Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
| Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) | |
|---|---|
| Rechtsform | eingetragener Verein |
| GrĂŒndung | 15. Februar 2002 (aktueller Verein)[1] |
| Sitz | MĂŒnchen, Deutschland |
| GeschĂ€ftsstelle | Karolinenplatz 4, 80333 MĂŒnchen |
| VorlĂ€ufer | Konvent fĂŒr Technikwissenschaften (KTW) â German Council of Technical Sciences |
| Zweck | Nationale Akademie der Technikwissenschaften |
| Vorsitz | Thomas Weber[2] Claudia Eckert[3] |
| Mitglieder | 682 (Stand: Dezember 2024)[4] |
| Website | www.acatech.de |
Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e. V. ist eine 2002[5] gegrĂŒndete deutsche Wissenschaftsakademie fĂŒr Technik und Angewandte Wissenschaften. Der private und gemeinnĂŒtzige Verein tritt auch unter dem Kofferwort acatech (aus Akademie und Technik) auf.
Der Verein beabsichtigt, Politiker in technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Fragen zu beraten. AuĂerdem soll der Verein die Interessen der deutschen Technikwissenschaften im In- und Ausland vertreten. Die Akademie finanziert sich durch Institutionelle Förderung durch den Bund und die 16 BundeslĂ€nder sowie durch Spenden und projektbezogene Drittmittel.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Idee einer nationalen Interessenvertretung der deutschen Technikwissenschaften in Form einer wissenschaftlichen Akademie entstand zum Ende des 19. Jahrhunderts. Dieser Gedanke wurde in Deutschland vor allem von dem Maschinenbauingenieur Alois Riedler 1899 initiiert, konnte sich aber nicht durchsetzen. Anders als in Schweden (Kungliga Ingenjörsvetenskapsakademien â 1919), den USA (National Academy of Engineering â 1964), GroĂbritannien (Royal Academy of Engineering â 1976), der Schweiz (Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften â 1981) und anderen LĂ€ndern (siehe Liste der wissenschaftlichen Akademien) gab es in Deutschland bis zum Ende des 20. Jahrhunderts keine ĂŒbergeordnete Interessenvertretung der Technikwissenschaften.
Am 21. November 1997 fand in Berlin die konstituierende Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Konvent fĂŒr Technikwissenschaften statt. Diese wurde auf Initiative der Berlin-Brandenburgischen und der Nordrhein-WestfĂ€lischen Akademie der Wissenschaften gegrĂŒndet. Die GrĂŒndungsversammlung wĂ€hlte GĂŒnter Spur zum Vorstandsvorsitzenden des Konvents. Die anfĂ€nglich rund 50 Mitglieder kamen ĂŒberwiegend aus den Bereichen der Technikwissenschaften beziehungsweise den Natur-, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften der beiden GrĂŒndungsakademien.
Zu den Aufgaben, die sich der Konvent fĂŒr Technikwissenschaften stellte, gehörten die Förderung der Forschung und des technikwissenschaftlichen Nachwuchses, die Intensivierung internationaler Kooperationen sowie der Dialog mit Natur- und Geisteswissenschaften, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ĂŒber die Rolle zukunftsweisender Technologien.
Um den Konvent fĂŒr Technikwissenschaften fĂŒr seine weitere Entwicklung auf eine breitere Basis zu stellen, beschlossen die PrĂ€sidenten der damals sieben deutschen Wissenschaftsakademien im April 2001, alle nationalen technikwissenschaftlichen AktivitĂ€ten auf Akademieebene unter dem Dach der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften zu bĂŒndeln. So wurde am 15. Februar 2002 der Konvent fĂŒr Technikwissenschaften der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften gegrĂŒndet und im Anschluss seine Eintragung in das Vereinsregister sowie die GemeinnĂŒtzigkeit beantragt.[6] Den Vorsitz des Vorstands ĂŒbernahm Joachim Milberg, sein Stellvertreter wurde Franz Pischinger. Im Mai 2003 wurden diese Ămter durch eine SatzungsĂ€nderung in PrĂ€sident und VizeprĂ€sident umbenannt. Der Konvent entschied sich fĂŒr den Kurznamen akatech, dessen Schreibweise kurz darauf in acatech umgewandelt wurde.
Seit 2005 vergibt der Verein fĂŒr auszeichnungswĂŒrdige Berichterstattung ĂŒber Wissenschaft und Technik den Journalistenpreis Punkt.
Am 23. Oktober 2006 beschloss die Bund-LĂ€nder-Kommission, acatech in die gemeinsame institutionelle Förderung von Bund und LĂ€ndern aufzunehmen. Am 23. April 2007 richtete die Bund-LĂ€nder-Kommission schlieĂlich die Empfehlung an die Regierungschefs von Bund und LĂ€ndern, âeine entsprechende Ănderung der Rahmenvereinbarung Forschungsförderungâ vorzuÂnehmen. In der BegrĂŒndung fĂŒr diese Entscheidung betonte die BLK, dass die Technikwissenschaften ein wichtiger Pfeiler in der Wissenschaftslandschaft sind, und wĂŒrdigte das Konzept von acatech als ĂŒberzeugende Grundlage fĂŒr die Arbeit einer unabhĂ€ngigen, national agierenden Akademie der Technikwissenschaften. Seit dem 1. Januar 2008 heiĂt der Verein acatech â Deutsche Akademie der Technikwissenschaften.
Acatech wirkt mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und den in der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften zusammengeschlossenen LĂ€nderakademien bei der ErfĂŒllung der Aufgaben einer Nationalakademie zusammen.[7]
Mitglieder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wie bei anderen Wissenschaftsakademien ist die Mitgliedschaft nur durch Kooptation möglich. Neben der Empfehlung durch ein Mitglied sind auĂerdem zwei Gutachten möglichst von Akademiemitgliedern zu den wissenschaftlichen Leistungen des potenziellen neuen Mitglieds erforderlich.[8] Mit Stand 13. Dezember 2024 hat die Akademie 682 Mitglieder.[9]
PrÀsidenten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2008â2017: Reinhard HĂŒttl
- 2009â2018: Henning Kagermann
- 2017â2021: Dieter Spath[10]
- 2018â2022: Karl-Heinz Streibich
- 2021â2025: Johann-Dietrich Wörner[10][11]
- 2022â2022: Reinhard Ploss[12]
- 2023â2026: Thomas Weber[13]
- seit 2025: Claudia Eckert[14]
- seit 2026: Siegfried Russwurm
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- acatech.de â Offizielle Website
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Ruth Federspiel, Samia Salem: Zur GrĂŒndungsgeschichte der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, Acatech-Sonderpublikation. Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8167-7458-7 (acatech.de [PDF; abgerufen am 22. MĂ€rz 2021]).
- â Acatech: Thomas Weber neuer PrĂ€sident. In: Tagesspiegel Background. Abgerufen am 5. Mai 2023 (deutsch).
- â PrĂ€sidium und Vorstand. In: acatech. Abgerufen am 18. Juli 2025 (deutsch).
- â bei acatech.de, abgerufen am 6. August 2025.
- â Geschichte. In: acatech. Abgerufen am 10. April 2023 (deutsch).
- â Eintrag fĂŒr Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e. V. (acatech) im Gemeinsamen Registerportal der LĂ€nder, Amtsgericht MĂŒnchen, Registernummer VR 202021.
- â Gemeinsame Wissenschaftskonferenz unterstĂŒtzt strategische Entwicklung der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften. In: www.acatech.de. 14. November 2017, abgerufen am 7. Mai 2023.
- â www.acatech.de: Merkblatt Zuwahl neuer Mitglieder in acatech ( vom 20. November 2015 im Internet Archive), abgerufen am 24. Juni 2015
- â wolf: 25 neue Mitglieder erweitern wissenschaftliche Exzellenz von acatech. 13. Dezember 2024, abgerufen am 28. Juli 2025.
- 1 2 Jan Wörner wird PrÀsident von acatech. In: acatech. 22. MÀrz 2021, abgerufen am 22. MÀrz 2021 (deutsch).
- â wolf: Time to say goodbye⊠30. Juni 2025, abgerufen am 28. Juli 2025.
- â frohwein: Reinhard Ploss tritt aus persönlichen GrĂŒnden als acatech PrĂ€sident zurĂŒck. In: acatech. 13. Dezember 2022, abgerufen am 2. Januar 2023 (deutsch).
- â Acatech: Thomas Weber neuer PrĂ€sident. In: Tagesspiegel Background. Abgerufen am 5. Mai 2023 (deutsch).
- â acatech PrĂ€sidium wĂ€hlt Claudia Eckert zur PrĂ€sidentin der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften. Abgerufen am 23. Mai 2025 (deutsch).