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Arth-Rigi-Bahn

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Arth-Rigi-Bahn
Triebwagen kurz vor Rigi Kulm
Triebwagen kurz vor Rigi Kulm
Streckenverlauf
Karte der Arth-Rigi-Bahn, die Talbahnstrecke ist eingestellt
Streckennummer (BAV):602 (Arth-Goldau–Rigi Kulm)
Fahrplanfeld:602
StreckenlÀnge:8,55 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:1500 =
Maximale Neigung: 201 ‰
Minimaler Radius:120 m
Zahnstangensystem:Riggenbach
Arth-Goldau–Rigi Kulm
Arth am See (Schiff) SchifflÀnde Zugersee
Kopfbahnhof Streckenanfang (Strecke außer Betrieb)
0,00 Arth (1875–1959) 421 mÂ ĂŒ. M.
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
Kirchfeld
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
Hof
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
Feld
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
Schöntal
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
Fabrik
BrĂŒcke ĂŒber Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
Rigiaa (19 m)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
1,40 Oberarth 449 mÂ ĂŒ. M.
Tunnel (Strecke außer Betrieb)
MĂŒhlefluh (38 m)
BrĂŒcke ĂŒber Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
Rigiaa (19 m)
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
Bergstrasse
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
Harmettlen
Strecke (außer Betrieb)Kreuzung (Strecken außer Betrieb)
Rigiaa (17 m / 14 m)
Kreuzung (Strecken außer Betrieb)Kopfbahnhof Streckenende (Strecke außer Betrieb)
3,00 Arth-Goldau ARB (Bahnhofplatz; 1897–1959)
Arth-Goldau SBB von Immensee nach Altdorf 510 mÂ ĂŒ. M.
Strecke (außer Betrieb)Kopfbahnhof Streckenanfang
0,00 Arth-Goldau RB (Hochperron) 519 mÂ ĂŒ. M.
Abzweig geradeaus und nach links (Strecke außer Betrieb)Kreuzung geradeaus oben (Querstrecke außer Betrieb)Abzweig ehemals quer und von links
Verbindungsgleis vom SBB-Bahnhof
Strecke (außer Betrieb)StreckeDienststation / Betriebs- oder GĂŒterbahnhof
Depot und WerkstÀtte
Strecke (außer Betrieb)
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)ehemaliger Bahnhof
0,19 Goldau Eichmatt (1875–1882 / 2010–2017) 516 mÂ ĂŒ. M.
Haltepunkt / Haltestelle
0,65 Goldau A4 541 mÂ ĂŒ. M.
0,70 Autobahn A4 (56 m)
Bahnhof
2,05 KrÀbel
Luftseilbahn nach Rigi Scheidegg
760 mÂ ĂŒ. M.
Strecke
Rigi Scheidegg (1659 mÂ ĂŒ. M.)
Tunnel
Rotenflue (67 m)
BrĂŒcke ĂŒber Wasserlauf
Rotenfluebach (42 m)
Bahnhof
4,21 Fruttli 1154 mÂ ĂŒ. M.
BrĂŒcke ĂŒber Wasserlauf
Dossenbach (32 m)
BrĂŒcke ĂŒber Wasserlauf
Heiterenbach (31 m)
Tunnel
Federnwald (48 m)
Bahnhof
5,83 Rigi Klösterli 1316 mÂ ĂŒ. M.
Haltepunkt / Haltestelle
6,85 Rigi Wölfertschen-First 1479 mÂ ĂŒ. M.
Abzweig geradeaus und von linksStrecke quer
RB von Vitznau
Bahnhof
7,72 Rigi Staffel 1604 mÂ ĂŒ. M.
Haltepunkt / Haltestelle
8,57 Rigi Kulm 1749 mÂ ĂŒ. M.
Betriebsstelle Streckenende
8,65 Depot 1752 mÂ ĂŒ. M.
Rigi Kulm (1797 mÂ ĂŒ. M.)

Quellen: [1][2][3][4]

Die Arth-Rigi-Bahn (ARB) ist eine schweizerische Normalspur-Zahnradbahn, welche von Arth-Goldau auf die Rigi fĂŒhrt. Zusammen mit der Vitznau-Rigi-Bahn (VRB), welche den Berg von der anderen Seite erreicht, bildet sie seit 1992 die Gesellschaft Rigi-Bahnen AG (RB).

Aktie ĂŒber 500 Franken der Arther Rigibahn-Gesellschaft vom 28. MĂ€rz 1873
Station Kulm der Arth-Rigi-Bahn (Zahnradbahn)

Als die Schwyzer BĂŒrger von Arth erfuhren, dass von der Luzerner Seite her eine Bahn auf die Rigi gebaut werden sollte, erhielten sie 1870 vom Schwyzer Kantonsrat die Konzession fĂŒr die schwyzerische Strecke zwischen Staffelhöhe und Rigi Kulm sowie zwischen Arth, Oberarth und Kulm. Sie beauftragten die beiden Ingenieure Zschokke und Riggenbach mit dem Bau derselben. Sofort wurde von der Arther Aktiengesellschaft der Bau der Strecke von Staffelhöhe nach Rigi Kulm (1752 mÂ ĂŒ. M.) in Angriff genommen. Im Sommer 1873 ĂŒbernahm die ausgebootete luzernerische Vitznau-Rigi-Bahn diese Strecke und musste bis zur Fusion 1992 fĂŒr die BenĂŒtzung des Schienenstrangs Staffelhöhe–Rigi Kulm einen Pachtzins bezahlen.

1873 wurde sodann mit dem Gleisebau von Goldau (518 mÂ ĂŒ. M.) via KrĂ€bel und Klösterli (1315 mÂ ĂŒ. M.) zur Staffel begonnen. Im Jahr 1874 wurde auch das TeilstĂŒck Arth–Oberarth–Goldau in Angriff genommen. Am 4. Juni 1875 konnte die Arth-Rigi-Bahn auf der ganzen Strecke den Betrieb aufnehmen. Gegen die Vitznau-Rigi-Bahn hatte sie zwar das Rennen verloren, glĂ€nzte aber mit der herrlicheren Aussicht auf der Strecke und mit den luxuriöseren Wagen. 1928 nahm die Bergbahn auch den Winterbetrieb zwischen Goldau und Rigi Kulm auf.

UrsprĂŒnglich begann die normalspurige Strecke in Arth am Ufer des Zugersees.[5] Diese bis zum Bahnhof Arth-Goldau gehende Talbahn, eine AdhĂ€sionsbahn, wurde 1897 von der Zahnradbahn getrennt und separat gefĂŒhrt, jedoch blieb eine Gleisverbindung erhalten. Im Jahr 1959 wurde dieser Zweig stillgelegt und die Gleisanlagen abgebaut. Die Strecke gehörte mit einer Steigung von 66 ‰ zu den steilsten Normalspurbahnen der Schweiz.[6]

Ehemaliges Streckengleis der Talbahn: Tragkonstruktion der ersten RigiaabrĂŒcke

Am 20. Oktober 1885 stĂŒrzte nach einem Achsbruch ein Zug unterhalb der Station KrĂ€bel ĂŒber die Bahnböschung. Der LokfĂŒhrer verlor dabei sein Leben, neun Personen wurden verletzt. → Abschnitt Unfall der H 1/2 4 und Umbau im Artikel ARB H 1/2

Anfangs reisten die meisten Passagiere mit dem Schiff auf dem Zugersee an. Ab 1882 befanden sich die Bahnsteige der ARB parallel zu denen der Gotthardbahn auf deren Bahnhofsvorplatz.[5] Als letztere allerdings 1897 fĂŒr die Zuger Strecke mehr und mehr Raum beanspruchte, erstellte die ARB den charakteristischen, quer ĂŒber die Gleise verlaufenden schmiedeeisernen Hochperron. Nun reiste die Mehrheit der ARB-FahrgĂ€ste ĂŒber die Bahn an.[5] Von 2011 bis 2013 wurde vor dem Hochperron eine neue, zweigleisige Bahnhofsanlage gebaut, der denkmalgeschĂŒtzte Perron wurde als Eingangshalle umgebaut. UrsprĂŒnglich war auch die NeueinfĂŒhrung eines Bahnhofs parallel zur SBB-Strecke erwogen worden, dies musste aber verworfen werden, da die SBB aufgrund der NEAT mehr Platz in diesem Bereich benötigte.

Am 1. Mai 1907 wurde die ARB als erste normalspurige Zahnradbahn der Welt auf die elektrische Traktion umgestellt. Es wurde eine zweidrahtige Fahrleitung gebaut, die mit Rollenstromabnehmern (Stange) bestrichen wurde. Bei Bergfahrt wurden zwei Stromabnehmer verwendet. 1939 wurde die Fahrleitungsspannung nach Anpassung der Fahrleitung von 750 V auf 1500 V angehoben, um die Fahrzeit von 60 auf 45 Minuten zu reduzieren. Die neue Spannung entsprach der 1937 elektrifizierten Vitznau – Rigi – Bahn. Bis 1949 wurde die Fahrleitung so umgebaut, dass sie mit Scherenstromabnehmern befahren werden kann, wie sie auf den neu abgelieferten Triebwagen 11 und 12 aufgebaut waren. Ab 1961 kam es zu Aushilfen mit Fahrzeugen zwischen den beiden Rigibahnen.

Im KrĂ€bel befindet sich heute die Talstation der Luftseilbahn zur Rigi Scheidegg (1642 mÂ ĂŒ. M.), die bis 1931 von der 1942 abgebrochenen schmalspurigen Rigi-Kaltbad-Scheidegg-Bahn (RSB) erreicht wurde.

Am 3. Juni 2000 feierte die Arth-Rigi-Bahn mit einem Dampf-Festival ihr 125-jÀhriges JubilÀum.

Blick aus der Halle im ehemaligen Hochperron auf den Bahnsteigbereich mit einem abfahrbereiten Zug
Turmbahnhof mit Hochperron der Arth-Rigi-Bahn in Arth-Goldau

In der Nacht vom 19. auf den 20. Januar 2014 wurde der Hochperron im Bahnhof Arth-Goldau um zwei Meter angehoben, damit er vor Ort saniert werden konnte.[7] Nach dieser Sanierung wurde er wieder um 1,30 Meter abgesenkt. die Differenz zur vorherigen Position war erforderlich zur Vergrösserung des Lichtraumprofils fĂŒr den unten durchfahrenden GĂŒterverkehr. Im Juli 2017 konnten die neue Bahnhofshalle im Hochperron in Betrieb gehen und die provisorischen Haltestellen aufgelöst werden. Im gleichen Jahr wurde die Gleichrichteranlage in Klösterli durch eine modernere höherer Leistung ersetzt.

Elektrische Anlage

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Anlagen fĂŒr den elektrischen Betrieb: 2 Gleichrichterstationen
Speisung mit Drehstrom: 15 kV/50 Hz
Traktionsenergie Gleichstrom: 1500 V
Leistung der Gleichrichterstationen: 3550 kW

Geschwindigkeit

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elektr. Triebfahrzeuge auf der Bergfahrt: 21 km/h
Talfahrt (0–144 ‰): 17 km/h
Talfahrt (145–200 ‰): 14 km/h
Fahrzeit Goldau–Rigi Kulm: 35 Minuten
KapazitÀt: 1000 Personen/h

Übersichtstabelle

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BCFhe 2/3 Nr. 6, Rigi Staffel
Baureihe Hersteller Baujahr Herkunft StĂŒckzahl Ausrangiert Bemerkungen
Serie Nummern total 1992
Lokomotiven
E 3/3 11 IGB Aarau 1875 1 0 1907 Talbahn
H 1/2 1–5 IGB Aarau 1875 6 0 1905–1923
6 SLM 1899 1945
He 2/3 8 SLM/MFO 1930 1 1 → RB mit Schneeschleuder
Triebwagen
CFe 2/2 1–2 MAN/WĂŒest 1906 2 0 1959, 1966 Talbahn
CFeh 2/4 3–5 Rastatt/WĂŒest 1907 3 0 1950, 1965
BCFhe 2/3 6 SWS/SLM/MFO 1911 1 1 → RB
BDhe 2/4 7 SIG/SLM/MFO 1925 1 1 → RB
BDhe 2/4 11–12 SLM/SAAS 1949 4 4 → RB
13 1954
14 1967
BDhe 4/4 15 SLM/BBC 1982 1 1 → RB
Steuerwagen
Bt 21–22 SWS/SAAS 1958 4 4 → RB
23 1960
24 1967
Bt 25 SLM/BBC 1982 1 1 → RB
Üb = Übernahme aus fremden Bestand (Gebrauchtfahrzeug); Um = Umbau aus eigenem Bestand

ErlÀuterungen zum Rollmaterial

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H 1/2 2
1908 wurde Lok 2 an die VRB verkauft und fuhr dort als Lok 14. 1918 wurde sie dann weiter an die Schwabenbergbahn verkauft, wo sie 1930 verschrottet wurde.
BCeh 2/3 6
PrĂŒffahrt am 30. August 1911, Ă€ltester noch betriebsfĂ€higer elektrischer Zahnradtriebwagen der Welt; letzte Generalrevision: 1990.
E 3/3 11
Reine AdhĂ€sionsdampflok fĂŒr den Einsatz auf der Talbahn zwischen Arth und Goldau. 1907 verkauft an die Thunerseebahn und 1946 abgebrochen.
CFe 2/2 1–2
Reine AdhĂ€sionsfahrzeuge fĂŒr den Einsatz auf der Talbahn zwischen Arth und Goldau, zuletzt BFe 2/2, Wagen 1 noch als Rangierfahrzeug Goldau im Einsatz.
  • Bei der letzten Fahrt der Talbahn 1959 wurde ein Lausbubenstreich verĂŒbt: Bei der Haltestelle Harmettlen wurden die Gleise mit Schmierfett eingerieben, so dass die Fahrt dort beendet werden musste.
  • Der MĂŒhlefluhtunnel der Talbahn war bis zu seiner Einstellung mit einer Höhe von rund 6 Metern der höchste Eisenbahntunnel Europas.
  • Seit einigen Jahren gibt es immer wieder Überlegungen, die ARB durch eine Luftseilbahn zu ersetzen.
  • Florian InĂ€bnit: Rigi-Bahnen; Zahnradbahn Arth–Rigi. Prellbock Druck & Verlag, Leissigen 2000, ISBN 3-907579-18-6.
  • Heinrich Ganz: "100 Jahre Arth-Rigi-Bahn", ĂŒberarbeitet und ergĂ€nzt durch Felix Ganz, Herausgegeben von der Arth–Rigi-Bahn, Murbacher Verlag, Luzern, 1975
  • Sandro Sigrist: Talbahn Arth–Goldau. Prellbock Druck & Verlag, Leissigen 1998, ISBN 3-907579-08-9.
Commons: Arth-Rigi-Bahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Hans G. WĂ€gli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
  2. ↑ Eisenbahnatlas Schweiz, Edition Schweers + Wall, EK-Verlag, 2024, ISBN 978-3-84466-441-6.
  3. ↑ map.geo.admin.ch mit Layern: swissTLM3D Eisenbahn (swisstopo), Schienennetz (BAV), Swissimage Zeitreise – Luftbilder (swisstopo) und Zeitreise Kartenwerke – Topografische Karten (swisstopo).
  4. ↑ maps.trafimage.ch mit Layern: Infrastruktur SBB/Tochtergesellschaften und Infrastruktur ĂŒbrige Bahnen.
  5. 1 2 3 Arth – Rigi-Bahn (ARB). Arth am See – Arth-Goldau In: eingestellte-bahnen.ch von JĂŒrg Ehrbar, abgerufen am 13. Juni 2020
  6. ↑ Walter TrĂŒb: Die steilsten Bahnen der Schweiz. In: Eisenbahn Amateur. Nr. 9, 1955, S. 276.
  7. ↑ Anhebung des Rigi-Bahn-Hochperrons verlief problemlos

Koordinaten: 47° 2â€Č 55″ N, 8° 32â€Č 52″ O; CH1903: 684279 / 211437