Alpilles
| Alpilles | |
|---|---|
| Topographische Ăbersichtskarte der Alpilles | |
| Alpilles bei Les-Baux | |
| Höchster Gipfel | Les Opies (498 m) |
| Lage | Frankreich, Département Bouches-du-RhÎne, zwischen den StÀdten Cavaillon, Arles und Salon-de-Provence |
| Koordinaten | 43° 43âČ N, 4° 59âČ O |
| Gestein | Sedimentgestein bestehend aus Kalkstein, Sandstein, Bauxit und Mergel |
| Alter des Gesteins | Oberjura und Kreide |
| FlĂ€che | 171 kmÂČ fĂŒr den eigentlichen Gebirgszug und mit den angrenzenden Gemeinden ca. 500 kmÂČ |
Die Alpilles (französisch Massif des Alpilles; auf Deutsch auch Alpillen) sind eine Kalksteinkette im SĂŒdwesten der Provence. Sie liegen etwa 60 km nordwestlich von Marseille im DĂ©partement Bouches-du-RhĂŽne zwischen Salon-de-Provence, Cavaillon und Arles. In der Region leben etwa 46.900 Menschen. Am 1. Februar 2007 wurden die Alpilles zum Regionalen Naturpark Alpilles erklĂ€rt und unter Schutz gestellt.[1] Ziel ist der Erhalt und die nachhaltigen Entwicklung eines regionalen Lebensraumes, dessen Natur- und Kulturerbe akut bedroht ist.[2] Die stark zerklĂŒfteten Gebirgsstöcke zeichnen sich hell gegen den blauen, besonders bei Mistral sehr klaren Himmel ab.[3] Vincent van Gogh schĂ€tzte dieses klare Licht der Provence.[4] Er verbrachte krankheitsbedingt ein Jahr in Saint-RĂ©my-de-Provence im Norden der Alpilles und hat etwa 150 wesentliche Kunstwerke hier geschaffen.
Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Alpilles gehören zur Region Provence-Alpes-CĂŽte dâAzur und liegen im DĂ©partement Bouches-du-RhĂŽne, zwischen Tarascon im Osten, Orgon im Westen, St RĂ©my de Provence im Norden und Maussane-les-Alpilles, im SĂŒden. Ihre Ausdehnung betrĂ€gt in West-Ost-Richtung etwa 30 und in Nord-SĂŒd-Richtung etwa 10 Kilometer, sie erreichen Höhenlagen von 300 bis 500 Meter. Das Massiv der Alpilles hat eine FlĂ€che von etwa 171 kmÂČ, die gesamte Region um die Alpilles umfasst eine FlĂ€che von etwa 500 Quadratkilometern.[5][6] Die höchste Erhebung ist Les Opies (498 m). 1965 wurden die Alpilles als bemerkenswerter Standort klassifiziert (sites remarquables). Die angrenzenden 14 Gemeinden sind: Aureille, Les Baux-de-Provence, EygaliĂšres, EyguiĂšres, Fontvieille, Maussane-les-Alpilles, MouriĂšs, Paradou, Orgon, Saint-Ătienne-du-GrĂšs, Saint-Martin-de-Crau, Saint-RĂ©my-de-Provence, SĂ©nas, Tarascon.[7]
Geologie
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Die Alpilles gehören zur PyrenĂ€isch-Provenzalischen Gebirgskette, die sich von den PyrenĂ€en ĂŒber die Alpilles, den Montagne St Victoire bis zum Massif des Maures und das Esterel erstreckt. Korsika und Sardinien gehören auch zu dieser Kette. Sie lag bis zum OligozĂ€n grob in der VerlĂ€ngerung der heutigen PyrenĂ€en in West-Ost-Richtung an der Stelle, die heute der Golfe du Lion einnimmt. VielfĂ€ltige Faltungen und Ăberschiebungen im gesamten regionalen Mittelmeerraum aus der Oberkreide und dem EozĂ€n verĂ€nderten Lage und Form der Kette. Die gefalteten Schichten aus den Sedimentgesteinen Kalkstein, Sandstein, Bauxit und Mergel bilden eine Antiklinale.

Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Herkunft des Namens
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Ancien RĂ©gime hatte der Gebirgszug wahrscheinlich keinen Namen. Claude François Achard sprach 1787 von den âBergen von Bauxâ.[8] Er nannte einen Gipfel der Alpilles âHoupiesâ und meinte wahrscheinlich den heutigen Gipfel Les Opies. Dieser französisierte Name leitet sich vom provenzalischen âAupihoâ ab, was eine Verkleinerungsform des Namens âAupâ ist und die Alpen bedeutet. Der Begriff Alpilles bezeichnet folglich die Gebirgskette kleinen Alpen.[9] Der Name könnte aber auch auf den Begriff âAlpinesâ zurĂŒckgehen mit dem noch heute z. B. der Alpines-Kanal in Barbentane bezeichnet wird.[10] Er ist zweifellos Ă€lter als die Form âAlpillesâ. In der Vita des Caesarius, Bischof von Arles (6. Jahrhundert), werden geistliche Besuche in âAlpinis locisâ erwĂ€hnt, was eher auf die Alpilles als auf die Alpen hindeutet. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden beide Bezeichnungen verwendet.[9] FrĂ©deric Mistral verwendete ausnahmslos die Form âAlpillesâ, die sich schlieĂlich als Bezeichnung fĂŒr die Bergkette durchsetzte.[11][A 1]
Protohistorische Zeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In protohistorischer Zeit, das heiĂt in der zweiten HĂ€lfte der frĂŒhen Eisenzeit (7.â6. Jh. v. Chr.) bevor es Aufzeichnungen gab, wurde die bis dahin hauptsĂ€chlich nomadische Bevölkerung sesshaft und begann mit dem Bau von festen GebĂ€uden. Die Wehrsiedlungen[A 2] sind wie ein Dorf mit StraĂen und ReihenhĂ€usern aufgebaut.[12] In den Alpilles wurden 16 bewohnte Orte gegrĂŒndet, die aus VerteidigungsgrĂŒnden auf Anhöhen errichtet wurden. Y. Marcadal nennt 16 Oppida in den Alpilles: le Mont de Cordes, le Plateau des Castelet de Fontvieille, les Tours de Castillon, l'Oppidum de Les Baux, le Castellas de Maussane, l'Oppidum de Caisses de Jean-Jean, le Castellas d'Aureille, l'Oppidum de Sainte-CĂ©cile, l'Oppidum de Mont-Menu, l'Castellas de Lamanon, Ernaginum, Saint-Gabriel, Notre-Dame-du-ChĂąteau, Glanon, l'Oppidum de La Vallongue und l'Oppidum de Notre-Dame-de-Beauregard.[13] Der Prozess der dauerhaften Ansiedlung geht mit der Intensivierung des Handels im Mittelmeerraum einher.[12] Die Bewohner der Alpilles produzierten Getreide um es gegen LuxusgĂŒter einzutauschen. Die Gesellschaft entwickelte sich von einer Autarkie zu einer Austauschwirtschaft.[12]
Ab dem Ende der Eisenzeit (2. â 1. Jh. v. Chr.) entwickelten sich mehrere aufstrebende Dörfer, die Monumente im spĂ€t-hellenistischen Stil errichteten. Dachplatten aus gesĂ€gtem, weichen Kalkstein, Schieferplatten nachempfunden, finden sich an mehreren Orten und zeugen vom griechischen Einfluss.[12]
Aufgezeichnete Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Geschichte der Regionen und StÀdte in historischer Zeit ist in folgenden Hauptartikeln zu finden:
â Hauptartikel Les Baux-de-Provence,
â Hauptartikel EygaliĂšres,
â Hauptartikel Fontvieille,
â Hauptartikel MouriĂšs,
â Hauptartikel SĂ©nas,
â Hauptartikel St Remy de Provence,
â Hauptartikel Tarascon,
â Hauptartikel Glanum,
â Hauptartikel Mont Gaussier
â Hauptartikel Chapelle Saint-Gabriel de Tarascon
Neuzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 1999 hat ein Waldbrand eine FlĂ€che von 2.500 ha zerstört.[14] Im Februar 2007 wurden die Alpilles zum regionalen Naturpark erklĂ€rt und unter Schutz gestellt. Ziel ist der Erhalt eines regionalen Lebensraumes, dessen Natur- und Kulturerbe akut bedroht ist, nachhaltig zu entwickeln; â Hauptartikel Parc Naturel RĂ©gional des Alpilles.
Wasserwirtschaft
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BÀche und KanÀle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Alpilles sind von mehreren BĂ€chen durchzogen, die nur wenig Wasser fĂŒhren und im Sommer hĂ€ufig austrocknen. Sie werden âGaudresâ genannt, abgeleitet von provenzalischen Wort âGaudreâ fĂŒr âkleiner Bachâ. KanĂ€le (auch Roubine genannt) wurden angelegt, um die Gemeinden zu entwĂ€ssern bzw. deren Wasserbedarf zu decken. Hierzu wurden einige Gaudres angezapft oder umgeleitet. AusgewĂ€hlte Gaudres sind:
- Gaudre du Trible: Seine Quelle liegt nördlich von Les Baux-de-Provence. Er ĂŒberquert in Saint-Jean eine StraĂe mittels eines AquĂ€dukts und mĂŒndet sĂŒdlich von Maussane in den Kanal VallĂ©e des Baux.
- Gaudre de Malaga: Er markiert die Grenze zwischen den Gemeinden Maussane und MouriĂšs. Er entspringt in der Gemeinde MouriĂšs in der NĂ€he des ChĂąteau de Pierredon und mĂŒndet in den Kanal des VallĂ©e des Baux.
- Gaudre de la Vallongue: Er ist ein Nebenfluss des Gaudre du Destet, der in Aureille entspringt und nach MouriĂšs flieĂt.
- Gaudre d'Aureille: Er flieĂt durch Aureille, EyguiĂšres und MouriĂšs.
- Gaudre de Romanin: Er flieĂt durch die Gemeinden Aureille, EygaliĂšres und Saint-RĂ©my-de-Provence.
AusgewÀhlte KanÀle sind:
- Kanal von Van-ens (sĂŒdlich des Massivs).
- Kanal des VallĂ©e des Baux (sĂŒdlich des Massivs).
- Kanal von Craponne (sĂŒdlich des Massivs).
- Kanal von Monestier (sĂŒdlich des Massivs).
- Kanal des Alpilles-Kanal (nördlich des Massivs).
- Kanal von Plan und Crau (nordöstlich des Massivs).
- Kanal der MĂŒhle von Saint Andiol (nordöstlich des Massivs).
- Kanal von ViguiĂšrat (Nordwesten und Westen des Massivs).
Ehemalige SĂŒmpfe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Marais des Baux ist eine natĂŒrliche Senke sĂŒdlich der Gemeinden Fontvieille, Paradou, Maussane-les-Alpilles und MouriĂšs. An dieser Stelle existierte auf einer FlĂ€che von 18,25 kmÂČ ein Sumpfgebiet mit See.[15] Die republikanische Verwaltung empfahl 1791 die endgĂŒltige Trockenlegung der SĂŒmpfe, um die âFĂ€ulnis der Luftâ zu verhindern. Der Hauptgrund fĂŒr die Trockenlegung dĂŒrfte aber eher der Verdienst an der Bewirtschaftung des sehr fruchtbarem Landes durch GroĂgrundbesitzer gewesen sein.[16] Die Trockenlegung war Ende 1880 abgeschlossen.[15] Das Gebiet ist nach wie vor ĂŒberschwemmungsgefĂ€hrdet. Bei den Ăberschwemmungen im Dezember 2003 war beispielsweise die gesamte FlĂ€che der ehemaligen SĂŒmpfe mehrere Wochen lang ĂŒberflutet.[16] Ein ganzes Netz von KanĂ€len durchzieht heute die ehemaligen SĂŒmpfe, wie der Kanal von Monestier, der Kanal des VallĂ©e des Baux, der Kanal von Van-ens sowie die Roubine von Saint-Laurent. Im Februar 2007 wurden die ehemaligen SĂŒmpfe dem Regionalen Naturpark Alpilles eingegliedert, um so ihren Schutz zu gewĂ€hrleisten. Am 28. Juli 2018 wurden der Marais des Baux in die Liste der UNESCO Naturerbe aufgenommen.[17]
Flora und Fauna
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]â Hauptartikel Regionaler Naturpark Alpillen
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die folgende Tabelle zeigt die Einwohner der Gemeinden in den Alpilles[A 3] zum jeweils selben Zeitpunkt.[18][19] Die Zahlen von 1962 bis 1999 basieren auf VolkszÀhlungen. Die Bevölkerung hat sich zwischen 1936 und 2019 mehr als verdoppelt.
| Jahr | 1936 | 1946 | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2019 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 20.806 | 20.902 | 24.404 | 25.935 | 28.355 | 32.527 | 37.311 | 40.629 | 46.900 |
Klima
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gibt keine nennenswerte Unterschiede des Klimas zwischen der Bergkette und den umgebenden Ebenen. Das Klima ist mediterran, mit trockenen Sommern und regenreichen Ăbergangs-Jahreszeiten.[20] Die Alpilles sind besonders dem Mistral ausgesetzt. Die Berge lenken zwar den Wind ab, er weht aber in Les Baux praktisch genauso stark wie in Saint-Remy. Der Mistral weht im Durchschnitt an 100 Tagen im Jahr stark und an 83 Tagen schwach. Nur 182 Tage im Jahr gelten als windstill.[20] Der FrĂŒhling kommt frĂŒh in die sĂŒdlich gelegenen Ebenen, er gehört zu den frĂŒhesten in der Provence. Die MandelblĂŒte kann bereits Ende Januar einsetzen.[20] Eine der den Alpilles am nĂ€chsten gelegenen Wetterstationen von MĂ©tĂ©o-France ist diejenige von Saint-Martin-de-Crau. Von dort stammen die folgenden Klimadaten.[21]
| Saint-Martin-de-Crau | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Klimadaten fĂŒr Saint-Martin-de-Crau
Quelle: infoclimat.fr | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die verwendeten Daten beziehen sich auf das Jahr 2015 und auf die Gemeinden des Park National Régional des Alpilles.[19] Da die Parkgrenzen bis auf die Gemeinden Lamanon und Mas-Blanc des Alpilles identisch sind mit den an die Alpilles angrenzenden 14 Gemeinden, sind die Daten vergleichbar.
Verteilung der Berufe nach Sektoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Berufe im Bereich der lokalen Dienstleistungen, zu denen insbesondere die Berufe im Hotel- und GaststĂ€ttengewerbe gehören, stellen 15 % der ArbeitsplĂ€tze. Dies zeigt die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus, der allein 10 % der ArbeitsplĂ€tze im Gebiet garantiert. Auch das Baugewerbe und die Landwirtschaft sind mit 10 % bzw. 8 % der ArbeitsplĂ€tze vertreten. FĂŒr 2015 sah die Verteilung der ArbeitsplĂ€tze nach beruflicher Funktion wie folgt aus:[19]
Baugewerbe 9,9 %, Dienstleistungen der Nahversorgung 15,0 %, Einzelhandel 7,8 %, Instandhaltung und Reparatur 8,7 %, Transport und Logistik 6,0 %, Verarbeitendes Gewerbe 5,5 %, Handel zwischen Unternehmen 4,0 %, Management 10,9 %, Design, Forschung und akademische Dienstleistungen 4,1 %, Kultur und Freizeit 1,9 %, Bildung und Ausbildung 4,0 %, Gesundheit und Soziale Berufe 7,9 % sowie öffentliche Verwaltung 6,4 %.
Wachstumsraten nach Sektoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den Alpilles wuchs die BeschĂ€ftigung zwischen 2010 und 2015 um durchschnittlich 1,9 % pro Jahr. Nach +1,5 % Wachstum im vorangegangenen Jahrzehnt beschleunigte sich das jĂ€hrliche Wachstum sogar. Berufe im Handel zwischen Unternehmen, in der Instandhaltung und Reparatur sowie im Baugewerbe sind die treibenden KrĂ€fte hinter dieser Dynamik. Sie allein sind fĂŒr 60 % des BeschĂ€ftigungswachstums verantwortlich.[19] DarĂŒber hinaus wurde der RĂŒckgang der landwirtschaftlichen Berufe gestoppt. Dies ist sowohl auf die massive Entwicklung sehr kleiner Betriebe (weniger als ein Hektar landwirtschaftliche NutzflĂ€che) als auch auf eine Konzentrationsbewegung bei den gröĂten Betrieben zurĂŒckzufĂŒhren. DarĂŒber hinaus wuchs die BeschĂ€ftigung im Beherbergungs- und GaststĂ€ttengewerbe um 4,3 % pro Jahr und zeugt von der VitalitĂ€t des lokalen Tourismus.[19] FĂŒhrungskrĂ€fte und akademische Berufe sind von dieser wirtschaftlichen Dynamik besonders betroffen: Ihre Zahl wuchs um 4,7 % pro Jahr. 70 % der neu geschaffenen Stellen fĂŒr angestellte FĂŒhrungskrĂ€fte entfallen auf das Baugewerbe.[19]
Das BeschĂ€ftigungswachstum ist in den einzelnen Gemeinden sehr unterschiedlich ausgeprĂ€gt. Zwischen 2010 und 2015 betrug es in Saint-Etienne-du-GrĂšs +4,6 % pro Jahr, was zur HĂ€lfte auf die Einstellungen in den groĂen Bauunternehmen Guintoli, NGE-Batiment und Entreprise hydraulique et travaux publics (EHTP) sowie im öffentlichen Dienst zurĂŒckzufĂŒhren ist. Orgon profitiert seinerseits von der Ansiedlung von Betrieben sowohl im Transportwesen als auch im Dienstleistungssektor und im Handel.[19]
Start-ups
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Um den BedĂŒrfnissen der Unternehmen gerecht zu werden, verwaltet und erschlieĂt der Gemeindeverband VallĂ©e des Baux-Alpilles mehrere Gewerbegebiete auf seinem Gebiet. Im Rahmen ihres wirtschaftlichen Entwicklungsplans fördert der Gemeindeverband z. B. das Projekt GrĂŒnderzentrum GreenTech & Environnement in der ehemaligen SchĂ€ferei des ChĂąteau de Montauban in Fontvieille.[22] Das GrĂŒnderzentrum ist eine Antwort auf die wirtschaftlichen Herausforderungen der Innovation und des ökologischen Ăbergangs der Gemeinden und hat das Ziel ein Exzellenzzentrum zu werden.[22]
Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bergspitzen sind kahl und nur mit Pflanzenarten der Macchie vereinzelt bedeckt. Auf der sĂŒdlichen Seite der Alpilles befindet sich eines der gröĂten Anbaugebiete Frankreichs fĂŒr Oliven. Die Herkunft VallĂ©e des Baux-de-Provence ist durch die kontrollierte Ursprungsbezeichnung âAOCâ geschĂŒtzt. AOC bedeutet Appellation dâorigine contrĂŽlĂ©e. Die regionalen Olivensorten, die unter das AOC-Zertifikat fallen sind Salonenque, Beruguette, Grossane und Verdale des Bouches-du-RhĂŽne.[23] Zahlreiche OlivenölmĂŒhlen im VallĂ©e-des-Baux um MouriĂšs und Maussane-les-Alpilles produzieren eines der besten Olivenöle weltweit. Weiter werden Feigen und Mandeln angebaut.
Weinbau
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AuĂerdem wird hier der Anbau von Rot- und RosĂ©weinen betrieben. Weinberge finden sich rund um den BergrĂŒcken. Der Coteaux-des-Baux-en-Provence ist eine geschĂŒtzte Herkunftsbezeichnung, d. h. er ist AOC zertifiziert. Der regionale AOC-Wein wird in sieben Gemeinden angebaut: Les Baux-de-Provence, EygaliĂšres, Fontvieille, MouriĂšs, le Paradou, Saint-Ătienne-du-GrĂšs und Saint-RĂ©my-de-Provence. Die fĂŒr diese AOC angebauten Rebsorten sind Grenache, MourvĂšdre, Syrah, Cinsault, Cunoise, Carignan-N und Cabernet Sauvignon.[24]
Tourismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Abgesehen von der Landwirtschaft ist die am leichtesten erkennbare Wirtschaft rund um die Alpilles der Tourismus. Selbst die Wein- und Olivenbauern scheinen die Entwicklung des Tourismus zu berĂŒcksichtigen. Immer mehr WeingĂŒter bieten Weinproben und in einigen FĂ€llen sogar regelrechte EinfĂŒhrungskurse in die Ănologie an. In den Alpilles ĂŒbernachten jĂ€hrlich etwa 600.000 Touristen mindestens ein Mal.[25] Les Baux hat jĂ€hrlich etwa 1,5 Millionen Besucher.[26] Darauf mĂŒssen die Gemeinden reagieren, um den einen möglichen Ăbertourismus zu erkennen und gegen zu steuern.[27]
Drei Hauptarten des Tourismus können fĂŒr die Alpilles unterschieden werden:[28]
- Der historische und kulturelle Tourismus, der sich auf das reiche Kulturerbe oder auf lokale Festivals stĂŒtzt.
- Der Erholungstourismus, der sich in einer starken Entwicklung von GÀstezimmern, Hotels und Ferienwohnungen zeigt, sowie in einer hohen Konzentration an Restaurants, SchwimmbÀdern und Veranstaltungen wie provenzalischen MÀrkten.
- Der grĂŒne Tourismus, der von den zahlreichen Wanderwegen und der geschĂŒtzten Umgebung profitiert, die das Massiv und seine Umgebung bieten.

Zu den wichtigsten touristischen Anziehungspunkten gehören :
- der Regionale Naturpark Alpilles ;
- die Gallo-Römische Stadt Glanum sĂŒdlich von Saint-RĂ©my-de-Provence ;
- der historische Stadtkern von Les Baux-de-Provence ;
- das StÀdtchen Saint-Rémy-de-Provence um den Spuren Vincent van Gogh zu folgen;
- die romanische Kapelle Saint-Sixte in EygaliÚres ;
- das Museum und die alte Kirche von EygaliÚres ;
- das Museum Alphonse Daudet in Fontvieille, das in der Rekonstruktion der berĂŒhmten MĂŒhle eingerichtet wurde ;
- die Abtei Saint-Paul-de-Mausole in Saint-Remy-de-Provence;
- die Kapelle Saint-Gabriel am Ostrand der Alpilles.
Weitere SehenswĂŒrdigkeiten finden sich in den Hauptseiten der Gemeinden der Alpilles.
Outdoor-AktivitÀten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Zugang zu den Alpilles ist vom 1. Juni bis zum 30. September wegen Waldbrandgefahr reglementiert. Je nach Wetterlage kann diese Periode per Erlass der PrĂ€fektur variieren. Die Brandgefahr ist abhĂ€ngig von der Temperatur, den NiederschlĂ€gen, der WindstĂ€rke, der Feuchtigkeit der Vegetation und der Sonneneinstrahlung und wird von der PrĂ€fektur auf der Grundlage der Wettervorhersagen festgelegt.[29] Aktuelle BeschrĂ€nkungen werden im Internet[A 4] veröffentlicht. Der Zugang, der Verkehr und das Parken von Fahrzeugen auĂer auf den fĂŒr den öffentlichen Verkehr geöffneten StraĂen sind das ganze Jahr ĂŒber verboten.
Die Alpilles bieten einer Vielzahl von Sportarten eine gute Umgebung, aber alle sportlichen BetĂ€tigungen sollten gut vorbereitet sein. Die Kleidung sollte dem Wetter angepasst sein. Ausreichend Wasser, Sonnenschutz, eine Kopfbedeckung und einige Lebensmittel sowie ein Mobiltelefon (um gegebenen Falls Hilfe zu rufen) gehören immer zur AusrĂŒstung. Besonders zu erwĂ€hnen sind:
Wandern : Die Alpilles sind durch unzÀhlige Wanderwege durchzogen.[30]
Radfahren : Die Alpilles sind wegen der vorhandenen Forstwege und kleinen Trails hervorragend zum Mountainbiken geeignet. Lohnende Rennradtouren gibt es rund um das Massiv.

Reiten : Mehrere Reiterhöfe bieten Möglichkeiten zum Reiten an. Auch Eselstouren sind möglich.
Klettern : Die Alpilles sind ein weit ĂŒber Frankreich hinaus bekanntes Klettergebiet. Die Felsen bei Orgon und im Vallon de Leque (frĂŒher Fontvieille genannt) bieten hunderte an Routen in allen Schwierigkeitsgraden. Die steilen Platten von MouriĂšs hatten in den 1980er Jahren Weltruhm, sind aber etwas in Vergessenheit geraten. Platten sind aus der Mode gekommen. Marco Troussier witzelte: âEs gibt keine 8c in MouriĂšs, weil die einzige 8b+ nach 20 Jahren immer noch keine Wiederholung hatâ.[31] Catherine Destivelle war mit Fleur de Rocaille die erste Frau, die eine 7c+/8a kletterte und Marc Le Menestrel eröffnete mit Le fluide enchantĂ© die dritte 8b der Welt.[32]
Die Alpilles in der Kunst
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Malerei
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zahlreiche Maler wurden durch die Alpilles inspiriert. Zu ihnen gehören Vincent van Gogh, Yves Brayer, René Seyssaud, Antoine Serra, Léopold Lelée, Jean Baltus sowie Auguste Chabaud.[33]
Vincent Van Gogh malt 150 GemĂ€lde in Saint-RĂ©my-de-Provence, darunter die berĂŒhmte Serie der OlivenbĂ€ume. Er schrieb 1888 an seinen Bruder Theo: â... die OlivenbĂ€ume sind sehr charakteristisch und ich kĂ€mpfe, um das zu fangen. Es ist Silber, mal blau, mal grĂŒn, bronzefarben, bleichend, auf gelbem, violettem oder orangefarbenem Boden, bis hin zu dumpfem rotem Ockerâ.[34]
- Bilder mit Bezug zu den Alpilles
- Vincent van Gogh: La Nuit étoilée (1889). Museum of Modern Art, New York.
- Vincent van Gogh: Les Alpilles (1889). collection J. K. Thannhauser
- Vincent van Gogh: Les Alpilles vues de Saint-RĂ©my (1889). Otterlo, Museum Kröller-MĂŒller.
- Vincent van Gogh: Le Mas de Saint-Paul (1889). Otterlo, Museum Kröller-MĂŒller.
ErwÀhnungen in der Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zu den Autoren, die ĂŒber das Massiv geschrieben haben, gehören : FrĂ©dĂ©ric Mistral, Marie Mauron, Marie Gasquet, Yvan Audouard, Rainer Maria Rilke, Joseph Roth sowie Alphonse Daudet mit den Lettres de mon moulin.[33]
FrĂ©dĂ©ric Mistral schrieb: âSoweit ich mich erinnern kann, sehe ich vor meinen Augen einen Bergriegel, dessen Gipfel, HĂ€nge, Felsen und TĂ€ler vom Morgen bis zum Abend blau schimmerten, mehr oder weniger hell oder dunkel, in hohen Wellen. Dies ist die Kette der Alpilles, die von OlivenbĂ€umen umringt ist wie ein Massiv griechischer Felsenâ.[33]
Marie Mauron stellte fest: âAufeinanderfolgende Falten von Felsen, die sich der hoch oben gelegenen Stadt nĂ€hern, eine weiĂ-blaue Fata Morgana, ein Unterschlupf, das man fĂŒr unbewohnt und unbewohnbar hĂ€ltâ... âUnglaublicher Zirkus aus immer steiler werdenden konzentrischen Kreisen, vom Wind zu fantastischen Ungeheuern erodiert, Les Baux, die Hauptstadt der Höhlenwohnungenâ.[33]
Rainer Maria Rilke schrieb: âDa ist Les Baux. Es war eine Festung. Da waren HĂ€user drumherum, nicht gebaut, sondern in die Kalksteinschichten gegraben, als hĂ€tten die Menschen aus Sturheit, um dort zu bleiben, sie in RĂ€ume verwandeltâ.[33]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website Regionaler Naturpark Alpillen
- Webseite Nationalparks in Frankreich ( vom 25. April 2015 im Internet Archive)
Anmerkung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â âC'est la chaĂźne des Alpilles, ceinturĂ©e d'oliviers comme un massif de roches grecques, un vĂ©ritable belvĂ©dĂšre de gloire et de lĂ©gendesâ, Ăbersetzt aus dem Okzitanischen ins Französische von FrĂ©dĂ©ric Mistral, 1906.
- â In der Referenz Castrum genannt
- â Aureille, Les Baux-de-Provence, EygaliĂšres, EyguiĂšres, Fontvieille, Lamanon, Mas-Blanc, Maussane-les-Alpilles, MouriĂšs, Orgon, Paradou, Saint-Ătienne-du-GrĂšs, Saint-RĂ©my-de-Provence et SĂ©nas
- â http://bpatp.paca-ate.fr/
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â L'Histoire du Parc. Abgerufen am 12. Dezember 2023 (französisch).
- â Les missions. Abgerufen am 12. Dezember 2023 (französisch).
- â Michelin (Hrsg.): Provence. 2. Auflage. 1996, ISBN 2-06-237603-0.
- â Vincent van Gogh: Brief an Theo van Gogh; Brief 538. Abgerufen am 8. Dezember 2023 (englisch).
- â http://www.ville-saint-martin-de-crau.fr/Regionaler-Naturpark-der-Alpillen.html?retour=back
- â http://www.parc-alpilles.fr/
- â CHAĂNE DES ALPILLES. In: ZNIEFF 930012400. Abgerufen am 9. Dezember 2023 (französisch).
- â Claude François Achard: Dictionnaire de la Provence et du Comtat venaissin. Marseille 1787.
- 1 2 J.-C. Bouvier: Le nom des Alpilles. In: Les Alpilles. Encyclopédie d'une montagne provençale. Verschiedene Autoren. éd. Les Alpes de LumiÚre, Forcalquier 2009, S. 196.
- â Canal des Alpines. 1. Mai 2011, abgerufen am 9. Dezember 2023 (französisch).
- â FrĂ©dĂ©ric Mistral: Mes origines. MĂ©moires et rĂ©cits de FrĂ©deric Mistal. 2023, ISBN 978-80-273-7844-9 (französisch).
- 1 2 3 4 Y. Marcadal: Les oppida des Alpilles. In: Les Alpilles. Encyclopédie d'une montagne provençale. Verschiedene Autoren. éd. Les Alpes de LumiÚre, Forcalquier 2009, S. 146.
- â Y. Marcadal: Les oppida des Alpilles. In: Les Alpilles. EncyclopĂ©die d'une montagne provençale. Verschiedene Autoren. Ă©d. Les Alpes de LumiĂšre, Forcalquier 2009, S. 143â147.
- â HervĂ© Vaudoit: C'etait un paradis de verdure. Un incendie a ravagĂ© 2500 hectares dans les Alpilles. LibĂ©ration, 24. Juli 1999, abgerufen am 8. Dezember 2023 (französisch).
- 1 2 HĂ©lĂšne RatyĂ©-Choremi: Le Paradou. In: Le Temps retrouvĂ©. Ă©d. Ăquinoxe, Marguerittes 1990, S. 18.
- 1 2 J.-L. Mourgues: Les marais des Baux. In: Les Alpilles. EncyclopĂ©die d'une montagne provençale. Verschiedene Autoren. Ă©d. Les Alpes de LumiĂšre, Forcalquie 2009, S. 46â50.
- â Marais des Baux et RĂ©serve de BiosphĂšre de Camargue. Abgerufen am 12. Dezember 2023 (französisch).
- â Les Alpilles, EncyclopĂ©die d'une montagne provençale, Verschiedene Autoren. (Hrsg.): Quelle Insee. Ă©d. Les Alpes de LumiĂšre, Forcalquier 2009, S. 180.
- 1 2 3 4 5 6 7 Le parc naturel rĂ©gional des Alpilles sous lâinfluence dâun dĂ©veloppement pĂ©riurbain - Insee Analyses Provence-Alpes-CĂŽte d'Azur - 70. In: Insee - Institut national de la statistique et des Ă©tudes Ă©conomiques. Abgerufen am 9. Dezember 2023 (französisch).
- 1 2 3 H. Bruneton: Le climat. In: Les Alpilles, Encyclopédie d'une montagne provençale, Verschiedene Autoren. éd. Les Alpes de LumiÚre, Forcalquier 2009, S. 23, 24.
- â Normales et records climatologiques 1981â2010 Ă ST-MARTIN-CRAU - Infoclimat. Abgerufen am 10. Dezember 2023.
- 1 2 La Bergerie. In: La French Tech Grande Provence. Abgerufen am 9. Dezember 2023 (französisch).
- â Nos huiles et olives. In: Huiles et Olives des Baux-de-Provence AOP. Syndicat AOP Huiles & Olives de la VallĂ©e des Baux-de-Provence, 30. Juni 2020, abgerufen am 9. Dezember 2023 (französisch).
- â Bruno MĂ©nard: Les Baux-de-Provence - Guide des appellations. In: Le Figaro Vin. Abgerufen am 9. Dezember 2023 (französisch).
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