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Affinerie

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Eine Affinerie (auch Scheideanstalt) ist eine Anlage, in der Metalle durch Herauslösen von Verunreinigungen in sehr reiner Form abgeschieden werden. Es handelt sich um ein Trennverfahren fĂŒr Metalle aus Metalllegierungen, insbesondere Edelmetalle. Die Affination erfolgt hĂ€ufig auf elektrolytischem Wege oder auf „nassem Wege“ mittels konzentrierter SĂ€uren. Ein verbreitetes Affinationsverfahren ist die Königswasser-Scheidung. Königswasser ist eine SĂ€uremischung aus SalzsĂ€ure und SalpetersĂ€ure im VerhĂ€ltnis 3:1. Darin gehen die meisten Edelmetalle wie Gold, Silber sowie einige Platinmetalle in Lösung und können spĂ€ter einzeln ausgefĂ€llt werden. Ein weiteres Verfahren wendet heiße konzentrierte SchwefelsĂ€ure an, um Anteile an Kupfer und Silber zu lösen und in Salze umzuwandeln. Eine Herstellung von hochreinen Metallen ist mit SchwefelsĂ€ure jedoch nicht möglich. Die Aufgabe einer Affinerie liegt in der Trennung von Edelmetallen und Herstellung von Feinmetallen besonders reiner QualitĂ€t. Ziel ist eine Reinheit von 4N = 99,99 % oder besser.

Der Begriff ist im Deutschen seit dem 18. Jahrhundert gelĂ€ufig und bezieht sich auf einen frĂŒheren französischen Begriff, der fĂŒr eine Ă€ltere Technik zur Metallscheidung verwendet wurde. Bekannt ist der Name vor allem durch die Norddeutsche Affinerie, seit April 2009 Aurubis, in Hamburg, einen der grĂ¶ĂŸten Kupferproduzenten weltweit. Bei der Gewinnung von reinem Kupfer gehen andere, vormals im Rohkupfer vorhandene Verunreinigungen in Lösung, worunter sich auch Edelmetalle befinden.

Daneben wird der Begriff des Affinierens auch zur Veredelung durch Reife und Pflege von KĂ€se genutzt, siehe MaĂźtre fromager affineur.

Affinage/Affination

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Die in einer Affinerie durchgefĂŒhrte Affinage (‚LĂ€uterung, Reifung‘) oder Affination umfasst in der Metallurgie verschiedene LĂ€uterungsverfahren. Die Affinage wird in elektrolytische (z. B. Gold, Silber oder Kupfer), nasse (z. B. Platin, Palladium, Iridium, Rhodium) und trockene Verfahren (mit Chlor in der Schmelze, z. B. Gold und Silber) eingeteilt.[1]

  • Die grĂ¶ĂŸte Goldaffinerie steht bei Johannesburg in SĂŒdafrika. Insgesamt gibt es weltweit 51 Goldaffinerien.
  • Die grĂ¶ĂŸte europĂ€ische Kupferaffinerie ist die Aurubis (ehemals Norddeutsche Affinerie AG).
  • Die grĂ¶ĂŸte europĂ€ische Goldscheideanstalt ist die Agosi AG (zu Umicore gehörend).

UrsprĂŒnglich wurde Erz vom Gestein bereits durch das Aufsammeln bzw. Klauben von taubem Material getrennt. Das Auslesen bzw. Scheiden von Hand wird bis heute betrieben. Altmetall wird zunĂ€chst auf Sicht in Fraktionen getrennt.

  • Ralf Banken: Edelmetallmangel und Großraubwirtschaft. Akademie Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-05-004380-7.
  • Carl Schnabel: Handbuch der MetallhĂŒttenkunde. Zweiter Band, Verlag von Julius Springer, Berlin 1904.

Einzelnachweise

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  1. ↑ I. N. Plaksin: Metallurgiia blagorodnykh metallov. Moscow 1958. In: The Great Soviet Encyclopedia. 3. Auflage (1970–1979).