Zum Inhalt springen

Australseeschwalbe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Australseeschwalbe

Australseeschwalbe (Sternula nereis)

Systematik
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Möwenverwandte (Laridae)
Unterfamilie: Seeschwalben (Sterninae)
Gattung: Sternula
Art: Australseeschwalbe
Wissenschaftlicher Name
Sternula nereis
Gould, 1843

Die Australseeschwalbe (Sternula nereis, Syn. Sterna nereis) ist eine Vogelart aus der Familie der Seeschwalben (Sternidae).[1]

Sie kommt im Pazifischen Ozean entlang der Südwestküste Australiens sowie der Ostküste bis Sydney, auf Tasmanien sowie auf Neukaledonien und in Neuseeland auf der Nordinsel vor.

Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Küsten mit Sand oder Korallen und Küstendünen.[2]

Die Australseeschwalbe ist 22 bis 27 cm groß, wiegt etwa 57 g, die Flügelspannweite beträgt 45 bis 51 cm. Die Geschlechter unterscheiden sich kaum.

Im Prachtkleid ist das Gefieder blass grau-weiß mit schwarzem Scheitel, Nacken und Ohrdecken sowie schwarzem Fleck vor dem Auge. Die Stirn ist weiß, der Schnabel orange-gelb. Die Iris ist dunkelbraun, die Beine gelblich.

Im Schlichtkleid ist der Schnabel schwarz, der Scheitel mehr gefleckt. Jungvögel haben schwärzliche Beine und Schnäbel mit gestreiftem braun-grauem Scheitel und dunklen Ohrdecken.[2][3]

Zur Abgrenzung von der Zwergseeschwalbe siehe dort.

Der Ruf des Männchens wird als hartes, lautes „tchi-wick“ oder als aufgeregtes „kirrikiki-kirrikiki“ und schnelles „ket-ket-ket-ket“ beschrieben.[2]

Geografische Variation

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es werden folgende Unterarten anerkannt:[4][5][6]

  • S. n. nereis Gould, 1843[7], Nominatform – Süden Australiens, Victoria und Tasmanien; enthält S. n. horni Mathews, 1912[8] – Westaustralien
  • S. n. exsul Mathews, 1912[9] – Neukaledonien
  • S. n. davisae Mathews & Iredale, 1913[10] Englisch: New Zealand Fairy Tern, Dainty Coastal Tern, Māori: Tara iti[11] – Nordinsel, Neuseeland

Von „Birds of the World“[2] und von der „Clements Checklist of Birds of the World“[12] wird S. n. horni als eigene Unterart geführt.

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus kleinen Fischen (Lagunengrundeln), auch Schalentieren und Schnecken.

Die Brutzeit liegt zwischen September und Januar bzw. Oktober und Februar.[3]

Die Seeschwalbe ist ein geselliger Koloniebrüter, sie tritt oft in Schwärmen von 50 bis 150 Individuen auf. Aus Tasmanien und Südaustralien zieht sie nordwärts, in anderen Regionen ist sie ortsständig (Standvogel).[2][3]

Gefährdungssituation

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Australseeschwalbe wird als gefährdet (vulnerable) klassifiziert.[13] Die neuseeländische Unterart S. n. davisae gilt mit einem Bestand von weniger als 40 Exemplaren als einer der weltweit seltensten Brutvögel.[14]

  • John Gould: Mr. Gould exhibited and characterized the following thirty new species of Australien birds. In: Proceedings of the Zoological Society of London. Band 10, 1842, S. 130–142 (biodiversitylibrary.org).
  • Gregory Mathews: The Birds of Australia. Band 2. Witherby & Co., London 1912 (englisch, biodiversitylibrary.org – 1912-1913).
  • Gregory Mathews: A Reference-List to the Birds of Australia. In: Novitates zoologicae: a journal of zoology in connection with the Tring Museum. Band 18, Nr. 3, Januar 1912, S. 171–446 (biodiversitylibrary.org).
  • Gregory Mathews, Tom Iredale: A Reference List of the Birds of New Zealand. Part 2. In: The Ibis (= 10). Band 1, Nr. 3, 1913, S. 402–452 (biodiversitylibrary.org).

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Avibase
  2. 1 2 3 4 5 M. Gochfeld, J. Burger und E. Garcia: Australian Fairy Tern (Sternula nereis), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Sternula nereis
  3. 1 2 3 Australian Government Dept of Environment and Energy
  4. ↑ World Bird List 15.2 Noddies, skimmers, gulls, terns, skuas, auks
  5. ↑ AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
  6. ↑ P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
  7. ↑ John Gould, S. 140.
  8. ↑ Gregory Mathews u. a. (1912), S. 209.
  9. ↑ Gregory Mathews (1912–1913), S. 385.
  10. ↑ Gregory Mathews u. a. (1913), S. 245.
  11. ↑ Fairy tern | Tara iti | New Zealand Birds Online. Abgerufen am 15. Juni 2024 (englisch).
  12. ↑ J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025, 2025, Version 2025. Abgerufen am 23. Januar 2026.
  13. ↑ IUCN Redlist
  14. ↑ Tara iti - NZ Fairy Tern | Endangered Species Foundation. Abgerufen am 15. Juni 2024 (englisch).
Wikispecies: Australseeschwalbe – Artenverzeichnis
Commons: Australseeschwalbe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien