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Barett (Uniform)

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Major der französischen AlpenjĂ€ger mit dem 1889 eingefĂŒhrten, „Tarte“ genannten Barett

Das Barett ist als schirmlose Kopfbedeckung weltweit Bestandteil vieler Uniformen, meist im militÀrischen oder polizeilichen Bereich, sowie von zivilen Organisationen.

Geschichte des Baretts als Uniformteil

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Ein Landsknecht mit rotem Barett, an den RĂ€ndern eingeschnitten und mit Federn dekoriert. Pieter Brueghel der JĂŒngere: PortrĂ€t eines Landsknechts, nach 1616, Montepellier, MusĂ©e Fabre.

Ab dem 16. Jahrhundert

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Im 16. Jahrhundert fĂŒhrten die Landsknechte und Ritter das Barett in die militĂ€rische Bekleidung ein. Form und AusfĂŒhrung orientierten sich am Geschmack des TrĂ€gers, hĂ€ufig kam Federschmuck zum Einsatz. Landsknechte wĂ€hlten oft auffallende, weit ausladend gestaltete Baretts, manchmal mit geschlitztem Rand. Ein Sturmriemen unter dem Kinn machte es möglich, das Barett auf den RĂŒcken herabzulassen.[1]

19. Jahrhundert

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Theodor Körner, Karl Friedrich Friesen und der Jurastudent Heinrich Hartmann als LĂŒtzower JĂ€ger mit schwarzem Barett

WĂ€hrend und nach den Befreiungskriegen erfuhr das Barett eine erste Wiedergeburt. So trug der Freiwilligenverband der LĂŒtzower JĂ€ger, dem etliche patriotische und intellektuelle GrĂ¶ĂŸen ihrer Zeit angehörten, teilweise ein ausladendes, schwarzes Barett. In der Folge kam diese Kopfbedeckung im freiheitlich denkenden BĂŒrgertum als politisch motiviertes KleidungsstĂŒck in Mode. Es gehörte damals zur sogenannten Altdeutschen Tracht, die sich an die Zeit Martin Luthers anlehnen wollte. Diese Kleidermode galt nach dem Wiener Kongress bei den wiedererstarkten deutschen FĂŒrsten und Königen als so provokativ und aufrĂŒhrerisch, dass sie teilweise verboten wurde.

In Spanien erlangte mit der BaskenmĂŒtze eine Form des Barretts nationalpatriotische Bedeutung wĂ€hrend des ersten Karlistenkriegs in den 1830er Jahren, als der aufstĂ€ndische General TomĂĄs de ZumalacĂĄrregui rote BaskenmĂŒtzen als Erkennungszeichen der navarrischen Bataillone einfĂŒhrte.[2] Baldomero Espartero verbot daraufhin die Verwendung der BaskenmĂŒtze sowohl im zivilen als auch militĂ€ren Bereich gegen Strafe.[3]

1889 hielt das Barett bei den französischen GebirgsjĂ€gern Einzug, zunĂ€chst in Form der traditionell ausladenden BaskenmĂŒtze aus dunkelblauem Wollstoff.[4] Diese Form verschwand 1916 von den Schlachtfeldern. Als Ersatz wurde eine reduziertere Form fĂŒr den Truppengebrauch eingefĂŒhrt, wobei sich die Ă€ltere Form zu Paradezwecken bis heute hĂ€lt.

20. Jahrhundert

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1910 wurde in Deutschland eine neue FeldmĂŒtze ausgegeben, welche sich deutlich an historischen Barettformen orientierte, aber durch ihre handliche GrĂ¶ĂŸe zweckmĂ€ĂŸiger war. Die FeldmĂŒtze M1910 bestand aus feldgrauem Stoff und besaß ein einfassendes Band in den Farben der jeweiligen StreitkrĂ€fte sowie zwei Kokarden in den Farben des Reiches und des jeweiligen Landes, aus dem der Soldat stammte.[5] Da die meisten Soldaten wĂ€hrend des Ersten Weltkriegs keinen Wert auf einen sachgemĂ€ĂŸen Sitz der FeldmĂŒtze legten, ist ihre Konzeption als Barett anhand vieler Fotografien nicht gleich zu erkennen. Moderne Tragerekonstruktionen erleichtern dagegen die Zuordnung.[6] 1917 versuchte man, die FeldmĂŒtze in einer dunkleren Version mit einem fĂŒr alle Waffengattungen einheitlichen grĂŒnen umlaufenden Band einzufĂŒhren, was jedoch durch die schwierige Rohstofflage bis zuletzt nicht durchgehend gelang.

Mit GrĂŒndung der Reichswehr verschwand das kaiserzeitliche Barett bei der Truppe. Stattdessen fĂŒhrte man 1919 die bis dahin nur fĂŒr die Offiziere typische SchirmmĂŒtze auch bei den Mannschaften ein.

Der deutsche Panzerkommandant Oskar Munzel mit der PanzerschutzmĂŒtze, ca. 1943/44

Im Zuge der Aufstellung der deutschen Panzertruppe wĂ€hrend der 1930er Jahre wurde die sogenannte PanzerschutzmĂŒtze eingefĂŒhrt. Diese war als ausladendes, schwarzes Barett gestaltet, das in seinem Inneren mehrere dicke, stoßabweisende Einlagen besaß. Auf der Vorderseite befand sich das Hoheitsabzeichen mit Eichenlaub und Kokarde. Auch die Panzerabteilung der Legion Condor war mit schwarzen Baretts ausgestattet,[7] die jedoch nicht die ausladende Form der PanzerschutzmĂŒtzen und kein Innenfutter besaßen. Die Einsatzbedingungen zeigten, dass die PanzerschutzmĂŒtze fĂŒr die Besatzungen der Panzer eher hinderlich war. Daher wurde die MĂŒtze bereits zu Beginn des Jahres 1940 durch ein schwarzes Schiffchen M 1938 ersetzt.

Damit wurde wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs das Barett ein ausschließliches Kennzeichen britischer StreitkrĂ€fte. Dieses bestand aus khakifarbenem Wollstoff. 1944 wurden die ersten bordeaux-roten Barette als Kennzeichen fĂŒr die britischen FallschirmjĂ€ger ausgegeben.

Bei den US-StreitkrĂ€fte waren es zunĂ€chst FallschirmjĂ€ger des 509. US-FallschirmjĂ€gerregiments der 82. US-Luftlandedivision, die erstmals mit Baretten aus den BestĂ€nden der britischen FallschirmjĂ€ger ausgestattet waren. Im Laufe der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts waren es dann hauptsĂ€chlich amerikanische Spezialeinheiten, die fĂŒr das Tragen dieser Kopfbedeckung bekannt wurden.

In der Nationalen Volksarmee der DDR waren Baretts kaum ĂŒblich. Lediglich die NVA-FallschirmjĂ€ger trugen ein graues Barett zur Dienstuniform und ein rotes, spĂ€ter ein oranges Barett zur Ausgehuniform.

Seit der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts gehört das Barett weltweit zu zahlreichen Uniformen und Amtstrachten. DarĂŒber hinaus tragen es bis heute einige Studentenverbindungen sowie seit den 1920er Jahren einige internationale PfadfinderbĂŒnde.

Das Barett ist eine der Kopfbedeckungen der deutschen Bundeswehr. Fast alle HeeresuniformtrĂ€ger, aber auch einigen Soldaten der Luftwaffe und Marine tragen das Barett als Kopfbedeckung. In vielen Truppenteilen der Bundeswehr ist das Barett die gewöhnliche Kopfbedeckung. Seine Farbe und das am Barett ĂŒber der linken SchlĂ€fe angesteckte Truppengattungsabzeichen erlauben die Zuordnung des Soldaten zu einer Truppengattung, Dienstbereich, Verwendungsreihe oder einem multinationalen Großverband.

GrĂŒnes Barett (Infanteristen des österreichischen Bundesheeres)

Ähnlich wie bei der deutschen Bundeswehr gilt auch im österreichischen Bundesheer, dass sich Rekruten ihr Barett „verdienen“ mĂŒssen. Es wird ihnen zwar bereits mit der Einkleidung ausgehĂ€ndigt, darf aber in der Regel erst nach Ende der 2. Woche der Grundausbildung getragen werden. Bis dahin ist die FeldmĂŒtze zu tragen. DarĂŒber hinaus ist es vom jeweiligen Truppenkörper abhĂ€ngig, ob anstatt des Baretts nach der Grundausbildung nicht auch weiterhin die FeldmĂŒtze getragen wird. Generell gilt jedoch, dass bei PanzerverbĂ€nden stets das Barett bevorzugt wird – auch im Rahmen des Gefechtsdiensts.

  • Schwarz – Panzertruppe, Panzergrenadiertruppe
  • Scharlachrot – Garde
  • Korallenrot – MilitĂ€rpolizei
  • GelbgrĂŒn – Soldaten des Heeres-Sportzentrums
  • Signalgrau – Angehörige der MilitĂ€rakademie und der Sicherheitsschule
  • Hechtgrau – Soldaten der ABC-Abwehrschule und der Einheit „Austrian Forces Disaster Relief Unit“.
  • Rostbraun – Soldaten der FĂŒhrungsunterstĂŒtzungsschule sowie der FĂŒhrungsunterstĂŒtzungsbataillone 1 und 2.
  • GrĂŒn – Infanterie, JĂ€gertruppe, alle Waffengattungen ohne eigener Barettfarbe
  • StahlgrĂŒn - Pioniere
  • Beige - 7. JĂ€gerbrigade/Jagdkampf
  • Oliv – Soldaten des Jagdkommando
  • Dunkelblau – Heereslogistikschule und Angehörige der StreitkrĂ€ftebasis
  • UN-blau – Soldaten im internationalen Einsatz der Vereinten Nationen

Farbe des Bundesadlers

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  • Altsilber: Rekruten und Chargen
  • Silber: Unteroffiziere
  • Gold: Offiziere
Panzersoldat der Schweizer Armee, Béret nach links mit Emblem rechts

Das Barett wird in der Schweizer Armee BĂ©ret genannt. Ab 1. Januar 1990 wurde das BĂ©ret an alle Auszugseinheiten ausgegeben. Seit 1. Januar 1991 ist es auch bei allen ĂŒbrigen Einheiten vorgeschrieben.[8] Im Gegensatz zu Deutschland und Österreich sind nur die Farben Ausdruck fĂŒr die jeweilige Truppengattung. Das Emblem am BĂ©ret steht fĂŒr die Haupteinheit, zu der der TrĂ€ger gehört. Die Embleme der höheren Unteroffiziere (ab Stufe Feldweibel) und Offiziere (siehe Dienstgrade der Schweizer Armee) sind mit einem goldenen Eichenkranz versehen. In der Schweizer Armee wird im Gegensatz zu den meisten anderen Organisationen und Armeen das BĂ©retemblem rechts getragen.

  • schwarz: Generalstabsdienst, Territorialdienst, Panzer, Genie, Rettung, Übermittlung/FĂŒhrungsunterstĂŒtzung, ABC-Abwehr, MilitĂ€rischer Nachrichtendienst, MilitĂ€rjustiz, Armeeseelsorge, Bereitschaftsdienst, Sport
  • grĂŒn: Infanterie, MilitĂ€rmusik
  • rot: Artillerie
  • dunkelblau: Luftwaffe
  • blau: SanitĂ€tstruppen, Rotkreuzdienst
  • bordeauxrot: Logistiktruppen (Versorgung, Material, Transporte, VeterinĂ€re)
  • grau: MilitĂ€rische Sicherheit
  • hellblau: Friedensförderungseinsatz fĂŒr die UNO
  • beige: Kommando SpezialkrĂ€fte (KSK)[9]

Vereinigten Staaten

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Barett der Army Special Forces (Green Beret)

Das Tragen des Barett in den StreitkrĂ€ften der Vereinigten Staaten geht auf den Zweiten Weltkrieg zurĂŒck. Seit dieser Zeit haben die TeilstreitkrĂ€fte der US-StreitkrĂ€fte das Tragen vom Barett unterschiedlich gehandhabt. Seit 2001 ist das Barett die angeordnete militĂ€rische Kopfbedeckung in der Army fĂŒr den Dienstanzug[10], nachdem es vorher auf besondere Truppenteile wie SpezialkrĂ€fte oder Fallschirmtruppe (englisch Airborne Troops) beschrĂ€nkt gewesen war. In der Air Force wird das Barett weiterhin nur von Soldaten mit besonderer Verwendung getragen, wĂ€hrend die Space Force, Marine, Marineinfanterie und KĂŒstenwache kein Barett tragen.

United States Army

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United States Air Force

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  • schwarz: Tactical Air Control Party
  • bordeauxrot: Fallschirmrettungspersonal und Combat Rescue Officer
  • rot: Combat Controller und Special Tactics Officer
  • grau: SpezialaufklĂ€rung
  • dunkelblau: Sicherungstruppe, Ausbilder an der United States Air Force Academy
  • grĂŒn: SERE Ausbilder
  • braun: Combat Aviation Advisors

Bereitschaftspolizei

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Barett der Bayerischen Bereitschaftspolizei (grĂŒn)

Vor allem bei der Bereitschaftspolizei und bei Fußstreifen, insbesondere in FußgĂ€ngerzonen oder in lĂ€ndlichen Gebieten, gehört zum Einsatzanzug bzw. zur Uniform auch ein Barett, das seit EinfĂŒhrung der neuen bundeseinheitlichen „Oestergaard-Polizeiuniform“ im Jahr 1976 getragen wird. Teilweise sind auch HundefĂŒhrer der Polizei im Einsatzanzug mit dieser Kopfbedeckung ausgestattet.

  • grĂŒn bzw. blau: Einsatzhundertschaften der Bereitschaftspolizei
  • ehemals grĂŒn: Bereitschaftspolizeikomponente der Bundespolizei vor EinfĂŒhrung des blauen Einsatzanzuges
  • schwarz: Bayerisches UnterstĂŒtzungskommando (USK)/geschlossene Einheiten der Berliner Polizei
  • bordeauxrot: Baden-WĂŒrttembergisches und Bayerisches Spezialeinsatzkommando (SEK)
  • weiß: Motorradstaffel bzw. Motorradfahrer des Streifen- und Eskortendienstes

Bundesgrenzschutz, heute Bundespolizei

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Auch beim Bundesgrenzschutz (BGS) wurde mit der EinfĂŒhrung der neuen Polizeiuniformen 1976 zum Einsatzanzug ein grĂŒnes Barett eingefĂŒhrt. Die Nachfolgeorganisation des BGS, die Bundespolizei, ĂŒbernahm bei ihrer Entstehung 2005 diese Praxis. Mit Umstellung auf die blaue Einsatzbekleidung wurde das Barett durch blaue Baseballcaps mit der Aufschrift „POLIZEI“ ersetzt[11]. Lediglich zur weiterhin grĂŒnen Alltagsuniform der Beamten der GSG 9 der Bundespolizei gehört ein grĂŒnes Barett[12]. Im Jahr 2020 erfolgte die WiedereinfĂŒhrung des Baretts fĂŒr EinsatzkrĂ€fte der Bundesbereitschaftspolizei sowie fĂŒr EinsatzkrĂ€fte der MKÜ der Bundespolizeidirektionen.

Ein grĂŒnes Barett gehörte zur grĂŒnen Dienstkleidung, welche die deutsche Zollverwaltung 1972 eingefĂŒhrt hatte, und wurde v. a. von den Beamten der Sachgebiete (Grenz-)Kontrollen und ZollĂ€mter getragen. Mit Umstellung auf die neue blaue Dienstkleidung seit 2018 ist das Barett weggefallen und es steht zur sogenannten „funktional-reprĂ€sentativen“ Ausstattung, die im alltĂ€glichen Dienst getragen wird, nur noch eine Baseballcap zur VerfĂŒgung, die das Bundeswappen mit Zoll-Schriftzug in silber auf dunkelblau trĂ€gt (Wasserzoll: gold auf dunkelblau). Seit August 2021 ist ein Barett fĂŒr die Beamten der Zollverwaltung wieder verfĂŒgbar.

Dunkelblaues Barett der österreichischen Bundespolizei

Als ziviler, wenngleich auch militÀrisch organisierter Wachkörper, hat auch die österreichische Bundespolizei verschiedene Barettfarben:

Farbe des Bundesadlers:

  • Platin: Eingeteilte Beamte
  • Silber: DienstfĂŒhrende Beamte
  • Gold: Leitende Beamte

Zivil- und Katastrophenschutz

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Nachdem bereits seit Anfang der 1970er Jahre einige OrtsverbĂ€nde des deutschen Technischen Hilfswerks (THW) mit dem Barett experimentiert hatten, entschied die THW-Leitung 1991 die endgĂŒltige EinfĂŒhrung dieser Kopfbedeckung. Die Farbe des Baretts ist Schwarz, als Abzeichen wird das Organisationsemblem aus Metall getragen (ĂŒbereinanderstehende Initialen „THW“ im Zahnrad). Das Barett ist in der Bekleidungsrichtlinie als der maßgeblichen Verwaltungsvorschrift fĂŒr den Multifunktions-Einsatzanzug und den Arbeitsanzug vorgesehen; es kann jedoch auch zum Dienstanzug getragen werden. Da es seit einiger Zeit nicht mehr neu ausgegeben wird, ist die praktische Verwendung örtlich unterschiedlich. Als Alternative ist nun das amerikanische Baseballcap vorgesehen.[13] Neben dem THW tragen viele weitere Organisationen des Katastrophenschutz Barette, unter anderem auch Feuerwehren (meist rot oder dunkelblau, je nach Land/Region).

Das Deutsche Rote Kreuz trug ein dunkelblaues Barett mit Abzeichen aus Rotem Kreuz auf weißem Grund und stilisierter Litze als Umrandung. Auf Ebene der DRK-Ortsvereine und KreisverbĂ€nde war diese Umrandungen in silberner Farbe gehalten, fĂŒr die Bezirks- und LandesverbĂ€nde sowie den Bundesverband in goldener Farbe. Im Zuge der Umstellung auf eine neue Dienstbekleidungsordnung wurde das Barett durch eine SchirmmĂŒtze ersetzt. AltbestĂ€nde dĂŒrfen noch aufgetragen werden.

Pfadfinderinnen- und PfadfinderbĂŒnde und -verbĂ€nde verschiedener LĂ€nder tragen oder trugen seit den 1920er Jahren ein Barett als Bestandteil ihrer Kluft, teilweise als Alternative oder Ersatz zum ursprĂŒnglichen Pfadfinderhut. SpĂ€testens seit den 1990er Jahren wurde das Barett bei einigen der grĂ¶ĂŸten Pfadfinderorganisationen wieder abgeschafft.

Noch in AbhĂ€ngigkeit zur Pfadfinderbewegung Großbritanniens wurde die dortige Uniformreform von 1967 mitvollzogen und das Barett eingefĂŒhrt. Allerdings schafften die australischen Verantwortlichen nicht, wie in Großbritannien, den Pfadfinderhut ab. Bis zu einer großen, neuen Uniformreform, die Anfang 2004 eingefĂŒhrt wurde,[14] konnten Pfadfinder, Rover und FĂŒhrer der Scout Association of Australia („Scouts Australia“) zwischen dem Pfadfinderhut oder einem grĂŒnen Barett wĂ€hlen. Venture Scouts trugen ein kastanienbraunes Barett.[15] Mit der Reform von 2004 wurde der Pfadfinderhut und das Barett abgeschafft.

Angehörige des Bundes Deutscher Pfadfinderinnen 1925 mit der BaskenmĂŒtze

In Deutschland etablierte sich im Bereich der Wandervogel- und Jugendbewegung seit den 1920er Jahren das sechs- oder achteckige Barett aus Samt oder Cord. Hervorzuheben ist hierbei der 1919 gegrĂŒndete Nerother Wandervogel. Diese Barette sollte an die mittelalterliche Hutmode anknĂŒpfen und an das Fahrende Volk des Mittelalters, die Vaganten, erinnern. Diese konnten zwar ein „freies Leben“ fĂŒhren, galten gesellschaftlich jedoch als Außenseiter. Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Barettmode und das dazugehörende LebensgefĂŒhl von etlichen bĂŒndisch orientierten deutschen Pfadfindern ĂŒbernommen. Die grĂ¶ĂŸte Pfadfinderorganisation in Deutschland, die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), fĂŒhrte 1964 ebenfalls ein anthrazitgraues Barett mit kunstledernem Stirnband als Kopfbedeckung ein. Die neue Kopfbedeckung konnte von Pfadfindertrupps wahlweise statt des Pfadfinderhutes getragen werden.[16] Allerdings wurde der Pfadfinderhut bereits im darauffolgenden Jahr vollstĂ€ndig abgeschafft. In diesem Fall knĂŒpften die Verantwortlichen bei der EinfĂŒhrung des Baretts nicht an die jugendbewegte Ideen an, sondern folgten einer damals gerade erst in Erscheinung tretenden Mode innerhalb der internationalen Pfadfinderbewegung. Mit dem verstĂ€rkten Aufkommen des Baretts bei der Bundeswehr in den 1970er Jahren distanzierten sich viele deutsche Pfadfinder von dieser Hutmode, um gesellschaftlich nicht in die NĂ€he zum MilitĂ€r gerĂŒckt zu werden. Heute ist das Barett daher nur noch in sehr wenigen deutschen PfadfinderbĂŒnden ein offizieller Bestandteil der Kluft. Bereits 1978 gehörte es in der DPSG nicht mehr zur offiziellen Kluft.[17] Bis heute wurde dort keine offizielle Kopfbedeckung mehr eingefĂŒhrt. Seit Ende der 1990er Jahre werden in der DPSG jedoch – neben anderen diversen HĂŒten und Kappen – wieder der Pfadfinderhut und seit der Zeit nach 2005 eine grĂŒne BaseballmĂŒtze fĂŒr Wölflinge als inoffizielle AusrĂŒstungsgegenstĂ€nde angeboten. Andere große PfadfinderbĂŒnde in der Nachkriegszeit, wie der Bund Deutscher Pfadfinder (BDP) oder die Christlichen Pfadfinder Deutschlands (CPD) haben nie eine offizielle Kopfbedeckung besessen. Ebenso wenig ihre Nachfolgeorganisationen, der Bund der Pfadfinder*innen (BdP) und der Verband Christlicher Pfadfinder*innen (VCP).

Bereits in den 1920er Jahren trugen einige französische Pfadfinder neben dem Pfadfinderhut eine BaskenmĂŒtze. Sie gehörten den Gebirgspfadfindern an und hatte diese Kopfbedeckung von den französischen GebirgsjĂ€gern (Chasseurs alpins) ĂŒbernommen. Um eine Verwechslung mit den GebirgsjĂ€gern zu vermeiden, wurde der MĂŒtzenstoff in die entgegengesetzte Richtung herabgezogen. SpĂ€ter wurden auch die Wölflinge mit der BaskenmĂŒtze ausgestattet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs machten die Raider – eine insbesondere in Frankreich bekannte Pfadfinderstufe, bei der sich Rover oder Ranger fĂŒr eine lĂ€ngerfristige Aufgabe verpflichten – der Scouts de France den Vorschlag, das Barett der französischen FallschirmjĂ€ger einzufĂŒhren. In der Folge erhielten alle Pfadfinder der Scouts de France ein marineblaues Barett, wĂ€hrend deren Raider ein grĂŒnes Barett erhielten. Heute besitzt keiner der anerkannten französischen PfadfinderverbĂ€nde eine verpflichtende, offizielle Kopfbedeckung. Lediglich kleinere BĂŒnde, wie die 1958 aus einer Abspaltung hervorgegangene Association des Guides et Scouts d’Europe, halten am marineblauen Barett fest.

Großbritannien

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In Großbritannien entstand 1967 aus der 1910 gegrĂŒndeten Boy Scouts Association die Scout Association. Im Zuge dieses Umbaus der Organisation wurde damals ein grĂŒnes Barett anstelle des Pfadfinderhuts eingefĂŒhrt.[18] Nach einer verbandsinternen Studie von 1989 wurde dieses Barett zu Beginn des Jahres 1990 wieder abgeschafft. Lediglich die Luftpfadfinder der Scout Association tragen bis heute ein marineblaues Barett.[19] Alle ĂŒbrigen Pfadfinder werden mit BaseballmĂŒtzen ausgestattet.

In Kanada wurde das Barett zwischen 1968 und 1998 zur Pfadfinderuniform der Boy Scouts of Canada (heute Scouts Canada) getragen. Bis 1992 besaß es eine grĂŒne Farbe, dann wurde auf marineblau umgestellt. Heute wird nur noch die BaseballmĂŒtze oder ein sandfarbener Safarihut aus Stoff offiziell angeboten. FĂŒr die „Biber“, die frĂŒher Wölflingen hießen, gibt es einen leichten dunkelblauen Schlapphut (sog. „Fischerhut“) mit stark herabfallender Krempe.

In Thailand gilt das Pfadfindertum als staatstragend. Mit Ausnahme der Wölflinge besitzen alle Pfadfinder der Nationalen Pfadfinderorganisation Thailands ein rotes Barett.

Bei den Boy Scouts of America (BSA) gehörte das rote Barett seit dem 1. September 1972 zur Uniform. Es konnte von Ortsgruppen alternativ statt des khakifarbenen Schiffchens, einer khakifarbenen FeldmĂŒtze im Stil einer Baseballkappe oder des Pfadfinderhuts getragen werden.[20] Lediglich die rote Farbe wurde anfangs als nicht attraktiv empfunden,[21] spĂ€ter wurde auch festgestellt, dass das Barett bei verschiedenen WitterungseinflĂŒssen in keinem Fall so praktisch sei, wie der Pfadfinderhut.[22] Seit den 1990er Jahren wird das Barett nicht mehr offiziell ausgegeben, ist jedoch auch nicht abgeschafft. Das rote Barett kann weiterhin neben dem Pfadfinderhut sowie diversen Baseballkappen getragen werden.[23] Bei den amerikanischen Pfadfinderinnen (Girl Scouts of the USA) wurde zeitweise ein grĂŒnes Barett getragen, was in der Bevölkerung jedoch zu Irritationen fĂŒhrte, da das grĂŒne Barett ein Erkennungszeichen der Spezialeinheiten in der US-Army ist.

Commons: Barette (Uniformen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Zeno: Barett. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. zeno.org, 1905, abgerufen am 4. Februar 2024.
  2. ↑ J. F. Fuentes, MartĂ­n SĂĄnchez: Boina/sombrero: una dicotomĂ­a social y simbĂłlica en la España del siglo xx. In: Historia y PolĂ­tica. Nr. 43, 2020, S. 225–254, doi:10.18042/hp.43.08 (fecyt.es [abgerufen am 4. Februar 2022]).
  3. ↑ Olga MacĂ­as: La boina y los vascos. In: euskonews.eus. Juli 2003, abgerufen am 3. MĂ€rz 2021.
  4. ↑ Laurent Mirouze: Infanteristen des ersten Weltkriegs. Verlag Karl-Heinz Dissberger, DĂŒsseldorf 1990, ISBN 3-924753-28-8, S. 28.
  5. ↑ Laurent Mirouze: Infanteristen des ersten Weltkriegs. Verlag Karl-Heinz Dissberger, DĂŒsseldorf 1990, ISBN 3-924753-28-8, S. 62.
  6. ↑ Laurent Mirouze: Infanteristen des ersten Weltkriegs. Verlag Karl-Heinz Dissberger, DĂŒsseldorf 1990, ISBN 3-924753-28-8, S. 63.
  7. ↑ Manfred Merkes: Die deutsche Politik im spanischen BĂŒrgerkrieg. 1936–1939. Bonner historische Forschungen, Bd. 18, Röhrscheid, Bonn 1969, S. 56.
  8. ↑ JĂŒrg Burlet: Geschichte der eidgenössischen MilitĂ€runiformen 1852 bis 1992. Textaid DTP, Egg 1992, ISBN 3-9520350-0-9, S. 160.
  9. ↑ Truppengattungen und Dienstzweige. Archiviert vom Original am 25. September 2020; abgerufen am 4. Februar 2024.
  10. ↑ Rod Powers: The Beret in U.S. Military Uniform History. In: www.thebalancecareers.com. The Balance Careers, 27. Juni 2019, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 25. Oktober 2020; abgerufen am 25. Juni 2020 (englisch).
  11. ↑ Bundespolizei / Bundesbereitschaftspolizei. Archiviert vom Original am 13. August 2017; abgerufen am 13. August 2017.
  12. ↑ Planet Wissen: Zu Gast im Studio: Jerome Fuchs, Kommandeur der GSG 9. 23. September 2016 (planet-wissen.de [abgerufen am 13. August 2017]).
  13. ↑ Wolfgang Reuber: Das Barett – die ideale Kopfbedeckung fĂŒr den THW-Helfer, Webseiten der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, Ortsverband Bad Homburg. Abgerufen am 13. April 2014.
  14. ↑ Die neue Uniform der Scouts Australia von 2004 in Wort und Bild. Abgerufen am 14. April 2014. (Memento vom 25. September 2003 im Internet Archive)
  15. ↑ Faktenpapier vom September 2003 zu den australischen Pfadfinder mit der damaligen Uniform. Abgerufen am 14. April 2014. (Memento vom 16. Januar 2021 im Internet Archive)
  16. ↑ BeschlĂŒsse des 24. Bundesthings. In: Georgspfadfinder, 4, 1964. S. 118–119; hier S. 118.
  17. ↑ Bundesleitung der DPSG (Hrsg.): Die Pfadfinderkluft. In: Pfadfinder. Ein anderer Weg. Georgs-Verlag, DĂŒsseldorf 1978, S. 327–333.
  18. ↑ Die Geschichte der Scout Association (Scoutbase). Abgerufen am 13. April 2014. (Memento vom 2. Februar 2006 im Internet Archive)
  19. ↑ Air Scout Beret Scouts Sections. Abgerufen am 4. Februar 2024 (englisch).
  20. ↑ Scouting’s new look. In: Scouting, Bd. 60, Nr. 6 (1972), S. 18–29, hier: S. 28; Vote for the uniform of your choice. In: Boys’ Life, September 1972, S. 71 (Abbildung der neuen Uniformen).
  21. ↑ Leserbrief von Ralph C. Reiner. In Scouting, Bd. 61, Nr. 1 (1973), S. 15.
  22. ↑ Kenneth H. Powers: Campaign hats off! (Leserbrief). In: Scouting, Bd. 69, Nr. 1 (1981) S. 19.
  23. ↑ Douglas K. Daniel: Search-a-ree. In: Scouting, Bd. 90, Nr. 5 (2002), S. 37–39 sowie S. 51; zur EinfĂŒhrung einer neuen Uniform und neuer Baseballkappen siehe: Boys’ Life, September 1980, S. 37–39 (Abbildung der neuen Uniformen).