn diese werden durch die PelĂłri vom Licht der zwei BĂ€ume abgeschirmt und liegen folglich in völliger Finsternis.

Allein den Valar, Maiar und Elben ist es gestattet, Aman zu betreten. Als die NĂșmenĂłrer unter Ar-PharazĂŽn („der Strahlende“) gegen Ende des Zweiten Zeitalters versuchen, Valinor um der Unsterblichkeit willen anzugreifen und es betreten, werden sie wĂ€hrend der Umformung der Welt unter Steinen begraben, ihre Insel NĂșmenor versinkt wieder im Meer und wird fortan von den Überlebenden dieses Untergangs nur noch Atalante („die Gefallene“) genannt.

Valinor ist ein Teilgebiet Amans, welches an den westlichen Grenzen der Welt liegt. Zur Zeit der GrĂŒndung der neuen Heimat der Valar hat diese Welt analog dem dem Mittelalter zugeschriebenen Weltbild noch die Form einer Scheibe. Valinor wird nach Osten hin durch eine Bergkette begrenzt, die PelĂłri („Pfahlberge“ oder „Umkreishöhen“) genannt werden.

Innerhalb dieser Grenzen grĂŒnden die Valar ihre einzige Stadt Valmar oder Valimar („Valarheim“). Sie ist riesig und prunkvoll. Vor den Toren der Stadt liegt der HĂŒgel Ezellohar, auf dem durch Yavannas Gesang die zwei BĂ€ume des Lichts wachsen, die Laurelin („Goldwasser“) und Telperion („der Silberschimmernde“) genannt werden. In KĂŒbeln fĂ€ngt Varda ihre FrĂŒchte auf und formt daraus die Sterne. In der NĂ€he des HĂŒgels befindet sich der MĂĄhanaxar, der Ring des Schicksals, der den Valar als Versammlungsort und Gerichtshof dient, Ă€hnlich den ThingstĂ€tten der Germanen.

Die PelĂłri ragen zum Meer hin steil auf, haben aber nach Westen hin sanft abfallende HĂ€nge, die bis an die fruchtbaren Wiesen und Ebenen Valinors grenzen. Östlich liegt die KĂŒste öde und trocken im Schatten dieses Gebirges. Diese KĂŒste wird nach SĂŒden hin immer schmaler. Der Norden, dort wo das Land an die Gletscher der Helcaraxe („Eisachse“) stĂ¶ĂŸt, ist von dichten Nebelschwaden bedeckt und wird OiomĂșre („Ewige Finsternis“) oder Araman (das Land „neben Aman“) genannt. Die PelĂłri haben ursprĂŒnglich keinen Durchlass, aber als die Elben nach Valinor kommen und Osse Tol Eressea („Einsame Insel“) in der Bucht von Eldamar („Elbenheim“) verankert, öffnen die Valar einen Durchlass, die Calacirya („Lichtspalte“), durch die das Licht der Zwei BĂ€ume bis zu dieser Insel scheint. SĂŒdlich und nördlich dieser Spalte liegt das Land im Dunkeln. Eruman („Einsame Ebene“) liegt sĂŒdlich der PelĂłri und ist finster und gefĂ€hrlich, dort haust Ungoliant (die „Schattenspinne“) und Melkor (Morgoth) sucht dort Zuflucht und ihre UnterstĂŒtzung.[2]

Die Valar legen in Valinor GĂ€rten an und leben in großen Gebieten, wo sie sich PalĂ€ste errichten. Valmar ist nicht der einzige Wohnort der Valar, sondern dient ihnen als Hauptstadt. Ganz im Westen, am Rande von Ekkaia („Außenmeer“; auch NĂ©ni ErĂșmear, „das umschließende Meer“), vor den Toren der Nacht sind die Hallen von Mandos. Dorthin gelangen die fear (Seelen) der Elben und Menschen nach dem Tod der hroa (Körper). WĂ€hrend die Elben dort auf ihre Wiedergeburt warten, verlassen die fear der Menschen nach einiger Zeit die materielle Welt. Ganz in der NĂ€he von Mandos befinden sich auch Niennas Hallen. Die WĂ€lder Oromes liegen sĂŒdlich der Stadt Valmar, westlich davon die Wiesen Yavannas. In den GĂ€rten von LĂłrien („Traumland“) auf einer Insel im See LĂłrellin („Traumwasser“) leben Irmo und Este sowie der Maia OlĂłrin, der spĂ€ter als Gandalf nach Mittelerde gesandt wird. Tolkien schreibt im Silmarillion ĂŒber das Land Valinor:

„[E]s war gesegnet, denn die Unsterblichen wohnten dort, und nichts welkte oder verdorrte, und Blumen und BlĂ€tter hatten keine Flecken in diesem Lande, noch verdarb oder erkrankte irgendetwas, das lebte; denn sogar die Steine und die Wasser waren heilig.“

– J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion.[3]

Valinor wurde von Tolkien mit dem irdischen Paradies verglichen, allerdings erwachen nicht hier, sondern im Osten Mittelerdes (Cuiviénen bzw. Hildórien), die ersten Elben und Menschen.

Allein den Elben ist es vorbehalten, neben den Valar in Aman zu wohnen. Sie siedeln vor allem östlich von Valinor, in Eldamar (Elbenheim). Die Teleri errichten bereits im Zeitalter der BĂ€ume den Schwanenhafen Alqualonde an der KĂŒste der Bucht von Eldamar, am östlichen Ende des Calacirya. Der Calacirya ist die einzige LĂŒcke in den PelĂłri und damit der einzige Weg ins Landesinnere. Durch den Pass scheint bis zu ihrer Vernichtung das Licht der Zwei BĂ€ume bis nach Alqualonde. Genau in der Mitte des Calacirya liegt die Noldorstadt Tirion („die Schauende“) auf dem HĂŒgel TĂșna, die Ă€lteste Stadt der Elben in Aman. In ihrem Zentrum befindet sich der Turm Mindon EldaliĂ©va („Turm der Elben“), das höchste Bauwerk der Elben in Aman.

Am Ende des Ersten Zeitalters, nach dem Untergang Beleriands, erbauen elbische FlĂŒchtlinge, die von dort kamen, auf der Insel Tol Eressea die Stadt AvallĂłne („die nahe bei Valinor liegt“), eine Anspielung auf Avalon. Tol Eressea ist die Insel, auf der die ersten Elben nach Aman verschifft wurden, und die von Osse in der Bucht von Eldamar befestigt wurde.

NĂșmenor („West-Land“), von den Menschen Westernis genannt, ist eine große, sternförmige Insel. Die Valar schenken diese Insel den Edain (Menschen) nach dem Ende des Ersten Zeitalters aus Dankbarkeit fĂŒr ihre Hilfe fĂŒr die Elben im Kampf gegen Morgoth. Andor, so der ursprĂŒngliche Name, wird nach dem Krieg des Zorns in der Mitte des Belegaer, des großen Meeres, angelegt, etwas nĂ€her an Aman als an Mittelerde: Daher der Name Westernis. Elros, der erste König NĂșmenors, ist wie sein Bruder Elrond ein Halbelb, hat sich aber im Gegensatz zu Elrond fĂŒr ein sterbliches Leben entschieden.

„Inmitten des Landes aber ragte ein hoher und steiler Berg auf, welcher der Meneltarma hieß, der Himmelspfeiler, und auf dem Gipfel war eine StĂ€tte, die Eru IlĂșvatar geweiht war, offen und ohne Dach; andere Tempel oder HeiligtĂŒmer gab es im Land der NĂșmenĂłrer nicht. Am Fuß des Berges wurden die GrabmĂ€ler der Könige erbaut, und nahebei auf einem HĂŒgel lag Armenelos, die schönste aller StĂ€dte, und dort standen der Turm und die Zitadelle, die Elros errichtet hatte.“

– J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion.[4]

In der Zitadelle der Hauptstadt Armenelos („Königshimmelsfestung“) gibt es einen Ableger des Weißen Baumes von Valinor. NĂșmenor hat mehrere HĂ€fen, AndĂșniĂ« („der Westliche“) und Eldalonde („Elbenhafen“), wo anfangs oft Schiffe der Elben anlandeten, sind im Westen. RĂłmenna („nach Osten hin“) liegt im Osten der Insel. Des Weiteren gibt es noch die sĂŒdliche Hafenstadt Nindamos („Wasserumringtes Schloss“).

Auf NĂșmenor werden alle Reisen von Ort zu Ort zu Pferd gemacht, denn die nĂșmenĂłrischen MĂ€nner und Frauen haben am Reiten Freude und lieben ihre Pferde. Deswegen behandeln sie ihre Pferde mit Achtung und halten sie in großzĂŒgigen StĂ€llen. Schon in jungen Jahren werden die Pferde dazu abgerichtet, Rufe aus weiter Entfernung zu hören und zu beantworten. In alten Geschichten wird sogar erzĂ€hlt, dass in FĂ€llen von großer Zuneigung zwischen Menschen und ihren Reitpferden das Tier zur Not allein durch die Kraft ihrer Gedanken herbeigerufen werden kann.

Sauron, der sich vom letzten und mĂ€chtigsten nĂșmenĂłrischen König Ar-PharazĂŽn gefangen nehmen lĂ€sst, weil er ihn nicht im Kampf besiegen kann, verfĂŒhrt die NĂșmenĂłrer dazu, sich gegen die Valar aufzulehnen und Zugang zu Valinor zu fordern, um an der Unsterblichkeit teilzuhaben. Ar-PharazĂŽn rĂŒstet sich daraufhin zum Krieg und segelt mit einer gewaltigen Kriegsflotte nach Valinor. Als sein Heer die Unsterblichen Lande betritt, legen die Valar vorĂŒbergehend ihre Herrschaft ĂŒber Arda nieder, und IlĂșvatar verĂ€ndert den Bau der Welt: das Heer der Numenorer wird unter einstĂŒrzenden Bergen begraben, die Flotte und die ganze Insel NĂșmenor versinken im Meer. Nur die Getreuen von NĂșmenor unter der FĂŒhrung von Elendil und seinen Söhnen Isildur und AnĂĄrion, die den Valar treu geblieben sind und sich auf Schiffe an der OstkĂŒste der Insel zurĂŒckgezogen haben, ĂŒberleben den Untergang und werden mit ihren Schiffen nach Mittelerde getrieben. In Mittelerde grĂŒnden sie die Reiche in der Verbannung Arnor und Gondor und werden als DĂșnedain bekannt. Sauron selbst verliert durch die Vernichtung NĂșmenors seinen Körper, als mĂ€chtiger Maia ĂŒberlebt er aber den Untergang und kann zu einem spĂ€teren Zeitpunkt in Mittelerde erneut in Erscheinung treten.

Von NĂșmenor spricht man spĂ€ter als AtalantĂ« („Die Gefallene“, Quenya) bzw. AkallabĂȘth (AdĂ»naisch) oder Mar-nu-Falmar („dem Land unter den Wellen“). Es erinnert mehrfach an Platons Atlantis; so beherrschen die Edain zeitweise einen Großteil von Mittelerde, sind eine starke Seemacht, haben einen großen Tempel in der Mitte ihrer Hauptstadt und gehen zum Schluss samt ihrer Insel unter. Sogar der Quenya-Name AtalantĂ« erinnert an Atlantis.

Die Idee zu der Geschichte entstand aus Tolkiens Freundschaft mit dem Schriftsteller C. S. Lewis. Lewis meinte, dass die beiden wohl die Geschichten, die sie mögen, selbst schreiben mĂŒssten; daraus entstand die Idee, dass Lewis eine Weltraumreise und Tolkien eine Zeitreise beschreiben sollte. Lewis’ Geschichte wurde spĂ€ter unter dem Titel Out of the Silent Planet veröffentlicht, Tolkiens Geschichte dagegen wurde nie ganz fertig, wohl aber – anscheinend fast unvermeidbar fĂŒr Tolkien – mit seinem selbst erdachten Universum verbunden. Daraus entstand NĂșmenor.

Karte vom Nordwesten von Mittelerde

Mittelerde ist die bekannteste und bestbeschriebene Region von Tolkiens Welt. Sie ist Handlungsort der Romane Der Hobbit und Der Herr der Ringe sowie der Quenta Silmarillion, des Hauptteils des Silmarillions. Tolkien beschreibt jedoch nur einen kleinen, den nordwestlichen Teil des Kontinents, wÀhrend der Rest weitgehend unbekannt bleibt.

Alle Orte zwischen dem Inneren Meer im Osten und dem großen Meer Belegaer im Westen werden als Mittelerde bezeichnet. Es wird auch Endor oder die Hinnenlande genannt und ist der grĂ¶ĂŸte Kontinent Ardas. Auch Beleriand ist im Ersten Zeitalter ein Teil Mittelerdes.

Der bekannte Teil Mittelerdes wird im Dritten Zeitalter vor allem von den Menschen Gondors und Arnors sowie spĂ€ter auch Rohans dominiert. Die Reiche der Elben, die noch zur Zeit Beleriands einen Großteil der Landmasse beanspruchen, sind im Dritten Zeitalter kaum mehr als kleine Waldgebiete oder bewaldete TĂ€ler wie LĂłrien, Bruchtal oder Thranduils Höhlen im nördlichen DĂŒsterwald. Die Zeit der Elben in Mittelerde ist vorĂŒber, und die meisten von ihnen segeln bis zum Ende des Zeitalters in den Westen, nach Aman. Die Population der Zwerge konzentriert sich auf die Blauen Berge, die Hallen von Khazad-dĂ»m, den Erebor und die Eisenberge. Die Hobbits leben zunĂ€chst am Fluss Anduin, spĂ€ter wohnen so gut wie alle im Auenland und dem nahegelegenen Bree im Herzen Eriadors.

Diesen sogenannten Freien Völkern stehen im Norden das Reich von Angmar, der sĂŒdliche DĂŒsterwald mit der Festung Dol Guldur und Saurons Land Mordor mit der Festung Barad-dĂ»r gegenĂŒber. Auch Isengart, das ursprĂŒnglich zu Gondor gehört, wird unter dem abtrĂŒnnigen Zauberer Saruman gegen Ende des Dritten Zeitalters zu einem Feind der freien LĂ€nder Mittelerdes.

In Beleriand („Balar-Land, Land der Elben“) spielt sich die Geschichte der Elben im Ersten Zeitalter hauptsĂ€chlich ab. Nachdem Feanor und die Noldor wegen ihres schrecklichen Schwurs aus dem Segensreich Valinor verbannt worden sind, kĂ€mpfen sie gemeinsam mit dem in Beleriand beheimateten Elbenvolk der Sindar in jahrhundertelangem Krieg und in fĂŒnf großen Schlachten gegen die Geschöpfe Morgoths, bis die Valar ihnen im Krieg des Zorns zu Hilfe kommen und Morgoth fĂŒr immer in die Äußere Leere verbannt wird.

Beleriand ist der westliche Teil des Kontinents Mittelerde, ein riesiges Land beiderseits des Flusses Sirion („der große Strom“), das von dem Meer Belegaer („das große Meer“) im Westen und SĂŒden und den Gebirgen Ered Luin („Blaue Berge“) im Osten sowie Ered Wethrin („Schattenberge“) und Ered Gorgoroth („Berge der großen Schrecken“) im Norden begrenzt wird. Der Name Beleriand soll ursprĂŒnglich „Land von Balar“ bedeutet haben und nur fĂŒr das Land rund um die SirionmĂŒndung benutzt worden sein, wobei Balar eine Bezeichnung der Sindarelben fĂŒr den Maia Osse darstellt. SpĂ€ter bezeichnet man damit das ganze Land sĂŒdlich der Ered Wethrin und westlich der Ered Luin, einschließlich Dorthonion („Kiefernland“) und Nevrast („diesseitige KĂŒste“). Der Fluss Sirion teilt es in Ost- und West-Beleriand. Hier lassen sich diejenigen Elben nieder, die dem Vala Orome zu Beginn des Ersten Zeitalters zwar nach Westen folgen, Mittelerde aber nicht Richtung Aman verlassen wollen. Diese Elben nennt man die Sindar. SpĂ€ter kommen die ElbenstĂ€mme der Laiquendi („GrĂŒnsprecher“) und der Noldor hinzu.

Die lange HĂŒgelkette von Andram („langer Wall“) trennt den wenig bevölkerten SĂŒden vom Norden, in dem sich die FĂŒrsten der Noldor ansiedeln. Im Zentrum von Beleriand liegen die Reiche von Doriath („Land des Zauns“) und Nargothrond („Höhlenfestung am Narog“). Nördlich der Gebirge Ered Wethrin und Ered Gorgoroth schließt sich die Ebene Ard-Galen („GrĂŒne Gegend“) an, die nach ihrer Verbrennung in der Schlacht des JĂ€hen Feuers Anfauglith („der Erstickende Staub“) genannt wird. Dahinter befinden sich die Eisenberge, wo sich Morgoth seine zweite Festung Angband einrichtet.

Menschen kommen nur wenige nach Beleriand: zuerst nur die aus den drei HĂ€usern der Edain. Einige treten in die Dienste von Elben, andere siedeln sich in Estolad („das Lager“) an, manche, wie die Haladin, im Wald von Brethil („Buche“), und viele ziehen weiter in die nördlichen LĂ€nder, wo sie als VerbĂŒndete im Kampf gegen Morgoth besonders willkommen sind.

Bei den ErschĂŒtterungen der Welt durch den Krieg des Zorns versinkt Beleriand im Meer, nur ein StĂŒck bleibt ĂŒbrig: die Ered Luin (die Grenze nach Eriador) und ein Teil des Landes westlich davon: Ossiriand („Land der sieben Ströme“), das als Lindon („Land der Lindar, Land der Musik“) bekannt wird. Hier lassen sich Gil-galad und CĂ­rdan nieder. Die meisten anderen Elben der Noldor- und SindarstĂ€mme gehen endgĂŒltig nach Aman, wo die Noldor nun, nach der Vernichtung der Silmaril, trotz Feanors Schwur wieder willkommen sind. Den treuen Edain wird Andor („das Land der Gabe“) geschenkt, welches sie selbst NĂșmenor („die westliche Heimat“) nennen. Damit endet das Erste Zeitalter.

Beleriand ist fĂŒr die Menschen und Hobbits des Dritten Zeitalters ein Reich der Sagen und Legenden. Nur manche der Elben, wie Galadriel, Elrond oder CĂ­rdan, haben dort gelebt.

Angband („Eisenkerker, -hölle“) ist der Name eines weitverzweigten Tunnel- und Höhlensystems weit im Nordwesten Beleriands. Die Gebirgskette der Ered Engrin („Eisenberge“) bildet eine natĂŒrliche Grenze zwischen den bewohnbaren Landen Beleriands und den Gegenden ewiger KĂ€lte, die der Arktis unserer Welt Ă€hneln. In diesem Gebirge befindet sich bereits Melkors erste Festung Utumno („Unterwelt“). Diese wird von den Valar zerstört, jedoch von Melkor teilweise wieder aufgebaut und erweitert.

„Und Melkor baute auch eine Festung und ein Waffenlager unweit der nordwestlichen MeereskĂŒsten, um jedem Angriff aus Aman widerstehen zu können. Diese Burg befehligte Sauron, Melkors Statthalter; und sie wurde Angband genannt.“

– J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion.[5]

Aus dem dabei entstandenen Schutt tĂŒrmen seine Diener die Berggruppe Thangorodrim („Berge des Zwangs“) ĂŒber den sĂŒdlichen Toren der Festung auf. Diese Berge sind bis weit ĂŒber die Ebene von Ard-Galen/Anfauglith hinaus zu sehen. In Angband versteckt trĂ€gt Morgoth die Silmaril in seiner eisernen Krone. Beren und LĂșthien sind die einzigen Bewohner Beleriands, die bis in die tiefste Halle der Festung, in der Morgoth sitzt, vordringen, einen der Silmaril zurĂŒckerobern und Angband wieder lebend verlassen können.

Ard-Galen/Anfauglith

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ard-Galen („GrĂŒne Gegend“) ist eine große, von Gras bewachsene Ebene im nördlichen Beleriand. Sie liegt nördlich des Hochlands von Dorthonion und sĂŒdlich von Angband und den Thangorodrim („Berge des Zwangs“). Im Westen grenzt sie an die Ered Wethrin, im Osten an die Ered Luin. Nach der Dagor Aglareb („Ruhmreiche Schlacht“) wird Angband fast vierhundert Jahre lang belagert. Die Belagerung endet nach 395 Jahren, als Morgoth den ersten der großen Drachen frei lĂ€sst und Ströme aus Feuer vom Thangorodrim herab fließen. Die ganze Ebene – und mit ihr alle Belagerer – verbrennen. So wird aus Ard-Galen die Anfauglith („Erstickender Staub“ oder „mit Asche bedecktes Land“). Dieser Angriff Morgoths wird Dagor Bragollach („Schlacht des JĂ€hen Feuers“) genannt.

Bis zum Untergang Beleriands bleibt die Anfauglith eine trostlose Öde, bis auf einen großen HĂŒgel, den Orks nach der Nirnaeth Arnoediad („Schlacht der UngezĂ€hlten TrĂ€nen“) aus den Leichen, RĂŒstungen und Waffen aller Gefallenen auftĂŒrmen. Der HĂŒgel ist sehr hoch und von weither sichtbar. Er wird Haudh-en-Ndengin („HĂŒgel der Erschlagenen“) oder Haudh-en-Nirnaeth („HĂŒgel der TrĂ€nen“) genannt. Einzig auf diesem HĂŒgel wĂ€chst wieder hohes, grĂŒnes Gras.

Doriath („Land des Zauns“) ist ein großes Sindar-Königreich im Zentrum Beleriands. Es wird bereits vor dem Ersten Zeitalter der Sonne von dem Elbenkönig Thingol und der Maia Melian auf dem Land errichtet, das zuvor Eglador („Heimat der Verbannten“) heißt. Nach der ersten Schlacht in den Kriegen von Beleriand legt Melian den sogenannten GĂŒrtel Melians um Neldoreth, Region und Nivrim, die inneren Gebiete Doriaths. Thingol erhebt jedoch auch Anspruch auf Lande außerhalb des GĂŒrtels, zum Beispiel Brethil und Dimbar.

Die Hauptstadt des Reiches und Wohnsitz von Thingol und Melian ist das unterirdische Höhlensystem Menegroth („die Tausend Grotten“), das die Zwerge aus Belegost fĂŒr die Elben erbauen. Den Toren gegenĂŒber steht die Buche HĂ­rilorn („Baum der Herrin“), in der LĂșthien, die Tochter Thingols, wohnt.

WĂ€hrend Thingol dem Hause Finarfin und den Zwergen freundlich gesinnt ist, untersagt er es dem Hause Feanor und den Menschen, Doriath zu betreten. Als er die wahren UmstĂ€nde der RĂŒckkehr der Noldor nach Mittelerde erfĂ€hrt, verbietet er außerdem den Gebrauch der gemeinsamen Sprache Quenya in seinem Reich, wo nun generell Sindarin gesprochen wird.

GeschĂŒtzt von der Macht Melians und der Vorsicht Thingols ist Doriath nicht in die großen Schlachten der Kriege von Beleriand verwickelt. Seine Grenzen werden stets von Beleg Langbogen und seinen Grenzwachen verteidigt. Am Ende wird Doriath aber doch noch in den Fluch der Noldor mit hineingezogen, denn Thingol verlangt einen der Silmaril als Brautpreis fĂŒr seine Tochter LĂșthien. Wegen dieses Juwels, in seinem Auftrag von Zwergen aus Nogrod in das Halsband NauglamĂ­r eingearbeitet, wird Thingol in Menegroth von den Zwergen erschlagen. Nach seinem Tod verlĂ€sst Melian Mittelerde, und Doriath wird nicht mehr durch ihren BanngĂŒrtel geschĂŒtzt. Als Dior, Thingols Enkel, von den Söhnen Feanors erschlagen wird, fliehen die Elben aus Doriath; die Überlebenden ziehen zu den Anfurten des Sirion.

Brethil („Buche“) ist ein Wald nordwestlich von Doriath. Er wird von den FlĂŒssen Teiglin („Grenzwasser“) und Sirion („großer Strom“) umschlossen. Inmitten von Brethil liegt der Berg Amon Obel („Berg der Festung“), auf dem sich Ephel Brandir („hoher Zaun Brandirs“) befindet, eine Festung der Haladin, der Menschen aus dem Hause Haldads, spĂ€ter auch nach seiner Tochter das „Haus Haleth“ genannt.

Gondolin („Verborgener Felsen“) ist eine Stadt der Elben in Beleriand, die der NoldorfĂŒrst Turgon grĂŒndet, um einen sicheren Ort fĂŒr sein Volk zu erschaffen. Der Aufbau der Stadt Gondolin dauerte rund 52 Jahre. Die Echoriath („Umzingelnde Berge“) werden als gigantische vulkanische Caldera beschrieben und der Amon Gwareth („Berg der Wacht“) als ein zweiter Vulkankegel. In der Caldera könnte sich, nach dem Verlöschen des Vulkans, ein See gebildet haben.[6] So entstand ein Flusslauf, der sich durch diese aufgetĂŒrmten Berge einen schmalen Weg bahnte, der teilweise in einem Tunnel verlief. Zur Zeit der StadtgrĂŒndung sind See und Fluss bereits ausgetrocknet.

“the hands of the Valar themselves 
 had wrestled the great mountains asunder, and the sides of the rift were sheer as if axe-cloven.”

„die HĂ€nde der Valar selbst 
 hatten die großen Berge zusammengerafft, und die Seiten des Grabens waren steil, als wĂ€ren sie mit einer Axt behauen.“

– J. R. R. Tolkien: Karen Wynn Fonstad: The Atlas of Middle-Earth.[7]

Gondolin selbst erstrahlt in hellem Weiß und liegt auf einem HĂŒgel in diesem Tal, das Tumladen („Tiefland“) genannt wird. Das Tal ist nur durch diesen geheimen Zugang erreichbar, der in dem trockenen Flussbett beginnt und durch die Schlucht von der Stadt hinab zum Taleg Uthwen („Talausgang“) fĂŒhrt. Der Weg wird von einer Reihe von sieben Toren blockiert und stĂ€ndig bewacht: gebaut sind die Tore aus Holz, Stein, Bronze, Schmiedeeisen, Silber, Gold und Stahl. Gelangt man durch diesen Weg erst einmal in das Tal, kann man das Haupttor der Stadt nur ĂŒber eine einzige Treppe erreichen, denn die HĂ€nge des HĂŒgels sind sehr steil und nass, so dass ein Erklimmen des HĂŒgels unmöglich ist. Die Stadt trĂ€gt daher auch ursprĂŒnglich den Namen Ondolinde („der Felsen der Musik des Wassers“).

Letzten Endes sind die Schutzmaßnahmen dennoch nicht ausreichend, so dass Gondolin nach 400 Jahren des Friedens als eine der letzten Bastionen der Elben gegen Morgoth fĂ€llt. Durch den Verrat von Maeglin erfĂ€hrt der dunkle Herrscher das Geheimnis der Lage der von ihm lange gesuchten Stadt. Daraufhin wird Gondolin von einer Armee aus Orks, Drachen und Balrogs zerstört und König Turgon getötet. Turgons Tochter Idril Celebrindal („die Lieblichschöne mit dem Silberfuß“) entkommt mit ihrem Mann, dem Menschen Tuor, ihrem Sohn Earendil und einigen Noldor durch einen geheimen Tunnel, der Bad Uthwen („der Fluchtweg“) genannt wird. Auf diesem Weg fĂŒhren sie alles mit, was den Gondolindrim („Bewohner von Gondolin“) von ihrer Stadt geblieben ist.

Die Sage Von Tuor und dem Fall von Gondolin ist nach Tolkiens eigener Aussage die Ă€lteste aller Geschichten aus Mittelerde. Er schrieb ihre erste Fassung bereits 1916/17.[8] Einige Motive in der Geschichte ĂŒber den Fall Gondolins erinnern an den Fall Trojas in Homers Ilias.[9]

Hithlum („Nebelland“) ist eine kalte, aber schöne Hochebene im Norden von Beleriand. Sie wird im Westen begrenzt von den Ered LĂłmin und im Osten und SĂŒden von den Ered Wethrin. Die Berge von Mithrim teilen ihre SĂŒdhĂ€lfte in die Gebiete Dor-lĂłmin im Westen und Mithrim mit dem Mithrim-See im Osten. Zuerst nur von einigen Sindar besiedelt, wird es nach der RĂŒckkehr der Noldor nach Mittelerde von Fingolfin und Fingon als Wohnsitz gewĂ€hlt. SpĂ€ter lassen sich auch die Edain vom Hause Hador dort nieder.

Nargothrond („Narog-Festungsgewölbe“) ist der Name des Noldor-Königreiches Finrod Felagunds in West-Beleriand und bezeichnet zugleich die große unterirdische Festung am Fluss Narog, die Hauptburg und Palast dieses Reiches ist. Die Höhlen in der HĂŒgelkette von Andram, ursprĂŒnglich von den Noegyth Nibin („Kleinzwerge“) entdeckt und NulukkhizdĂźn genannt, werden fĂŒr Finrod von den Zwergen der Ered Luin ausgebaut. Finrod bekommt daher den Beinamen Felagund („HöhlenfĂŒrst“). Die Festung ist dem unterirdischen Palast Menegroth in Doriath nachempfunden. SpĂ€ter lĂ€sst TĂșrin eine breite BrĂŒcke ĂŒber den Narog bauen, die den Elben im Kampf gegen Morgoth die Überquerung des Flusses mit großen Heeren erleichtert. Beim Gegenschlag Morgoths ermöglicht die BrĂŒcke jedoch dem Drachen Glaurung, in Nargothrond einzudringen und die Stadt mit ihren SchĂ€tzen zu erobern.

Tol Sirion („Insel des Flusses“) ist eine Insel im Fluss Sirion an der engsten Stelle des Sirion-Passes zwischen dem Schattengebirge (Ered Wethrin) und den Umzingelnden Bergen (Echoriath). Dort erbaut der NoldorfĂŒrst Finrod die Festung Minas Tirith (nicht zu verwechseln mit der Hauptstadt Gondors im Dritten Zeitalter). Nachdem er Nargothrond erbaut hat, lĂ€sst er sie von seinem Bruder Orodreth bewachen, um das Hinterland vor den Horden Morgoths zu schĂŒtzen. Zwei Jahre nach der Dagor Bragollach, der vierten Schlacht Beleriands, wird die Festung von Sauron eingenommen und fortan Tol-in-Gauroth („Insel der Werwölfe“) genannt. Von seinem Turm aus kann Sauron das ganze Tal des Sirion ĂŒberwachen. So nimmt er Finrod, Beren und ihre GefĂ€hrten gefangen, als diese den Silmaril aus Angband stehlen wollen, und beginnt sie an seine Wölfe zu verfĂŒttern. LĂșthien, begleitet von dem großen Hund Huan, zerstört mit ihren mauerbrechenden GesĂ€ngen zehn Jahre spĂ€ter die Festung und befreit Beren. Dabei wird der Werwolf Draugluin, ein Diener Saurons, getötet und Sauron verjagt. Etwas abseits von den TrĂŒmmern, auf einem grĂŒnen HĂŒgel, begraben sie König Finrod Felagund, der im Kampf gefallen ist. Bis Beleriand am Ende des Ersten Zeitalters versinkt, heißt die Insel wieder Tol Sirion.

Zwergenbehausungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ersten Zeitalter sind zwei große ZwergenwohnstĂ€tten im Ered Luin („Blaues Gebirge“ oder „Blaue Berge“) in Ost-Beleriand bekannt. Sie heißen Belegost („Große Festung“) und Nogrod („Hohlburg“) – in Khuzdul (Zwergisch) Gabilgathol und Tumunzahar. WĂ€hrend die Zwerge von Belegost fĂŒr ihre Steinmetzkunst bekannt sind und unter anderem die Höhlen von Menegroth („Tausend Grotten“) graben, hat man sich in Nogrod auf die Herstellung von Waffen spezialisiert. Zudem sind beide ZwergenstĂ€mme fĂŒr ihre Schmiedekunst bekannt. Gemeinsam fertigen sie das Halsband Nauglamir, welches Finrod Felagund geschenkt wird und spĂ€ter in den Besitz Thingols von Doriath gelangt. Zwerge aus Nogrod stehlen das Halsband, nachdem sie auf Thingols Anweisung den von Beren und Luthien beschafften Silmaril hineingearbeitet haben, und töten Thingol. In der folgenden Auseinandersetzung verwĂŒsten die Zwerge aus Nogrod Doriath, werden aber auf dem Weg zurĂŒck in ihre Heimat von einem Elbenheer unter der FĂŒhrung von Beren und seinem Sohn Dior vernichtend geschlagen.

Namentlich bekannte Bewohner sind der Waffenschmied Telchar aus Nogrod, der Schöpfer der Klingen Angrist und Narsil, und AzaghĂąl, der FĂŒrst von Belegost, der im Kampf gegen den Drachen Glaurung fĂ€llt. Belegost und Nogrod werden vermutlich beim Untergang Beleriands zerstört. Die Zwerge siedeln sich in neuen Regionen des Blauen Gebirges an, viele gehen auch nach Khazad-dĂ»m.

Neben diesen beiden HauptwohnstĂ€tten gibt es im Berg Amon RĂ»dh („Kahler Berg“), die Zwerge nennen ihn Scharbhund („Kahlkopf“), in den Hochmooren West-Beleriands zwischen den FlĂŒssen Sirion und Narog eine Zwergenbehausung der Kleinzwerge. Als letzte Bewohner leben dort noch der Kleinzwerg MĂźm und seine Söhne. Nach der Gefangennahme MĂźms durch TĂșrin wird diese Höhle zum StĂŒtzpunkt fĂŒr TĂșrin und seine Gefolgsleute in ihrem Kampf gegen die Orks. Nachdem Beleg Langbogen zu ihnen gestoßen ist, wird die Ebene um den Berg Dor-CĂșarthol („das Land von Bogen und Helm“) genannt.

Geographische Lage

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eriador („Einsames Land“) liegt im Nordwesten des Kontinents Mittelerde zwischen dem Meer im Norden und dem Fluss GwathlĂł („Grauflut“) im SĂŒden. Im Osten wird es durch das Nebelgebirge begrenzt, im Westen durch die Blauen Berge. Das Nebelgebirge trennt Eriador vom Tal des Flusses Anduin. Zu Eriador gehören unter anderem das Auenland, das Breeland, die HĂŒgelgrĂ€berhöhen, der Alte Wald, Minhiriath („Land zwischen den FlĂŒssen“), die Wetterberge, die MĂŒckenwassermoore, Angmar („Eisenheim“) und Bruchtal.

Der grĂ¶ĂŸte Fluss Eriadors heißt Brandywein, elbisch Baranduin („Goldbrauner Fluss“). Er entspringt im Abendrotsee und mĂŒndet im SĂŒden ins Meer. Er bildet weitgehend die östliche und sĂŒdliche Grenze des Auenlandes. Er kann nur ĂŒber die BrandyweinbrĂŒcke, die Sarnfurt oder mit der FĂ€hre ĂŒberquert werden.

Das Land umfasst mehrere Vegetations- und Klimazonen und ist rund 900 km × 900 km groß.[10]

Zu Beginn des Dritten Zeitalters ist Eriador dicht besiedelt. Elendils Nachfahren lassen als Herrscher ĂŒber das Königreich Arnor Handelsstraßen, Wege und Siedlungen anlegen.

Als sich die Nachfahren Elendils zerstreiten, wird das Land aufgeteilt, und die Macht der NĂșmenĂłrer nimmt ab. Schließlich werden die drei Teilkönigreiche Arthedain, Rhudaur und Cardolan gemeinsam in einer Schlacht bei der Wetterspitze von einem Heer aus Angmar unter dem Hexenkönig vernichtet. Der Hexenkönig wird spĂ€ter mit Hilfe Gondors vertrieben, Arnor erholt sich davon jedoch nicht mehr. Der lange Krieg hat das Land zerrĂŒttet, viele seiner Einwohner sind tot oder geflohen. Das Land verwildert bis auf das Auenland, das Breeland und Bruchtal.

Arnor („Königsland“) ist das nördliche und ranghöhere der beiden von Elendil und seinen Söhnen im Jahr 3320 Z. Z. in Mittelerde gegrĂŒndeten DĂșnedain-Königreiche. Die erste Hauptstadt ist AnnĂșminas, wo einer der sieben PalantĂ­ri aufbewahrt wird.

Zu seiner BlĂŒtezeit umfasst Arnor das ganze Land zwischen dem GwathlĂł-Bruinen und der Förde von LhĂ»n. Im Gegensatz zu Gondor ist Arnor aber kein Segen beschieden, und mit dem Tod Isildurs bei den Schwertelfeldern im Jahre 2 D. Z. beginnt der Niedergang der DĂșnedain des Nordens.

Nach dem Tod Earendurs im Jahr 861 D. Z. wird das Reich unter den drei Söhnen des Königs aufgeteilt, wodurch die Teilreiche von Arthedain, Cardolan und Rhudaur entstehen. Am lĂ€ngsten kann sich das Königtum in Arthedain halten. Im Jahr 1974 D. Z. werden das Land und die neue Hauptstadt Fornost vom Hexenkönig von Angmar erobert. Der letzte König von Arnor, Arvedui, muss fliehen. CĂ­rdan sendet ihm ein Schiff, doch es wird im Jahr 1975 D. Z. im Eis eingeschlossen und sinkt; Arvedui ertrinkt. Mit ihm gehen die beiden PalantĂ­ri von Amon SĂ»l und AnnĂșminas verloren. Die Erben von Arvedui ĂŒberleben jedoch, und die Königslinie bleibt in der Folgezeit erhalten. Sie bekleiden nunmehr den Rang eines StammesfĂŒrsten der DĂșnedain des Nordens. Der 16. StammesfĂŒrst ist Aragorn II. Nach dem siegreichen Ende des Ringkrieges wird er unter dem Namen Elessar Telcontar erster König des Wiedervereinigten Königreiches von Gondor und Arnor.

AnnĂșminas („Turm des Westens“) ist Arnors erste Hauptstadt. Es wird gleichzeitig mit Gondor im Jahr 3320 Z. Z. von Elendil und Überlebenden aus NĂșmenor gegrĂŒndet. Noch vor dem Niedergang von Arnor 861 D. Z. wird der Hof nach Fornost verlegt, der grĂ¶ĂŸten Stadt des Landes.

WĂ€hrend Isildur und AnĂĄrion mit fĂŒnf Schiffen an der MĂŒndung des Anduin im spĂ€teren Gondor landen, wird ihr Vater Elendil mit vier Schiffen in den Golf von LhĂ»n getrieben. Dort wird er von Gil-galad freundlich empfangen. In Absprache mit diesem zieht er in östliche Richtung und begrĂŒndet dort das nördliche Königreich der DĂșnedain. Als Platz fĂŒr seine Hauptstadt wĂ€hlt er das sĂŒdöstliche Ufer des großen, tiefen und fischreichen Abendrotsees, nördlich jenes Gebietes, das Jahrhunderte spĂ€ter Auenland heißen wird. Diese Stadt nennt er AnnĂșminas.

Selbst in ihren Glanzzeiten steigt die Bevölkerungszahl kaum ĂŒber zehntausend Einwohner, denn im Königreich Arnor leben wesentlich weniger Menschen als beispielsweise in Gondor.

Der Abendrotsee (Sindarin: Nen Uial) hat seinen Namen wohl von den bezaubernden SonnenuntergĂ€ngen ĂŒber den niedrigen, schroffen Bergen der Emyn Uial, die sich – in rotes Licht getrĂ€nkt – auf dem See widerspiegeln. Das Hinterland Richtung Osten und SĂŒden ist niederschlagsreich und fruchtbar. Man besiedelt es im Laufe der Jahre weitrĂ€umig mit bĂ€uerlichen Gehöften, um die Bevölkerung gut zu versorgen. Insgesamt ist Arnor ein friedliches, landwirtschaftlich geprĂ€gtes Land mit wenigen StĂ€dten, aber vielen Weilern, Dörfern und Einzelhöfen. Allerdings erleben AnnĂșminas und Arnor regelmĂ€ĂŸig lange, kalte und schneereiche Winter, in denen wahrscheinlich auch der See zufriert. Das Leben kann also sehr hart werden, und die Bevölkerung vermehrt sich nur langsam. Noch zu Zeiten der GroßvĂ€ter von Frodo herrschen derartige Witterungsbedingungen, die bis ins nördliche Auenland ihren Niederschlag finden und in denen besonders die hungrigen Wölfe als Bedrohung angesehen werden.

Nach dem Tod Isildurs auf den Schwertelfeldern im Jahr 3431 Z. Z. bleibt Arnor ohne König, bis Isildurs einziger ĂŒberlebender Sohn Valandil, der in Bruchtal aufwĂ€chst, erwachsen wird.

AnnĂșminas bleibt unangefochtener Königssitz, bis der zehnte König, Earendur, im Jahr 861 D. Z. stirbt. In den nun folgenden Erbstreitigkeiten wird das Reich in drei Teile geteilt: Arthedain, Rhudaur und Cardolan. Wahrscheinlich im Zuge dieser Teilung oder der folgenden Unruhen wird das inzwischen nur noch von wenigen Menschen bewohnte AnnĂșminas aufgegeben. Der Hofstaat zieht um 1300 D. Z. mitsamt dem Palantir in das nordöstlich gelegene Fornost um. Dabei spielt auch die strategisch gĂŒnstigere Lage von Fornost eine Rolle, das besser zu verteidigen ist. Denn schon seit geraumer Zeit fĂ€llt der Schatten des Hexenkönigs von Angmar immer dunkler auf Arthedain.

Die hoch aufragenden Ruinen AnnĂșminas werden fortan nur noch von wenigen Wanderern oder Hirten als Unterkunft genutzt, so lange das nördliche Königreich existiert. Nach dessen Ende 1974 D. Z. herrscht dann vollkommene Stille in der Gegend, die höchstens von wenigen mutigen Hobbits aus dem sĂŒdlich angrenzenden Auenland und einigen WaldlĂ€ufern unterbrochen wird.

Im höchsten Turm der Stadt wird einer der drei nördlichen Palantíri aufbewahrt. Er geht beim Fall des Königreiches verloren.

AnnĂșminas wird im Vierten Zeitalter durch König Elessar (Aragorn) in kleinerem Umfang wieder erbaut und zur nördlichen Haupt- und Residenzstadt des wiedervereinigten Königreiches gemacht. Fornost wird dagegen nicht wieder errichtet.

Das Zepter von AnnĂșminas, einst Zeichen der KönigswĂŒrde, wird nach der Vernichtung der drei nördlichen Königreiche in Bruchtal aufbewahrt. Elrond selbst ĂŒbergibt es König Elessar bei dessen Krönung in Minas Tirith.

Fornost Erain („die Nordfestung der Könige“) wird im Jahr 3320 Z. Z. von Elendil gegrĂŒndet, um das Jahr 861 D. Z. zur Hauptstadt erklĂ€rt und im Jahr 1974 D. Z. durch den Hexenkönig von Angmar zerstört. Sie liegt auf dem sĂŒdlichsten HĂŒgel der Bergkette, die die „Nördlichen Höhen“ genannt werden, direkt am Ende der Nord-SĂŒd-Straße, die einst die Königreiche Arnor („Königsland“) und Gondor („Steinland“) miteinander verband. Bei den Hobbits aus dem Auenland wird sie „Königs Norburg“ und die Straße „der GrĂŒnweg“ genannt.

Bruchtal, elbisch Imladris, englisch Rivendell ist eine von Elrond gegrĂŒndete Elbensiedlung. Sie liegt in den westlichen AuslĂ€ufern des Nebelgebirges an der Ostgrenze von Arnor. Durch seine geschĂŒtzte Lage in der tiefen Schlucht des Flusses Bruinen ist Bruchtal das sicherste RĂŒckzugsgebiet der Elben nördlich von LĂłrien. Außerdem trĂ€gt Elrond als TrĂ€ger des Ringes Vilya wesentlich zur Macht und zum Schutz von Bruchtal bei. In der Siedlung lebt eine große Anzahl Sindar- und Noldorelben. Hier finden zudem viele Reisende Zuflucht und Schutz.

In „Der Hobbit“ wird Bruchtal als „Letztes gastliches Haus“ oder einfach „Elronds Haus“ bezeichnet.

In Bruchtal wird nach der Entdeckung, dass der von Bilbo Beutlin gefundene Ring der Eine Ring Saurons ist, ein Rat abgehalten, der als „Elronds Rat“ bekannt ist. Dort wird beschlossen, was mit dem Ring geschehen soll, und die Gemeinschaft des Rings wird gegrĂŒndet.

Aufgrund eines Bildes, das Tolkien von dem Tal Rivendell anfertigte, und weiterer Indizien gilt das schweizerische Lauterbrunnental, das Tolkien 1911 durchwanderte, als Vorbild fĂŒr Bruchtal.

Eregion („Land der HulstbĂ€ume“, Hulsten auf Westron, englisch Hollin) war ein Reich der Noldor zwischen den FlĂŒssen Glanduin und Bruinen, das von Galadriel und Celeborn um 750 des Zweiten Zeitalters gegrĂŒndet und von Noldor, die nicht nach dem Krieg des Zorns nach Aman zurĂŒckkehrten, bewohnt wurde. Die Hauptstadt war Ost-in-Edhil. Die Noldor hatten durch ihre Kunstfertigkeit schon vorher engeren Kontakt mit den Zwergen gehabt, zuvor mit jenen aus Nogrod und Belegost, und unterhielten zu jener Zeit enge Beziehungen zu den Zwergen aus Moria.

Nachdem Galadriel und Celeborn Eregion verlassen hatten, wurde Celebrimbor, Sohn Curufins und Enkel Feanors, zum Regenten des Reiches. Zu jener Zeit erschien auch Sauron in Verkleidung unter dem Namen „Annatar“ und unterwies die Elben der Gwaith-i-Mirdan, der in Eregion ansĂ€ssigen Juwelenschmiede, in der Kunst des Ringeschmiedens. Unter seiner Anweisung wurden die sieben Ringe der Zwerge und die neun Ringe der Menschen geschmiedet, Celebrimbor aber schuf allein die drei Ringe der Elben. Als Sauron seinen Herrscherring schmiedete, erkannten die Elben ihn und nahmen ihre Ringe (spĂ€ter die sieben und die neun) ab, Celebrimbors Ringe aber blieben frei von seinem Einfluss. Sauron griff hierauf Eregion an, erbeutete die sieben und die neun Ringe, tötete Celebrimbor und zerstörte Eregion. Die ĂŒberlebenden Noldor flohen nach Lindon oder Imladris.

Im Dritten Zeitalter war Eregion ein unbewohntes Land, das die Gemeinschaft des Ringes auf ihrer Reise durchquerte.

Der Name Auenland (im Original: The Shire = „der Gau, die Grafschaft“) bezeichnet ein Gebiet von ungefĂ€hr 18.000 Quadratmeilen in Eriador zwischen dem Fluss Baranduin (Brandywein) und den Fernen Höhen. Das Gebiet ist ursprĂŒnglich ein Teil des Nördlichen Königreichs Arnor. Mit dem Niedergang von Arnor verlassen die Menschen das Gebiet nach und nach. Im Jahr 1601 D. Z. erhalten die BrĂŒder Marcho und Blanco aus der Hobbit-Sippe der FalbhĂ€ute (auch Falben genannt) von Argeleb II., dem Hohen König von Arnor, die Erlaubnis, von Bree aus die LĂ€nder westlich des Baranduin mit einer großen Schar Hobbits neu zu besiedeln. Die einzige Gegenleistung besteht in der Verpflichtung, die Straßen und ÜbergĂ€nge zu pflegen, den König anzuerkennen und dessen Boten zu unterstĂŒtzen. Damit sind die Hobbits des Auenlandes formell Untertanen des Königs in Fornost, besitzen aber eine weitgehende UnabhĂ€ngigkeit. Den Namen „Auenland“ erhĂ€lt das fruchtbare Land von den ersten Hobbit-Siedlern. Ab dieser Inbesitznahme beginnt die Zeitrechnung der Hobbits: Das 1. Jahr der auenlĂ€ndischen Zeitrechnung (A. Z.) ist das Jahr der Besiedlung des Auenlandes und entspricht dem Jahr 1601 D. Z.

Das Auenland wird nach der Neubesiedelung durch die Hobbits wieder ein fruchtbarer und blĂŒhender Landstrich. Es ist in vier Verwaltungsviertel eingeteilt: Nord-, SĂŒd-, Ost- und Westviertel. Innerhalb der Viertel gibt es wiederum einzelne SippenlĂ€nder, wie z. B. das Tukland der Familie Tuk. Außerhalb der vier Viertel werden noch zwei weitere Gebiete zum Auenland gezĂ€hlt: das Bockland im Osten, auch Ostmark genannt, sowie das Gebiet bis zu den Turmbergen im Westen, das Westmark genannt wird und im Jahr 1452 A. Z. zum Auenland kommt.

Die Große Oststraße, die weit jenseits des Nebelgebirges beginnt und ĂŒber Bruchtal und Bree bis zu den Grauen Anfurten fĂŒhrt, verlĂ€uft quer durch das Auenland. An ihr liegt Michelbinge, die Hauptstadt des Auenlandes. Dort hat der einzige BĂŒrgermeister seinen Sitz. Er wird alle sieben Jahre jeweils am Mittsommertag auf dem Freimarkt auf den Weißen Höhen gewĂ€hlt. Die Gendarmen werden LandbĂŒttel genannt und sind wie der Postdienst dem BĂŒrgermeister unterstellt. Daneben gibt es einen ausgeprĂ€gten Grenzschutz.

Nach der Schlacht von Fornost, die den Untergang des Nördlichen Königreiches besiegelt, betrachten die Hobbits das Auenland als ihr Eigentum. Im Jahr 37 A. Z. wĂŒtet die Große Pest im Land. Von diesem Schlag erholt sich die Bevölkerung jedoch rasch. Über tausend Jahre können die Hobbits danach ihr ruhiges bĂ€uerliches Leben und ihre Eigenarten weiterentwickeln. In der Schlacht bei GrĂŒnfeld im Nordviertel im Jahr 1147 A.Z. wird eine Bande Orks vertrieben. In den Jahren 1158–1160 A. Z. fallen Tausende dem unheilvollen Langen Winter sowie der darauf folgenden Hungersnot (Tage der Not) zum Opfer. Im Auenland herrscht aber im Allgemeinen ein gemĂ€ĂŸigtes, mildes Klima. Strenge Winter, in denen der Brandyweinfluss zufriert, sind sehr selten.

Die scheinbare Sicherheit, die die Hobbits zur Zeit des erneuten Aufstiegs Saurons in Mittelerde genießen, verdanken sie – ohne ihr Wissen – dem Schutz der WaldlĂ€ufer (siehe Aragorn). Zu dieser Zeit leben die meisten Hobbits Mittelerdes im Auenland, das jetzt neben dem Breeland und dem sĂŒdlichen Gondor das am dichtesten besiedelte Gebiet von Mittelerde ist. Die zweite und letzte Schlacht, die im Auenland geschlagen wird, findet nach Ende des Ringkrieges 1419 A. Z. in Wasserau statt und endet mit dem Sieg ĂŒber die DunlĂ€nder des entmachteten Zauberers Saruman. Die getöteten Feinde werden in einer nahe gelegenen alten Sandgrube verscharrt.

König Elessar (Aragorn) macht das Auenland nach dem Ringkrieg zum selbststĂ€ndigen Teilgebiet innerhalb des vereinigten Königreiches. In diesem Zusammenhang erlĂ€sst er ein Gesetz, nach dem kein Angehöriger eines anderen Volkes das Auenland ohne Zustimmung der Hobbits betreten darf. Außerdem erweitert er das Land um etwa 50 Kilometer nach Westen bis zu den Turmbergen, auf denen drei alte ElbentĂŒrme stehen. Der sĂŒdlichste dieser „Weißen TĂŒrme“ heißt Elostirion; auf ihm wurde einst ein PalantĂ­r aufbewahrt. Von den ElbentĂŒrmen kann man, wenn man nach Westen blickt, bis zu den Grauen Anfurten sehen.

Baukultur und Berufe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

UrsprĂŒnglich lebten alle Hobbits nach eigenem Bekunden in Höhlen, die sie Smials nennen. Zur Zeit des Ringkrieges halten aber nur noch die Ă€rmsten und die reichsten Bevölkerungsschichten an diesem Brauch fest: Die einen, weil sie sich nichts anderes leisten können, die anderen, weil es als „schick“ gilt, wie die Altvorderen zu leben – allerdings mit dem Luxus und den Errungenschaften der Zeit. Die Mehrzahl der Hobbits wohnt dagegen schon lange in Holz-, Stein- oder ZiegelhĂ€usern. Es heißt, der Brauch, HĂ€user und Schober zu bauen, sei von den Leuten des Bruchs am Brandywein im Ostviertel ausgegangen.

Neben der bĂ€uerlichen Bewirtschaftung des ertragreichen Bodens gibt es die berĂŒhmten Tabakplantagen im SĂŒdviertel mit ihrem Zentrum um den Ort Langgrund. Daneben finden sich die ĂŒblichen Berufe eines vorindustriellen Zeitalters wie MĂŒller, Schmied, Seiler, Stellmacher und andere Handwerksberufe.

Eine der bekanntesten Siedlungen ist Hobbingen (im Original Hobbiton), die Heimat von Bilbo und Frodo Beutlin sowie Sam Gamdschie. Andere bekannte Siedlungen sind Wasserau und Bockenburg nahe dem Alten Wald, wo sich das berĂŒhmte Brandyschloss der Brandybocks befindet.

Der Ort, an dem die getöteten DunlĂ€nder von 1419 begraben liegen, ist als Schlachtgrube bekannt. Die in der Schlacht getöteten Hobbits finden ihre letzte Ruhe in einer Grabstelle am BĂŒhl, bei der spĂ€ter ein großer Gedenkstein aufgestellt wird.

Die natĂŒrliche Ostgrenze des Auenlandes bildet der Fluss Brandywein, der im Norden aus dem großen Abendrotsee gespeist wird und nach SĂŒden fließt. Weiter im SĂŒden macht der Fluss eine starke Biegung Richtung Westen und mĂŒndet dann ins Meer. Daher bildet der Fluss auch die SĂŒdgrenze des Landes. In dieser Biegung liegt die Sarnfurt („Steinfurt“), durch die der bedeutendste Weg aus dem Auenland nach SĂŒden verlĂ€uft. Der wichtigste FlussĂŒbergang im Osten ist die uralte SteinbogenbrĂŒcke, ĂŒber die die Große Oststraße nach Bree fĂŒhrt. Diese BrĂŒcke stammt noch aus der BlĂŒtezeit des Nördlichen Königreichs lange vor der Besiedelung des Auenlandes durch die Hobbits.

Der schmale Landstrich Bockland, zwischen dem Brandywein im Westen und dem Alten Wald im Osten gelegen, gehört ebenfalls noch zum Auenland. Er reicht von der SteinbogenbrĂŒcke bis zur MĂŒndung des Waldflusses Weidenwinde, wo der Ort Hagsend liegt. Beim grĂ¶ĂŸten Ort des Bocklandes, Bockenburg, direkt am Brandywein, liegt das berĂŒhmte Brandyschloss. Zum Alten Wald hin ist das Auenland durch eine gepflegte Hecke – den Hohen Hag – gesichert, der von der SteinbogenbrĂŒcke bis zum Ort Hagsend reicht. Die FĂ€hre ĂŒber den Brandywein bei Bockenburg ermöglicht im Abschnitt „Die GefĂ€hrten“ des „Herrn der Ringe“ den Hobbits die Flucht vor den berittenen Ringgeistern.

Frodo zieht bei der Vorbereitung seines Aufbruchs aus dem Auenland zum Schein nach Bockland, nachdem er Beutelsend an die Sackheim-Beutlins verkauft hat. Mit Meriadoc „Merry“ Brandybocks Hilfe kauft er in Krickloch hinter Bockenburg ein HĂ€uschen auf dem Land und lĂ€sst seine Möbel aus Hobbingen dorthin bringen.

Die Nordgrenze des Auenlandes bildet der Gebirgszug Emyn Uial („Abendrotberge“), hinter dem der Abendrotsee mit der von König Elessar wiedererrichteten Haupt- und Residenzstadt AnnĂșminas liegt. Die Westgrenze bilden die Nordmoore, die nördlichen Fernen Höhen, die Turmberge und die sĂŒdlich anschließenden Blauen Berge mit der alten Provinz Harlindon („SĂŒdlindon“). In den Blauen Bergen liegt die alte Zwergenstadt Belegost mit ihren Minen. Möglicherweise leben dort zur Zeit des Ringkrieges noch einige Zwerge.

Um das Auenland von der Westgrenze bis zum Brandywein im Osten zu durchqueren, benötigt man etwa 40 Wegstunden (ca. 200 km), fĂŒr die Nord-SĂŒd-Querung etwa 50 Wegstunden (ca. 250 km).

Das Wappen von Gondor mit dem Weißen Baum

Gondor (Sindarin fĂŒr „Steinernes Land“) ist ein Land, das ursprĂŒnglich im Norden durch den Fluss Angren („Eiserner“), den Fangornwald und den Fluss Limklar („rasch und klar“) begrenzt wird. Im Osten wird es teilweise durch den Anduin, aber auch durch die Ephel Duath („Schattenberge“) nach Mordor hin begrenzt. Die Grenze im SĂŒden folgt wahrscheinlich dem Verlauf des Flusses Harnen („SĂŒdwasser“), dort geht SĂŒd-Gondor (Harondor) in Haradwaith („SĂŒdgebiete“) ĂŒber. Im Westen und SĂŒdwesten liegt das Meer. Das Gebiet westlich des Lefnui („der FĂŒnfte“) an der WestkĂŒste hinauf bis zum Angran wurde von den Gondorianern jedoch nie zu Siedlungszwecken genutzt, einzig eine Wachstation an der KĂŒste war stĂ€ndig besetzt. Die Hauptstadt von Gondor ist zunĂ€chst Osgiliath, spĂ€ter Minas Tirith. Das Gebiet nördlich der Ered Nimrais („Weißes Gebirge“) wird jedoch einem Reitervolk aus dem Norden geschenkt, weil dieses Gondor im Krieg zu Hilfe kam. Dieses Gebiet nennt man von da an Rohan. Nur AnĂłrien („Sonnenland“) verbleibt im Hoheitsgebiet Gondors.

Im dritten Zeitalter Mittelerdes, zu der Zeit, in der die Geschichten Der Hobbit und Der Herr der Ringe spielen, ist Gondor in mehrere Verwaltungsbezirke, Ă€hnlich wie Grafschaften oder HerzogtĂŒmer, aufgeteilt:

  • AnĂłrien, in dem sich auch die Hauptstadt Minas Tirith („Turm der Wacht“) mit ihrem kleinen Hafen Harlond („SĂŒdhafen“) befindet, grenzt an Rohan und unterhĂ€lt zu diesem Königreich eine Art Kommunikationssystem durch Leuchtfeuer. Diese ermöglichen es, ein Hilfegesuch schnell ĂŒber weite Entfernungen zu ĂŒbermitteln. Die Leuchtfeuer kann man sich Ă€hnlich den BismarcktĂŒrmen vorstellen. Es gibt sieben dieser Leuchtfeuer zwischen Halifirien an der Grenze zu Rohan und Minas Tirith:
  1. Amon DĂźn („Stiller Berg“ oder „Berg der Funken“) ist die östlichste Stelle und liegt auf einem Berg zwischen dem DrĂșadan-Wald („Wildermannsholz“) und Minas Tirith.
  2. Eilenach („Regenspitze“) ist ein sehr hoher Spitzer Berg innerhalb des DrĂșadan-Waldes.
  3. Nardhol („Flammenkopf“ oder „Feuerkuppe“) liegt am westlichen Rand des DrĂșadan-Waldes.
  4. Erelas („Einsamer Ausguck“) befindet sich etwas weiter westlich davon.
  5. Min-Rimmon („Winterspitze“) ist ein anscheinend immer mit Schnee bedeckter Gipfel.
  6. Am Calenhad („Ort des Lichtes“ oder „GrĂŒner Ort“) befindet sich das vorletzte der Leuchtfeuer. Der Name erinnert an die frĂŒhere Gebietsbezeichnung Rohans, Calenardhon („GrĂŒnland“)
  7. Halifirien („Heiliger Berg“) oder Amon Anwar („Berg der Andacht“) trĂ€gt als letzte Station der Leuchtfeuer bereits einen rohirrischen Namen. Es ist jener geheime Ort, an dem das Grab Elendils liegt und an dem das BĂŒndnis zwischen Rohan und Gondor durch den herrschenden Truchsess Cirion und dem AnfĂŒhrer der Rohirrim, Eorl geschlossen wurde.
  • Lossarnach. („Steinbrechland“) ist ein kleines FĂŒrstentum nahe der Hauptstadt Minas Tirith. Der Name bezieht sich sowohl auf die vielen weißen Blumen (SteinbrechgewĂ€chse), die hier wuchsen, als auch auf die SteinbrĂŒche mit ihrem weißen Marmor.
  • Ithilien („das Land Ithildurs“ oder „Mondscheinland“), gilt ĂŒber lange Zeitalter hinweg als die Kornkammer Gondors. Durch seine NĂ€he zu Mordor („Schwarzes Land“), von dem es nur durch die Ephel Duath („Schattenberge“) getrennt ist, wird es aber sehr oft ĂŒberfallen und wird nach und nach von den Menschen verlassen, die in AnĂłrien oder in der Hauptstadt Zuflucht suchen. Es teilt sich in Nord- und SĂŒd-Ithilien und liegt zwischen dem Anduin und Mordor.
  • Lebenin („FĂŒnf-GewĂ€sser“ oder „FĂŒnf-Flussland“) heißt so, weil dieses Gebiet von fĂŒnf großen FlĂŒssen durchquert wird. Der Erui („Erster“), Celos („Quellfluss“), ein Zufluss des Sirith („der Strömende“), der Serni („Steiniger“) und der Gilrain („Glitzernder Meander“), der die Grenze zum Dor en-Ernil bildet. Die Ostgrenze bildet der Anduin, an dem auch die große Hafenstadt Pelargir („Hafen der Königsschiffe“) liegt.
  • Die Stadt Dol Amroth („HĂŒgel von Amroth“) liegt auf einem Berg, der wiederum Teil ist einer gebirgigen Halbinsel (auch als Vorgebirge bezeichnet) am sĂŒdwestlichen KĂŒstenstreifen von Belfalas. Sie ist Sitz der FĂŒrsten von Dol Amroth, die von einer das Meer ĂŒberblickenden hohen Feste herrschen. Die FĂŒrsten sollen eine elbische Vorfahrin haben.
  • Das Gebiet von Dor-en-Ernil („Heimat des Prinzen“) gehört vermutlich zum Hoheitsgebiet der FĂŒrstenstadt Dol Amroth. und liegt östlich von dieser.
  • Lamedon („Echoland“) liegt nördlich vom Dor-en-Ernil an den AuslĂ€ufern der Ered Nimrais („Weiße Berge“), an den Ursprungsgebieten der FlĂŒsse RinglĂł („Kaltflut“) und Ciril. („Spalter“).
  • Anfalas („Langstrand“) umfasst ein Gebiet zwischen dem Fluss Morthond („Schwarzgrund“) im Osten und dem Lefnui. („FĂŒnfter“) im Westen. SĂŒdlich grenzt es mit seinem seichten, sandigen KĂŒstenstreifen ans Meer und nördlich an die Ered Nimrais. Der Name des Flusses Lefnui weist darauf hin, dass zum Hoheitsgebiet Gondors fĂŒnf große FlĂŒsse gehören, der Harnan im SĂŒden, der Anduin, der Serni, der Morthond/RinglĂł und der Lefnui, die alle in die Bucht von Belfalas mĂŒnden.
  • Belfalas („MĂ€chtige KĂŒste“) ist ein sich zwischen Dol Amroth und der Insel Tolfalas. erstreckender KĂŒstenstreifen.
  • Harondor („SĂŒdgondor“) liegt sĂŒdlich der AnduinmĂŒndung zwischen den FlĂŒssen Poros („der Aschige“) und Harnen. („SĂŒdwasser“) und ist nur sehr dĂŒnn besiedelt.

Gondor wird nach dem Untergang von NĂșmenor zusammen mit dem weiter nördlich gelegenen Arnor von den ĂŒberlebenden NĂșmenĂłrern, den DĂșnedain, gegrĂŒndet. Die ersten beiden Könige Elendil und Isildur sind Herrscher sowohl von Arnor als auch von Gondor, danach trennen sich die Linien. Die Dynastie aus Arnor stirbt nie aus, obwohl das Reich bald untergeht. Gondors Macht wĂ€chst hingegen lange Zeit, seine Königsdynastie verschwindet jedoch, und Truchsesse regieren daraufhin in Gondor. Der letzte Truchsess vor der RĂŒckkehr des Königs (Aragorn, Nachfahre der Könige von Arnor) ist Faramir, Sohn von Denethor, wenn auch nur fĂŒr wenige Tage.

Gondor befindet sich eigentlich seit seiner GrĂŒndung in einem permanenten Kriegszustand. Gleichwohl gelingt es den DĂșnedain des SĂŒdens, ihre Grenzen fast eineinhalb Jahrtausende kontinuierlich zu erweitern – bis schließlich durch innere Konflikte (der sog. „Sippenstreit“) und Ă€ußere EinflĂŒsse (Pest 1636 D. Z.) der Niedergang beginnt. Gondor muss seine Grenzen Schritt fĂŒr Schritt zurĂŒcknehmen. Ein schwerer Schlag fĂŒr Gondor ist die Belagerung von Minas Ithil 2000 D. Z. durch die Heere Mordors und seine Eroberung 2002. Im Ringkrieg nimmt Sauron schließlich bald auch Osgiliath ein, bevor er auf Minas Tirith marschiert.

Rohan (Riddermark)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Das Wappen von Rohan

Rohan („Pferdeland“), von seinen Bewohnern Riddermark genannt, ist ein Königreich nördlich von Gondor. Das Gebiet war einst ein Teil Gondors und wurde ursprĂŒnglich Calenardhon („große grĂŒne Region“) genannt. Seine Grenzen verlaufen im Norden an den RĂ€ndern das Fangornwaldes und dem Verlauf des Flusses Limklar. Die Ostgrenze bildet der Anduin („Langer Fluss“) in seinem Verlauf von der MĂŒndung des Limklar bis zu den EntwassersĂŒmpfen. Im SĂŒden bildet das Weiße Gebirge (Ered Nimrais) die Grenze des Reichs, im Westen der Fluss Isen („Eiserner“) mit der so genannten „Pforte von Rohan“. Diese „Pforte“ befindet sich an der Stelle, an der das Nebelgebirge und das Weiße Gebirge am dichtesten beieinander liegen. Das kleine Gebiet westlich dieser Pforte, zwischen dem Isen und dem Weißen Gebirge, wird Westmark genannt und ebenfalls von Rohan beansprucht.

Rohan wird gelegentlich auch das Land der Pferde oder Reiterland genannt. Das Volk Rohans, die Rohirrim, nennt sich selbst Eorlingas, was sich von ihrem ersten AnfĂŒhrer Eorl ableitet. Es ist fĂŒr seine geschickten Reiter und seine Pferdezucht bekannt. Die Mearas, die sich allein vom König reiten lassen, sind die edelsten aller Pferde und gehen auf Eorls Pferd FelarĂłf zurĂŒck, das den Königen Rohans auch als Wappentier dient. Zur Zeit des Ringkrieges ist das bekannteste Pferd dieser Linie Gandalfs Pferd Schattenfell. Die Armee Rohans besteht ĂŒberwiegend aus Kavallerieeinheiten, den so genannten Éored, wĂ€hrend Infanterie nur zum Schutz von Siedlungen und Burgen eingesetzt wird.

Die Riddermark teilt sich in sechs Verwaltungseinheiten. Die vier sĂŒdlichen Gebiete sind, in der Reihenfolge von Westen nach Osten:

  • Die Westmark ist ein kleines Gebiet westlich der Pforte von Rohan.
  • Die Westfold liegt zwischen den FlĂŒssen Isen und Schneeborn und schließt die Königsstadt Edoras, das Klammbachtal und das Hargtal. ein. Wichtige Orte in der Westfold:
  1. Edoras („Die Höfe“): Brego, der Nachfolger Eorls des Jungen, verlegt den Königssitz und die Hauptstadt der Riddermark von Aldburg nach Edoras. Edoras liegt auf einem kleinen HĂŒgel im SĂŒden des Landes, der dem Weißen Gebirge vorgelagert ist. Auf seinem Gipfel steht die von Brego 2569 D. Z. fertiggestellte Goldene Halle Meduseld („Sitz des Mets“), die Residenz des Königs. Der HĂŒgel wird durch einen Holzpalisadenzaun geschĂŒtzt. Vor den Toren der Stadt liegen auf beiden Seiten der Straße die HĂŒgelgrĂ€ber der Könige der Riddermark.
  2. Helms Klamm ist eine Schlucht im SĂŒden, die unterhalb der Thrihyrne (einer Bergformation) in die Ered Nimrais fĂŒhrt. Am Grund des Tales fließt der Klammbach. Am oberen Talende befinden sich die EingĂ€nge zu den Höhlen von Aglarond („Glitzergrotte“). Quer durch die Schlucht verlĂ€uft der Klammwall, an dessen einem Ende eine Festung errichtet ist, die Hornburg. Bei einer Belagerung der Befestigungsanlage haben die Verteidiger kaum eine Möglichkeit zu entkommen, da es außer einem Gebirgspfad keinen weiteren Zugang zur Schlucht gibt. Helms Klamm ist der gebrĂ€uchliche Name fĂŒr die ganze Verteidigungsanlage einschließlich der Hornburg. Die Schlucht ist benannt nach Helm Hammerhand (2691–2759 D. Z.), dem neunten König von Rohan, der dort starb, nachdem er sie ĂŒber den Winter 2758–2759 D. Z. verteidigt hat. Sie ist das Verteidigungszentrum der Westfold. Neben Dunharg ist es die bedeutendste Fluchtburg des Königreichs Rohan. Die Festungsanlage selbst wurde von gondorianischen Handwerkern errichtet.
  3. Das Hargtal im Weißen Gebirge ist aufgrund der dort liegenden Feste Dunharg eines der bekanntesten TĂ€ler Rohans. Das Hargtal wird von den Berggipfeln des an seinem Ausgang liegenden Irensaga, des im Osten etwas zurĂŒcktretenden Spukberges Dwimor und des am Talende thronenden Starkhorns ĂŒberschattet. Von dem mit ewigem Eis bedeckten Starkhorn fließt der Schneeborn ins Tal, bis er in die Entwasser mĂŒndet. Zum Talausgang hin liegt Unterharg, direkt am Talausgang Hochdorn. Auf dem Plateau der alten Festung, direkt am Fuße des Spukberges, liegt der geheimnisvolle Dimholt-Wald. Von diesem aus fĂŒhrt ein Tunnel durch das Weiße Gebirge bis nach Gondor auf der anderen Seite des Berges Dwimor. Dunharg ist eine befestigte Zuflucht ĂŒber dem Hargtal. Sie wird zunĂ€chst von Gondor, spĂ€ter von Rohan genutzt und ist neben der Hornburg in Helms Klamm die bedeutendste Fluchtburg fĂŒr die Menschen Rohans. Dunharg ist gut zu verteidigen, weil es nur ĂŒber eine schmale Straße erreichbar ist, die in Serpentinen einen steilen Felshang hinauffĂŒhrt. An jeder Kehre stehen uralte Statuen („PuckelmĂ€nner“), die von den sogenannten PĂșkel-Menschen errichtet wurden und deren Abbilder darstellen.
  • Die Ostfold mit der ehemaligen Königsstadt Aldburg. reicht vom Schneeborn bis zum Firienwald.
  • Die Fennmark erstreckt sich vom Firienwald bis zum Meringbach an der Grenze zum Nachbarland AnĂłrien.

Die beiden nördlichen Gebiete:

  • West-Emnet liegt westlich der Entwasser, nördlich des Schneeborn und erstreckt sich bis hinauf zum Fangorn-Wald.
  • Ost-Emnet ist das Gebiet zwischen Entwasser bis hinauf zum Limklar im Norden und dem Anduin. Dazu gehören der Ostwall von Rohan, ein AuslĂ€ufer der Emyn Muil, sowie das HĂŒgelland Wold und nicht besiedeltes Ödland.

Nach eigenen Überlieferungen stammt das Reitervolk der Eorlingas ursprĂŒnglich aus dem Königreich Rhovanion im Osten des DĂŒsterwalds, das von den Wagenfahrer (Ostlingen) erobert wird. TatsĂ€chlich sind die Eorlingas ihrer Herkunft nach mit den Beorningern und den Menschen an den WestrĂ€ndern des DĂŒsterwaldes verwandt. Ihr Ă€ltestes geschichtlich fassbares Siedlungsgebiet liegt im nördlichen Anduintal zwischen dem Carrock im Norden und den Schwertelfeldern im SĂŒden. Schon zu dieser Zeit lieben sie die Ebene, Pferde und ReiterkĂŒnste. Nach dem Krieg von Angmar, zur Zeit des FĂŒrsten LĂ©od, sind die SiedlungsgrĂŒnde der Eorlingas jedoch beinahe erschöpft.

Eorl der Junge, der Sohn LĂ©ods, folgt 2510 D. Z. einem Hilferuf der befreundeten Menschen von Gondor, die an ihrer Nordgrenze von wilden Menschen und Orks bedrĂ€ngt werden. Der Angriff kann mit Hilfe von Eorls Reiterheer abgewehrt werden. Der Truchsess von Gondor bietet Eorl zum Dank fĂŒr den geleisteten Beistand die bis dahin zu Gondor gehörende Provinz Calenardhon an, das spĂ€tere Rohan. Allein das im Westen der Provinz gelegene Isengart mit dem alten Turm Orthanc bleibt unter der Verwaltung des Truchsessen von Gondor. Eorls Volk ĂŒbersiedelt aus seinem zu eng gewordenen Wohngebiet im Anduintal und gibt der Provinz einen neuen Namen, „Riddermark“. In Gondor wird das Land kĂŒnftig „Rohan“, seine Bewohner „Rohirrim“ („Pferdeherren“) genannt.

Eorl wird erster König der Mark und nimmt seinen Sitz auf einem grĂŒnen HĂŒgel am Fuße des Weißen Gebirges. Hier, an der Großen Weststraße in der Ostfold, grĂŒndet er die erste Königsstadt der Eorlingas, Aldburg.

2758 D. Z. wird Rohan von Eindringlingen aus dem Osten und zugleich von DunlĂ€ndern aus dem Westen angegriffen. Gondor fĂŒhrt zu dieser Zeit an allen KĂŒsten Krieg mit Korsaren und kann daher zunĂ€chst keine Hilfe entsenden. Die Riddermark wird ĂŒberrannt, die inzwischen gegrĂŒndete neue Königsstadt Edoras von den DunlĂ€ndern eingenommen. Die Bevölkerung verschanzt sich in der Festung Hornburg in Helms Klamm und muss dort einen harten Winter ĂŒberstehen. Schließlich wird das Reich aber mit Gondors Hilfe zurĂŒckerobert.

Zur Zeit des Ringkrieges ist ThĂ©oden, Sohn von Thengel, König von Rohan. Zu Beginn des Ringkrieges wird Rohan durch eine starke Armee aus Isengart angegriffen. Die Bevölkerung und der König ziehen sich in Helms Klamm zurĂŒck, die Hornburg steht bei einem nĂ€chtlichen Angriff kurz vor dem Fall. Die entscheidende Wendung in dieser Schlacht bringt ein seltsamer Wald, der ĂŒber Nacht im RĂŒcken der Angreifer das Klammtal ausfĂŒllt und versperrt. Zwischen Erkenbrands Truppen, die unter der FĂŒhrung Gandalfs am Morgen von Westen zu Hilfe eilen, den ausfallenden Truppen Theodens und dem entischen Wald wird Sarumans Armee zerrieben.[11] Saruman und seine zu einer Waffenschmiede umgebaute Festung Orthanc werden spĂ€ter ebenfalls mit Hilfe der Ents unschĂ€dlich gemacht.

Als das Reiterheer Rohans anschließend der bedrĂ€ngten Stadt Minas Tirith zu Hilfe eilt, fĂ€llt König ThĂ©oden in der Schlacht auf dem Pelennor. Sein Neffe Éomer folgt ihm auf den Thron.

Vorbilder in der realen Welt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei vielen Aspekten der Kultur von Rohan orientiert sich Tolkien offenbar an den germanischen StĂ€mmen der Angelsachsen und Goten sowie an den Skandinaviern. Wie die Ostgoten sind die Rohirrim eine Reiterkultur, die nach SĂŒden wandert und so in den Bannkreis einer höher entwickelten Gesellschaft gerĂ€t. Im Falle der Ostgoten war es das byzantinische Imperium, bei den Rohirrim das Reich von Gondor.

Insbesondere die Hervarar-Saga mit ihren Reiterkriegern, mystischen WĂ€ldern und Schildmaiden scheint Tolkien bei der Schaffung von Rohan beeinflusst zu haben.

Die Konflikte zwischen den Rohirrim und den spÀter von Saruman beeinflussten DunlÀndern, bei denen es sich nach Tolkien um die Urbevölkerung des Landes Rohan handelt, scheint den Kriegen zwischen den Kelten und den nach Britannien einwandernden Angelsachsen nachgebildet.

Der Name Rohan stammt von dem gleichnamigen bretonisch-französischen FĂŒrstenhaus.

Andere Namen wurden unter Verwendung von altenglischen Wörtern gebildet:

  • Theoden: von ĂŸÄ“oden („AnfĂŒhrer des Volkes, König“)
  • ÉothĂ©od: von eoh („Kriegsross“) und ĂŸeod („Volk“)
  • GrĂ­ma: wahrscheinlich von grĂ­ma („Maske“, „Helm“, „Geist“) oder grim (hĂ€sslich)
  • Eorl: von eorl („Adliger“)
  • ThĂ©odred: von ĂŸeod („Volk“) und rĂŠd („Rat“)[12]
  • Ceorl: von churl („freier Mann“), vergleiche im Deutschen „Kerl“

Zumindest ein Eigenname der Rohirrim ist aus dem skandinavischen Kulturkreis abgeleitet:

  • Gamling: („alter Mann“) von gamla (alt)

Isengart (im englischen Original: Isengard, ebenso in der Übersetzung von Wolfgang Krege) ist in der Sprache Rohans der Name der nĂșmenorischen Festung Angrenost („Eisenfeste“). Sie liegt in einem Tal nördlich der Pforte von Rohan und ist zum Zeitpunkt des Ringkriegs der Sitz des Zauberers Saruman. Inmitten eines kreisförmigen Walls mit einem von zwei runden TĂŒrmen bewachten Tor steht der Orthanc („Gabelhöhe“), ein Turm aus nahezu unzerstörbarem pechschwarzem Stein. Die vom Wall umgebene FlĂ€che ist vor Sarumans Verrat von BĂ€umen bewachsen, die jedoch den Äxten seiner Diener zum Opfer fallen, als Saruman das Land fĂŒr eine Waffenschmiede und eine selbst gezĂŒchtete Armee nutzt. Von Isengart aus ĂŒberfallen Orks und Uruk-hai im Ringkrieg die Ebenen Rohans und fĂŒhren den Angriff auf die Festung Helms Klamm durch. Dann jedoch greifen die Ents Isengart an. Sie leiten den Fluss Isen um und ĂŒberfluten damit die Waffenschmieden und Behausungen der Orks und Uruk-hais. Nach dem Abfließen des Wassers wird die gereinigte Erde von den Ents wieder bepflanzt (Wachtwald).

Isengart gehört nicht zum Königreich Rohan, sondern wird von Gondor aus verwaltet. Auch Saruman ist dort zunĂ€chst nur Gast Gondors, bevor er Isengart fĂŒr seine Zwecke verĂ€ndert.

Sprachwissenschaftlich entstammt der Name Isengard urgermanischem Wortgut und ist ein Kompositum aus Isen (von u. a. altislĂ€ndisch Ă­sa[r]n „Eisen“) und gard (von altislĂ€ndisch garðr „Wall, umzĂ€unter Bereich“, zu letzterer Bedeutung vgl. dt. Garten). Isengard heißt also so viel wie „Eisenwall“, was auch der Bedeutung im Westron von Mittelerde entspricht (siehe hierzu auch die Bedeutung des Namens Isen im Westron). Tolkien hatte als Professor fĂŒr Linguistik ein großes Interesse daran, die von ihm niedergeschriebene Mythologie auch sprachlich in einen weltlich-europĂ€ischen Kontext einzubinden.

Minas Tirith („Turm der Wacht“) ist eine befestigte Stadt in Gondor, die am Ende des Zweiten Zeitalters von AnĂĄrion gegrĂŒndet wird. Sie liegt angelehnt an den Gebirgsstock des Mindolluin, des östlichsten Berges des Weißen Gebirges. Ab 1640 D. Z. ist sie die Hauptstadt Gondors. Hier residieren seither Gondors Könige und nach der Unterbrechung der königlichen Linie die stellvertretenden Truchsessen. Die ursprĂŒnglich Minas Anor („Turm der Sonne“) genannte Stadt wird nach dem Fall von Minas Ithil im Jahr 2002 D. Z. in Minas Tirith umbenannt. Die Stadt besteht aus 7 Ringen, die jeweils von einer Mauer umgeben rund um den Wachturm-Felsen erbaut sind. Das Große Tor der Festung liegt im Osten. Auf Höhe des 4. Rings liegen die GrĂ€ber der Könige, in der Rath DĂ­nen („Stille Straße“). Im Zentrum erheben sich drei weitere Ringe bis zur Zitadelle, die 700 Fuß ĂŒber dem Großen Tor liegt. Die Stadt erhĂ€lt den Beinamen „Weiße Stadt“, weil sie aus weißem Gestein erbaut ist. Von den Rohirrim wird sie „Mundburg“ genannt. Dank ihrer starken Befestigungen wird die Stadt nie von einem Gegner eingenommen. Vor den Toren der Stadt liegt der Pelennor, eine Ebene fruchtbaren Ackerlands, die sich bis zum Strom Anduin erstreckt. Sie ist von einer Mauer mit bewachten Toren umschlossen, dem Rammas Echor („Umschließender Wall“). Auf dem Pelennor findet im Ringkrieg die entscheidende Schlacht der Heere von Mordor gegen Gondor und seine VerbĂŒndeten statt. Dabei erleidet Saurons Streitmacht eine schwere und unerwartete Niederlage, als wĂ€hrend der Belagerung der Stadt die Reiter Rohans sowie die Truppen der sĂŒdlichen Lehensherrschaften Gondors unter der FĂŒhrung von Aragorn Minas Tirith zu Hilfe kommen. ThĂ©oden, Rohans König, fĂ€llt in dieser Schlacht. Auch der als unbesiegbar geltende HeerfĂŒhrer Mordors und AnfĂŒhrer der Ringgeister, der Hexenkönig von Angmar, wird vernichtet.

Osgiliath („Zitadelle der Sterne“), gegrĂŒndet um 3320 Z. Z., ist die erste Hauptstadt Gondors. Auf halbem Wege zwischen Minas Anor und Minas Ithil auf beiden Ufern des Anduin gelegen, ist sie zunĂ€chst gemeinsamer Regierungssitz von Isildur und AnĂĄrion. Dank ihres Binnenhafens entwickelt sie sich auch zum Handelszentrum von Gondor.

Osgiliath bietet zum Zeitpunkt seiner grĂ¶ĂŸten Machtentfaltung einen ĂŒberwĂ€ltigenden Anblick. Die DĂșnedain sind zwar allgemein nicht fĂŒr Bescheidenheit bekannt, doch Osgiliath ĂŒberragt alle anderen StĂ€dte und Bauten bei weitem. Der Anduin hat hier eine Breite von etwa einer halben Meile, die von der berĂŒhmten SteinbogenbrĂŒcke ĂŒberspannt wird. Die BrĂŒcke kann zumindest von kleineren Booten mit eingelegten Masten durchfahren werden. Auf der BrĂŒcke stehen HĂ€user und TĂŒrme, darunter auch der mĂ€chtige „Turm der Sternenkuppel“. Dieser Turm wird von einer Sternenkuppel gekrönt, in der der Große Palantir aufbewahrt wird. Die Kuppel, die der ganzen Stadt ihren Namen gibt, entspricht einer schwarzen oder dunkelblauen Halbkugel mit großen, aufgetragenen Sternen aus Gold und Silber. Vermutlich befindet sich auch die Halle der Könige im selben GebĂ€ude.

Der siebte König von Gondor, Ostoher, lÀsst die nahe gelegene Stadt Minas Anor (spÀter in Minas Tirith umbenannt) erneuern, der dann die folgenden Könige den Vorzug als Sommerresidenz vor Osgiliath geben. Bis 1640 D. Z. bleibt Osgiliath aber weiterhin Gondors Hauptstadt und Königssitz.

Streitigkeiten um die Thronnachfolge in Gondor bringen in einem BĂŒrgerkrieg 1437 D. Z. viel Verheerung ĂŒber Osgiliath. Der sehr beliebte Eldacar (Geburtsname: Vinitharya), Sohn des Nordmenschen-Botschafters Valacar (und Enkel des Gondor-Königs Minalcar – RĂłmendacil) und der Nordmenschen-Königstochter Vidumavi streitet mit Castamir, dem nĂ€chsten Blutsverwandten des Königshauses von Gondor, um die Krone. Am Ende wird Eldacar von den VerbĂŒndeten des hochfahrenden und grausamen Castamir in Osgiliath belagert. Hunger und die Übermacht des Feindes lassen ihn schließlich einen erfolgreichen Ausbruch wagen. Aber den Bewohnern der an allen Ecken und Enden brennenden Stadt bleibt viel Not und Elend. Der berĂŒhmte „Turm der Sternenkuppel“ ist zerstört; der PalantĂ­r verschwindet in den Fluten des Anduin. Die große BrĂŒcke ĂŒber den Anduin ist teilweise zerstört. Ihre Wiederherstellung ist fĂŒr die zukĂŒnftige Stellung der Stadt im Reich von großer Bedeutung.

1636 D. Z. wird die Stadt von der Pest (dem Schwarzen Tod) heimgesucht, der viele Einwohner zum Opfer fallen. Die meisten derjenigen, die durch Flucht ĂŒberleben, kehren nicht wieder zurĂŒck, und im Jahr 1640 D. Z. wird der königliche Hof nach Minas Anor verlegt.

2475 D. Z., in den letzten Jahren des Truchsessen Denethor I., fallen erstmals Orks von Mordor aus in die Provinz Ithilien ein und ĂŒberrennen das Land sowie das noch immer von einigen Menschen bewohnte Osgiliath. Der Sohn Denethors I., Boromir (nach dem Boromir, Sohn des Truchsessen Denethor II. zur Zeit des Ringkrieges, benannt ist), besiegt zwar die Uruk-Horde, doch Osgiliath liegt nun endgĂŒltig in TrĂŒmmern, die BrĂŒcke ĂŒber den Anduin ist zerstört.

Die letzten Reste Osgiliaths, in denen sich die Truppen Gondors wÀhrend des Ringkrieges verschanzt halten, werden von den die Stadt belagernden OrkverbÀnden im Juni 3018 (OsthÀlfte) und im MÀrz 3019 (WesthÀlfte) eingenommen und weitgehend zerstört.

Minas Ithil („Turm des Mondes“) ist ursprĂŒnglich eine zum Königreich Gondor gehörende Stadt und Festung in einem Tal des Schattengebirges am Ostrand der Provinz Ithilien. GegrĂŒndet wurde die Stadt nach dem Untergang NĂșmenors 3320 Z.Z. von Isildur, der sie als Wohnsitz wĂ€hlte. Im Mondturm, errichtet auf dem höchsten Platz der Stadt, wird einer der PalantĂ­ri aufbewahrt. Eine BrĂŒcke stellt den einzigen Zugang zur Stadt dar. Sie wurde nach der ersten Niederlage Saurons direkt an der Grenze seines Reiches Mordor gebaut, um den oberhalb der Stadt liegenden Pass nach Mordor zu sichern.

Eine gut ausgebaute, gepflasterte Straße fĂŒhrt von Osgiliath nach Minas Ithil. Diese Straße kreuzt an der sogenannten Wegscheide die große Handels- und Heerstraße, die Ithilien in Nord-SĂŒd-Richtung durchlĂ€uft. Auf der Kreuzung ist ein Königsdenkmal errichtet.

Die nach Minas Ithil fĂŒhrende Straße fĂŒhrt weiter an der Stadt vorbei ĂŒber den Namenlosen Pass des Schattengebirges nach Mordor. In der NĂ€he der Stadt liegt auch der steile Gebirgspass Cirith Ungol („Spinnenspalte“), der von der Kreatur Kankra bewohnt wird und den Frodo auf seinem Weg nach Mordor einschlĂ€gt. Dieser Pass ist durch eine eigene Festung gesichert. Diese Festung wird auch „Der Turm von Cirith Ungol“ genannt.

2002 D. Z. wird Minas Ithil von den NazgĂ»l erobert und erhĂ€lt daraufhin den Namen Minas Morgul („Turm der (schwarzen) Magie“ oder „Turm des Magiers“). Gleichzeitig wird die Schwesterstadt Minas Anor in Minas Tirith umbenannt.

Um die Mauern der Festung leuchtet jetzt ein fahles, geisterhaftes Licht. Die Spitze des Mondturms dreht sich langsam hin und her wie ein riesiger, gespenstischer Kopf. Am Anfang der BrĂŒcke zur Stadt werden entfernt menschenĂ€hnliche, aber entstellte steinerne Köpfe aufgestellt. Die Königsstatue auf der Wegscheide wird von Orks geschĂ€ndet. Sterbliche Wesen fĂŒrchten diese Stadt, die ganz und gar in den Schatten fĂ€llt. Das Tal wird Geistertal genannt, der im Tal verlaufende Fluss erhĂ€lt den Namen Morgulduin („Fluss der Schwarzen Magie“), und die Straße zum Pass nach Mordor ist als Geisterstraße bekannt.

Schrecken und Krieg gehen jetzt von Minas Morgul aus, bis Ithilien völlig entvölkert ist. Nur noch die WaldlĂ€ufer des SĂŒdens machen fĂŒr einige Zeit dieses Land noch fĂŒr Feinde unsicher, doch werden sie im Laufe der Zeit immer weiter zurĂŒckgedrĂ€ngt und trauen sich schließlich nicht mehr nahe an die Geisterstadt heran.

Im Ringkrieg bricht ein Teil des riesigen Heeres, das den Angriff auf Osgiliath und die Belagerung von Minas Tirith durchfĂŒhrt, unter FĂŒhrung des Hexenkönigs von Angmar, dessen Sitz Minas Morgul ist, von dort aus auf.

Nach dem Sieg ĂŒber Sauron wird die Schreckensstadt von den siegreichen Menschen nicht wieder besiedelt, sondern zerstört.

Die Argonath („Steine der Könige“), auch Tore von Argonath oder SĂ€ulen der Könige genannt, sind zwei Monumente in Form von gewaltigen SteinsĂ€ulen mit den eingemeißelten Bildnissen von Isildur und AnĂĄrion. Sie stehen auf beiden Seiten des Flusses Anduin, am nördlichen Zufluss zum Nen Hithoel. Sie werden 1340 D. Z. im Auftrag von RĂłmendacil II. gebaut und kennzeichnen die damalige nördliche Grenze Gondors. Beide Figuren tragen einen Helm und eine Krone. Sie halten die linke Hand in einer Geste der Warnung erhoben, wĂ€hrend sie in der rechten Hand eine Axt tragen.

Die Gemeinschaft des Ringes passiert auf ihrer Reise auf dem Anduin von LĂłrien in Richtung SĂŒden die Argonath am 25. Februar 3019 D. Z.

Harad („SĂŒden“, oder „SĂŒdland“) bezeichnet die LĂ€nder sĂŒdlich von Gondor und Mordor, jenseits des Flusses Harnen, die im Zweiten Zeitalter von NĂșmenor unterworfen werden. Es wird grob unterteilt in Nah-Harad und Weit-Harad. Harad bildet kein einheitliches Herrschaftsgebiet, sondern ist aus vielen kleinen Reichen zusammengesetzt, die untereinander Krieg fĂŒhren und von denen sich einige mit Sauron verbĂŒnden. Eines dieser Reiche, wahrscheinlich das gefĂ€hrlichste, ist Umbar, ehemals eine Stadt von Gondor, das eine riesige Schiffsflotte besitzt. Die LĂ€nder von Harad stellen daher gegen Ende des Dritten Zeitalters, zur Zeit des Ringkrieges, eine stĂ€ndige Bedrohung fĂŒr die sĂŒdlichen Grenzen von Gondor dar.

Mordor („Schwarzes Land“) heißt das Land östlich von Ithilien und sĂŒdlich des RhĂ»nwaith. Es wird begrenzt von den Ered Lithui („Aschengebirge“) im Norden und den Ephel DĂșath („Schattengebirge“) im Westen und SĂŒden.

Nach dem Krieg des Zorns und der Verbannung Morgoths wird Mordor zur neuen BrutstĂ€tte des Bösen in Mittelerde. Hier errichtet Sauron von der Mitte des Zweiten Zeitalters an sein Reich und seine Hauptfestung Barad-dĂ»r („Dunkler Turm“), einen großen Turm im Nordwesten Mordors. Nach dem Untergang NĂșmenors zieht sich Sauron wiederum nach Mordor zurĂŒck.

Der Hauptzugang nach Mordor fĂŒhrt durch die am sĂŒdlichen Ende der Walstatt gelegene Cirith Gorgor („Geisterspalte“) bei UdĂ»n („Hölle“) im Nordwesten von Mordor. Er ist durch das Morannon („Schwarzes Tor“) und zwei große WachtĂŒrme („Die ZĂ€hne von Mordor“) befestigt. Zwei wichtige Straßen fĂŒhren zu diesem Tor: die Mordorstraße aus Richtung RhĂ»n (Nordosten) und die gut ausgebaute Handels- und Heerstraße aus Ithilien und Harad (SĂŒden).

Nach Mordor hinein gibt es auch mehrere PĂ€sse, die nach dem Sieg ĂŒber Sauron durch das „Letzte BĂŒndnis“ aus Elben und Menschen von Festungen und TĂŒrmen Gondors ĂŒberwacht werden. Der bekannteste, der Namenlose Pass, fĂŒhrt von Ithilien aus oberhalb von Minas Ithil (spĂ€ter Minas Morgul) ĂŒber das Schattengebirge.

Kurz vor Minas Morgul zweigt von der Pass-Straße ein Pfad ab, der ĂŒber den steilen Spinnenpass Cirith Ungol fĂŒhrt. Dieser Weg ist am oberen Ende von einer Festung bewacht, die zur Zeit des Ringkrieges von Orks bemannt ist. In den Höhlen unterhalb des Passes lebt die riesige Spinne Kankra.

Der nördlichste und am wenigsten bekannte Pass fĂŒhrt bei der Festung Durthang („Dunkelbezwinger“) von Nordithilien kommend ĂŒber die Nordwestecke des Schattengebirges und der Aschenberge nach Mordor. Außerdem bauen die NĂșmenorer die Wachanlagen Narchost („Feuerzahn“) und Carchost („Reißzahnfeste“) vor der Geisterspalte. Weit im SĂŒden auf dem Nargil-Pass, der Khand und Nurn verbindet, steht ab dem 11. Jahrhundert wohl ebenfalls eine Festung Gondors.

In den Feuern des Schicksalsberges (Orodruin), der sich aus der Ebene von Gorgoroth erhebt, schmiedet Sauron wÀhrend des Zweiten Zeitalters den alle anderen Ringe beherrschenden Einen Ring. Dieser wird am Ende des Dritten Zeitalters in eben jenem Berg zerstört, nachdem der Ring vom Auenland dorthin gebracht wurde.

Im Osten und SĂŒden von Mordor liegen große LĂ€nder, in denen Sauron seine gewaltigen Menschenarmeen fĂŒr den Ringkrieg rekrutiert (Nurn, RhĂ»n und Harad). In der Ebene von Gorgoroth sammelte er im Ringkrieg seine Streitmacht.

Barad-dĂ»r („Dunkler Turm“), in der Sprache der Orks auch LugbĂșrz, ist die Festung Saurons in Mordor. Sie befindet sich am Ende eines langen Sporns des Aschengebirges am Nordrand des Landes. Barad-dĂ»r ĂŒberblickt die gesamte Hochebene von Gorgoroth. Eine Straße fĂŒhrt vom Dunklen Turm nach Nordwesten zum Schwarzen Tor, ungefĂ€hr 100 Meilen entfernt. Der Schicksalsberg liegt etwa 30 Meilen westlich. Die Straße dorthin lĂ€uft vom westlichen Eingang des Turms ĂŒber einen Abgrund, der von einer EisenbrĂŒcke ĂŒberspannt wird, und dann weiter ĂŒber die Gorgoroth-Ebene zur Ostseite des Schicksalsberges.

Der Dunkle Turm ist eine unĂŒberwindliche Festung. Er besteht aus Adamant, seine Tore aus Stahl. Mit seinen vielen WĂ€nden, TĂŒrmen, Zinnen und AufsĂ€tzen bildet er ein riesiges schwarzes Denkmal des Bösen. Den höchsten Aufsatz bildet eine mĂ€chtige Eisenkrone, von wo aus Saurons Auge Wolken, Stein, Stahl und Fleisch mit seinem Blick durchbohrt. Im Fensterlosen Turm befinden sich viele Waffenkammern.

Sauron beginnt mit dem Bau des Dunklen Turms um das Jahr 1000 Z. Z., als er Mordor zu seinem HauptstĂŒtzpunkt erkoren hat.

Nach dem Sieg des „Letzten BĂŒndnisses“ ĂŒber Sauron wird Barad-dĂ»r geschleift. Seine Grundmauern bleiben jedoch erhalten, weil die Macht Saurons, eingeflossen in den von ihm geschmiedeten Einen Ring, weiter besteht.

Sauron kommt 1050 D. Z. wieder nach Mittelerde und erbaut eine neue Festung am SĂŒdrand des DĂŒsterwaldes, Dol Guldur. 2941 D. Z. kehrt Sauron heimlich nach Mordor zurĂŒck und zeigt sich dort wieder offen ab 2951 D. Z. Zu dieser Zeit beginnt er auch mit dem Wiederaufbau des Dunklen Turms. Er verwahrt dort auch einen Palantir, bei dem es sich vermutlich um den von den NazgĂ»l in Minas Ithil erbeuteten Stein handelt.

Gollum wird 3017 D. Z. an der Grenze Mordors gefangen genommen, in den Dunklen Turm geschafft und gefoltert, spÀter jedoch wieder freigelassen.

Mit der Vernichtung des Einen Rings im Feuer des Orodruin am Ende des Dritten Zeitalters geht Saurons Macht endgĂŒltig verloren, und der Dunkle Turm stĂŒrzt in sich zusammen.

Festung Durthang

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durthang („Dunkle UnterdrĂŒckung“) wird von Baumeistern aus Gondor nach dem Sieg ĂŒber Sauron zu Beginn des Dritten Zeitalters errichtet. Die zunĂ€chst als Schloss gebaute Festung sichert unter anderem einen nahe gelegenen Pass, um die RĂŒckkehr von ĂŒberlebenden Dienern Saurons nach Mordor zu verhindern. In der Festung können große TruppenverbĂ€nde untergebracht werden.

Durthang liegt in den Bergen des Schattengebirges (Ephel Duath) an einer Stelle, wo ein schmaler Grat von der Hauptkette aus nach Osten vorstĂ¶ĂŸt. Dieser Grat trifft nach etwa 50 Meilen auf die Aschenberge (Ered Lithui). Auf halbem Weg wird er durch die IsenmĂŒnde (auch: Isenmaul) durchbrochen, das innere Tor Mordors. Die Festung steht auf einem der niedrigeren Gipfel, wahrscheinlich genau am Ursprung dieses Grats.

Bemerkenswert ist, dass Gondor hier nicht nur eine militĂ€rische Festung, sondern ein Schloss errichtet. Wahrscheinlich lĂ€sst es sich in dem scheinbar friedlichen Gebiet der Gorgoroth-Ebene ganz gut leben. Möglicherweise wandelt sich die Ebene in all den ruhigen Jahrhunderten zu einer Steppenlandschaft. Im 11. Jahrhundert des Dritten Zeitalters, zur BlĂŒtezeit Gondors, werden die Festungen um Mordor nochmals verstĂ€rkt und neue errichtet, besonders auch in Nurn. Aber schon ein Jahrhundert spĂ€ter nimmt die Wachsamkeit im inzwischen unglaublich reichen, aber trĂ€gen Gondor wieder ab, und die Festungen beginnen zu verfallen. Niemand glaubt noch, dass jemals wieder ein böser Schatten auf Mittelerde fallen könne. SpĂ€testens nach der Großen Pest 1636 werden die letzten wichtigen Überwachungspunkte in Mordor und Nurn aufgegeben. Noch immer herrscht eintrĂ€glicher Friede.

Nach der erneuten Inbesitznahme des Landes durch Sauron wird Durthang erneuert und wohl auch als Operationszentrale fĂŒr Angriffe auf Ithilien genutzt: Hinter der Festung gibt es noch alte geheime Wege aus der Glanzzeit Gondors, die zu Ende des Dritten Zeitalters nur noch wenigen bekannt sind. Sie sind von Ithilien aus nicht einsehbar, so dass nicht einmal Gollum sie finden kann, der daher Cirith Ungol fĂŒr den einzigen Pass nach Mordor hinein hĂ€lt (oder es zumindest behauptet).

Gorgoroth („Tal der Schrecken“) ist eine Hochebene im Nordwesten Mordors. Sie erstreckt sich von den Ered Lithui und dem UdĂ»n-Tal im Norden bis zu der heraustretenden Bergkette aus den Ephel DĂșath im SĂŒden und von den Ephel DĂșath und Minas Morgul im Westen bis zur heraustretenden Bergkette aus den Ered Lithui im Osten. Saurons Festung Barad-dĂ»r befindet sich auf der Gorgoroth, ebenso wie der Orodruin, der Schicksalsberg.

Nurn ist der grĂ¶ĂŸte Landesteil Mordors. Er liegt an den Ufern des Nurnenmeeres und macht in etwa die sĂŒdliche HĂ€lfte Mordors aus. Nurn ist die „Kornkammer Mordors“. Die dort lebenden Menschen werden wirtschaftlich von Sauron ausgebeutet und versklavt.

Nach dem Ringkrieg, im Vierten Zeitalter, werden Lithlad und Nurn zu einem Königreich unter der Herrschaft der Menschen von Nurn zusammengefasst.

Rhovanion-Regionskarte

Das Wilderland liegt auf der östlichen Seite der Hithaeglir, der Nebelberge. Rhovanion ist nur spÀrlich besiedelt. Zeitweise gehören einige Regionen des Wilderlands zu Gondor.

Im Norden Rhovanions, bei den Quellen des Anduin, lebt zunĂ€chst das Volk, das grĂ¶ĂŸtenteils unter Eorl dem Jungen nach Rohan zieht und dort als Rohirrim bekannt wird.

Das Zentrum Rhovanions bildet der DĂŒsterwald, der im SĂŒden von Orks, im Norden von Waldelben besiedelt ist. Im Nordosten Rhovanions liegt Esgaroth am langen See. Esgaroth treibt Handel mit den Nordmenschen, die noch sĂŒdlich des Eiligen Flusses leben. Etwas weiter nördlich liegt Thal, das von Nordmenschen, aber auch von Zwergen bewohnt ist. Thal wird von dem Drachen Smaug zerstört, doch nach dessen Tod unter Dain Eisenfuß wieder aufgebaut. Am Ostrand Rhovanions liegt Dorwinion. Dort leben die Dorwinrim, Verwandte der Rohirrim.

Rhovanion ist fĂŒr den „Hobbit“ letztlich durch Spiegelung Beleriands entstanden. Bei Vertauschung der Himmelsrichtungen Ost und West und Beibehaltung von Nord und SĂŒd entspricht somit das Nebelgebirge den Blauen Bergen, der Anduin dem Gelion, der Nachtwald/DĂŒsterwald dem Wald von Doriath mit seinen Waldelben, die schon lange im Streit mit den Zwergen leben, und schließlich die unterirdische Zwergensiedlung am Einsamen Berg Nargothrond. Erst beim Schreiben des „Herrn der Ringe“ wurden beide Geographien vereinigt.

Esgaroth und Thal

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Esgaroth („Schilfsee“) ist eine Stadt der Menschen im sĂŒdwestlichen Teil des Langen Sees in Rhovanion, die auf PfĂ€hlen aus Holz in den Langen See gebaut ist. Durch ihre gĂŒnstige Lage und den Langen Fluss als Transportweg blĂŒht der Handel mit dem Königreich der Waldelben aus dem DĂŒsterwald. Nach der Zerstörung der Stadt durch Smaug im Jahr 2941 D.Z. wird sie mit einem Teil des Goldes aus dem Drachenhort wieder aufgebaut.

Nach dem Tod Smaugs gibt es auch wieder einen König in Esgaroth, das bis dahin von BĂŒrgermeistern und dem Rat regiert wurde. Der erste König ist Bard, der Krieger, der den Drachen Smaug mit seinem Pfeil getötet hat, und die KönigswĂŒrde wird danach noch sehr lange Zeit in seiner Familie weitervererbt.

Thal wird um das Jahr 1856 des Dritten Zeitalters von den Nordmenschen nördlich des Langen Sees am Fuße des Berges Erebor (Sindarin fĂŒr „Einsamer Berg“) gegrĂŒndet und durch ihren Handel und den Wissensaustausch mit den Zwergen aus dem Erebor schnell zu einer „reichen“ Stadt, die fĂŒr ihre besondere Handwerkskunst und magisches Spielzeug bekannt ist, bis sie 2770 D.Z. durch den Drachen Smaug völlig zerstört wird. Nach der Vernichtung des Drachen Smaug wird sie durch Bard, den Drachentöter, im Jahr 2942 D.Z. neu errichtet, wo dieser als König von Thal und Esgaroth residiert.

RhĂ»n („Osten“) ist der Osten Mittelerdens und erstreckt sich bis an seine östlichsten KĂŒsten. Im Westen RhĂ»ns liegt das große Binnenmeer von RhĂ»n, möglicherweise ein Überbleibsel des Meeres von Helcar. Im Ersten Zeitalter befanden sich an seinem Ostufer die Lande CuiviĂ©nen und HildĂłrien, wo Elben und Menschen erwachten. Im Osten liegt das Rote Gebirge (Orocarni), woher vier der sieben Zwergenfamilien stammten. Im Dritten Zeitalter waren die Region und die Steppen östlich davon Heimat der Ostlinge, Balchoth und Wagenfahrer, ehemals Knechte Morgoths und spĂ€ter in Diensten Saurons. Sauron versteckte sich dort in den ersten Jahren dieses Zeitalters. Die Blauen Zauberer Alatar und Pallando gingen dorthin und blieben dort.

RhĂ»n wurde von Tolkien als elbische Bezeichnung fĂŒr die fremden LĂ€nder Asiens bezeichnet, einschließlich China und Japan.[13]

CuiviĂ©nen („Wasser des Erwachens“) ist eine Bucht des Binnenmeers Helcar aus der Zeit vor Sonne und Mond in Mittelerde. Dort erwachen die ersten Elben, IlĂșvatars erstgeborene Kinder, aus ihrem Schlaf in dem Moment, als Varda die Sterne des Himmels erschafft. Da die Sterne das erste sind, was sie erblicken, lieben die Elben das Sternenlicht mehr als alles andere. Daher werden sie auch Eldar („das Sternenvolk“) genannt. „El“ („siehe“ oder „seht“) soll das erste gesprochene Wort der Elben gewesen sein. Der Ort wird wie folgt beschrieben:

„Dort findet er einen Ort, tief in einem Tal, eingefasst von kiefernbewachsenen HĂ€ngen; sein Grund ist die weite WasserflĂ€che eines Teiches, und sein Dach ist die DĂ€mmerung, besetzt mit Vardas Sternen. Dort hatte Orome die Eldar erwachen gehört, und in allen Liedern heißt dieser Ort Koivie-nĂ©ni oder die Wasser des Erwachens.“

– J. R. R. Tolkien: Das Buch der Verschollenen Geschichten.[14]

Koivie-nĂ©ni ist die Ă€ltere Bezeichnung fĂŒr CuiviĂ©nen, sie befindet sich auch auf der frĂŒhen Karte I Vene Kemen („das Weltenschiff“), die Tolkien angefertigt hat.[15] In CuiviĂ©nen verbringen die Elben viele Jahre auf sich allein gestellt und entwickeln ihre erste Sprache. Bald werden sie von Melkor entdeckt, der Angst und Schrecken unter ihnen verbreitet und einige entfĂŒhrt, aus denen er vermutlich die Orks zĂŒchtet. In CuiviĂ©nen findet sie spĂ€ter auch der Vala Orome und bleibt eine Zeit lang bei ihnen. Nach seiner RĂŒckkehr und seinem Bericht in Valinor beschließen die Valar, die Elben nach Aman zu holen. Sie rufen die FĂŒhrer der Elben, Ingwe, Finwe und Elwe, als Botschafter zu sich. Diese bewegen daraufhin einen großen Teil ihrer Stammesangehörigen, ihnen in den Westen zu folgen.

Durch den Krieg der Valar gegen Melkor wird auch CuiviĂ©nen verheert. Es gibt keinen Weg dorthin zurĂŒck, weswegen sich die Elben oft wehmĂŒtig daran erinnern.

Von HildĂłrien, wo die Menschen (Q. Hildor, wörtlich Nachkömmlinge) erwachten, sind von Tolkien nur Andeutungen ĂŒberliefert, die im veröffentlichten Silmarillion nicht vorkommen. Auf einer Karte in der Ambarkanta ist HildĂłrien im Ă€ußersten Osten eingezeichnet, begrenzt von Gebirgen im Westen, Norden und SĂŒden sowie dem Meer im Osten.[16] SpĂ€ter notierte Tolkien, dass die Menschen in Mesopotamien erwachten.[17] In beiden Regionen wurden in der mittelalterlichen Auslegung der Genesis der Garten Eden lokalisiert, wo nach biblischer Überlieferung die ersten Menschen Adam und Eva lebten.

Das Binnenmeer Helcar ist das grĂ¶ĂŸte Binnenmeer von Arda. Es liegt im Nordosten von Mittelerde, dort wo einst der Berg mit der Leuchte Illuin stand. Der See CuiviĂ©nen soll eine Bucht in diesem Meer gewesen sein. Es entsteht durch das Schmelzen der SĂ€ule, welche die Leuchte Illuin trug, und wird am Ende des Ersten Zeitalters zerstört. Es befindet sich etwa in dem Bereich, wo sich spĂ€ter Mordor und RhĂ»n befinden; das Meer von RhĂ»n stellt seinen nördlichsten AuslĂ€ufer dar. Die Ausdehnung des Binnenmeeres betrĂ€gt nach einer SchĂ€tzung Karen Wynn Fonstads ca. 1 Mio. Quadratmeilen.[18]

Über das Land sĂŒdöstlich von Mordor ist wenig bekannt. Es grenzt im Nordosten an RhĂ»n, im Westen an Nah-Harad. Die Bewohner von Khand sind Reiter wie die Menschen von Rohan und werden Variags genannt. Khand stand unter dem Einfluss Mordors. 1944 D. Z. griffen sie zusammen mit den Wagenfahrern des Ostens Gondor an und unterstĂŒtzten Sauron spĂ€ter im Ringkrieg.

Berge und Gebirgsmassive

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Nebelgebirge (Sindarin: Hithaeglir) ist ein langer, von Nord nach SĂŒd verlaufender Gebirgszug in Mittelerde, der Eriador vom Tal des Flusses Anduin trennt. Es erstreckt sich ĂŒber etwa 900 Meilen von Carn DĂ»m im Norden bis zur Pforte von Rohan im SĂŒden, an der sich Nebelgebirge und Weißes Gebirge nahe kommen. Einer der berĂŒhmtesten Berge im Nebelgebirge ist der Caradhras („Rothorn“) mit dem Rothornpass, unter dem sich die Minen von Moria befinden. In der Schlucht des Flusses Bruinen („Lautwasser“) an der Westseite des Gebirges liegt Bruchtal, an seiner Ostseite u. a. der Goldene Wald des Waldelbenreiches LothlĂłrien sowie der Fangorn-Wald. In einem Tal ganz im SĂŒden des Gebirges, nahe der Pforte von Rohan, liegt das zu Gondor gehörende Isengart mit dem Turm Orthanc.

Weit nördlich im Nebelgebirge befindet sich Carn Dûm, die Hauptfestung des Hexenkönigs von Angmar. 1975 D. Z. wird der Hexenkönig in der Schlacht von Fornost besiegt und flieht.

Moria (Sindarin fĂŒr „schwarze Kluft“ oder „Abgrund“) wird auch Hadhodrond („Zwergengrotte“) genannt. Im Zwergischen (Khuzdul) nennt man sie Khazad-dĂ»m („Zwergen-Hallen“, „-heim“, „-grube“, „-binge“); im Noldorin Casarrondo; im Westron Phurunargian. Moria ist die grĂ¶ĂŸte und lange Zeit bedeutendste Stadt und Mine der Zwerge im mittleren Nebelgebirge. Sie liegt im Inneren der Berge Caradhras („Rothorn“), Celebdil („Silberzinne“) sowie Fanuidhol („Wolkenkopf“), und erstreckt sich vom West- bis zum Osttor ĂŒber wenigstens 40 Meilen. Moria wurde im Ersten Zeitalter von Durin I. selbst gegrĂŒndet.[19]

Zu Beginn des Zweiten Zeitalters wurde in den Minen von Moria Mithril (Moria-Silber) gefunden. Damit begann die Freundschaft mit den Noldor in Eregion unter der Herrschaft von Celebrimbor. Doch die Zwerge gruben auf ihrer Suche nach Gold und Mithril zu tief und weckten im Jahr 1980 D. Z. einen Balrog von Morgoth. Der DĂ€mon aus der Alten Welt tötete König Durin VI. (1731–1980 D. Z.) und ein Jahr spĂ€ter seinen Sohn NĂĄin I. (Er wurde daher von den Zwergen auch als „Durins Fluch“ bezeichnet.) Dies leitete den Niedergang von Moria ein, sein Volk floh oder wurde vernichtet. Im Jahr 2989 D. Z. unternahm eine große Gruppe von Zwergen aus Erebor unter Balin den Versuch einer Neubesiedelung; dieser scheiterte jedoch schon nach fĂŒnf Jahren durch einige Orks, welche die Zwerge auslöschten. Zur Zeit des Ringkriegs ist der westliche Eingang Morias durch eine GeheimtĂŒr gesichert, wĂ€hrend der östliche Zugang offensteht.

Moria wird von den GefĂ€hrten auf ihrem Weg nach Mordor im Januar 3019 durchquert. In der Archivkammer mit Balins Grabmal werden die GefĂ€hrten von Orks ĂŒberfallen, deren Übermacht sie sich nur kurzzeitig erwehren können. Sie entkommen zunĂ€chst durch einen Geheimgang. Auf ihrem weiteren Weg begegnen sie dem Balrog, der noch immer in den Tiefen von Moria haust. Gandalf stellt sich ihm in den Weg, um seinen GefĂ€hrten die Flucht zu ermöglichen. Es gelingt ihm, Durins BrĂŒcke zum Einsturz zu bringen und den Balrog so in die Tiefen Morias stĂŒrzen zu lassen. Er wird jedoch selbst mit in den Abgrund gerissen.

Moria mag nach dem Sturz Saurons eine Renaissance erlebt haben; jedenfalls schmiedeten die Zwerge unter Gimli zu Beginn des Vierten Zeitalters neue Tore aus Mithril und Stahl fĂŒr die Stadt Minas Tirith. Dazu mĂŒssen sie immerhin Minen in der alten Zwergenstadt unterhalten haben, da Moria-Silber sonst nirgendwo vorkam. Als im Vierten Zeitalter die Zwerge noch einmal eine BlĂŒtezeit erleben, ist Durin VII. ihr König, der letzte aus Durins Volk.

Schattenbachtal
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schattenbachtal (Sindarin: Nanduhirion; Khuzdul: Azanulbizar „Tal der schattigen BĂ€che“) verlĂ€uft vom Osttor Morias in nördlicher Richtung bis zum Schattenbachsteig und hinauf zum Rothornpass. SĂŒdöstlich im Tal liegt der Spiegelsee (Khuzdul: Kheled-zĂąram) und die Quelle des Flusses Silberlauf (Khuzdul: Kibil-nĂąla), die in einen steinernen Brunnen gefasst war. Hier fand im Jahr 2799 D. Z. die große Schlacht der Zwerge gegen die Orks im Schattenbachtal statt. Da die Zwerge alle BĂ€ume gefĂ€llt hatten, um die Toten dieser Schlacht entgegen ihrer Tradition zu verbrennen, blieb das Tal fortan kahl. Die GefĂ€hrten der Ringgemeinschaft kamen in das Schattenbachtal nach dem Sturz Gandalfs und ihrer anschließenden Flucht aus Moria.

Carn DĂ»m war die Hauptfestung des Hexenkönigs von Angmar, der wĂ€hrend des Ringkrieges noch einmal eine bedeutende Rolle spielen sollte. Carn DĂ»m befand sich am Nordende des Nebelgebirges. Der Herr der NazgĂ»l errichtete seine Herrschaft um 1300 und wurde als Hexenkönig von Angmar bekannt. Carn DĂ»m war seine Residenz und er blieb dort lange Jahre mit seinen verdorbenen Geschöpfen, ohne grĂ¶ĂŸere militĂ€rische Operationen durchzufĂŒhren. Erst 1974 fĂŒhrte der Hexenkönig einen Angriff vom Carn DĂ»m aus gegen die DĂșnedain. Doch in der Schlacht von Fornost 1975 wurde er besiegt und floh aus seinem Reich.

Carn DĂ»m bedeutet „Rotes Tal“ und leitet sich ab von carn, caran („rot, rötlich“) und tum, was „tiefe Senke“ oder „tiefes Tal“ bedeutet.[20]

Weißes Gebirge

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Weiße Gebirge, im elbischen Ered Nimrais („Berge der weißen Hörner“), sind mit den Alpen vergleichbar. Es erstreckt sich von Minas Tirith im Osten bis zur Pforte von Rohan im Norden und dem Kap von Andrast im Westen. Als einziger Weg durch die Ered Nimrais werden die Pfade der Toten erwĂ€hnt, ein Tunnel, der unter dem Gebirge hindurchfĂŒhrt. Am Fuße der Ered Nimrais im Norden liegt Edoras und etwas nördlicher Helms Klamm und die glitzernden Grotten von Aglarond. In der NĂ€he davon liegt das Hargtal mit der Festung Dunharg. Zwischen Edoras und Minas Tirith befinden sich auf sieben ausgewĂ€hlten Bergspitzen des Gebirges Leuchtfeuer, die von Gondor eingerichtet und unterhalten werden, um in Kriegszeiten die VerbĂŒndeten in Rohan zu Hilfe zu holen.

Schattengebirge

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schattengebirge, elbisch Ephel DĂșath („Zaun des Schattens“) genannt, bezeichnet das kahle und steile Gebirge, welches die Westgrenze Mordors bildet. Im Norden schließt es an das Ered Lithui („Aschengebirge“) an. Über das Schattengebirge gibt es nur zwei bekannte ÜbergĂ€nge, Cirith Gorgor („Schreckenspass“) am Morannon („Schwarzes Tor“) und Cirith Ungol („Spinnenpass“) oberhalb von Minas Morgul („Turm des Magiers“).

Das Aschengebirge, elbisch Ered Lithui, bildet die Nordgrenze Mordors und endet im Westen mit dem Morannon („Schwarzes Tor“). An einem sĂŒdlichen AuslĂ€ufer liegt Saurons Festung Barad-dĂ»r („Dunkler Turm“).

Die Trollhöhen sind ein bewaldetes HĂŒgelland nordwestlich von Bruchtal, in dem noch zu Zeiten Bilbo Beutlins Trolle zu Hause waren. Am sĂŒdlichen Rand der Trollhöhen zieht sich die Große Oststraße hin, die eigentliche SĂŒdgrenze des Gebiets bildet aber – noch ein wenig sĂŒdlicher – der dem Nebelgebirge entspringende, in der NĂ€he von Bruchtal vorbeiziehende Fluss Lautwasser (Bruinen). Das westliche und nördliche Ende der Höhen wird vom ebenfalls aus dem Nebelgebirge kommenden Fluss Weißquell bestimmt, den die Große Oststraße bei der „Letzten BrĂŒcke“ ĂŒberquert. Das Ostende der Trollhöhen bildet der Gebirgsstock des Nebelgebirges. Hier zeigt sich auch, dass die Trollhöhen ein westlicher AuslĂ€ufer dieses riesigen Bergmassives sind.

Im Nordwesten der Trollhöhen, am Fluss Weißquell gelegen, finden sich die Ruinen der einstigen Hauptstadt Cameth Bin des Königreiches Rhudaur. Auch die Reste des Signalturmes Tirbarad Terg sind noch zu sehen. Man kann diese verlassene StĂ€tte ĂŒber die fast völlig verwachsene Angmar-Straße erreichen, die im SĂŒden der Trollhöhen mit der Großen Oststraße zusammentraf.

Die Eisenberge, elbisch Ered Engrin, werden von Melkor im Norden von Mittelerde als Schutzwall fĂŒr seine Festungen Utumno und Angband geschaffen. Nach der Zerstörung Utumnos werden sie von Aule teilweise abgetragen. Nach dem „Krieg des Zorns“ werden sie ins Meer gekippt. Überbleibsel sind die Berge von Angmar, die Ered Mithrin, nördlich des DĂŒsterwaldes, und die Eisenberge, östlich des Erebors. Die Eisenberge sind vermutlich vulkanischen Ursprungs, da sie in den Schlachten von Beleriand Feuer speien.

Die Blauen Berge, elbisch Ered Luin oder auch Ered Lindon („Singende Berge“) genannt, bilden im Ersten Zeitalter die Ostgrenze von Beleriand. In den Ered Luin liegen die ZwergenstĂ€dte Nogrod und Belegost. Als Beleriand im Krieg des Zorns vom Meer verschlungen wird, werden auch die ZwergenstĂ€dte vernichtet. Seither sind die Blauen Berge im Nordwesten von Mittelerde zu finden. Als Smaug den Einsamen Berg erobert, fliehen die Zwerge aus Durins Volk in die Ered Luin und errichten dort ihre Exilstadt. Hier wird unter anderem Gimli, einer der Neun GefĂ€hrten, geboren.

Die Grauen Berge, elbisch Ered Mithrin, sind wie die Eisenberge ein Überrest des Gebirgswalls, den Melkor als Schutz fĂŒr seine Festungen Utumno und Angband geschaffen hatte. Sie erstrecken sich vom Gundabadberg im Norden des Nebelgebirges nördlich ĂŒber den DĂŒsterwald bis in die Region nördlich des Einsamen Berges. Sie galten als BrutstĂ€tte der Drachen, die ab 2200 des Dritten Zeitalters die Zwerge aus Durins Volk bedrĂ€ngten und diese schließlich 2589 aus dem Gebirgszug vertrieben. Bis zur „Schlacht der FĂŒnf Heere“ im Jahr 2941 waren die Grauen Berge zudem Wohnstatt einer großen Anzahl Orks. Im Westron („Gemeinsame Sprache“) wurden sie „Graues Gebirge“ genannt.

Der Einsame Berg

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Einsame Berg wird in der Sprache der Elben Erebor genannt. Er liegt östlich des DĂŒsterwaldes, nördlich der Stadt Esgaroth am Langen See. Das Königreich Thal liegt direkt an den AuslĂ€ufern des Berges und wird von den Nordmenschen bewohnt.

Nachdem die Zwerge von einem Balrog und den Orks aus Moria vertrieben wurden, grĂŒndet ThrĂĄin I. im Erebor das „Königreich unter dem Berg“.

2770 D. Z. wird der Erebor vom Drachen Smaug erobert. Die Zwerge und die Bewohner von Thal werden von ihm getötet oder vertrieben. Smaug bemĂ€chtigt sich der SchĂ€tze der Zwerge und nistet sich in der Schatzkammer ein. 2941 D. Z. wird er im Rahmen des Versuchs von Thorin Eichenschild, den Schatz mit Hilfe von zwölf anderen Zwergen und dem Hobbit Bilbo Beutlin zurĂŒckzuerobern, von dem BogenschĂŒtzen Bard in Esgaroth getötet.

Kurz nach Smaugs Tod findet am Berg die „Schlacht der FĂŒnf Heere“ statt, in der die Zwerge gemeinsam mit den Menschen von Thal und den Elben des DĂŒsterwalds gegen ein großes Heer aus Orks und Wargen kĂ€mpfen. Nach dem Sieg der verbĂŒndeten Zwerge, Elben und Menschen wird die traditionelle Feindschaft zwischen den Elben und den Zwergen vom Einsamen Berg begraben.

WĂ€hrend des Ringkrieges wird der Erebor von Ostlingen belagert, kann ihnen aber standhalten.

Der Schicksalsberg

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schicksalsberg, im Elbischen Amon Amarth oder Orodruin („Feuerberg“) genannt, ist ein Vulkan im Nordwesten von Mordor und der Ort, an dem Sauron im Zweiten Zeitalter den Ring der Macht schmiedet, um alle Völker Mittelerdes zu unterwerfen. In den Feuern des Schicksalsberges geschaffen, kann der Eine Ring nur dort vernichtet werden. Am Ende des ersten Ringkrieges, als Sauron von den vereinten Armeen der Elben und DunĂ©dain besiegt wird, lĂ€sst Isildur, Elendils Erbe, die Gelegenheit verstreichen, den Ring in den Feuern des Schicksalsberges zu zerstören, und behĂ€lt den Ring fĂŒr sich.

Der Schicksalsberg ist das Ziel der Reise von Frodo und Sam, die den nahezu unmöglichen Auftrag erhalten, den Ring in die SchicksalsklĂŒfte zu werfen und ihn damit zu zerstören. An diesem Ort endet schließlich der Ringkrieg, als Gollum mit dem Ring in die Feuer des Berges fĂ€llt und damit Sauron besiegt wird, dessen Macht auf der Kraft des Ringes beruht.

Die Wetterspitze

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wetterspitze, elbisch Amon SĂ»l („Windberg“), ist die sĂŒdlichste Erhebung der Wetterberge in Eriador. An der Wetterspitze treffen sich die drei Königreiche Arthedain, Rhudaur und Cardolan, die aus dem zerfallenen Königreich Arnor entstanden sind. Auf dem Berg befindet sich ein Wachturm, der einen der PalantĂ­ri beherbergt. Der Turm wird im Dritten Zeitalter von einem Heer aus Angmar zerstört.

Als Frodo sich mit seinen GefĂ€hrten unter der FĂŒhrung von Aragorn auf dem Weg von Bree nach Bruchtal befindet, wird die Gruppe auf der Wetterspitze von NazgĂ»l angegriffen. Auch Gandalf, der sie dort treffen wollte, ist kurz zuvor bereits auf dem Berg von NazgĂ»l angegriffen worden.

Einer Sage nach blickte Elendil von dort aus nach Westen, bis er das Glitzern der RĂŒstungen von Gil Galads Heer sah, welches sich mit seinem zusammenschloss, um gegen Sauron in den Krieg zu ziehen.

Der DĂŒsterwald (im Hobbit als „Nachtwald“ bezeichnet) ist ein Wald im Norden Mittelerdes, der östlich des Flusses Anduin liegt. FrĂŒher hieß er der „Große GrĂŒnwald“, doch nach dem Ende des Krieges des letzten BĂŒndnisses, in dem Sauron den Einen Ring verlor, zog sich sein Geist in die Festung Dol Guldur im SĂŒden des Waldes zurĂŒck. Fortan war der Wald nicht mehr sicher und erhielt seinen heutigen Namen. Im nördlichen Teil wohnen die GrĂŒn- bzw. Waldelben, zu denen auch Legolas und Thranduil, FĂŒrst des Waldes und Legolas' Vater, gehören. Nach dem Ende des Ringkrieges kam der sĂŒdliche Teil zu LĂłrien. Den DĂŒsterwald durchqueren zwei Wege von West nach Ost: der sogenannte Elbenweg im Norden und die Alte Waldstraße weiter sĂŒdlich. Nach dem Ringkrieg wurde das Waldgebiet, nun befreit von allen dunklen Kreaturen, nochmals umbenannt und trĂ€gt seither den Namen Eryn Lasgalen („WĂ€lder der grĂŒnen BlĂ€tter“).

Die englische Bezeichnung Mirkwood ist dem Namen und der Konzeption nach direkt der Edda entnommen. Der altnordische Name Myrkviđr bedeutet „der dunkle Wald“.[21]

Nachdem Sauron am Ende des Zweiten Zeitalters besiegt worden war, kam sein Geist um das Jahr 1050 zurĂŒck und verblieb im Turm Dol Guldur („HĂŒgel der Magie“) auf dem Berg Amon Lanc („Nackter Berg“) im großen GrĂŒnwald. Zu jener Zeit fiel ein Schatten auf den großen GrĂŒnwald, und man nannte ihn von da an DĂŒsterwald. WĂ€hrend man zuerst vermutete, dass diese böse Macht von einem der NazgĂ»l ausginge, kam Gandalf, nachdem er sich im Jahr 2063 des D. Z. nach Dol Guldur geschlichen hatte, zu der Meinung, dass diese Macht der zurĂŒckgekehrte Geist Saurons sei. Sauron aber floh vor Gandalf, da seine Macht noch nicht wieder erstarkt war.

400 Jahre spĂ€ter kehrte Sauron mit vermehrter Macht nach Dol Guldur zurĂŒck und verweilte dort. Die Menschen, die vor jenem Gebiet Furcht hatten, nannten ihn noch Beschwörer der Toten, denn seine wahre IdentitĂ€t blieb ihnen noch verborgen. Im Jahr 2850 ging Gandalf noch einmal nach Dol Guldur und erkannte ohne Zweifel, dass dessen Gebieter Sauron war. Auch fand er in den Kerkern von Dol Guldur den sterbenden ThrĂĄin II., von dem er die Karte des Erebor und den SchlĂŒssel zum geheimen Eingang jenes Berges erhielt, welchen er Thorin Eichenschild fĂŒr die Fahrt zum Erebor ĂŒbergab. Zu einem Angriff auf Dol Guldur durch den Weißen Rat kam es erst im Jahr 2941, denn Saruman hatte sich zuvor geweigert. Doch Sauron floh nach Mordor, Dol Guldur aber wurde 2951 wieder durch drei Ringgeister besetzt, darunter KhamĂ»l, den einzig namentlich bekannten und zweithöchsten der NazgĂ»l, welcher Schatten aus dem Osten genannt wird.

Bei der Aussage, dass KhamĂ»l einer der drei NazgĂ»l sei, die in Dol Guldur wohnen, gibt es WidersprĂŒche in den Aufzeichnungen Tolkiens, nach denen KhamĂ»l derjenige NazgĂ»l sei, der in Hobbingen mit Ohm Gamdschie spricht und dann die Verfolgung der Hobbits aufnimmt, wobei er sie knapp an der Bockenburger FĂ€hre verpasst. Von KhamĂ»l selbst wird gesagt, dass er nach dem AnfĂŒhrer der NazgĂ»l derjenige sei, der die Gegenwart des Einen Rings am besten spĂŒren könne, aber dessen FĂ€higkeit durch Tageslicht am meisten gemindert werde.

Im Ringkrieg kam es zu drei Angriffen auf LĂłrien, von Dol Guldur ausgehend, die aber alle abgewehrt werden konnten. Nach dem Fall Saurons am Ende des Ringkrieges wurde Dol Guldur durch die Elben LĂłriens unter FĂŒhrung Galadriels geschleift, danach wurde der Amon Lanc zum Sitz Celeborns und zur Hauptstadt des Östlichen Reiches LĂłrien.

Fangorn (auch: Fangornwald, Entwald) ist einer der grĂ¶ĂŸeren verbliebenen Reste des großen Waldes, der einst weite Teile Mittelerdes bedeckte. Er ist Heimat und RĂŒckzugsgebiet der Ents und Huorns. Fangorn liegt am sĂŒdlichen Ende des Nebelgebirges in der Nachbarschaft Isengarts. Fangorns Wald wird als uralt, dĂŒster und fĂŒr unerwĂŒnschte Eindringlinge gefĂ€hrlich beschrieben. Die in der Umgebung lebenden Menschen betreten ihn nicht.

Fangorn ist gleichzeitig der elbische Name des Àltesten aller Ents, Baumbart, den Pippin und Merry auf ihrer Flucht aus der Orkgefangenschaft im Wald Fangorn treffen.

Das geheimnisvolle Elbenreich LĂłrien, gegrĂŒndet durch Galadriel und Celeborn nach der Zerstörung von Eregion, liegt im gleichnamigen Wald östlich des Nebelgebirges. Nichts Böses betritt den „Goldenen Wald“, da er die Zeitlosigkeit und die Schönheit von Eldamar bewahrt. WĂ€hrend die Elben von LĂłrien Orks gnadenlos bekĂ€mpfen, haben gutwillige Reisende nichts zu befĂŒrchten, sie dĂŒrfen die Grenzen des Landes aber in der Regel nicht ĂŒbertreten. LĂłrien ist auch ein besonderer Ort der Heilung und der Magie, zu vergleichen nur mit Bruchtal (Imladris), wo Elrond wohnt. Die Zeit in diesem rund 80 × 80 Kilometer großen Wald vergeht schneller als im Rest Mittelerdes, selbst ohne den Einfluss von Galadriels Elbenring Nenya. Daher scheint dem Reisenden ein ganzer Monat oft wie ein einziger Tag. Das sĂŒdöstliche Ende des Goldenen Waldes wird auch „Der Winkel“ genannt, da es zwischen den FlĂŒssen Silberlauf (Celebrant) und Anduin liegt. Hier befindet sich Caras Galadhon („Stadt der BĂ€ume“), die Hauptstadt LĂłriens. Etwas nördlich dieser einzigen Stadt im Goldenen Wald liegt der HĂŒgel Cerin Amroth. Dort liegt das Grab von Königin Arwen, die nach dem Tode Aragorns an jene Stelle zurĂŒckkehrte, an der sie sich einst verlobt hatten. Ein Jahr nach ihrer Ankunft in LĂłrien starb Arwen dort.

UrsprĂŒnglich hieß der Wald bei den ersten dort lebenden Waldelben im frĂŒhen Ersten Zeitalter Laurelindorinan oder Lorinand („Tal des singenden Goldes“). Aber erst Galadriel grĂŒndete in der ersten HĂ€lfte des Zweiten Zeitalters das Waldreich. Die GrĂŒndung dieses Reiches hat das langsame, aber sichere Aussterben der Waldelben in LĂłrien verhindert. Denn erst Galadriel hat die verstreut lebenden Waldelben dazu ermutigt, sich zu einen, um besser fĂŒr die schweren Zeiten, die ihnen bevorstanden, gewappnet zu sein. Damals erhielt das Reich den verkĂŒrzten Namen LothlĂłrien („blĂŒhender Traumgarten“ oder „Traumblume“ sowie „TraumblĂŒtenland“), und schließlich, nach dem Ringkrieg, wurde der Name nochmals verkĂŒrzt zu LĂłrien („Traum“). Vom Beginn des Dritten Zeitalters bis zum Jahr 1981 D. Z. war Amroth Herrscher von LothlĂłrien. Nach dessen Tod kam Galadriel zusammen mit Celeborn zurĂŒck, um wieder den bedrohten Galadhrim zu helfen. Mit Hilfe von Celeborn und Nenya, dem Ring des Wassers, konnte Galadriel fĂŒr lange Zeit die Gefahren von LothlĂłrien abwenden. Zum Ende des Ringkrieges wurde LothlĂłrien dreimal von Feinden angegriffen. Doch die Elben konnten unter Celeborns FĂŒhrung den Feind schlagen, obwohl sie selbst schwere Verluste hinnehmen mussten. Nach dem Ende des Ringkrieges wurde LothlĂłrien um den sĂŒdlichen Teil des DĂŒsterwaldes erweitert, wo sich davor die Festung Dol Guldur befunden hatte. Zwei Jahre nach dem Ringkrieg verließ Galadriel LĂłrien und segelte mit den anderen RingtrĂ€gern in den alten Westen. Ohne Galadriel fing das Land langsam an zu veröden, und Celeborn verließ es und ging nach Bruchtal.

Die Grenzen des Königreiches werden durch einen großen Wald von MallornbĂ€umen an den Ufern der FlĂŒsse Anduin im Osten und Silberlauf im SĂŒden festgelegt. Im Westen bildet die natĂŒrliche Grenze das Nebelgebirge. Die Menschen und Zwerge des Nordens glauben, dass dieses Land die Heimat schrecklicher Zauberei sei, und machen einen großen Bogen darum. Die Elben tun ihrerseits jedoch nichts, um diesen Eindruck zu zerstreuen, denn sie schĂ€tzen ihre Ungestörtheit. Das letzte Mal, dass eine Heerschar aus LothlĂłrien auszog, war im Jahr 1410 D. Z. auf Bitten Elronds, um gegen die Streitmacht des Hexenkönigs von Angmar anzutreten.

Unter den gepflegten MallornbĂ€umen gibt es zahlreiche GĂ€rten mit wunderschönen Blumen und mĂ€chtigen KrĂ€utern. Die Elben selbst leben hoch ĂŒber dem Boden auf Plattformen, die den Menschen als Fletts bekannt sind. Zum Flett gelangt man ĂŒber Seile durch ein Loch, welches sich in der Mitte der Plattformen befand. Anderen Elben waren die Fletts auch bekannt, allerdings dienten sie ihnen nur zur Beobachtung oder als Versteck.

Der ĂŒberwiegende Teil der Bevölkerung zĂ€hlt zu den Galadhrim („Baumbewohner“) – den einheimischen Waldelben von LothlĂłrien. Jedoch gibt es auch einige Noldor und Grauelben, die zusammen mit Galadriel und Celeborn kamen.

Heute verlassen nur wenige Elben den Schutz des Waldes, und dann auch nur, um ihre Verwandten in Lindon oder im DĂŒsterwald zu besuchen oder um ihre letzte Reise ĂŒber das große Meer bei den Grauen Anfurten westlich des Auenlandes anzutreten. Auch betreten nur wenige Fremde LĂłrien, da seine Grenzen gut gesichert sind. Wer jedoch die Freundschaft des FĂŒrsten und der FĂŒrstin des Waldes genießt, kann sicher das Reich der Elben betreten.

Der Silberlauf wird aus dem zwischen Wolkenkopf und Silberzinne liegenden Spiegelsee gespeist. Zuerst durchfließt er das Schattenbachtal, vereinigt sich dann mit dem von den Elben besungenen FlĂŒsschen Nimrodel („Herrin der Weißen Grotte“) und fließt dann gemĂ€chlich in den großen Anduin. Am Zusammenfluss liegt eine Bootsanlegestelle der Waldelben.

Dreimal wird Lorien von Dol Guldur aus angegriffen, aber abgesehen von der Tapferkeit des Elbenvolks ist die Macht, die dort wohnt, zu groß, als dass irgendjemand sie hĂ€tte besiegen können, es sei denn Sauron selbst wĂ€re dort hingekommen. Obwohl die WĂ€lder an den Grenzen schweren Schaden nehmen, werden die Angriffe zurĂŒckgeschlagen und als der Schatten vergeht, kommt Celeborn heraus und fĂŒhrt das Heer von Lorien in vielen Booten ĂŒber den Anduin. Sie nehmen Dol Guldur ein und Galadriel reißt seine Mauern nieder und legte seine Verliese bloß und der Wald wird gesĂ€ubert.

Der Alte Wald gilt als gefÀhrlicher und verwunschener Wald, der von geheimnisvollen und eigensinnigen BÀumen sowie dem gastfreundlichen Tom Bombadil und seiner Frau Goldbeere bewohnt wird.

Genau wie Fangorn und der DĂŒsterwald ist auch der Alte Wald nur ein Rest des riesigen Waldes, der einst ganz Mittelerde bedeckte.

Die westliche Grenze des Alten Waldes bilden der von den Hobbits errichtete Hohe Hag, eine gepflegte Hecke, die ihre LĂ€ndereien vor den Gefahren des Waldes schĂŒtzen soll, sowie weiter sĂŒdlich der Brandywein. Der bedeutendste Fluss im Wald ist die Weidenwinde, die in den Brandywein mĂŒndet, der wiederum ins Meer abfließt. Die Nordgrenze des Waldes bildet die Große Oststraße, im Osten liegen die unheimlichen HĂŒgelgrĂ€berhöhen. In der NĂ€he des Hobbit-Ortes Krickloch befindet sich ein unter den Hohen Hag gegrabener Tunnel, der am Ausgang in den Wald mit einer EisengittertĂŒr verschlossen ist.

Einst bewegten sich die ihren Standort stĂ€ndig verĂ€ndernden BĂ€ume bis an den Hag heran und bogen sich darĂŒber hinweg. Die Hobbits schlugen daher deren Äste ab und verbrannten viele auf einer nahe dem Tunnel befindlichen Lichtung. Das brachte den Wald endgĂŒltig gegen die Hobbits auf. Auf der Lichtung aber wachsen seitdem keine BĂ€ume mehr.

Frodo und seine GefÀhrten Sam, Merry und Pippin durchqueren den Alten Wald auf ihrer Reise nach Bruchtal. Dort begegnen sie auch Tom Bombadil und Goldbeere.

Der Anduin („Langer Fluss“), auch „der Große Strom“ genannt, ist nach dem Untergang Beleriands der lĂ€ngste Fluss in Mittelerde. Er legt von seiner Quelle in den Ered Mithrin („Neblige Berge“) im Norden etwa 1500 Meilen bis zu seinem MĂŒndungsgebiet in der Bucht von Belfalas zurĂŒck. Der Anduin fließt ĂŒber weite Strecken durch eine breite Ebene zwischen dem DĂŒsterwald und dem Nebelgebirge dahin. Er schlĂ€ngelt sich an Rohan entlang und stĂŒrzt in den Emyn Muil („Öde Berge“) an den tosenden WasserfĂ€llen des Rauros („Rauschender“) in die Tiefe, ehe er AnĂłrien und Ithilien erreicht. Anschließend passiert er bei Minas Tirith die östlichen AuslĂ€ufer der Ered Nimrais, bis er schließlich an Lebennins Grenze entlang endlich das Meer erreicht. Seine nördlichen ZuflĂŒsse heißen Grauquell und Langquell. Dann folgen die jeweils aus dem Nebelgebirge entspringenden FlĂŒsse Rhimdath („Runterfall“), SĂ­r Ninglor („Schwertel“), Celebrant („Silberlauf“), Limklar, und die OnodlĂł („Entwasser“). Erui („Erster“) und Sirith („Strömender“) kommen aus den Ered Nimrais hinzu und zuletzt folgt noch der Poros („Staubiger“), der einzige Zufluss aus dem Osten, der in den Ephel Duath seine Quelle hat.[22]

Schwertelfelder

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Altvorderzeit, als die Elben zuerst dieses Gebiet besiedeln, sind sie ein in einer tiefen Landsenke gelegener See, in den von Norden her der Anduin fließt, der dort den schnellsten Teil seines Laufes, eine GefĂ€llestrecke von etwa 70 Meilen zurĂŒcklegt und sich dort mit dem reißenden Schwertelfluss, auch Sir Ninglor genannt vermischt, der von den Bergen herabstĂŒrzt. Mit der Zeit wird der See zu einem ausgedehnten Sumpfgebiet und große Felder von RiedgrĂ€sern und Binsen aber vor allem gelben Schwertlilien, welche ihm seinen Namen geben, wachsen in ihm und an seinen Ufern. Es ist der Ort, an dem Isildur den einen Ring verliert und von Orks getötet wird.

Der Bruinen („Lautwasser“) ist ein Fluss, der dem nördlichen Nebelgebirge entspringt und Eriador durchfließt. Nahe der Bruinenfurt bei Bruchtal, die die einzige Möglichkeit bietet, den Bruinen zu durchqueren, fließt ihm ein kleiner Nebenfluss zu. Im SĂŒden Eriadors mĂŒndet der Bruinen im sogenannten Winkel mit den Weißquell („Mitheithel“) der sich oberhalb von Tharbad mit dem Glanduin („Grenzfluss“) vereinigt und mit diesem die Grauflut („Gwathló“) bildet. Zwischen diesen beiden NebenflĂŒssen des Weißquell liegt das Gebiet Eregion, nördlich des Bruinen lag das einstige Königreich Rhudaur („Ostwald“), ein Teil des zerfallenen Königreichs Arnor.

Elrond der Halbelb besitzt die Macht, den Fluss zur Abwehr von Gefahren anschwellen zu lassen. So gelingt es ihm, die Ringgeister an der Überquerung zu hindern und sie in die Flucht zu schlagen.

Der Brandywein (elbisch Baranduin, „Goldbrauner Fluss“) ist ein großer Fluss in Eriador. Er entspringt im Abendrotsee und mĂŒndet im SĂŒden ins Meer. Er fließt durch das Auenland und bildet grĂ¶ĂŸtenteils dessen Grenze. Er lĂ€sst sich nur ĂŒber die BrandyweinbrĂŒcke, die Sarnfurt oder mit der Bockenburger FĂ€hre ĂŒberqueren.

Der Isen oder elbisch Angren („Der Eiserne“) ist ein Fluss, der an Isengart vorbei nach SĂŒden fließt, dann nach den „Furten des Isen“ einen großen Bogen nach Westen macht, die Pforte von Rohan passiert und etwa 300 Meilen spĂ€ter ins Meer mĂŒndet. Er bildet die natĂŒrliche Grenze zwischen Dunland und Rohan.

WĂ€hrend des Ringkriegs leiteten die Ents zeitweise sein Wasser ab, um Isengart zu ĂŒberfluten.

Der Lange See ist ein ovalförmiger See im Norden von Rhovanion (Wilderland) und im Osten des DĂŒsterwaldes. Er wird durch den Waldfluss und den Fluss Eilend, elbisch Celduin („der Quirlige“), gespeist. In ihm befindet sich die auf HolzpfĂ€hlen erbaute Seestadt Esgaroth.

FlĂŒsse Beleriands

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gelion ist mit seinen rund 780 Meilen einer der großen FlĂŒsse Mittelerdes. Er ist fast doppelt so lang wie der Sirion-Strom. Der Gelion verlĂ€uft parallel zu den Ered Luin („Blaue Berge“) und wird aus dieser Gebirgskette durch sieben ZuflĂŒsse gespeist. Daher bezeichnet man das Land zwischen dem Gebirge und dem Fluss auch als Ossiriand („Siebenstromland“). Die sechs mittleren ZuflĂŒsse heißen Ascar („der Rasche“), an dessen Nordufer die Zwergenstraße RathlĂłriel („Straße des Goldes“) entlangfĂŒhrt, die von der Zwergenfestung Nogrod nach Doriath verlĂ€uft, Thalos („Starkfluss“), Legolin („GrĂŒn- oder Frischwasser“), Brilthor („Juwelenglanz“), Duilwen („Lebensader“) und Adurant („Doppellauf“) in dem Tol Galen („die GrĂŒne Insel“) liegt, auf der LĂșthien und Beren eine Zeit lang lebten.

Der Sirion misst von seiner Quelle bis zur MĂŒndung 390 Meilen. Auf seinem Weg fließt er fĂŒr ca. 9 Meilen unter den AuslĂ€ufern des Andram-Gebirges („Langer Wall“) hindurch. Seine westlichen ZuflĂŒsse sind der Teiglin („Grenzwasser“) mit seiner tiefen Schlucht in Brethil („Birkenland“) und der Narog („der Reißende“), an dem die Höhlenfestung Finrods lag. Vom Osten kommen der Mindeb („Erste Sperre“), Esgalduin („Schattenfluss“) und der Aros („der SchĂ€umende“) hinzu, die das Reich Doriath begrenzen oder durchfließen.

Die Neuen Lande wurden bei der Wandlung der Welt, in der Aman entrĂŒckt wurde und NĂșmenor unterging, aus den leeren Landen östlich von Mittelerde gebildet. Von den leeren Landen ist nichts bekannt, allerdings vermutete Christopher Tolkien in The Lost Road and Other Writings, dass es sich um die in der frĂŒheren Schrift Ambarkanta erwĂ€hnten Sonnenlande handelte, den östlichsten Kontinent Ardas. Hier befanden sich, nach den PelĂłri in Aman, die zweithöchsten Berge der Welt, die Mauern der Sonne. Von diesen der höchste war der Kalorme.[23] SĂŒdwestlich der Sonnenlande und sĂŒdöstlich von Mittelerde lagen nach derselben Schrift die Dunkellande, die möglicherweise auch zu den leeren Landen zu zĂ€hlen sind.[24]

Sterne und Planeten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als „Sterne“ werden in Tolkiens Mythologie sowohl die Fixsterne als auch die Planeten bezeichnet, nicht jedoch die Sonne (Q. Anar). Besondere Bedeutung kommt dem Planeten Venus zu, der in der Mythologie Earendil genannt wird, der mit einem Silmaril auf der Stirn den Himmel befĂ€hrt. Die Region des Universums (Ea), in der sich Sterne, Sonne und Mond (Q. Isil, der Silberne, auch RĂĄna, der Wanderer) befinden, wird Ilmen genannt, der in frĂŒheren Fassungen als Luftschischt Ardas ĂŒber der flachen Erde beschrieben wird. Nach der Veröffentlichung von Der Herr der Ringe Ă€nderte Tolkien diese Konzeption, stattdessen sei das Zentrum Ardas (des Sonnensystems) die Sonne, Ambar (die Erde) ein Satellit der Sonne, der Ilmen wird gleichbedeutend mit dem Weltraum.

Die Planeten heißen auf Quenya:

  • Merkur = ElemmĂ­re (Sternenjuwel)
  • Venus = Earendil
  • Mars = Carnil (der Rote), Macar (KĂ€mpfer)
  • Jupiter = Alcar, Alcarinque (der Strahlendste), Silindo (Silberstrahlender)
  • Saturn = Lumbar (der UmhĂŒllte)
  • Uranus = Luinil (Blaustern)
  • Neptun = NĂ©nar (WĂ€ssriger)

Das erste bekannte Sternbild ĂŒber Mittelerde ist die so genannte Sichel der Varda, die als Valacirca (Valarsichel) oder Atasilme (Neuer Glanz) bezeichnet wurden und dem Sternbild Großer Wagen, Großer BĂ€r entsprechen. Der Quenya-Name des Orion lautet Menelmacar oder Telumehtar (Himmelsstreiter) und der der Plejaden als Remmirath (Netz der Juwelen), in frĂŒheren Fassungen Sihtalocte (Fliegenschwarm), Otselen (Siebenstern) oder Mirrembe (Sternenversammlung).

Außerhalb der Welt

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeitlosen Hallen sind die ewige Heimstatt Eru IlĂșvatars und der bei ihm verbliebenen Ainur. Sie befinden sich außerhalb des Universums von Raum und Zeit (Ea). Ea wurde von Eru in die Äußere Leere gesetzt, ist jedoch kein Teil von ihr. Aus der Äußeren Leere, spĂ€ter auch Altes Dunkel genannt, soll die Riesenspinne Ungoliant, die Mutter Kankras, stammen. In die Äußere Leere wurde am Ende des Ersten Zeitalters Melkor verbannt.

PrimÀrliteratur

  • J. R. R. Tolkien: Nachrichten aus Mittelerde. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-423-20845-7.
  • J. R. R. Tolkien: Das Buch der Verschollenen Geschichten. Teil 1. Klett-Cotta, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-608-93061-0.
  • J. R. R. Tolkien: Das Buch der Verschollenen Geschichten. Teil 2. Klett-Cotta, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-608-93062-7.
  • J. R. R. Tolkien: Das Silmarillion. Klett-Cotta, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-608-93245-4.
  • J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe. Klett-Cotta, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-608-93830-2.
  • J. R. R. Tolkien: Das große Hobbit-Buch: der Hobbit oder Hin und zurĂŒck. Klett-Cotta, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-608-93714-5. (1. vollstĂ€ndige Aufl. ĂŒbersetzt von Wolfgang Krege und Lisa Kuppler)

SekundÀrliteratur

Commons: Mittelerde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Ardapedia – Die offene Tolkien-EnzyklopĂ€die

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Die Musik der Ainur
  2. ↑ Karen Wynn Fonstad: Historischer Atlas von Mittelerde. VollstĂ€ndig ĂŒberarbeitete Ausgabe. Aus dem Amerikanischen von Hans J. SchĂŒtz. Klett-Cotta, Stuttgart 1994, S. 6, die die Informationen grĂ¶ĂŸtenteils dem Silmarillion entnimmt.
  3. ↑ Quenta Silmarillion. S. 44.
  4. ↑ Der Untergang von NĂșmenor. S. 352.
  5. ↑ Vom Erwachen der Elben und von Melkors Gefangenschaft. S. 59.
  6. ↑ So vermutet Karen Wynn Fonstad: Historischer Atlas von Mittelerde. VollstĂ€ndig ĂŒberarbeitete Ausgabe. Aus dem Amerikanischen von Hans J. SchĂŒtz. Klett-Cotta, Stuttgart 1994, S. 22.
  7. ↑ Gondolin. In: The Atlas of Middle-Earth. S. 22.
  8. ↑ In: Nachrichten aus Mittelerde. S. 31.
  9. ↑ Tolkien’s Gondolin. In: library.thinkquest.org. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 15. Oktober 2009; abgerufen am 22. Mai 2015.
  10. ↑ Eriador: Land der WaldlĂ€ufer – Herr der Ringe, Hobbit & Co. In: faszination-tolkien.de. Abgerufen am 22. Mai 2015.
  11. ↑ Der Herr der Ringe. Band 2, 1977, ISBN 3-12-908000-7, S. 147 ff. (Carroux).
  12. ↑ Tolkiengateway, Artikel Rohan
  13. ↑ Interview with Tolkien. In: Niekas. Nr. 18, 2. MĂ€rz 1966, S. 48 (efanzines.com [PDF]).
  14. ↑ Teil 1, V. Die Ankunft der Elben und die GrĂŒndung von Kor. S. 135.
  15. ↑ Das Buch der Verschollenen Geschichten. Teil 1, S. 102.
  16. ↑ J. R. R. Tolkien: The Shaping of Middle-earth. (The History of Middle-earth, Band IV.) Herausgegeben von Christopher Tolkien. HarperCollins, London 1992. Map IV
  17. ↑ J. R. R. Tolkien: Sauron Defeated. (The History of Middle-earth, Band IX.) Herausgegeben von Christopher Tolkien. HarperCollins, London 1992. Part Three: The Drowning of AnadĂ»nĂȘ. S. 410
  18. ↑ Historischer Atlas von Mittelerde. S. 5, S. 39 und S. 191.
  19. ↑ Die Geschichte Morias (Teil 1: Vom Anfang bis ins Zweite Zeitalter) 22. MĂ€rz 2010 (tolkiens-welt.de (Memento vom 24. MĂ€rz 2010 im Internet Archive)).
  20. ↑ Helmut W. Pesch: Das grosse Elbisch-Buch Grammatik, Schrift und WörterbĂŒcher der Elben-Sprachen J. R. R. Tolkiens mit AnhĂ€ngen zu den Sprachen der Zwerge und Orks. 1. Auflage. Bastei LĂŒbbe, Bergisch Gladbach 2009, ISBN 978-3-404-28524-2, S. 470 und 587.
  21. ↑ Rudolf Simek: Mittelerde – Tolkien und die germanische Mythologie. S. 53.
  22. ↑ In der Karte von Mittelerde ist bei dem Fluss Sirith ein Schreibfehler enthalten, dort steht »Sirich«, ein solches Wort gibt es aber im Sindarin nicht, siehe hierzu auch Karen Wynn Fonstad: Historischer Atlas von Mittelerde. S. 89.
  23. ↑ Das Buch der verschollenen Geschichten. Teil 1, 15. Auflage, Stuttgart 2007, S. 243 f.
  24. ↑ J. R. R. Tolkien, Christopher Tolkien: The Lost Road and Other Writings (= The History of Middle-earth. Band 5.) Harper Collins, London 1993, ISBN 0-261-10225-7. S. 36