Bahnstrecke UtrechtâKampen
| Utrecht â Kampen | |
|---|---|
Ein Zug der Nederlandse Spoorwegen | |
| StreckenlÀnge: | 101 km |
| Spurweite: | 1435Â mm (Normalspur) |
| Stromsystem: | 1,5 kVÂ = |
| Streckengeschwindigkeit: | 140Â km/h |
Die Bahnstrecke Utrecht â Kampen, auch Centraalspoorweg genannt, ist eine zweigleisige, groĂenteils elektrifizierte Hauptbahn zwischen Utrecht, Amersfoort, Zwolle und Kampen. Die Bahnstrecke ist eine der wichtigsten Bahnstrecken in den zentralen Niederlanden. Die StreckenlĂ€nge betrĂ€gt etwa 101 Kilometer.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Bau der Strecke wurde durch die Nederlandsche Centraal Spoorweg Maatschappij (NCS, deutsch âNiederlĂ€ndische Zentralbahngesellschaftâ) angestoĂen und war eines von mehreren Projekten dieser Gesellschaft. UnterstĂŒtzt wurde das Vorhaben durch die Stadt Kampen, die sich finanziell beteiligte. Der erste Abschnitt der Strecke zwischen Utrecht und Hattem, wenige Kilometer sĂŒdlich von Zwolle, wurde 1863 eröffnet. Ein Jahr spĂ€ter folgte der Teil zwischen Hattem und Zwolle. Der letzte Abschnitt zwischen Zwolle und Kampen, auch Kamperlijntje genannt, wurde 1865 fĂŒr den Verkehr freigegeben. Bis zur Eröffnung der Hanzelijn im Jahr 2012 war der Centraalspoorweg die kĂŒrzeste Verbindung zwischen den nördlichen Niederlanden und der Randstad. In Utrecht nutzt die NCS die Anlagen der Nederlandsche Rijnspoorweg Maatschappij (deutsch âNiederlĂ€ndische Rheinbahngesellschaftâ) mit. 1868 kamen die NCS und die Staatsspoorwegen (SS) ĂŒberein, dass ebenfalls Bahnanlagen gemeinsam genutzt werden können. Ab 1872 findet auch ein WagenĂŒbergang zwischen den einzelnen Gesellschaften statt. Bis zur Eröffnung der Strecke Arnhem â Nijmegen 1879 ist die Strecke die einzige Verbindung zwischen dem nördlichen und sĂŒdlichen Streckennetz der Staatsspoorwegen.[1]
Die NRS wurde 1884 Hauptanteilseigner der NCS. Als diese 1890 durch die Staatsspoorwegen ĂŒbernommen wurde, kĂŒmmerte diese sich weiter um die Belange der Centraalspoorweg. Die Strecke nahm eine bedeutende Rolle im Nord-SĂŒd-Verkehr der Gesellschaft ein, was sich unter anderem im zweigleisigen Ausbau zwischen Utrecht und Amersfoort widerspiegelte. Im gleichen Jahr trifft die SS mit der Stadt Kampen die Vereinbarung, dass die Verbindung Zwolle â Kampen kĂŒnftig durch einen Pendelzug bedient wird. Die ĂŒbrige Strecke diente danach vordienlich dem Verkehr zwischen der Randstad und den nördlichen ProvinzhauptstĂ€dten.[1]
1903 wurde die Strecke zwischen Amersfoort und Hattem zweigleisig ausgebaut. Die IJsselbrĂŒcke bei Hattem bleibt weiterhin eingleisig und stellte in den nĂ€chsten Jahren einen betrieblichen Engpass dar. Neben den ZĂŒgen der SS nutzten sie auch die ZĂŒge der Koninklijke Nederlandse Locaalspoorweg-Maatschappij (deutsch âKönigliche NiederlĂ€ndische Lokalbahngesellschaftâ) nach Apeldoorn. In den 1930er Jahren wurde der zweigleisige Neubau der BrĂŒcke beschlossen. Da die alten Widerlager bereits fĂŒr das zweite Gleis ausgelegt waren, wurde zunĂ€chst der zweite Ăberbau errichtet und anschlieĂend der alte Ăberbau abgerissen und ebenfalls ersetzt. Der Umbau war 1935 abgeschlossen. 1942 wurde die Strecke zwischen Utrecht und Amersfoort elektrifiziert. Die IJsselbrĂŒcke wurde im Zweiten Weltkrieg durch Wehrmachtsangehörige gesprengt, 1946 wurde eine neue BrĂŒcke fertiggestellt. 1952 war der Abschnitt von Amersfoorf nach Zwoll elektrifiziert, der Abschnitt zwischen Zwolle und Kampen ist bis heute nicht elektrifiziert. Die IJsselbrĂŒcke stellte in den letzten Jahren wiederum einen Engpass dar, da diese mit zunehmender SchiffsgröĂe öfter geöffnet werden musste. Im Hinblick auf den Bau der Hanzelijn wurde daher ein Neubau beschlossen, dessen Höhe so bemessen ist, dass der Ăberbau ohne bewegliche Teile auskommt.[1] Dieser Neubau, der Hanzeboog, wurde am 14. Juni 2011 in Betrieb genommen.
Die Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke liegt bei 140 km/h. Diese wird auf den 90 Kilometern von Utrecht bis Zwolle erreicht. Lediglich der gut zehn Kilometer lange Abschnitt von Zwolle bis Kampen ist fĂŒr 100 km/h ausgelegt. Die Strecke ist zwischen Utrecht und Zwolle zweigleisig ausgebaut. Der Abschnitt von Zwolle nach Kampen verlĂ€uft jedoch eingleisig. Auf Utrechter Stadtgebiet ist die Strecke viergleisig, im Bereich Amersfoort dreigleisig.
Zugverkehr
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Die NCS setzte zwischen Utrecht und Zwolle zunĂ€chst drei gemischte ZĂŒge pro Tag ein, nach Eröffnung des Abschnitts Zwolle â Kampen kam ein weiterer Zug hinzu. Die ZĂŒge bedienten die ganze Strecke und mussten demzufolge in Zwolle Kopf machen. Die Inbetriebnahme des Oosterspoorweg (Amsterdam â Zutphen) im Jahr fĂŒhrt zu einem weiteren Wachstum der Verkehrszahlen, da sich beide Strecken im Bahnhof Amersfoort Centraal treffen. Etwa ab dieser Zeit findet auch ein WagenĂŒbergang statt. Ab 1879 werden von der Gesellschaft getrennte GĂŒter- und ReisezĂŒge eingesetzt. Ab 1884 gibt es Kurswagenverbindungen nach Amsterdam, Rotterdam, Den Haag, Groningen, Leeuwarden und Kampen.[1]
Nach dem Zweiten Weltkrieg verkehren die ReisezĂŒge zwischen Utrecht und Zwolle annĂ€hernd stĂŒndlich. ZweistĂŒndlich fuhr ein Schnellzug zwischen Rotterdam und Den Haag nach Leeuwarden und Groningen. Versetzt fuhr weiterhin zweistĂŒndlich ein Schnellzug zwischen Amsterdam und Leeuwarden beziehungsweise Groningen. Hinzu kamen stĂŒndlich verkehrende PersonenzĂŒge zwischen Amsterdam und Zwolle sowie zwischen Utrecht und Amersfoort. Einige Jahre spĂ€ter wurde der Abschnitt auf einen Halbstundentakt verdichtet, einzelne ZĂŒge fuhren bis Zwolle durch.[1]
Mit der EinfĂŒhrung des Fahrplans Spoorslag 70 verdichtete die Nederlandse Spoorwegen das Angebot nochmals. Die Intercity-ZĂŒge von Rotterdam und Den Haag beziehungsweise Amsterdam verkehrten nun stĂŒndlich, hinzu kamen stĂŒndlich PersonenzĂŒge (Stoptrein) zwischen Utrecht und Zwolle sowie Amsterdam und Zwolle, zwischen Utrecht und Amersfoort fuhren weitere VerstĂ€rker. In 1980er Jahren fuhren die meisten ZĂŒge ĂŒber Utrecht. Die Stoptrein aus Richtung Leeuwarden und Groningen wurden auf Grund ihrer LĂ€nge in Zwolle gebrochen.[1]
Nach Eröffnung der Hanzelijn nahmen die ZĂŒge nach Amsterdam, Schiphol Airport und Den Haag die neue Strecke. Die Intercity Rotterdam â Groningen und Rotterdam â Leeuwarden verkehren weiterhin stĂŒndlich sowie halbstĂŒndlich zueinander versetzt. Hinzu kommen SprinterzĂŒge zwischen Utrecht und Zwolle. Auf dem Abschnitt von Zwolle nach Kampen fĂ€hrt lediglich ein Stoptrein (Regionalzug).[1]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 7 Martijn van Vulpen: Spoorlijn Utrecht â Kampen. In: www.martijnvanvulpen.nl. Archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 20. Februar 2017; abgerufen am 19. Februar 2017 (niederlĂ€ndisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.

